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Jede gute Sache will auch gut überlegt sein

Fr, 07 Dez 2018 Kaliningrader Wochenblatt


Jede gute Sache will auch gut überlegt sein
Begleittext zur Videoinformation
Der hier veröffentlichte Text ist der gesprochene Begleittext zum Video und entspricht der Qualität eines Manuskripts. Am Ende des Textes finden Sie den eigentlichen Beitrag in Form einer Videoinformation. Nur der Manuskripttext enthält nicht alle angebotenen Informationen, denn im Videobeitrag gibt es zusätzliche eingeblendete Text-, Grafik- und Fotoinformationen.

 

Nicht gerade selten wird in Kaliningrader Medien berichtet, dass eine Frau oder ein Mann gesucht wird. Häufig sind die Menschen im fortgeschrittenen Alter und leiden an Demenz. Sie sind orientierungslos und können über sich keinerlei Auskünfte geben. Selbst wenn es gelingt, sie in Betreuung zu übergeben, dauert es noch eine Zeit, um Verwandte zu finden und sie in die eigene Familie zurück zu geben.

Nun startet Anfang des Jahres eine neue Sozialinitiative. Mit Hilfe eines Grands des russischen Präsidenten Putin, für die Stiftung „Viktoria“, sollen derartig betroffene Personen ein Abzeichen mit einem QR-Code bekommen. Dieser kann leicht an der Bekleidung oder Kopfbedeckung getragen werden. Mit Hilfe einer kostenlosen App kann der Code mit jedem Handy ausgelesen werden und der Helfer erfährt, wohin er sich wenden kann, um über das Auffinden der orientierungslosen Person zu informieren.

Eine bereits existierende Organisation „Suche nach vermissten Kindern S.O.S.“, wird diese Notrufe koordinieren. Die ersten tausend Abzeichen sollen bis Ende Mai 2019 ausgegeben werden.  

Nun meldete sich aber auch das Sozialministerium der Kaliningrader Gebietsregierung zu Wort und zeigte sich erstaunt, denn man hat diese Aktion mit dem Ministerium nicht besprochen. Man gab zu bedenken, dass das sichtbare Tragen derartiger Abzeichen auch negative Aspekte habe, denn kriminelle Elemente könnten dies für ihre Zwecke nutzen, um den hilflosen Menschen weiteren Schaden zuzufügen.

Die Organisatoren dieser Aktion haben in den letzten Monaten die Erfahrungen in anderen westeuropäischen Ländern studiert. Es ist wohl davon auszugehen, dass man für Kaliningrad eine optimale Lösung finden wird.

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Soziales

   Kommentare ( 1 )

Frank Werner Veröffentlicht: 8. Dezember 2018 09:59:44

Ein sichtbares Zeichen wäre aus meiner Sicht ein Skandal. Aber Notfallarmbänder, Ketten etc. gibt es doch schon lange und diese sollten auch Anwendung finden ...

Uwe Erich Niemeier Veröffentlicht: 8. Dezember 2018 11:42:09

... hoffen wir, dass es nicht zu einem Skandal (Zwischenfall) kommt, nur weil man nicht alle Varianten richtig überlegt hat. Eben weil es schon viele andere internationale Erfahrungen gibt, denke ich, dass es Kaliningrad eigentlich sehr leicht fallen müsste, hier die optimale Lösung zu finden.

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