Russland Kompakt – Täglich aktuell – Ausgabewoche 08/2016

Russland Kompakt – Täglich aktuell – Ausgabewoche 08/2016

„Russland Kompakt“ – ein täglich aktualisiertes Informationsangebot von „Kaliningrad-Domizil“. Lesen Sie hier Nachrichten aus dem föderalen Russland kurz und knapp zusammengefasst.

28.02.2016 – Neue Fluglinie Moskau-München
Der russische Billiganbieter „Pobeda“ wird ab 3. März Flüge zwischen Moskau und München aufnehmen. Seit 15. Februar fliegt diese Tochtergesellschaft der Aeroflot bereits die Strecke Moskau-Köln. Die Flüge auf beiden Strecken werden täglich ausgeführt.
 
28.02.2016 – Ausweisungen wegen Verletzung der Migrationsgesetze
In den letzten drei Jahren hat der russische Migrationsdienst 1,7 Millionen Migranten die Wiedereinreise nach Russland verwehrt. Im Jahre 2015 wurden 120.000 Migranten ausgewiesen oder abgeschoben und weiteren 500.000 wurde die Einreise verweigert. Seit rund zwei Jahren gilt die neue Migrationsgesetzgebung in Russland, die die Migranten verpflichtet, ihre Fingerabdrücke beim Migrationsdienst zu hinterlassen. Dies erleichtert erheblich die Personen ausfindig zu machen, deren Aufenthalt in Russland aus den unterschiedlichsten Gründen nicht erwünscht ist.
 
 
28.02.2016 – Grippe fordert Opfer
Das russische Gesundheitsministerium informierte, dass die Grippewelle in Russland in diesem Jahr bisher 503 Todesopfer gefunden hat. Ursache war weniger die Grippe an sich, sondern in vielen Fällen die Nebenwirkungen einer verschleppten Behandlung. Das Ministerium geht davon aus, dass die Grippewelle überwunden ist. In acht Regionen ist noch ein Anwachsen zu verzeichnen, in allen anderen Regionen ist die Zahl der Erkrankungen rückläufig.
 
28.02.2016 – Schwarzer Kaviar – noch ein Exportschlager
Russland hat im Zeitraum Januar bis November 2015 mehr als die dreifache Menge an schwarzem Kaviar exportiert, wie im Vergleichszeitraum 2014. Insgesamt wurden 4,71 Tonnen der begehrten Fischeier offiziell über die russische Grenze geschafft, wie das Landwirtschaftsministerium mitteilte. Gleichzeitig war der Import von Kaviar stark rückläufig – von 8,76 Tonnen im Jahre 2014 auf 3,5 Tonnen im Jahre 2015. Diese Entwicklung war möglich, da sich Russland der Entwicklung der Fischzucht gewidmet hat und die Produktionsmöglichkeiten erheblich erweitert wurden.  

27.02.2016 – Säuberungswelle bei russischen Versicherungen
Die russische Zentralbank als Aufsichtsbehörde für das russische Versicherungswesen, hat am Donnerstag drei Versicherungsgesellschaften die Lizenz entzogen und weitere fünf Lizenzen zeitweilig inaktiviert. Durch die Zentralbank wurde angekündigt, dass es eine Säuberung des Versicherungssektors in Russland geben wird.
 
27.02.2016 – FSB: Was lange währt, wird gut
1931 wurde durch ein Museum in Chabarowsk das Bild eines französischen Künstlers an die Leningrader Eremitage ausgeliehen. Dort wurde das relativ kleine Bild im Jahre 1946 direkt aus der Ausstellung gestohlen. Der Ausstellungssaal hatte eine unübersichtliche Fläche von 180 m2 und wurde nur von einer Kassiererin beaufsichtigt, was den Diebstahl des drei Millionen USD wertvollen Bildes erleichterte. Jetzt tauchte dieses Bild in Russland auf dem Schwarzmarkt auf und der FSB erhielt davon Kenntnis. Die Nachforschungen waren erfolgreich und der FSB konnte sowohl das Bild wie auch den Verkäufer/Besitzer unter seine Kontrolle bringen. Das Bild wurde nun dem Museum wieder übergeben und wird Anfang März wieder öffentlich zu besichtigen sein.  Alle weiteren Umstände werden nun durch die Staatsanwaltschaft untersucht.
 
27.02.2016 – Süße Geschenke für Alexej Nawalny
Der russische Oppositionär Alexej Nawalny wurde am Donnerstag reichhaltig beschenkt. Unbekannte Sponsoren überreichten Nawalny zwei Torten – allerdings nicht wie üblich auf einem Tablett und von Hand zu Hand, sondern in diesem Fall direkt ins Gesicht. Nach dieser süßen Konfrontation verschwanden die Sponsoren unerkannt.
 
