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Kaliningrader Monatsrückblick - TOP-Informationen Oktober 2013

Fr, 01 Nov 2013 Kaliningrader Wochenblatt


Kaliningrader Monatsrückblick - TOP-Informationen Oktober 2013

Der Kaliningrader Monatsrückblick informiert über die TOP-Informationen des vergangenen Monats. Vielleicht haben Sie Informationen verpasst? Hier stellen wir Auszüge aus TOP-Artikel zusammen, kommentieren ein wenig und geben Ihnen die Möglichkeit sich schnell in den wichtigsten Ereignissen aus Kultur, Wirtschaft und Politik des vergangenen Monats zu orientieren.  

Aufmerksamkeitssatz des Monats:

Stefano Wlachowitsch, Präsident Assoziation ausländischer Investoren im Kaliningrader Gebiet:

„Kaliningrad – das ist im gewissen Sinne ein Unterseeboot. Sie ist die empfindlichste Region der Russischen Föderation für alle Arten von Vorfällen.  

Quelle: http://kaliningrad.ru/news/interview/item/30828-stefano-vlahovich-kaliningrad-%E2%80%94-jeto-svoego-roda-podvodnaya-lodka

 

Der Aufreger des Monats waren die Probleme zwischen Litauen und Russland. Die wirklichen Meinungsverschiedenheiten sind bisher noch nicht öffentlich geworden, aber Russland hat für litauische Milchprodukte sein Land gesperrt. Die Probleme an der Grenze, in Zusammenhang mit zusätzlichen Kontrollen, sind durch eine Anweisung Putins gelöst worden. Das stundenlange, manchmal auch tagelange Warten hat ein Ende. Litauen erleidet nun erheblich wirtschaftliche Verluste, die Kaliningrader Kunden spüren das Fehlen von litauischen Milchprodukten nicht.

Mitte Oktober fand der symbolische Erstaushub für den Neubau eines BMW-Autowerkes in Zusammenarbeit mit der einheimischen Holding „Avtotor“ statt. BMW und Avtotor wollen in den nächsten Jahren nicht nur einen kompletten Produktionszyklus für BMW-Modelle aufbauen, sondern auch eine komplette Infrastruktur zur Ausbildung von Spezialisten, einschließlich einem Sozialumfeld – Wohnungen, Kindergärten, Gesundheitsstruktur für 50.000 Menschen. Der neue Standort befindet sich am Stadtrand von Kaliningrad, in der Siedlung Kosmodemjanskoje.

Ein internationaler Höhepunkt war der 03. Oktober 2013. Das deutsche Generalkonsulat hatte traditionell ins Deutsch-Russische Haus eingeladen um den Tag der deutschen Einheit mit deutschen, russischen und internationalen Gästen zu feiern. Mehr als 300 Gäste nutzten die Möglichkeit alte und neue Bekanntschaften zu pflegen.

Kein großer Aufreger, nur ein „Hingucker“ des Monats waren die Äußerungen des weißrussischen Präsidenten A. Lukaschenko, der auf einer internationalen Pressekonferenz verkündete, mit Präsident Putin während eines Hubschrauberfluges im Rahmen des Militärmanövers „Sapad 2013“ darüber gesprochen zu haben, das Kaliningrader Gebiet übernehmen zu wollen. Vorerst reicht ihm aber Kaliningrad als Pachtobjekt um die Landwirtschaft mit Hilfe weißrussischer Bauern auf Vordermann zu bringen.

 

Die Gebietsregierung analysierte die Steuerzahlungen im Kaliningrader Gebiet und beklagte sich in Kommentaren über die Steuerverluste bei den Residenten der Sonderwirtschaftszone. Dass es diese Residenten ohne die Sonderwirtschaftszone mit ihren steuerlichen Vergünstigungen erst gar nicht geben würde, darüber wurde anscheinend nicht nachgedacht.

Eine ziemlich große Resonanz hatte die Aufstellung einer Kopie des berühmten „Tempelhüters“ in Jasnaja Poljana. In deutscher Privatinitiative wurde eine Kopie des Originals hergestellt, nach Kaliningrad verbracht und auf dem alten Sockel neu aufgestellt. Unterstützt wurden die deutschen Bemühungen auch durch die einheimische Verwaltung. Somit ist ein weiterer Anziehungspunkt für Touristen geschaffen worden.

