Startet die Immobilienspekulation in Kaliningrad?

Startet die Immobilienspekulation in Kaliningrad?
 
Vor wenigen Wochen informierte „Kaliningrad-Domizil“ über die Entwicklung des Kaliningrader Immobilienmarktes. Erwähnt wurde auch das bevorstehende Programm der Renovation der Stadt. Nun scheint wohl der Startschuss für den Beginn der Immobilienspekulation gekommen zu sein.
 
 
In Kaliningrad wird so viel an Wohnraum gebaut, wie niemals zuvor in der Geschichte der Stadt. Liquide Wohnungen, also Ein- und Zwei-Raumwohnungen, werden den Baufirmen aus der Hand gerissen, obwohl sie häufig nur auf dem Papier existieren. Geld scheint auch keine Rolle bei den armen Russen zu spielen, die sich trotz angeblich sinkender Realeinkommen und der verschiedensten Krisen im Land, Wohnungen leisten können, die noch vor einem Jahr 38 Prozent billiger waren als heute.
 
 
Aber nicht nur in der Stadt Kaliningrad explodieren die Preise. Auch die Ostseestädte Svetlogorsk, Selenogradsk, Pionersk und Jantarny sind von der Preisentwicklung betroffen. Obere Preisgrenzen scheinen dabei aber nicht zu existieren.
 
Bei so viel Neubauten ist es somit nur logisch, dass das Interesse an historischer Bausubstanz aus der Zeit vor 1945 oder aber an den sowjetischen Zweckbauten, die nach dem Krieg entstanden sind, nur sehr gering ist – zumindest sollte man dies meinen, denn diese Wohnungen haben, im Vergleich zu den heutigen Neubauten, wenig Wohnkomfort und sind in einem baulichen Zustand, welcher den Gedanken nahelegt, dass es sich hier um die ersten Anwärter für das bevorstehende Kaliningrader Renovationsprogramm handelt.
 
 
So hat eines der größten Internetportale für den An- und Verkauf von Immobilien, Avito, festgestellt, dass die Preise für Wohnungen in 5-Etagen-Häusern in Kaliningrad im Verlaufe nur eines Jahres, um 42 Prozent gestiegen sind. Dies sind genau die Häuser, die für einen baldigen Abriss im Rahmen des Renovationsprogrammes vorgesehen sind – obwohl die Stadt noch keinerlei Verlautbarungen über die bevorzugten Abrissviertel veröffentlicht hat. Angeblich, glaubt man den Äußerungen der Stadtverantwortlichen, soll es noch nicht mal ein Programm hierfür geben, sondern nur allgemeine Vorstellungen in den Köpfen der Entscheidungsträger.
 
 
„Avito“ hat ebenfalls ermittelt, dass der Anteil der Nachfrage nach Wohnungen in 5-Etagen-Häusern im Februar 2021 bei 31 Prozent lag. Allerdings wird die hohe Nachfrage erstrangig damit begründet, dass die Preise für diese Wohnungen sehr niedrig sind und erst in zweiter Linie wird an mögliche Spekulationsinvestitionen gedacht.
 
 
Während der Durchschnittspreis für derartige Wohnungen in Russland bei rund 50.000 Rubel pro Quadratmeter liegt, so beträgt er in Kaliningrad 71.000 Rubel.
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