27.02.2016 – Pessimistische Prognosen für Automarkt
Jeder vierte Autohändler in Russland steht an der Schwelle zum Bankrott. Darüber informierte der Leiter der Assoziation russischer Fahrzeughändler. Bis zu 1.000 Firmen könnten somit das Jahr 2016 nicht überleben. Eine zweite Welle der Schwierigkeiten ist jetzt im anrollen, denn der Rückgang an Autoverkäufen bedingt auch einen Rückgang der nachfolgenden Serviceleistungen. 75 Prozent des gesamten Umsatzes machen die Autohändler durch den Service. Der Verkauf von Fahrzeugen selber bringt so gut wie keinen Gewinn.

26.02.2016 – Militärische Zusammenarbeit mit Türkei komplett beendet
Ein Berater des russischen Präsidenten für militärische Fragen informierte, dass die Zusammenarbeit auf militärischem Gebiet mit der Türkei vollständig eingestellt wurde. Es wird zukünftig auch keine Service-Dienstleistungen für gelieferte militärische Ausrüstung mehr geben. Russland hatte in der Vergangenheit neben Handfeuerwaffen auch Artilleriesysteme an die Türkei geliefert.
 
26.02.2016 – Die gleiche Prozedur wie in jedem Jahr …?
… ja, die gleiche Prozedur wie in jedem Jahr hat die russische Staatsduma beschlossen. So wird, wie jedes Jahr, die Frist für die kostenlose Privatisierung von selbstgenutztem Wohnraum wieder um ein Jahr verlängert. Und wie jedes Jahr wird auch in diesem Jahr betont, dass es zum letzten Mal ist. Wer also noch in einer staatlichen Wohnung wohnt, kann diese kostenlos bis März 2017 privatisieren.  
 
26.02.2016 – Nach den Feiertagen ist vor den Feiertagen
Kaum sind die Feiertage zum „Tag der Vaterlandsverteidiger“, die durch Verlegung von Arbeitstagen den Russen immer zu sehr langen Wochenenden verhelfen, vorbei, stehen schon wieder die nächsten Feiertage an. So wird bereits jetzt darauf hingewiesen, dass es Anfang März zum „Internationalen Frauentag“ wieder zu einem verlängerten arbeitsfreien Wochenende kommt, denn der 7. März (Montag) wird arbeitsfrei und somit Brückentag zum eigentlichen Feiertag – Dienstag den 8. März. Aber auch danach hören die Feiertage nicht auf, denn der 1. Mai und der 9. Mai stehen schon an der Schwelle.
 
26.02.2016 – Kein Geld in der Bank
Die Bank „Bankhaus“ informiert, dass ihr das Geld ausgegangen ist. Kunden können keine Barabhebungen mehr vornehmen und wer seine Geldanlage ausbezahlt haben will, muss dies fünf Tage vorher beantragen. Allerdings steht zu vermuten, dass auch nach diesen fünf Tagen kein Geld ausbezahlt wird, weil die russische Zentralbank bis dahin bereits mit Lizenzentzug reagiert haben wird. Ähnliches ist in diesem Jahr bereits mehreren russischen Banken passiert, die alle ihre Lizenz verloren haben.  
 
26.02.2016 – Kein Geld auf der Karte
Die russische Zentralbank hat der Moskauer „RosAvtoBank“ die Arbeit mit Kreditkarten verboten. Die Kunden der Bank können diese nun nicht mehr nutzen um Zahlungen vorzunehmen oder Bargeld zu erhalten. Die Bank kommentiert, dass man bis zum Monatsende weitere Entscheidungen der Zentralbank erwartet. Viel Phantasie gehört nicht dazu zu erahnen, dass es in der kommenden Woche wieder Lizenzentzüge geben wird.

25.02.2016 – Schulden der Arbeitgeber wachsen
Im letzten Monat sind die Schulden der Arbeitgeber gegenüber ihren Mitarbeitern um 20 Prozent angewachsen. Insgesamt schulden die Arbeitgeber 4,3 Mrd. Rubel Lohn und Gehalt ihren Werktätigen. Betroffen sind davon 74.000 Personen. In Russland ist die nicht rechtzeitige Bezahlung von Gehältern ein Straftatbestand und kann zur Anzeige gebracht werden.  Einer der Gründe für die Nichtzahlung sind wirtschaftliche Schwierigkeiten, bei gleichzeitigem Wunsch der Arbeitgeber, die Mitarbeiter deswegen nicht zu entlassen. Dies funktioniert jedoch nur, wenn beide Seiten damit einverstanden sind.
 