Der Kaliningrader Gouverneur beschuldigte die Holding „Avtotor“, bewusst die Regeln der Sonderwirtschaftszone so auszunutzen, dass die versprochenen Steuerzahlungen nun doch nicht geleistet werden müssen. Dies führte in Vorbereitung des symbolischen Erstaushubs für eine neue Produktionsstätte am Stadtrand von Kaliningrad zu Verstimmungen. Durch Mitarbeiter von Avtotor wurde der Regierung nachgewiesen, dass sie einfach ihre eigenen Gesetze nicht kennt – eine sehr peinliche Angelegenheit.

Ein Investor plant den Bau eines beispiellosen Hypermarktes am Stadtrand von Kaliningrad. An sich eine positive Meldung, die jedoch nicht mit der allgemein verbreiteten Meinung harmoniert, dass Kaliningrad schon viel zu viele Supermärkte und Handelszentren hat. Zurzeit befindet sich der Investor noch in der Nachdenklichkeitsphase. Das vorgesehene Grundstück ist aber schon eingezäunt.

Während eines Treffens zwischen dem russischen Präsidenten Putin und dem Kaliningrader Gouverneur N. Zukanov, bat Letzterer um die Einführung des 72-Stunden-Visaregimes für Kaliningrad. Dieses Gesetz, welches bereits erfolgreich in St. Petersburg für Kreuzfahrttouristen angewandt wird, sieht vor, dass Touristen sich 72 Stunden ohne Visum auf dem Territorium Russlands (Kaliningrads) aufhalten können. Putin versprach die Angelegenheit zu prüfen.

Durch Beschluss der Kaliningrader Abgeordneten sind in der Stadt Kaliningrad, aber auch in den größeren Städten im Gebiet Plätze festgelegt worden, wo die Bevölkerung ihr Meinung zu gesellschaftlichen Ereignissen öffentlich zum Ausdruck bringen kann. In Kaliningrad wurden vier Plätze in zentraler und gut erreichbarer Lage eingerichtet, wo die Bevölkerung Meetings abhalten und demonstrieren kann.

Das Schicksal des Kaliningrader Atomkraftwerkes ist noch nicht endgültig beschlossen. Es wird weiterhin an Alternativen gearbeitet. Der Bau von Kohlekraftwerken hat sich zwischenzeitlich nun schon als Lobby-Vorschlag herausgestellt und ist finanziell nicht vertretbar. Anfang des Jahres 2014 wird der offizielle Beschluss über den Umfang des weiteren Baus am Atomkraftwerk bekannt gegeben. Unter Beachtung dessen, das Litauen in zwei Jahren aus dem gemeinsamen Energieverbund, der noch aus Sowjetzeiten stammt, austreten will, würde Kaliningrad in eine isolierte Lage geraten und die Energiesicherheit wäre ständig gefährdet. Der Generaldirektor von RosAtom war sich ziemlich sicher, dass die Bauarbeiten im Jahre 2014 fortgesetzt werden.  

Kaliningrad plant die Einrichtung einer Hafensonderwirtschaftszone. Dazu soll ein Passagierhafen in Pionersk und ein Tiefseehafen an einem noch nicht festgelegten Ort gebaut werden. Damit hofft man die Hafenwirtschaft gegenüber den Wettbewerbern in Polen und Litauen konkurrenzfähiger zu machen. Durch das föderale Zentrum wurde bereits eine finanzielle Beteiligung an den Hafenbauprojekten versprochen.

Der Kaliningrader Zoll wird zukünftig nur noch über Internet seine Dienstleistungen abwickeln. Jeder der irgendetwas Zolldeklarierungspflichtiges ein- oder ausführt, kann dies an sich jetzt schon per Internet von zu Hause aus erledigen. Der Kaliningrader Zollchef beklagte, dass leider andere staatliche Organisationen dem allgemeinen Entwicklungstempo hinterherhinken und deshalb auch die Effektivität der Arbeit der Kaliningrader Zollverwaltung darunter leidet.

Die untraurigste traurige Nachricht des Monats war die Information zum geplanten Abriss des Handelszentrums „Alter Turm“ im Stadtzentrum von Kaliningrad. Zwanzig Jahre hat diese Ansammlung von Container-Shops seine Pflicht erfüllt. Begonnen hatte der „Alte Turm“ seine Handelstätigkeit im Jahre 1993 als modernste Handelseinrichtung die Kaliningrad zu bieten hatte.

 

Foto: Restaurant Kenigbrau – nun haben wir das ganze Jahr blühende Landschaften
          …  gesehen im Oktober 2013  in der ul. Gorkowo
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Gebiet, Kaliningrad, Monatsrückblick

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