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Gouverneur stellt Kaliningrader Wirtschaft Ultimatum

Do, 13 Jun 2019 Kaliningrader Wochenblatt


Gouverneur stellt Kaliningrader Wirtschaft Ultimatum
Begleittext zur Videoinformation
Der hier veröffentlichte Text ist der gesprochene Begleittext zum Video und entspricht der Qualität eines Manuskripts. Am Ende des Textes finden Sie den eigentlichen Beitrag in Form einer Videoinformation. Nur der Manuskripttext enthält nicht alle angebotenen Informationen, denn im Videobeitrag gibt es zusätzliche eingeblendete Text-, Grafik- und Fotoinformationen.

 

 

Der Kaliningrader Gouverneur Anton Alichanow hat sechs großen Unternehmen aus dem Gebiet ein zweimonatiges Ultimatum gestellt. Sollte dies nicht beachtet werden, werden die Rechtspflegeorgane gegen diese Firmen vorgehen.

Der Staat mit seinen Subjekten kann nur funktionieren, wenn die Mitglieder des Staates und des Subjektes an der Entwicklung Anteil nehmen. In diesem Fall geht es darum, dass die notwendigen und gesetzlich vorgesehenen Steuern und Sozialbeiträge bezahlt werden.

In Kaliningrad ist dies nicht üblich. Zur Gewinnmaximierung wenden viele große und kleine Unternehmen das System der „Gehälter im Umschlag“ an, d.h. es werden den Arbeitern die gesetzlich vorgeschriebenen Mindestgehälter bezahlt. Alles andere, was darüber ist, erhält der Firmenangestellte im Umschlag. Da in Russland der Arbeitgeber zu hundert Prozent für die Zahlung der Sozialbeiträge verantwortlich ist, bringt diese Vorgehensweise dem Unternehmen zusätzliche illegale Gewinne. Dem Arbeitnehmer bringt es in dem Maße zusätzlichen Gewinn, dass er nur vom Mindestlohn die Lohnsteuer von 13 Prozent zu zahlen hat und die Gehälter im Umschlag unversteuert bleiben. Dass er sich damit, in Hinsicht auf die Sozialbeiträge, selber schädigt, bleibt durch die Arbeitnehmer unberücksichtigt, denn niemand denkt jetzt schon an die Rente, die dann, wenn sie mit 65 Jahren bezahlt wird, sehr niedrig ausfallen wird.

Wenn also russische Rentner oder Rentnerinnen vor westlichen Kameras mit Tränen in den Augen über ihre magere Rente nach einem 40jährigen Arbeitsleben berichten, berichten sie natürlich nicht über den Sozialbetrug, den sie jahrzehntelang unterstützt haben, zum eignen Nachteil und zum Nachteil der gesamten Gesellschaft.

Anton Alichanow, der Gouverneur des Kaliningrader Gebietes, hat natürlich die Problematik längst verstanden und anscheinend jetzt alle notwendigen Voraussetzungen geschaffen, um ernsthaft gegen diese Firmen vorgehen zu können. Er hat umfangreiche Aufgaben zur Entwicklung und Modernisierung des Kaliningrader Gebietes zu lösen und hierfür wird natürlich Geld benötigt – Geld aus Steuern und Sozialbeiträgen, die die Kaliningrader Unternehmen nicht bereit sind zu bezahlen.

Sechs große und bekannte Kaliningrader Firmen erhielten nun ein Ultimatum. Sie haben zwei Monate Zeit, die Löhne und Gehälter ihrer Mitarbeiter zu legalisieren.

Diese sechs Firmen sind diejenigen, die in anonymen Meldungen über eine spezielle Hotline am häufigsten genannt worden sind. Die Kontrollen der Steuerbehörden in Kaliningrad hatten ergeben, dass die Gehälter in diesen großen Firmen um mindestens 50 bis 75 Prozent niedriger sind, als die Durchschnittsgehälter im Kaliningrader Gebiet.

Weiterhin wurden Stellenangebote dieser Firmen in den Massenmedien und auf speziellen Internetportalen analysiert. Hier werden ganz andere Gehälter versprochen, als dann offiziell gezahlt werden. Für die Steuerorgane ein eindeutiges Zeichen, dass hier Steuer- und Sozialbetrug im großen Umfang betrieben wird.

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   Kommentare ( 2 )

boromeus Veröffentlicht: 13. Juni 2019 10:08:56

Hausgemachtes Leid.Ein Land,eine Administration,das/die nicht in der Lage ist,seid Gründung der Förderation 1990 die ihnen zustehenden und dringend benötigenden Steuern einzutreiben und den entsprechenden Firmen auf die Geschäftsführungsfinger zu klopfen,muss sich nicht wundern,wenn es "vorne und hinten nicht reicht".Vielleicht die Schraube mal 3 Gänge anziehen!Grundsätzliche Frage die man sich stellen muss,was dann die grossen jährlichen Offenlegungen von Verdiensten wert sind.Nicht die Buchstaben auf dem Papier.Und weiterhin scheinen ja ein Grossteil der Leute auch sehr kurz zu denken,denn sie wissen ja, dass sie ihr Geld "auf die Hand" bekommen.Was ist schon der Steuersatz in Russland gegen Spitzensteuersätze in Merkeltown,die dann ebenfalls nach 52 Jahren zur Altersarmut führen.Es sei denn man ist Previlligierte oder sonstige Verdienter des Volkes ,die ja auch arm dran,sind weil sie den Hals nie voll kriegen.Nur die müssen dann nicht bei Tafeln anstehen..Überall das Gleiche...

Радебергер Radeberger Veröffentlicht: 13. Juni 2019 20:36:11

So ist das nun mal. Anderes Land, andere Sitten. Ich schrieb wohl gestern über den immer noch üblichen Stromklau im Großen Land.
Solange sich die Diebe und auch die Bestohlenen (Angestellten), wie in diesem Sozialgefüge, auch noch einig sind, daß sie jemandem ganz anderem ein Schnippchen schlagen, nämlich dem Staat, dann hilft wohl eigentlich nur die harte Tour.
Wenn man genügend Beweise gesammelt hat, die Steuerfahndung mit Großaufgebot hinein schicken und Unternehmer samt Unternehmen und Beschäftigten so richtig schön auseinander nehmen.
Damit lernt man die ganzen Strukturen kennen, wie was läuft. Hilft später bei den anderen.
Und dann die Betrüger arm machen. Es wird doch wohl auch in KG Finanzgerichte geben. Wenn das alles in vertretbar kurzer Zeit erfolgt ist, werden wohl andere "Unternehmer" ziemlich dünnhäutig reagieren. Aber nicht abhauen lassen.

Uwe Erich Niemeier Veröffentlicht: 13. Juni 2019 23:22:09

... wer die Geschichte des Amtsantritts des jetzigen Gouverneurs kennt, weiß, dass hier mit System vorgegangen wird. Ich denke mal, man ist auf dem richtigen Weg.

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