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Kaliningrader Tageblatt – Ausgabe Juni 2017

Mi, 28 Jun 2017 Kaliningrader Wochenblatt


Kaliningrader Tageblatt – Ausgabe Juni 2017

 

28.06.2017 – Nazis in Kaliningrad gesucht
Natürlich sucht man in Kaliningrad keine echten Nazis mehr, denn die sind vor vielen Jahrzehnten bereits ausgewandert oder ausgewandert worden sein. Aber wie der TV-Sender „WESTI“ mitteilt, finden umfangreiche Filmaufnahmen zu einem neuen Kolossalfilm im Gebiet unter der Bezeichnung „Straße nach Paris“ statt. Kurz zusammengefasst geht es um eine Panzerbesatzung eines sowjetischen Panzers, die sich entschlossen hat, nach dem Sieg nach Paris zu fahren um sich dort den Eiffelturm anzuschauen. Nun sucht man dringend Statisten mit arischem Aussehen – wie man formuliert: am besten blonde Männer, die dann in SS-Uniformen schlüpfen sollen und sie müssen 180-185 cm groß sein. Sollten also zufälligerweise deutsche Touristen im Kaliningrader Gebiet sein und diesen Mindestanforderungen entsprechen, so sollten sie sich melden. Allerdings werden sie wohl kaum Geld für ihre Statistenrolle erhalten, denn dafür benötigen Sie eine Arbeitsgenehmigung und ein spezielles Visum … also kurz und gut, bewerben können sich somit nur Deutsche, die in Kaliningrad mit einer Aufenthaltsgenehmigung leben und das sind zu wenige für einen derartigen Film.
 
Foto: Szene aus dem geplanten Film „Straße nach Paris“.
 
28.06.2017 – Vor dem Geldverdienen steht immer die Bürokratie
Schon lange wird darüber informiert, dass man in Pionersk, einer netten kleinen Ostseestadt im Nordwesten des Kaliningrader Gebietes, einen neuen Passagierhafen bauen will. Viel Papier musste bewegt und viele Planungs- und Konstruktionsunterlagen erstellt werden. Dies scheint nun alles von Erfolg gekrönt zu sein, denn die staatliche Expertise für dieses Projekt liegt nun vor und man kann mit der praktischen Umsetzung des Projektes beginnen. Die Experten des Staates haben auch den Kostenvoranschlag für den Hafenneubau nochmals kontrolliert und meinen, dass der Preis soweit in Ordnung ist. Wenn nun alles nach Plan verläuft, kann das erste Passagierschiff schon zu Beginn der Fußball-Weltmeisterschaft in den neuen Hafenanlagen in Pionersk anlegen. Der Hafen wird internationalen Status tragen und somit auch eine Grenzabfertigung für Ausländer erhalten. Weiterhin besteht die Aufgabe des Hafens darin, die angespannte Transportsituation mit dem russischen Mutterland etwas zu entlasten.
 
 
28.06.2017 – Lustig ist das Studentenleben
Eigentlich soll ja das Zigeunerleben lustig sein, aber nach den neuesten Festlegungen der Kaliningrader Gebietsregierung, können auch die Studenten zukünftig ein etwas lustigeres Leben führen. Einzige Voraussetzung hierfür ist, dass sie in einer Ehe leben und ein Kind erziehen. Wenn dem so ist, dann erhalten die Familien aus dem Gebietshaushalt monatlich 10.000 Rubel und das nimmt dann schon bei vielen Studentenfamilien einen gewissen Stress und eine Vielfachbelastung. Viele Studenten jobben neben ihrem Studium um sich das Geld für den Lebensunterhalt zu verdienen. Wenn dann noch die Kindeserziehung dazukommt, sind nur mäßige Leistungen im Studium fast vorprogrammiert. Dem will die Gebietsregierung mit der Zahlung dieser Summe vorbeugen.  Die Summe wird an einen Elternteil ausgezahlt, wenn das Kind im Zeitraum von 1. Januar 2016 bis 31. Dezember 2018 geboren ist/geboren wird und wenn dieses Kind 18 Monate bis drei Jahre alt ist.
 
 
28.06.2017 – Kaliningrad erhält zweisprachige Straßenbezeichnungen
Noch konnte sich die Stadtverwaltung nicht entschließen, einigen hundert Straßen in Kaliningrad ein zweisprachiges Straßenbezeichnungsschild zu verpassen, aber man hat begonnen, den ersten 23 Straßen auch eine englische Übersetzung der russischen Bezeichnung zuzuordnen. Das geht aus einer Pressemitteilung der Stadtverwaltung hervor.
Die neuen Straßenbezeichnungen sind durch die Besitzer der jeweiligen Immobilie, die die Pächter oder durch die Hausverwaltungsfirmen an den Gebäuden anzubringen. Die Genannten haben auch die Kosten hierfür zu übernehmen. Damit setzt sich die Ausstattung des Gebietes mit zweisprachigen Hinweisschildern fort. Bereits vor ein paar Tagen wurde informiert, dass im Osten des Kaliningrader Gebietes 35 Verkehrs-Hinweisschilder auch in englischer Sprache aufgestellt werden.

 

27.06.2017 – Nutzung von Privatdrohnen genehmigungspflichtig
In Kaliningrad ist die erste Verwaltungsstrafe für die Nutzung von privaten Drohnen ausgesprochen worden. Die hierfür zuständige Behörde RosTransAufsicht hat für die Nutzung einer selbstgebauten Drohne eine Strafe von 3.000 Rubel verhängt. Der Besitzer hatte diese im Kreis Slawsk in die Lüfte steigen lassen. Der so bestrafte Bürger kommentierte:
„Ich hätte niemals gedacht, dass meine bescheidene Wenigkeit einmal so im Zentrum der erhöhten Aufmerksamkeit der verschiedensten Organe und Sicherheitsdienste stehen würde.
Er hatte eine Drohne, die er selber gebaut hatte, mit vier Propellern gestartet. Für diese Art von Flugapparaten benötigt man aber eine Genehmigung, auch wenn sich diese Drohne nur in einer Höhe von 35 Metern bewegt und dies auch nur entlang von Straßen und unter Beachtung des notwendigen Abstandes zu Gebäuden. Erstaunlich für ihn war, dass er vor dem ersten Start offizielle Anfragen über eine Starterlaubnis beim Generalstab der russischen Streitkräfte und beim russischen Sicherheitsdienst FSB eingeholt hatte. Diese hatten ihm mitgeteilt, dass er Trainingsflüge durchführen darf, wenn er eine Genehmigung für die Nutzung des russischen Luftraumes erhält und diese Genehmigung gibt es anscheinend nur von RosTransAufsicht.  Wie sich im weiteren herausstellte – kommentierte das Informationsportal „rugrad.eu“ dürfte man nach den aktuellen Festlegungen des Gesetzes, auch keine Kinderdrohnen aus chinesischer Produktion auf eigenem Grundstück nutzen.
 
