Zu viel Ausländisches oder zu wenig Russisches?

Zu viel Ausländisches oder zu wenig Russisches?

Gesellschaftliche Kräfte und Organisationen haben sich an die Kaliningrader Gebietsstaatsanwaltschaft mit der Bitte gewandt, der immer stärker zunehmenden Tendenz der Verwendung ausländischer Bezeichnungen im täglichen Leben in Kaliningrad Einhalt zu gebieten.

Wer durch Kaliningrad geht wird es bemerken. Bei immer mehr Reklame, immer mehr Bezeichnungen für Geschäfte und Einrichtungen, werden lateinische Buchstaben, Wörter und Kombinationen verwendet. Hierbei sind manchmal die Beweggründe nicht nachvollziehbar, da die Verwendung ausländischer Bezeichnungen selten irgendeinen marketingtechnischen Effekt nach sich zieht, sondern häufig sogar ins Gegenteil umschlägt.

 

 

Für die eigentlichen Adressaten dieser ausländischen Reklame, ist diese unverständlich. Man weiß nicht, was das Wort überhaupt zu bedeuten hat, für das, was sich hinter der Tür dieser oder jener Einrichtung befinden soll, was man dort kaufen oder essen kann. Somit wird das Ziel dieser „Öffentlichkeitsarbeit“ verfehlt. Bereits bestehende Gesetze zur Anwendung der russischen Sprache in der Öffentlichkeit werden bewusst verletzt. Die Gesetze fordern, dass bei der Verwendung ausländischer Sprachen eine direkte Übersetzung in russischer Sprache auf dem gleichen Informationsträger zu erfolgen hat.

Nun berät man in der Gebietsstaatsanwaltschaft, ob sich ein weiteres Gesetz zum Schutz der russischen Sprache im Kaliningrader Gebiet notwendig macht. Eine entsprechende Information verbreitete die Staatsanwaltschaft im Beisein von Vertretern des Komitees für Klein,- mittelständische und Handelsunternehmen in der Kaliningrader Handelskammer.

Der zuständige Staatsanwalt erklärte, dass er selber erst vor kurzem aus einer anderen Region des russischen Mutterlandes nach Kaliningrad gekommen ist. Und er war erstaunt über eine derart inflationäre Verwendung ausländischer Begriffe, welche es in anderen russischen Regionen so nicht gibt.

Der Staatsanwalt informierte, dass es nicht darum gehe, internationale Brands zu russifizieren. Reebook, Nike werden auch weiterhin Reebook und Nike bleiben.

Etwas gequält hörte sich die Erklärung des Vertreters der Firma SPAR an, der meinte, dass die Sowjetunion während des Zweiten Weltkrieges auch alliierte Verbündete hatte, die ihren Anteil am Sieg hatten und man somit berücksichtigen sollte, dass diese die englische Sprache nutzen.

 

Reklame

Kommentare ( 3 )

  • ru-moto

    Veröffentlicht: 30. August 2019 19:48 pm

    Wo man hinsieht - ob am Markt, im Einkaufcenter, im Souvenirladen, am Strand, am Parkplatz - überall Schilder und Bezeichnungen mit "KÖNIG- ... ". Was hat das mit Kaliningrad zu tun und wer will das wirklich?

    WO IST DENN DER KÖNIG?

    Glauben die Souvenirverkäufer wirklich, dass ihre so beschrifteter Ware (Kitsch) bei Touristen gut ankommt?
    Warum wird überall die russische Sprache nicht angewendet, wenn man doch in Kaliningrad Russisch spricht?

    Als Tourist finde ich die überall anzutreffenden "KÖNIG/KONIG"-Aufschriften einfach lächerlich und unangebracht.
    Wahrscheinlich haben die Anwender Minderwertigkeitskomplexe und glauben dadurch mehr Schein als Sein zu bieten.

    Aus meiner Sicht ist diese künstliche, bloß nicht russische Namensgebung zum Kotzen und eine Art geistiges Armutszeugnis von russischen Dummköpfen.

  • boromeus

    Veröffentlicht: 1. September 2019 18:49 pm

    König in der Wortbezeichnung finde ich gut.Denn der lässt den Rubel rollen.Königsbäcker , Königswurst als Kopie bayrischer Bierlokale mitten im Einkaufscenter,Awtokönig.So lange damit Kohle,äh Rubelchen verdient werden,ist doch всё в масло.Keinen Menschen hört man über Germanisierung jammern und das klingt auch wesentlich besser als Kalininbäcker,Kalininwurst und Awtokalinin.Es ist natürlich eine Frage des Standpunktes.Linietreue und Betonköpfe bekommen davon sicherlich "Pickel im Gesicht".Aber Buiness hat hier eben die höhere Priorität.

    • Uwe Erich Niemeier

      Veröffentlicht: 1. September 2019 19:34

      ... was Sie nicht alles wissen! Beeindruckend!

  • ru-moto

    Veröffentlicht: 3. September 2019 22:17 pm

    @ boromeus: [...so lange damit Kohle, äh Rubelchen verdient werden,... / ... Linietreue und Betonköpfe bekommen davon sicherlich "Pickel im Gesicht"...]

    Wer für Geld alles tut... ist mindestens ein Dummkopf!

    Und wo ist nun der König? Welcher König, welcher Berg?
    Die menschliche Dummheit ist grenzenlos... sagte bereits Einstein.
    Und manche outen sich ungeniert als solche.

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