25.02.2016 – Starker Rückgang der TV-Verkäufe
In Russland hat sich die Anzahl der Verkäufe von Fernsehapparaten fast halbiert. Als Begründung muss die Krise im Land herhalten. Allerdings kann auch einer der Gründe sein, dass im vergangenen Jahr viele Russen vor dem Hintergrund der negativen Kursentwicklung des Rubels sich entschlossen haben, vorhandene Rubelvorräte für Fernsehapparate, Kühlschränke und Waschmaschinen auszugeben und somit der Kauf nur vorgezogen wurde und sich dies jetzt mit einem Nachfragerückgang bemerkbar macht.  
 
25.02.2016 – Tschechischer Premier warnt Russland vor Migranten
Nach Ansicht des tschechischen Premierministers könnte Russland zum Transitland für Migranten werden. Sollte die Balkan-Route nicht mehr nutzbar sein, könnten die Migrationsströme über Russland ausweichen um dann nach Europa zu gelangen. Der Premier vermutet, dass die Migranten aus der Türkei über die Ukraine und Russland nach Europa gelangen. Der Eintritt in die EU würde dann über die baltischen Staaten erfolgen.  
 
25.02.2016 – Aserbaidschan reicht Protestnote ein
Die Regierung von Aserbaidschan hat der russischen Regierung eine Protestnote überreicht. Protestiert wird gegen die Gewährung eines Kredits in Höhe von 200 Mio. USD für Armenien. Der Kredit ist zweckgebunden für den Kauf von militärischen Ausrüstungsgütern.  Aserbaidschan fordert von Russland eine Garantie, dass diese Technik nicht in einer militärischen Auseinandersetzung durch Armenien gegen Aserbaidschan, insbesondere um die Region Nagorny Karabach eingesetzt wird.

24.02.2016 – Peinlich, Peinlich
In Brjansk ist den PR-Verantwortlichen für den „Jahrestag der Armee“ der am 23. Februar föderationsweit befeiert wurde, ein peinliches Missgeschick passiert. Neben dem Haupteingang des Zentralmarktes in der Stadt wurde ein Riesenplakat aufgehängt, welches eine Fregatte zeigt und welches die Bewohner der Stadt zum Feiertag gratuliert. Beim genaueren Hinsehen entpuppte sich diese Fregatte als das deutsche Kriegsschiff „Schleswig-Holstein“. Die Stadtverwaltung beteuert, dass sie dieses Plakat nicht bestellt habe, sondern dass es sich vermutlich um ein privates Plakat der Mitarbeiter des Marktes handelt. Bransk hat Tradition in dieser Art „Verwechselung“, denn bereits im Jahre 2014 wurde aus gleichem Anlass ein Plakat mit einem amerikanischen Kreuzer aufgehangen.
 
24.02.2016 – Treffen Putin – Lukaschenko
Der russische und der weißrussische Präsident planen für den 25. Februar 2016 ein Treffen. Das Treffen wird in Weißrussland stattfinden. Durch Weißrussland wurde die Information verbreitet, dass Russland die Entscheidung getroffen hat, die angeschlagene weißrussische Wirtschaft massiv zu unterstützen um die gegenwärtigen Probleme zu überwinden.

23.02.2016 – Russische Armee erhält Roboter-Einheiten
Im Verteidigungsministerium berichtet man über Pläne einer tiefgreifenden „Roboter-„isierung“. Bereits jetzt existieren sogenannte Kampfroboter-Einheiten. Diese sollen nun unter eine einheitliche Führung gestellt werden. Diese Kampfroboter können selbständig auf dem Gefechtsfeld agieren und die Verteidigung des Gegners sprengen. Im Ministerium spricht man über die Schaffung von Truppenteilen (Regimentern) und Verbänden (Divisionen).  
 
23.02.2016 – In Russland üblich: Schlange stehen
Anscheinend hat Russland nun einige Angewohnheiten aus der Sowjetunion übernommen. Dort gehörte es zum normalen Tagesablauf, dass man für begehrte Produkte Schlange stehen musste. Nun greift dieses System in Russland auch auf die Ausländer über, denn wie der für die Verteidigungsindustrie zuständige Vizepremier Dmitri Rogosin mitteilte, hat sich eine sehr große Schlange für die begehrten Flugabwehrsysteme S-300 gebildet und Russland kommt mit der Produktion schon nicht mehr nach. Die ausländischen Interessenten kämpfen mit allen Mitteln, um ihren Platz in der Warteschlange zu verbessern – so Rogosin.
 
23.02.2016 – Fahrerlaubnisse in Masse
Wie die russische Verkehrspolizei informiert, ist es im Jahre 2015 rund einer Millionen Russen gelungen, erfolgreich die Prüfungen zur Fahrerlaubnis abzulegen. Weiteren 2,8 Mio. Russen wurde die Fahrerlaubnis im Rahmen der Gesetzgebung umgetauscht. Alle haben nun das Recht ein Fahrzeug zu lenken. In welcher Anzahl Fahrerlaubnisse wegen Trunkenheit, nicht Beachtung des in der Fahrschule Gelernten und sonstiger Verfehlungen wieder eingezogen wurden, geht aus der Meldung nicht hervor.  
 