 
27.06.2017 – Nicht alles ist Käse in Kaliningrad
Zumindest meint dies die russische Verbraucherschutzbehörde und teilt ihre Meinung zu Kontrollergebnissen in Kaliningrader Verkaufseinrichtungen in den dortigen Käsetheken mit.  Man habe insgesamt fünf Käsesorten gefunden, die eigentlich die Bezeichnung „Käse“ nicht verdienen. Drei Sorten kamen aus Tatarstan und zwei Sorten leider auch von einem namhaften Hersteller in Kaliningrad (OAG Moloko). Alle Lieferanten und Hersteller wurden zur Verantwortung gezogen. Die staatlichen Organe in Tatarstan wurden von der Kaliningrader Behörde informiert, um entsprechende Maßnahmen dort vor Ort einleiten zu können.
 
 
27.06.2017 – Nicht nur Kaliningrad setzt altdeutsche Bausubstanz instand
In vielen Fragen steht immer wieder die Gebietshauptstadt Kaliningrad im Zentrum der Aufmerksamkeit, obwohl auch in den Kreisstädten des Gebietes sich einiges tut, was in der Vergangenheit versäumt worden ist. So wurde in der Kreisstadt Sowjetsk, im Norden des Gebietes, ein weiteres Gebäude fassadenrenoviert der Öffentlichkeit präsentiert. Es befindet sich in der Leninstraße und ergänzt sehr gut bereits die Gebäude, die sich schon vor einiger Zeit einer Schönheitskur unterzogen haben.  
 

Foto: Rekonstruierte altdeutsche Bausubstanz in der Kreisstadt Sowjetsk
 
Aber auch in der Gebietshauptstadt werden Gebäude nicht nur in zentralen Straßen, die von Touristen frequentiert werden, instandgesetzt. Bei gelegentlichen Spaziergängen am Stadtrand oder entfernt gelegenen kleinen Straßen, findet man auch diese Fotoobjekte:
 
Foto: Rekonstruierte altdeutsche Bausubstanz in der ul. Transportnaja, einem Außenbezirk von Kaliningrad

 

26.06.2017 – Wahlen in Sicht, Kandidaten in Sicht
Am 10. September 2017 finden Gouverneurswahlen in Kaliningrad statt. Die Parteien haben im wesentlichen ihren innerparteilichen Wahlprozess beendet und ihren Kandidaten für den Posten des Gouverneurs festgelegt. Der nächste Schritt ist die Registrierung dieser Kandidaten in der Zentralen Wahlkommission und das Durchlaufen des sogenannten munizipalen Filters, d.h. alle Kandidaten müssen sich der Zustimmung der Leiter der Kreise und der dortigen Volksvertretungen in einem gewissen Anteil versichern. Bisher hat die Zentrale Wahlkommission die Kandidaten der Partei „Einiges Russland“, „Grüne“, „Liberale“ und „Kommunisten“ zur Kenntnis genommen.
 
Noch steht die Kandidatenbenennung für die Partei „Gerechtes Russland“ aus, die ebenfalls in der Gebietsduma vertreten ist und somit das Recht hat, einen Kandidaten zu benennen. Im Unterschied zu den Gouverneurswahlen im Jahre 2015 hat die „Partei der Rentner“ auf einen Kandidaten verzichtet.
Anton Alichanow, amtierender Gouverneur des Kaliningrader Gebietes, wurde durch die Partei „Einiges Russland“ als Kandidat aufgestellt, obwohl er kein Mitglied der Partei ist. Er äußerte hierzu, dass er als Parteiloser in den Wahlkampf gehen möchte. Dies ist für ihn komfortabler. Das ihn die Partei „Einiges Russland“ unterstützt nimmt er als Fakt zur Kenntnis. Allerdings sollte man auch zur Kenntnis nehmen, dass Alichanow Kandidat der Partei ist. In seinem Verhalten zur Partei „Einiges Russland“ könnte man eine Kopie des Verhaltens des russischen Präsidenten Putin sehen, der ebenfalls kein Mitglied der Partei ist, sondern sich als überparteilicher Präsident aller Bürger des Landes sieht.
 
 
26.06.2017 – Armer Kaliningrader Gouverneur
Je tiefer man in die gesellschaftlichen Besonderheiten eines Landes eintaucht, umso öfter erfährt man einen „Aha“- oder „Oho“-Effekt. Und man erfährt auch die Vielfalt von Sozialanalysen, Ratings, Bewertungen von Menschen und Prozessen. So informierte jetzt „Kommersant“, dass es auch ein Rating des Einkommens, also des Gehaltes, der Gouverneure der russischen Regionen gibt. Wenn man bis dahin geglaubt hat, dass die Gehälter der Gouverneure mehr oder weniger ausgeglichen sind, so wird man eines Besseren belehrt und erfährt, dass der Kaliningrader Gouverneur Anton Alichanow zu den schlechtbezahltesten Gouverneuren der Russischen Föderation gehört. Bei der Auswertung bezieht man sich auf die Einkommenserklärungen aus dem Jahre 2016, zu deren Veröffentlichung alle leitenden Beamten in Russland gesetzlich verpflichtet sind. Der Gouverneur mit dem niedrigsten Einkommen ist Andrej Turschak aus dem Gebiet Pskow mit 718.000 Rubel, gefolgt von Alexej Orlow aus Kamyki mit 1,2 Mio. Rubel. Den dritten Platz der niedrigsten Einkommen belegte der Leiter des Gebietes Karaschajewo-Tscherkesi mit 1,3 Mio. Rubel. Der Kaliningrader Gouverneur deklarierte für das vergangene Jahr Einnahmen in Höhe von 2,6 Mio. und verdiente damit
weniger, als alle seine Stellvertreter in der Kaliningrader Regierung.
 

Foto: Anton Alichanow – einer der schlechtbezahltesten Gouverneure Russland. Es bleibt nur die Hoffnung auf bessere Zeiten.
 
 
26.06.2017 – Bekannte Kaliningrader Namen machen Karriere in Russland
Stanislaw Woskresenski war in der Zeit von 2012-2014 die Hoffnung vieler Kaliningrader auf eine neue Periode in der Entwicklung des Kaliningrader Gebietes. Er wurde aus dem föderalen Wirtschaftsministerium nach Kaliningrad entsandt und besetzte hier die Position des Bevollmächtigten des russischen Präsidenten für das Gebiet Kaliningrad. Es war kein großes Geheimnis, dass er den damaligen ungeliebten Gouverneur Nikolai Zukanow vorzeitig ablösen sollte. Hinter den Kulissen brach ein Machtkampf aus, den der Vertreter des Präsidenten letztendlich verlor und er kehrte im Jahre 2014 in das Wirtschaftsministerium nach Moskau als stellvertretender Minister zurück. Nun wird informiert, dass er der Hauptkandidat für die Besetzung der Funktion des Generaldirektors der „Post Russlands“ ist. Der jetzige Generaldirektor hatte erklärt, dass er für die Funktion nicht mehr zur Verfügung steht. Es gibt noch zwei weitere Kandidaten für diese Funktion, aber die ehemalige „Kaliningrader Hoffnung“ hat wohl die größten Chancen.
 
