Schönheitsoperation für eine historische Stadt

Schönheitsoperation für eine historische Stadt
 
Vor einem Jahr machte ich mich auf die Socken, um die Stadt Tschernjachowsk, zu historischen Zeiten auch Insterburg genannt, zu besuchen. Man erzählte mir, dass sich ein Besuch lohne, denn dort ist ein großes Restaurierungsprogramm angelaufen.
 
 
Im Sommer 2019 stieg ich einfach im Stadtzentrum, am Lenindenkmal, aus und lief völlig planlos, immer der Nase nach, durch die Straßen der Kreisstadt, die sich im Zentrum des Kaliningrader Gebietes befindet.
 
Foto: Stadtzentrum Tschernjachowsk 2019
 
Vor vielen Jahren war ich schonmal in dieser Stadt. Damals suchte ich Immobilien für einen Geschäftspartner, der dort vielleicht Geschäfte eröffnen wollte. Ich fand weder eine passende Immobilie, noch fand ich einen Anlass zu glauben, dass gerade in dieser etwas heruntergekommenen, wenig gepflegten und ansprechenden Stadt, es Kunden gibt, die an seinem Warensortiment interessiert wären.
 
Fotogalerie: Restaurierungsarbeiten in der Stadt Tschernjachowsk 2020
 
Im vergangenen Jahr musste ich meine Meinung ändern und kam aus dem Staunen nicht mehr heraus. Das Programm der Stadtsanierung wurde im Jahre 2018 gestartet und es ist schon beeindruckend zu sehen, was innerhalb eines Jahres alles gebaut, restauriert und instandgesetzt werden kann.
 
Damals waren die Arbeiten noch in vollem Gange, aber es war schon viel Schönes zu sehen.
 
Und selbst die Hinterhöfe, die ich damals besuchte und die noch nicht restauriert worden waren, hinterließen jetzt einen völlig anderen, romantischeren Eindruck bei mir.
 
Tschernjachowsk ist eine Kreisstadt und eigentlich hat sie den Begriff „Provinzstadt“ verdient – im positiven Sinne gemeint. Eine kleine, romantische, wenig hektische Stadt mit vielen engen Straßen, Nebenstraßen, Hinterhöfen, Torbögen, Kopfsteinpflaster. Die jetzt im Stadtkern vorgenommenen Restaurierungen im großen Umfang lassen darauf hoffen, dass die Stadt insgesamt ihren Charakter als gemütliche Provinzstadt auch zukünftig nicht verlieren wird.
 
Wenn es in diesem Tempo und Umfang mit den Restaurierungsarbeiten in Tschernjachowsk weitergeht, so wird die Stadt Kaliningrad ernsthafte Tourismuskonkurrenz bekommen. Da lohnt es sich dann schon, in Tschernjachowsk sich in ein gemütliches Hotel oder eine kleine Pension einzumieten und von dort aus einen Tagesausflug nach Kaliningrad zu machen … oder aber auch nach Schelesodoroschnoje, dem ehemaligen Gerdauen, wo die Restaurierungsarbeiten genauso umfangreich sind, wie in Tschernjachowsk.
 
Somit gehen wir einmal davon aus, dass im Jahre 2021 das Corona-Virus sich noch ein wenig austoben kann und auch die Bauarbeiter werden sich in Tschernjachowsk weiter austoben. Im Jahre 2022 beginnt dann die ganz normale Tourismusaktivität und unsere Besucher werden die Stadt Tschernjachowsk nicht wiedererkennen und vieles andere im Gebiet und der Gebietshauptstadt auch nicht.
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