23.02.2016 – Hochschulen verlieren Akkreditierung
Die russische Aufsichtsbehörde für das Bildungswesen hat in der vergangenen Woche acht russischen Hochschulen die Lehrgenehmigung entzogen. Drei weitere Hochschulen erhielten ein Verbot für die Immatrikulierung neuer Studenten. Seit rund zwei Jahren läuft in Russland eine verschärfte Kontrolle von Ausbildungsstätten, Fach- und Hochschulen. Diejenigen, die die Beauflagungen des russischen Gesetzgebers zur Qualität und zum Inhalt der Lehrprogramme nicht erfüllen, wird die Lizenz entzogen. Durch diese Vorgehensweise wird die Ausbildungsqualität in Russland mittelfristig auf ein hohes Niveau gehoben. Betrügerisches Erlangen von Hochschulabschlüssen wird zukünftig unmöglich gemacht.

22.02.2016 – Stromversorgung der Krim bald gelöst
Während eines Treffens des russischen Präsidenten mit dem Chef der Republik Krim wurde auch die Frage der autonomen, von der Ukraine unabhängigen Stromversorgung besprochen. Der russische Präsident informierte, dass die Bauarbeiten früher als geplant abgeschlossen werden, vermutlich bis zum 1. Mai. Mit ein wenig Optimismus wird es vielleicht noch früher – so Putin.
 
22.02.2016 – Landwirtschaftliche Aufsichtsbehörde zu Qualitätsmängeln
Die russische landwirtschaftliche Aufsichtsbehörde zeigt sich besorgt über die Verschlechterung der Qualität des in Russland gebackenen Brotes. Im Jahre 2004 wurde die „Brotaufsichtsbehörde“ in Russland liquidiert und die Aufgaben auf die landwirtschaftliche Aufsichtsbehörde und die Verbraucherschutzbehörde aufgeteilt. Dies erweist sich jetzt als unzweckmäßig, da es Kontrolllücken gibt und dies genutzt wird, um Qualitäten zu beeinflussen.
 
22.02.2016 – Flugtickets bald ohne Mehrwertsteuer?
Im Rahmen der Erarbeitung des Anti-Krisen-Planes der Regierung hat Arkadi Dvorkowitsch, Vizepremier der Regierung die Variante nicht ausgeschlossen, dass für innerrussische Flüge die Mehrwertsteuer abgeschafft wird. Die Erarbeitung des Anti-Krisen-Planes zieht sich in die Länge. Jetzt ist für die Vorlage ein Termin im März angedacht.  
 
22.02.2016 – Wassermangel auf der Krim
Die Krim beobachtet in einigen Regionen ein Defizit an Wasservorräten für den Bevölkerungsbedarf. Durch die Führung der Krim wurde damit begonnen, notwendige Schritte einzuleiten, um diesen Fakt besser beherrschen zu können. Unter anderem gehört hierzu, dass das Havariesystem unter besondere Kontrolle genommen wird, um nicht durch Unglücksfälle noch weitere Wasserverluste zuzulassen. Das Problem insgesamt entstand, weil die Ukraine die Krim von der Wasserversorgung über den Nord-Krim-Kanals aus dem Dnepr abgeschnitten hat.
 
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Kommentare ( 2 )

  • Bastian Радебергер Radeberger

    Veröffentlicht: 22. Februar 2016 19:57 pm

    Wassermangel auf der Krim
    Ich nehme mal an, daß mit der Kertscher Brücke viel Probleme gelöst werden können. Auch zum Teil das Trinkwasserproblem
    Denn die RF wird wohl wissen, daß die Ukraine weiterhin blockieren wird, egal wer nach Poro und Jaze an die Macht kommt. Mir scheint Sackarschwili, der Schlipsbeißer, hat da irgendwelche Wünsche, maßgeblich in Kiew die Korruption bekämpfen wollen (?).

    • Uwe Erich Niemeier

      Veröffentlicht: 22. Februar 2016 20:04

      ... ach ja, der in Georgien mit Haftbefehl gesuchte ehemalige Präsident hat viele Pläne und Gedanken ...

  • Bastian Радебергер Radeberger

    Veröffentlicht: 23. Februar 2016 20:36 pm


    23.02.2016 – In Russland üblich: Schlange stehen

    Vor der Tretjakow-Galerie standen ja auch die Menschen in langer Schlange in Kälte und Regen und begehten Einlaß für eine Ausstellung von Gemälden - Porträts. Die meisten Leute, die gezeigt wurden, hatten aber offensichtlich gute Laune.

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