 
26.06.2017 – Kaliningrad erhält schwimmenden Leuchtturm
Russland verfügt nur über einen einzigen schwimmenden Leuchtturm, der sich gegenwärtig in Kronstadt bei St. Petersburg befindet. Dort wird er nicht mehr benötigt und somit kann sich das Kaliningrader Meeresmuseum über ein weiteres neues „altes“ Exponat für seine Ausstellung freuen. Der schwimmende Leuchtturm hat bereits Kronstadt verlassen und befindet sich auf dem Weg nach Kaliningrad und wird bis Monatsende hier eintreffen. Der Leuchtturm wird durch zwei Bugsierschiffe ohne eigene Besatzung überführt. Der Leuchtturm hat seinen Dienst seit 1962 versehen.

 

25.06.2017 – Wedernikow will Großreinemachen in der Stadt
Ihnen sagt der Name Wedernikow nichts? Nun, er ist noch relativ jung im Gebiet und soll die Interessen des russischen Präsidenten bei uns vertreten. Er kam vor einigen Wochen aus dem Nordkaukasus nach Kaliningrad und ist fast so jung wie der Gouverneur des Kaliningrader Gebietes. Man hört sehr wenig von ihm – außer Gerüchten.
 
 
Aber es gehört nicht zu den Gerüchten, dass er den Kaliningrader Bürgermeister Jaroschuk gebeten hat, sich doch mal ein wenig aufmerksamer die Stadt anzuschauen, für die er Verantwortung trägt. Da hängt nämlich jede Menge Reklame rum, die ungesetzlich ist und für die niemand bezahlt und für die die Stadt keine Einnahmen erhält. Außerdem verschandelt die Reklame das Stadtbild, denn von ästhetischen Schöpfungen kann man häufig bei den einfallslosen Plaketen, quer über die Straße an den Oberleitungen der Trolleybusse befestigt, wohl kaum sprechen. Dezent hat Michael Jurjewitsch den Bürgermeister darauf hingewiesen, dass der ganze Kram verschwinden soll und nur noch Werbung für die FIFA und die Fußball-Weltmeisterschaft zu machen ist. Er erinnerte den Bürgermeister, dass es Vereinbarungen mit der FIFA gibt – international und verbindlich, wenn man denn keine Strafen zahlen will.
 
 
25.06.2017 – Rechtspflegeorgane sollen schneller arbeiten
Anscheinend ist die Reaktionszeit der Rechtspflegeorgane auf Informationen über Korruption dem Kaliningrader Gouverneur Alichanow nicht schnell genug, denn er sprach dieses Thema an und forderte, dass nicht planmäßig, sondern operativ auf Signale zu Korruptionsverdacht reagiert wird. Gleichzeitig betonte er aber auch, dass die Zusammenarbeit mit allen Rechtspflegeorganen sehr eng organisiert ist.
 
Der Gouverneur zeigte Verständnis, dass einige unter Korruption Leidende, nicht selbständig das Problem lösen können. Hier muss dann der Staat helfen und den Bock an den Hörnern packen – so Alichanow. Er informierte, dass er sehr häufig Informationen über die verschiedensten Formen von Betrug und Korruption erhält. Seit dem er die Funktion als Gouverneur im Oktober 2016 angetreten hat, ist er über 20 Fälle informiert worden. Häufig kann man gar nicht von Korruption sprechen – meint Alichanow. Es geht darum, dass irgendwelche Mittler ihre Hilfe bei der Lösung von Problemen anbieten – das ist dann aber schon Betrug. Er alleine kann aber dieses Problem nicht lösen, er benötigt die Hilfe der Betroffenen und der Gesellschaft, denn es handelt sich um ein gesellschaftliches Problem. In einem früheren Interview hatte der Gouverneur festgestellt, dass viele Unternehmer keine Anzeige erstatten gegen korrupte Beamte, weil sie kein Vertrauen in die Rechtspflegeorgane haben und für sich nach einer derartigen Anzeige eine weitere Verschlechterung der Situation befürchten.
 
 
25.06.2017 – Muss man sich Sorgen um den Gouverneur machen?
Anton Alichanow wirbelt ganz schön in der Kaliningrader Regierung und im Kaliningrader Gebiet und bei Schlüsselthemen oder besonders öffentlichkeitsempfindlichen Themen, zieht er die Arbeit und Verantwortung immer mehr auf sich. Muss man sich Sorgen um den jungen Gouverneur machen, dass er sich vielleicht übernimmt? Allgemein ist bekannt, dass er morgens der Erste und abends der Letzte im Gebäude in der DD1 ist. Häufig, wenn seine Frau mit den beiden Kindern nicht in Kaliningrad ist, übernachtet er sogar auf einem Klappsofa in seinem Dienstzimmer. Hoffentlich hat er gute Freunde, die ihm rechtzeitig sagen, wenn er kürzer treten soll.
So hat er jetzt verkündet, nachdem der Ombudsmen für das Kaliningrader Unternehmertum informiert hatte, dass die Kontrollen in den Unternehmen nicht abnehmen und eine effektive Arbeit behindern, dass es ab sofort keine ungeplanten Kontrollen mehr in Kaliningrader Unternehmen geben darf. Machen sich diese Kontrollen aus irgendwelchen „Verdachtsgründen“ nötig, so ist er persönlich darüber zu informieren und nur er trifft die Entscheidung, ob diese Kontrolle durchgeführt wird oder nicht. Es sei noch bemerkt, dass Kontrollen bisher häufig ein Korruptions-Instrument waren und nicht immer dazu dienten, Mängel aufzudecken und zu beseitigen, sondern die Taschen von Beamten zu füllen. Der Gouverneur Anton Alichanow hat der Korruption in Kaliningrad nun ernsthaft den Kampf angesagt – jeder Korrupte wird „sitzen“, egal was er für eine Funktion hat oder welche Verdienste. Somit keimt erste Hoffnung auf, dass Kaliningrad vielleicht in Bälde zur ersten (relativ) korruptionsfreien Zone in Russland erklärt werden kann.
 
