Wer zu spät kommt … findet keine Schätze

Wer zu spät kommt … findet keine Schätze

 

Angeblich soll Gorbatschow gesagt haben, dass derjenige durch das Leben bestraft wird, der zu spät kommt. Prinzipiell ist die Aussage richtig, egal, wer der Autor ist. Für Kaliningrad trifft dieser Satz auch zu, denn wenn ein Kaliningrader Historiker rechtzeitig den Lasch-Bunker gekauft hätte, dann wäre er heute Milliardär.

 

Sergej Trifonow ist allen Kaliningradern bekannt, die sich mit der Historie des Gebietes beschäftigen und die gerne mystische und spannende unterirdische Geschichten hören. Immer mal wieder hört man von ihm, dass er irgendwelche interessanten Dinge aus der Zeit bis zum 9. April 1945, dem Tag der Kapitulation der Festung Königsberg, gefunden haben will.

 

Foto: Sergej Trifonow
 
Natürlich geht es um das Bernsteinzimmer, aber auch um die Originalstatue von Kant. Jetzt hat er das Gold der Dresdner Bank gefunden – sagt er.
 
Es handelt sich um insgesamt 4,5 Tonnen Gold, an dem allerdings Blut klebt. Es soll sich um Gold aus jüdischen Zahnkronen handeln, aber auch um Gold, welches einfach nur den Todgeweihten abgenommen wurde, um zu weniger hübschen, dafür aber handlichen Goldbarren eingeschmolzen zu werden.

Das Gold soll sich in einem Geheimverlies in sieben Meter Tiefe unterhalb des Lasch-Bunkers befinden. Die Filiale der damaligen Dresdner Bank befand sich etwa 100 Meter vom Lasch-Bunker entfernt, ungefähr dort, wo sich heute die WTB-Bank, gegenüber dem Hotel Kaliningrad befindet. Von dort hat man, kurz vor dem Sturm der sowjetischen Truppen auf Königsberg, das Gold in die Räumlichkeiten unter dem Lasch-Bunker umgelagert. Der deutsche General saß also mit seinem Hintern, als er die Kapitulation unterschrieb, auf einer Goldtruhe.

Der Kaliningrader Historiker erzählte, dass man eine 1,5Meter dicke Stahlbetonplatte durchbohren musste. Und es gab noch andere Hindernisse. Letztendlich konnte man mit einer Sonde Metallkisten entdecken, die einen Adler zeigen. Allerdings hat der Adler eine Form, die mehr an den Adler im Vorspann der DDR-Sendung „Der schwarze Kanal“ erinnert.

Videoeinspielung

 

Der Historiker, der in der Vergangenheit für seine Aktivitäten häufig belächelt wurde, weil letztendlich doch keinerlei greifbare Resultate zum Vorschein kamen, hat sich diesmal Verstärkung geholt. Ein Kamerateam von REN-TV war dabei und der Sender unternimmt nun alle notwendigen juristischen Schritte, um eine weitere Grabungsgenehmigung zu erhalten. Der Kaliningrader Historiker zeigt sich überzeugt, dass die Genehmigung erteilt wird und die Welt Sensationen sehen wird.

Gleichzeitig stellt der Historiker Überlegungen an, wer denn der Eigentümer des Goldes ist und er glaubt, dass sowohl Israel, wie auch Deutschland das Gold einfordern könnten. Natürlich steht in seiner Liste als Eigentümer auch Russland.

Videoeinspielung Fort Nr. 10

Fast zeitgleich fand man in Kaliningrader Medien Informationen, dass die Gebietsregierung das Fort Nr. 10 „Kanitz“ zum Verkauf ausschreibt. Alle vorherigen Versuche, historische Festungsanlagen, die sämtlich unter Denkmalschutz stehen, für einen Rubel zu verpachten, sind fehlgeschlagen. Interessenten misstrauen anscheinend staatlichen Pachtverträgen und wollen nur Eigentum erwerben.

Das Fort Nr. 10 befindet sich im Süden der Stadt, besteht aus 17 Einzelobjekten und erstreckt sich über 41,5 Hektar.

Und wer dieses Objekt jetzt kauft und sich nicht verspätet, hat alle Chancen, mögliche dort verborgene Schätze zu finden und alleine mit der Vermarktung der Suche nach den, vorerst virtuellen Schätzen, viel Geld zu verdienen.

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Kommentare ( 2 )

  • Frank Werner

    Veröffentlicht: 24. Mai 2020 13:40 pm

    Sieht eher wie ein alter preußischer Adler aus. Dann drücke ich mal den Daumen, dass er wirklich etwas interessantes gefunden hat.

  • Frank Werner

    Veröffentlicht: 24. Mai 2020 13:53 pm

    @UEN
    Habe gerade nachgeschaut. Im Feb 2016 hieß es schon "Geheimnisvolle Kisten im Lasch-Bunker gefunden". Und seit dem hat sich nichts getan?

    • Uwe Erich Niemeier

      Veröffentlicht: 24. Mai 2020 14:03

      ... er hat viel gefunden. Ob es sich um diese Kisten handelt, oder noch weitere Kisten gefunden worden sind, ist mir nicht bekannt. Aber vieles, was nach Kriegsende aus dem Bestand des Deutschen Reiches vermisst wurde, soll sich unter dem Lasch-Bunker befinden ... äh, das war ein Scherz.

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