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Kaliningrad will Multi-Hafenstadt werden. Polen macht sich Sorgen

Mi, 05 Jun 2019 Kaliningrader Wochenblatt


Kaliningrad will Multi-Hafenstadt werden. Polen macht sich Sorgen
Begleittext zur Videoinformation
Der hier veröffentlichte Text ist der gesprochene Begleittext zum Video und entspricht der Qualität eines Manuskripts. Am Ende des Textes finden Sie den eigentlichen Beitrag in Form einer Videoinformation. Nur der Manuskripttext enthält nicht alle angebotenen Informationen, denn im Videobeitrag gibt es zusätzliche eingeblendete Text-, Grafik- und Fotoinformationen.

 

 

Kaliningrad hat einen Stadthafen, bestehend aus dem Handels- und dem Fischereihafen, einen Militärhafen und einen Passagierhafen in Baltisk und bald wird es einen Passagier- und Transporthafen in der Kleinstadt Pionersk geben. Nun ist der Bau eines Tiefseehafens in der idyllischen Stadt Jantarny geplant.

Der russische Präsident Putin hat diese Idee bereits für gut befunden und seine Unterstützung erklärt. Nun braucht man nur noch ein paar Milliarden Rubel für den Bau zu finden, ein Projekt erarbeiten und schon werden die Befürchtungen wahr, die die polnischen Medien, kurz nach Bekanntwerden dieser Pläne, äußerten.

Der Bau dieses Tiefseehafens in Jantarny würde die gesamte Seelogistik im Ostseeraum durcheinanderwirbeln. Jahrelange Logistikstrukturen würden eine sehr starke neue Konkurrenz erhalten – so befürchten die Polen. Insbesondere die Häfen in Gdansk und Klaipeda würden dies schmerzhaft zu spüren bekommen. Beide Häfen besetzen gegenwärtig den vierten und fünften Platz im Bereich des Seegüterumschlages in der Ostsee.

Der Tiefseehafen in Jantarny könnte zum Nordtor für Zentral- und Osteuropa werden und wird den Einfluss Russlands in der sogenannten Alten Welt beträchtlich erhöhen – kommentieren polnische Medien.

Russische Transportunternehmer könnten sich entschließen, ihre Transporte nicht mehr kostenintensiv über Drittstaaten wie Polen und Litauen sowie Lettland und Estland zu leiten, sondern die Fähren nutzen, die direkt nach Deutschland und andere europäische Häfen schwimmen.   

Dieser Hafen würde auch direkten Einfluss nehmen auf den polnischen Hafen in Elblong, wo Polen gerade erst begonnen hat, einen Kanal durch Baltiskaja Kosa zu stoßen, um sich von Russland unabhängiger zu machen. Damit sollte die Bedeutung dieses polnischen Hafens erhöht werden, was aber im Falle des Baus des Tiefseehafens im russischen Jantarny nicht erfolgen wird.

Beruhigend ist vorläufig allerdings der Fakt, dass es nur eine Idee gibt und, bis der Hafen in Jantarny Wirklichkeit wird, sicherlich noch einige Jahre ins Land gehen werden – obwohl, der Hafen in Pionersk wurde innerhalb von drei, vier Jahren gebaut. Wenn denn der Hafen in Jantarny gebaut ist, soll er eine Umschlagskapazität von 48 Mio. Tonnen im Jahr haben. Die Investitionskosten werden mit 200 Mrd. Rubel beziffert.

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   Kommentare ( 1 )

Радебергер Radeberger Veröffentlicht: 5. Juni 2019 21:27:22

Oh oh, da glaube ich doch, daß da mehr der Wunsch der Vater des Gedankens ist.
Wenn man das mal sich so ansieht, ich meine auf der Landkarte, ist doch dieses KG eine Insel im Nato-Haifischbecken.
Welche Unternehmer, wenn sie nicht gerade von oder nach KG liefern, würden diesen Tiefseehafen denn frequentieren? Zu welchem Zweck? Polen und Litauen reißen einfach die Schienen raus, so ist KG abgeschnitten, es sei denn man geht über den Seeweg. Wo ist also der Vorteil? Vorteilhaft wäre eine große Güter-Fährverbindung mit mehreren großen Eisenbahn und LKW-Fähren vom russischen Festland, Ust Luga, an den Balten und Polen vorbei nach Deutschland, Dänemark oder Schweden.
Dabei könnte KG mit versorgt werden. Alles andere scheint mir ein bißchen aus der Wünsch-Dir-Was-Kiste gezaubert.

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