 
 
25.06.2017 – Historisches Museum äußert sich zum Stand der Ausgrabungen
… also, in der Zwischenzeit ist allgemein bekannt, dass das Königsberger Schloss nicht wieder aufgebaut wird – zumindest nicht in den kommenden Jahren. Man benötigt das Geld für andere Projekte in der Stadt. Aber die Ausgrabungen werden konserviert. Ein neugieriger Reporter von „Klops.ru“ wollte vom Historischen Museum, zuständig für das Schloss, wissen, was denn gefunden wurde und die stellvertretende Direktorin informierte, dass man nicht nur die Grundmauern des Schlosses gefunden habe, sondern auch die kompletten Fundamente der beiden Türme des Westflügels. Es wurde eine Unmenge von Baudetails des Schlosses aus den verschiedenen Bauperioden gefunden und sichergestellt. Und man hat auch Überreste der Zivilisation gefunden, die vor dem Bau des Schlosses und der Stadt im 3. – 5. Jahrhundert unserer Zeitrechnung an dieser Stelle siedelte. Dementiert wurde das Gerücht, dass man den Sockel des Denkmals von Wilhelm I. gefunden hätte. Es handelt sich dabei nur um die Überreste des Springbrunnens in unmittelbarer Nähe des Denkmals.
 

Foto: Ausgrabungen am ehemaligen Königsberger Stadtschloss

 

24.06.2017 – Geld wird knapp in Kaliningrad
Die russische Zentralbank hat festgestellt, dass das Geld in Kaliningrad knapp wird. Allerdings betrifft dies nur eine einzige Münze – die 10 Kopeken-Münze. Man kann zwar für diesen Betrag nichts mehr kaufen, aber als Wechselgeld ist die Münze anscheinend unentbehrlich. Viele tragen diesen Geld nicht mehr mit sich rum, sondern werfen diese Kleingeldmünzen in ein großes Gefäß zu Hause – sie stellen auch in der Summe keinen großen Wert dar, fehlen aber im Geldumlauf. Die Zentralbank ruft nun die Kaliningrader auf, mit der Praxis aufzuhören und die Moneten wieder in den Umlauf zu bringen. Die Banken in Kaliningrad sind angewiesen, das Kleingeld entgegenzunehmen und ohne Gebühren in Papiergeld umzutauschen. Die Bank informiert, dass jährlich erhebliche Investitionen in die Neuprägung von Münzgeld erfolgen, obwohl dies eigentlich nicht nötig wäre, wenn die Bürger das Kleingeld nicht zu Hause horten würden. Die Zentralbank hat berechnet, dass jeder Einwohner Kaliningrads 170 Münzen im Wert von 10 Kopeken bei sich zu Hause lagert.
 
 
24.06.2017 – Es hat alles nichts genützt – das Grab ist geschaufelt
Alle Anstrengungen der jüngsten Vergangenheit zur Rettung der ältesten Supermarktkette im Kaliningrader Gebiet, haben nichts genützt. Anscheinend ist auch der Kaliningrader Gouverneur Anton Alichanow erfolglos geblieben mit seinem Versuch, die Sberbank zur Rücknahme der Bankrott-Klage gegen die Supermarktkette „WESTER“ zu bewegen. Nun meldet die Firma, dass zum 1. Juli alle Lebensmittel-Supermärkte ihre Pforten schließen. Es gibt jetzt schon kaum noch was zu kaufen, einige Gebäude sind bereits zur Deckung der Schulden verkauft, auf anderen Gebäuden und Einrichtungen haben die Gerichtsvollzieher den Kuckuck geklebt. WESTER kommentierte diese Information nicht weiter. Wie bereits früher bekannt wurde, hatte man mit einer Reihe von großen russischen und westlichen Einzelhandelskonzernen Gespräche über einen Verkauf der Firma geführt. Angeblich, so die Geschäftsleitung, gibt es keine großen oder nennenswerten Außenstände gegenüber Warenlieferanten.
 
 
24.06.2017 – Gewaltige Wasserverluste in Kaliningrad
Als völlig unnormal bezeichnete der Kaliningrader Gouverneur Anton Alichanow die Wasserverluste der Stadt Kaliningrad. 34 Prozent des produzierten Wassers verschwinden ins „nirgendwo“ – dies ist eine Wassermenge, die ausreichend ist, um die zweitgrößte Stadt im Kaliningrader Gebiet, die Kreisstadt Sowjetsk mit 55.000 Einwohnern mit Wasser zu versorgen. Der Gouverneur forderte die Kaliningrader Stadtverantwortlichen auf, umgehend alle notwendigen Maßnahmen einzuleiten, um die Quellen für derartige Verluste ausfindig zu machen.
 
Durch die Kaliningrader Stadtverwaltung wurde ein Programm für die Entwicklung der kommunalen Infrastruktur bis zum Jahre 2035 ausgearbeitet. Gegenwärtig befindet sich dieses Programm bei professionellen Organisationen und anderen Strukturen zur Beurteilung. Um alle darin aufgeführten Maßnahmen umzusetzen, werden 76 Milliarden Rubel benötigt.
 
 
24.06.2017 – Zusammenbruch des Stadions trainiert
Ein schlimmes Szenario wurde einer Übung des Katastrophenschutzes in Kaliningrad zugrunde gelegt. Trainiert wurden alle notwendigen Maßnahmen nach dem angenommenen Zusammenbruch einer Tribüne im neugebauten Stadion zur Fußball-Weltmeisterschaft. In die Übung wurde eine ganze Reihe von medizinischen Einrichtungen einbezogen, so u.a. das Krankenhaus für die Schnelle medizinische Hilfe. Im ersten Alarmeinsatz wurde eine Brigade zur Feststellung des Umfangs der notwendigen Hilfe entsandt, danach erfolgte die Anforderung von weiteren zehn Brigaden der Schnellen medizinischen Hilfe. Es begann die Evakuierung dutzender von Verletzter. Beobachtet wurde der gesamte Einsatz durch einen zentralen Rettungsstab im föderalen Maßstab. Bis zum Beginn der Weltmeisterschaften wird es derartige Übungen noch öfter geben – wurde der Presse mitgeteilt. Wie die Baufirma mitteilte, ist mit einem Einsturz einer Tribüne oder sogar einem Lawineneffekt durch Nacheinanderfolgen von Einstürzen, nicht zu rechnen, da die Baukonstruktion dies nicht zulässt. Zum gegenwärtigen Zeitpunkt ist das Stadion zu 80 Prozent fertiggestellt.
 
