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Interessante Wortwahl des Kaliningrader Gouverneurs

Sa, 12 Jan 2019 Kaliningrader Wochenblatt


Interessante Wortwahl des Kaliningrader Gouverneurs
Begleittext zur Videoinformation
Der hier veröffentlichte Text ist der gesprochene Begleittext zum Video und entspricht der Qualität eines Manuskripts. Am Ende des Textes finden Sie den eigentlichen Beitrag in Form einer Videoinformation. Nur der Manuskripttext enthält nicht alle angebotenen Informationen, denn im Videobeitrag gibt es zusätzliche eingeblendete Text-, Grafik- und Fotoinformationen.

 

 

Eigentlich ist man von russischen Politikern, wenn es sich nicht gerade um den Außenminister Lawrow handelt, eine direkte und unmissverständliche Ausdrucksweise gewöhnt. Der Kaliningrader Gouverneur scheint aber auch hier neue Wege zu beschreiten.

Anton Alichanow äußerte sich gegenüber Journalisten zum neuen Flüssiggasprojekt in Kaliningrad, welches die Abhängigkeit Kaliningrads von Drittstaaten endlich aufhebt.

Der Gouverneur formulierte: „Das Regasifizierungsterminal „Marschall Wasiljewski“ schützt das Kaliningrader Gebiet vor „emotionalen Ausfällen einzelner instabiler Politiker.“

„Wir sehen ja leider alle, wie in der letzten Zeit in der internationalen Politik die ökonomischen Interessen plötzlich von einer Minute auf die andere in den Hintergrund treten, wenn es um politische Ambitionen einzelner Führer geht. Deshalb schützt uns die Arbeit, die wir hier geleistet haben vor, ja, wissen Sie, dem Effekt von zufälligen emotionalen Ausfällen einiger instabiler Politiker.“

Und Anton Andrejewitsch kommentierte weiter, dass sich die Bürger des Gebietes nun in Sicherheit fühlen können und von niemandem mehr abhängig sind. Trotzdem wird man in Kaliningrad alle wirtschaftlichen und vernünftigen Quellen für den Erhalt von Gas zur Versorgung des Gebietes nutzen.

Bekannt wurde, dass man in Kaliningrad nicht die Absicht hat, vom Gastransit durch Litauen Abstand zu nehmen. Der Gasdurchlauf wurde zwischenzeitlich wieder auf die normale Lieferleistung hochgefahren. Aber Litauen wurde zu verstehen gegeben, dass zukünftig Blockadedrohungen in Kaliningrad niemanden mehr interessieren und sicherlich zu sofortigen wirtschaftlichen Konsequenzen für Litauen führen wird.

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Blockade, Gouverneur, Litauen

   Kommentare ( 4 )

Frank Werner Veröffentlicht: 12. Januar 2019 12:32:42

Das ist doch schön. Da sind alle zufrieden. Das Baltikum hat nun auch seine unabhängige Strom- und Gasversorgung, Polen hat nun auch seinen Gasbezug diversifiziert und somit sind diese auch vor den emotionalen Ausfällen eines Staates geschützt. Ich würde sagen eine Win-Win-Situation.

Uwe Erich Niemeier Veröffentlicht: 12. Januar 2019 12:47:31

... tja, was Polen und seine Gas-Unabhängigkeit anbelangt. Da habe ich vor ein paar Tagen gehört, dass Polen aus Russland gezwungen ist Kohle zu kaufen und sich nun zu diesem Thema in Abhängigkeit von Russland befindet. Mir natürlich völlig unklar, warum man Kohle nicht aus den USA nimmt. Oder reicht eventuell die Kohle nicht aus, um die Kohle aus den USA bezahlen zu können? (Bitte den Text in die Kategorie "Sarkasmus" einordnen).

Радебергер Radeberger Veröffentlicht: 12. Januar 2019 14:33:50

"Polen hat nun auch seinen Gasbezug diversifiziert und somit sind diese auch vor den emotionalen Ausfällen eines Staates geschützt."

Glauben Sie das wirklich?
Da gibt es doch einen 20-Jahresvertrag für den Bezug von Fracking-Schiefer-Gas, welches über den Atlantik an die polnische Küste gebracht wird. Da vertraut man darauf, daß dieser Vertrag Erzeuger und Erstlieferanten wohl eingehalten wird, zumal ja Polen durch Weiterverkauf dieses Produkts weitere Länder von sich abhängig gemacht hat oder beabsichtigt, abhängig zu machen, es auch ablehnen russisches Gas einzukaufen, obwohl energetisch besser und billiger.
Was werden die wohl dann von Polen denken, wenn es dem Erstlieferanten dieses Drecking-Gases einfällt, den bisherigen Vertrag als nicht mehr lukrativ für sich anzusehen und auszusteigen. Neues Gas erst wieder bei besseren Vertragsbedingungen für das Erstlieferland. Wäre ja schließlich keine Fiktion, sondern seit 2 Jahren mehrfach praktiziert.

Frank Werner Veröffentlicht: 12. Januar 2019 20:48:52

@Radeberger
Polen nimmt diese Jahr auch eine gesonderte Leitung aus Norwegen in Betrieb, das europäische Verteilernetz funktioniert jetzt in alle Richtungen und das schöne an Flüssiggas ist, man kann es von vielen kaufen. Also besser - außer echter Öko-Strom - geht es wohl kaum.

Радебергер Radeberger Veröffentlicht: 13. Januar 2019 17:28:03

"funktioniert jetzt in alle Richtungen und das schöne an Flüssiggas ist, man kann es von vielen kaufen. "

Schön für die Polen.
Aber man kann nicht alle Gase miteinander so ohne weiteres kombinieren. Das ist dann wieder nicht so schön. Nicht nur, daß das Schiefergas von hinter dem Atlantik entsprechend teuerer ist, dazu braucht man auch andere Brenner. Ich hatte nicht umsonst von Drecking-Gas geschrieben, dazu noch energetisch minderwertiger. Und die Kosten bei der Anschaffung und bei den nötigen öfteren Wartungen und Reinigungen kosten auch wieder Geld. Aber wer aus ideologischer Verblendung oder vorgeschobenen angeblichen Angstzuständen das seinen Kunden antun will und die das auch noch mitmachen, sofern sie das überhaupt zur Kenntnis bekommen, der hat natürlich diese Freiheit auf Kosten anderer.

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