 
 

23.06.2017 – Der deutsche Elefant im russisch-Kaliningrader Porzellanladen
Etwas unangenehm war ich als Deutscher berührt, als ich bei Facebook einen Beitrag anschaute, der von Deutschen eingestellt worden ist. Eine deutsche Bäckerei will von jedem verkauften Brot Geld spenden und den Erlös „verwahrlosten Kindern“ in Kaliningrad zukommen lassen. Es handelt sich hierbei nicht um eine nostalgische Aktion aus dem Jahre 1995, wo es wirklich noch in Kaliningrad verwahrloste Kinder gab. Diese Zeiten sind sehr lange vorbei. Natürlich gibt es heute noch Kinder – sowohl in Kaliningrad, wie auch in Deutschland, die Hilfe benötigen – Kinder benötigen immer Hilfe. Aber diese Kinder sind nicht verwahrlost. Welche weitere Information das Foto transportieren soll, welches ein kleines (russisches) Mädchen hinter Maschendraht zeigt, bleibt wohl der Phantasie der Leser überlassen. Schade, dass deutsche Bürger sich auch in diesem Fall wie ein Elefant im russischen Porzellanladen bewegen. (Klicken Sie auf die Grafik, um zur Internetseite der Bäckerei zu gelangen)
 
Foto (Facebook): Deutsches Brot-Geld für russische verwahrloste Kinder hinter Maschendraht
 
23.06.2017 – Gedenken an den deutschen Überfall auf die Sowjetunion
Am 22. Juni 1941 begann der mörderischste Krieg, den die Welt in ihrer bisherigen Geschichte erlebt hat. Deutsche Divisionen fielen in der Nacht zum 22. Juni in das Gebiet der Sowjetunion ohne Kriegserklärung ein. Ziel des deutschen Angriffs war die Ausrottung des bolschewistischen slawischen Untermenschen – nach der Lesart der Arier. 27 Millionen Sowjetbürger haben diesen Kampf auf Leben und Tod mit dem Tod bezahlt. Ein hoher Preis, der aber das Weiterleben der Menschheit sicherte, der dem jüdischen Volk das Leben rettete und vielen anderen Ländern in Europa die Freiheit von der faschistischen Diktatur brachte. Leider gibt es heute wieder politische Strömungen in vielen Ländern, auch denen, die ihr Leben der Sowjetunion verdanken, die die Geschichte umschreiben wollen.
 
Foto: Keine Zukunftsperspektiven für verwahrloste Kinder in deutschen Konzentrationslagern
 
23.06.2017 – Litauen ist beunruhigt
Das NATO-Land Litauen ist beunruhigt. Nun ist dies ja eigentlich kein neuer Zustand, denn Litauen ist ständig über irgendwas beunruhigt und die NATO- und EU-Partner tun dann alles, damit Litauen wieder ruhig existieren kann. Diesmal sind es aber nicht die Russen, die Litauen in erster Linie beunruhigen, sondern die Chinesen. Die haben sich wohl entschlossen, ein paar Kriegsschiffe nach Kaliningrad zu senden und wollen mit den Russen eine gemeinsame Übung in der Ostsee abhalten. Eigentlich, so meint der litauische Außenminister, ist Zusammenarbeit eine normale Sache, aber bei den Chinesen ist er sich nicht ganz so sicher, ob deren Anwesenheit in der Ostsee normal ist. Chinesische Quellen hatten informiert, dass man drei Kriegsschiffe entsenden werde, damit diese an Manövern teilnehmen, die in der Ostsee, im Bereich von St. Petersburg und Kaliningrad stattfinden. Außer den Schiffen schicken die Chinesen auch noch ein paar Hubschrauber. Westliche Beobachter glauben einen Zusammenhang mit dem in Polen bevorstehenden Besuch des amerikanischen Präsidenten Trump zu sehen.
 
 
23.06.2017 – Ein paar Zusatzinformationen zum unhöflichen NATO-Begleitschutz
Wie wir gestern berichteten, hielt sich der russische Verteidigungsminister mit der Führung seines Ministeriums sowie Kommandierenden der Militärbezirke der Russischen Föderation in Kaliningrad auf. Bei der Hin- und Rückreise wurde sein Flugzeug im internationalen Luftraum durch ein NATO-Jagdflugzeug vom Typ F-16 begleitet. Dies ist nicht verboten, stellt aber einen unhöflichen Akt dar. Die NATO informierte, dass man nicht wusste, dass sich der Verteidigungsminister an Bord dieses Flugzeuges befand, was etwas merkwürdig erscheint, denn Russland hatte sehr rechtzeitig offiziell und öffentlich über den Besuch des Verteidigungsministers im Kaliningrader Gebiet informiert. Weiterhin sind diese Flüge, im Rahmen der internationalen Flugsicherheit anzumelden, was Seitens Russlands auch geschehen ist. Sollte man also der NATO Glauben schenken, so lässt doch die „Unwissenheit“ dieser mächtigsten Militärorganisation der Welt merkwürdige Rückschlüsse zu. Nun informierte Polen in stolzem Ton, dass es sich bei den beiden begleitenden Flugzeugen um polnische Flugzeuge gehandelt habe. Ihre Handlungen haben dem NATO-Standard entsprochen.
 
 
23.06.2017 – Ab in den Knast – meint der Gouverneur
Sollte sich irgendeiner meiner Minister mit unverständlichen Dingen beschäftigen, so wird er sitzen – so der Kaliningrader Gouverneur, sicher vor dem Hintergrund einiger Verhaftungen von Regierungsmitgliedern anderer Regionen wegen Bestechlichkeit und Amtsmissbrauch. Die Beamten haben aktiv die Korruption zu bekämpfen und dürfen keine Angst haben, darüber zu informieren.
 
Im weiteren bezeichnete der Gouverneur Unternehmer als „blökende Schafe“, die einfach keinen Beitrag leisten zur Bekämpfung der Korruption. Man erzähle ihm von Schmiergeldzahlungen im Bereich des Bauwesens, wo von den Auftragnehmern angeblich von seinen Beamten Schmiergeld gefordert wird, damit diese dann Entscheidungen im Interesse der Bauunternehmer fällen. Er habe diesen Unternehmern empfohlen, sich an die Rechtspflegeorgane zu wenden, doch das wollen die nicht. Sie haben davor Angst – informierte der Gouverneur. Er unterstrich, dass alle Entscheidungen zu Bauaktivitäten von ihm persönlich getroffen werden und nicht von irgendwelchen Beamten, welche angeblich Schmiergeld fordern. Und er kommentierte:
 
Der Gouverneur informierte, dass es dutzende von Gesprächen über Korruption gäbe, aber nur in wenigen Ausnahmefällen wird daraus eine wirkliche Ermittlung, denn die bauausführenden Firmen haben Angst vor den Rechtspflegeorganen. Und er äußerte einen weiteren Kernsatz:
 
Der Kaliningrader Gouverneur hat mit allen Ministern ein individuelles Gespräch gehabt und ihnen mitgeteilt, dass jeder in den Knast wandere, der sich mit ungesetzlichen Dingen beschäftige – völlig unabhängig von irgendwelchen Verdiensten in der Vergangenheit und ohne Ansehen der Person. Er ist jederzeit für ein persönliches Gespräch mit demjenigen bereit, der unter Korruption leidet. Niemand wird von dem Gespräch mit ihm erfahren.
 
 
23.06.2017 – Sorgen um das einsturzgefährdete Haus auf dem Moskauer Prospekt
Während sich die Besitzer des Hauses auf dem Leninski-Prospekt immer noch erfolgreich gegen eine Hauptinstandsetzung ihres Hauses, bezahlt durch den Staat wehren und die staatlichen Verantwortlichen bereits die Geduld verlieren und dieses Haus „vergessen“ wollen, sorgt sich der Bürgermeister Jaroschuk um das Schicksal des Hauses auf dem Moskauer Prospekt, welches stark einsturzgefährdet ist und bereits vor Monaten von den Bewohnern geräumt wurde. Es stellte sich heraus, dass das Gebäude während des Erdbebens im Jahre 2004 bereits erste Risse zeigte, die aber keine Weiterungen nach sich zogen. Als dann die Uferbefestigungsarbeiten am Pregel begannen, wurden diese Risse durch die stark vibrierenden Stemmarbeiten immer größer und das Haus ist einsturzgefährdet. Die Stadt hat jetzt Spezialtechnik bestellt, um den statischen Zustand des gesamten Gebäudekomplexes untersuchen zu lassen, um die richtigen Komplettentscheidungen treffen zu können. Im Mittelpunkt steht dabei das Haus Nr. 70. Es steht schon jetzt fest, dass es abgerissen werden muss. Auf welche Art es abgerissen wird, sollen die jetzigen statischen Untersuchungen zeigen. Ebenso wird das in der Nähe befindliche Denkmal für die Marinesoldaten untersucht, wo der Obelisk ebenfalls bedenkliche Risse zeigt. Der Bürgermeister sah sich nicht in der Lage irgendwelche Zeitpunkte zu nennen, wann die Probleme gelöst sein werden. Es sei daran erinnert, dass in diesem Gebäudekomplex sich auch die staatliche Kunstgalerie befindet, deren Umzug in das Gebäude „Königsberger Börse“ aber schon beschlossene Sache ist.
 
23.06.2017 – Kaliningrader Beamter am Arbeitsplatz verhaftet
In Kaliningrad ist ein Inspektor der föderalen technischen Aufsichtsbehörde an seinem Arbeitsplatz verhaftet worden. Er wird der Bestechlichkeit beschuldigt. Darüber informierte der Pressedienst der Kaliningrader Innenverwaltung. Der 39jährige Beamte hatte eine Kontrolle in einer Baufirma durchgeführt und Mängel festgestellt. Das Gesetz legte hierfür eine Strafe von 300.000 Rubel fest, sowie eine Schließung der Firma für 90 Tage (zur Mängelbeseitigung). Der Beamte schlug vor, für die Zahlung einer Summe von 45.000 Rubel die Sache zu vergessen. Der Direktor der Baufirma erklärte sich damit einverstanden und überbrachte die Summe in das Dienstzimmer des Beamten. Die Fahndungsorgane standen da schon in Bereitschaft und nahmen den Beamten fest. Klicken Sie auf die Grafik, um zu sehen, wie korrupte Beamte am Arbeitsplatz verhaftet werden.

 

22.06.2017 – Arbeitsbesuch des russischen Verteidigungsministers in Kaliningrad
Der Arbeitsbesuch des russischen Verteidigungsministers Sergej Schoigu in Kaliningrad, begann mit einem Zwischenfall. Ein Jagdflugzeug vom Typ F-16 der NATO näherte sich dem Flugzeug des Verteidigungsministers im internationalen Luftraum. Eine Begleitung des Flugzeuges des Ministers durch NATO-Flugzeuge wurde durch den russischen Su-27 Begleitschutz verhindert. Der russische Jäger zeigte demonstrativ seine Bewaffnung, woraufhin das NATO-Flugzeug seinen Auftrag abbrach. Trotzdem sich der Vorfall im internationalen Luftraum abspielte, muss er als unhöflicher Akt bezeichnet werden. Die NATO kommentierte daraufhin, dass man sich dem „unbekannten“ russischen Flugzeug genähert habe, um es identifizieren zu können.
Während seines Aufenthaltes in Kaliningrad, gemeinsam mit hohen Generalen des Kollegiums des Verteidigungsministeriums und Kommandierenden aus den russischen Militärbezirken, informierte Armeegeneral Schoigu darüber, dass bis Jahresende im Militärbezirk WEST, zu dem auch Kaliningrad gehört, zwanzig neue Verbände und Truppenteile aufgestellt werden. Für die Unterbringung werden 40 sogenannte „Militärstädtchen“ errichtet. Die neu aufgestellten Einheiten werden mit neuerster Bewaffnung und Ausrüstung ausgestattet.
 
 
Am Mittwochabend hat der russische Verteidigungsminister Kaliningrad in Richtung Moskau verlassen und wurde wiederum von NATO-Flugzeugen begleitet. Diese hielten sich aber in einem ausreichend großen Abstand vom Flugzeug des russischen Verteidigungsministers auf, welches durch Sicherungsflugzeuge vom Typ SU-34 begleitet wurde.
 
22.06.2017 – Alles „normalno“ mit dem Kant-Haus
WESTI-Kaliningrad hat sich für die Fortschritte bei der Rekonstruktion des sogenannten Kant-Hauses im Kaliningrader Gebiet, Kreis Tschernjachowsk interessiert und dabei festgestellt, dass alles nach Plan läuft. Gegenwärtig ist man dabei das Dach neu einzudecken, nachdem im Vorfeld die Außenwände hergerichtet worden sind. Es handelt sich bei dem Gebäude nicht um das Originalgebäude eines Pastors, in dem Kant in jungen Jahren als Hauslehrer ein Zimmer bewohnt hatte. Dieses Haus fiel einem Brand zum Opfer. In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts wurde auf den Grundmauern des abgebrannten Hauses ein neues, ähnliches Haus errichtet, dessen jetzige Rekonstruktion und Ausbau zu einem Museumskomplex aus Mitteln der Reserve des russischen Präsidenten finanziert wird.
 
Foto: Stand der Rekonstruktionsarbeiten am Kant-Haus im Kaliningrader Gebiet
 
22.06.2017 – 11. Armeecorps führte Manöver durch
Das im Kaliningrader Gebiet im vergangenen Jahr neugebildete 11. Armeecorps hat, nach Information durch den Kommandeur der Struktur, ein großangelegtes Manöver auf dem Truppenübungsplatz in Prawdinsk durchgeführt. Generalmajor Juri Jarowitzki leitete die taktische Übung persönlich. Der Grundgedanke der Übung bestand darin, dass ein verstärktes Mot.-Schützenbataillon aus der Einkesselung eines angenommenen Gegners ausgebrochen ist und neue Ausgangstellungen für einen weiteren Angriff eingenommen hat. Unterstützt wurden die Kampfhandlungen des Bataillons durch zusätzliche Panzer-, Pionier- und Raketeneinheiten. An der Übung nahmen rund 500 Militärs und 130 Technikeinheiten teil.
 
 
22.06.2017 – Bernsteinkombinat will sich entwickeln
Wie der Generaldirektor des Bernsteinkombinats Michael Sazepin informierte, dass man neue Verwaltungs- und Produktionsgebäude im Kombinat bauen werde und entsprechende Konzepte bereits an eine St. Petersburger Firma zur Umsetzung übergeben habe. Im kommenden Jahr sollen alle bürokratischen Arbeiten erledigt sein und die Bauarbeiten beginnen. Der Abschluss wird für das Jahr 2020 geplant und danach soll man, nach den Worten des Generaldirektors, das Bernsteinkombinat nicht wiedererkennen – natürlich im positiven Sinne des Wortes. In den neuen Produktionskomplexen soll die Bernsteinverarbeitung zu einem Höchstmaß automatisiert werden und die Verarbeitung mit neuen Methoden erfolgen, die den gewonnenen Bernstein schonender behandelt und Bruch oder Zerstörung verhindert. Der gesamte neue Komplex soll mit einem Finanzaufwand von 50 Mio. USD errichtet werden. In den Jahren 2021/22 wird dann ein vollständiger Austausch der technischen Ausrüstung erfolgen.
 
 
22.06.2017 – Gouverneur ist Fan von Ramsan Kadyrow
Der Kaliningrader Gouverneur Anton Alichanow hat sich als Fan des Leiters der Republik Tschetschenien geoutet. Ob er in allen Fragen des täglichen Lebens mit ihm einer Meinung ist, geht aus der Meldung russischer Medien nicht hervor, aber wie Kadyrow die Migrationsproblematik und die Fragen der Arbeit mit Migranten in seiner Republik regelt, scheint den Kaliningrader Gouverneur zu imponieren und er möchte genauso im Kaliningrader Gebiet arbeiten.
 
Er kommentierte, dass die zuständigen Beamten seiner Regierung diese Erfahrungen gegenwärtig analysieren und dann in Kaliningrad auch auf diesem Gebiet Ordnung einziehen wird. Das Thema der niedrigen Bezahlung von Migranten steht schon lange auf der Kaliningrader Tagesordnung. Hierbei geht es nicht nur darum, dass die Arbeitskraft dieser Menschen billig ausgenutzt wird, sondern, dass sie mit diesen Niedriglöhnen eine ernsthafte Konkurrenz für Kaliningrader Arbeitnehmer darstellen.
 
Grafik: Während der Kaliningrader Gouverneur Anton Alichanow unter den TOP-10 der jüngsten Gouverneure Russlands der jüngste Gouverneur ist, gehört Ramsan Kadyrow zwar auch noch zur Gruppe der jüngsten Gouverneure, ist aber hier bereits der Älteste.
 
22.06.2017 – Es kommen immer mehr „Kluge“ nach Kaliningrad
Der Kaliningrader Gouverneur Anton Andrejewitsch Alichanow glaubt bemerkt zu haben, dass immer mehr „Leute mit Köpfchen“ in das Kaliningrader Gebiet übersiedeln, um hier einen neuen Lebensmittelpunkt für sich zu schaffen. Dies erklärte er in einem Interview mit der russischen Nachrichtenagentur TASS.
 
So nebenbei informierte Alichanow, dass er Software nutzt, die von Kaliningrader IT-Spezialisten entwickelt wurde. Er selber liebt es Gitarre zu spielen und hierfür gibt es spezielle unterstützende Software. Als er vor rund zwei Jahren nach Kaliningrad versetzt wurde (noch als Vizegouverneur), hatte er von diesen talentierten IT-Spezialisten erfahren und bei Ihnen die Software gekauft.

 

21.06.2017 – Visaangelegenheiten – jeder setzt seine Prioritäten in Kaliningrad
Föderale russische Medien informieren, dass die Europäische Union beschlossen hat, ein neues Schengen-Visa auszureichen. Bei diesem Visum sind die Sicherheitsmerkmale verstärkt worden, so dass Fälschungen, die anscheinend in einem nicht zu akzeptierenden Umfang zugenommen haben, nur noch erschwert möglich sind. Dies ist einer Meldung auf der Internetseite der Europäischen Union zu entnehmen. Die jetzige Form der Visa existiert seit 20 Jahren und hat in dieser Zeit eine Reihe von Unzulänglichkeiten aufgezeigt. Im Dezember 2016 wurde informiert, dass sich Russland an erster Stelle aller Länder in der Welt befindet, deren Bürger Schengen-Visa erhalten. Drei Millionen Visa werden jährlich ausgegeben.
Während die Europäische Union ihre Prioritäten auf die Erhöhung der Sicherheit von Papier setzt, hat sich Russland entschlossen, im Zusammenhang mit Kaliningrad auf Papier vollständig zu verzichten und eine sogenannte elektronische Einreisegenehmigung für das Kaliningrader Gebiet, beginnend mit dem Jahre 2018 auszureichen. Der Kaliningrader Gouverneur Anton Alichanow informierte, dass es ihm gelungen ist, im Gespräch mit dem russischen Außenminister, welcher vor wenigen Tagen in Kaliningrad war, zu erreichen, dass Kaliningrad dieselben Visavergünstigungen erhält, wie der Freihafen Wladiwostok. Allerdings, so konnte er jetzt informieren, werden die Einreiseerleichterungen für Kaliningrad „Wladiwostok +“ heißen. Allerdings werden nicht alle Kaliningrad-Besucher von dieser faktischen Visafreiheit profitieren können. Kaliningrad ist an Bürgern aus China, Vietnam und Nordkorea interessiert. In Wladiwostok erhalten 18 Staaten Visafreiheit. Algerien, Bahrein, Indien, Iran, Katar, China, Nordkorea, Kuweit, Marokko, Mexiko, VAR, Oman, Saudi-Arabien, Singapur, Tunis, Türkei, Japan. Alle diese Staaten werden auch Kaliningrad visafrei besuchen können. Hinzu kommen allerdings noch ausgewählte Staaten aus Europa – vermutlich Polen, Litauen und Deutschland.
 
21.06.2017 – Schweiz unternimmt neuen Anlauf in Kaliningrad
Die Schweiz will den Kaliningradern das Leben versüßen. Man will Kaliningrad Ausgangsmaterialien liefern, damit hier eine Schokoladenproduktion auf Schweizer Niveau entwickelt werden kann. Weiterhin ist die Schweiz Bereit, Spezialisten nach Kaliningrad zu entsenden, die sich mit der Entwicklung der Käseproduktion beschäftigen werden. Dies ist einer Pressemitteilung der Kaliningrader Gebietsregierung zu entnehmen.  Eine Delegation der Schweizer Botschaft befand sich in Kaliningrad zu entsprechenden Verhandlungen und der Leiter der Abteilung für Wirtschaft, Finanzen und Wissenschaft der Schweizer Botschaft in Russland unterbreitete die entsprechenden Vorschläge. An den Verhandlungen und Gesprächen in der Gebietsregierung nahm auch der Stellvertreter des Generaldirektors der Korporation für die Entwicklung des Kaliningrader Gebiets Oleg Skworzow teil. Wie informiert wurde, war der Besuch der Schweizer Delegation eigentlich erst für Ende des Jahres geplant. Nun hat man sich entschlossen, das Schweizer Engagement zu beschleunigen.
 
 
21.06.2017 – Fahrzeugholding mit wachsenden Produktionszahlen
Die Kaliningrader Fahrzeugholding „Avtotor“ verzeichnet seit Anfang des Jahres einen Zuwachs in der PKW-Produktion von 88,7 Prozent. Dies geht aus einer Meldung des Pressedienstes der Holding hervor. Im vergangenen Jahr wurden im Zeitraum Januar bis Mai insgesamt 31.998 Fahrzeuge montiert. Im gleichen Zeitraum des aktuellen Jahres waren es 60.380. Damit reiht sich die Kaliningrader Fahrzeugholding in den allgemeinen Trend in der russischen Fahrzeugindustrie ein, denn insgesamt ist ein Anwachsen der Fahrzeugproduktion um 20 Prozent zu verzeichnen. Die Kaliningrader Holding liegt also mit ihren Zahlen im Prozentbereich wesentlich über dem russischen Durchschnitt. Es sei auch daran erinnert, dass seit einigen Tagen Informationen umlaufen, dass die deutsche Firma BMW anscheinend nach einem Alternativstandort für ihre Produktion sucht und mit der föderalen Regierung in Moskau Gespräche betreffs Übernahme des GM-Standortes in St. Petersburg führt. Ein Weggang von BMW aus Kaliningrad wäre ein herber Imageverlust für die Region und dies, obwohl die Kaliningrader Regierung seit 2012 dem deutschen Konzern viele Wege für ein weiteres Engagement geebnet hat.
 
Foto: In einer Blitzumfrage von „Kaliningrad-Domizil“ unter Kaliningrader Bürgern wurde festgestellt, dass sich die Fahrzeuge von BMW großer Beliebtheit erfreuen und insbesondere die junge Generation es bedauern würde, wenn man sich von dieser bewährten deutschen Qualitätsmarke in Kaliningrad verabschieden müsste.
 
 
21.06.2017 – Kein Geld für die Hypothek – klagt der Gouverneur
Der Gouverneur des Kaliningrader Gebietes kann mit seinem Gehalt als Gouverneur nicht die Hypothek bedienen, die auf seiner Moskauer Wohnung lastet. In einem Interview mit TASS informierte er, dass er in seiner letzten Dienststellung im Moskauer Ministerium für Industrie und Handel dreimal mehr verdient habe, als in seiner jetzigen Gouverneurs-Dienststellung. Er will sich nicht beklagen, denn der Wechsel nach Kaliningrad war seine freiwillige Entscheidung. Aber er habe gemeinsam mit seiner Frau die Wohnung ein Jahr vor seiner Versetzung nach Kaliningrad gekauft und ist nun, bedingt durch die fehlenden Gehaltseinnahmen gezwungen, die Wohnung in Moskau zu vermieten und mit den Einnahmen teilweise die Hypothekenverpflichtungen zu bedienen. In Kaliningrad hat er eine Dienstwohnung in einem wenig angenehmen Außenbezirk der Stadt erhalten. In der ersten Zeit, so bekannte er, habe er auf dem Fußboden in einem Schlafsack geschlafen und dringend auf den Umzugstransport aus Moskau gewartet. Zum Glück war in der Dienstwohnung schon Sanitärtechnik und eine Küche eingebaut – so Alichanow. Aus seiner Einnahmedeklaration für das Jahr 2016 geht hervor, dass er der schlechtbezahlteste Beamte in der Regierung war. Alle seine Stellvertreter hatten mehr Einnahmen als er. Seine deklarierten Einnahmen beliefen sich auf 2,6 Mio. Rubel. Er teilte weiter mit, dass, wenn seine Frau mit den Kindern nicht in Kaliningrad ist, er sogar im Regierungsgebäude übernachtet um die Zeit möglichst effektiv zu nutzen und nicht in den morgendlichen Staus zu stehen. Es gibt ein kleines Zimmer hinter seinem Dienstzimmer, welches er für diese Zwecke nutzt.
 
 
21.06.2017 – Die Meldung war zu früh
Die von Kaliningrader Medien verbreitete Meldung, dass die „aufständischen und bockigen“ Bürger eines Hauses auf dem Leninski-Prospekt ihren Widerstand gegen eine, vom Staat bezahlte Hauptinstandsetzung aufgegeben haben, war wohl zu früh. Der Kaliningrader Vizegouverneur Fedosejew informierte, dass es nach wie vor Widerstand gebe und jetzt bereits eine Initiativgruppe durch besonders engagierte Bürger dieses Hauses gebildet wurde. Dann soll man doch diese Leute in ihren sowjetischen Wänden wohnen lassen, wenn sie es denn so wollen – so der Vizegouverneur. Es ist völlig sinnlos mit Leuten zu diskutieren, die nicht verstehen, dass eine durch den Staat finanzierte Hauptinstandsetzung des Gebäudes zu einer enormen Kapitalisierung ihrer Wohnungen, die sich im Privatbesitz befinden, führt. Wer kein Geld geschenkt haben will, soll es auch nicht bekommen. Wir zwingen niemanden, Geschenke anzunehmen. Der Wille der Bewohner steht an erster Stelle – so der Vizegouverneur. Er meinte weiter, dass die Stadtverwaltung trotzdem die Hoffnung noch nicht aufgegeben habe, aber alle Anstrengungen vergebene Liebesmühe sind. Die Bewohner sind sogar nicht bereit, ihre Ablehnung zu argumentieren und zu erklären – sie schweigen einfach und sagen „Nein“.
 

 

20.06.2017 – NATO-Übung vor den Toren Kaliningrads beendet
In Litauen hat eine Übung stattgefunden, deren Ziel es war, die Verteidigung des sogenannten Suwalki-Korridors zu trainieren. Es handelt sich dabei um einen kleinen Grenzabschnitt, der Litauen mit Polen verbindet. Die NATO geht in ihren Szenarien davon aus, dass russische und weißrussische Militärformationen diesen kleinen „Korridor“ besetzen könnten und damit das gesamte Baltikum auf dem Landwege für die NATO-Truppen nicht mehr erreichbar wäre. Im Rahmen dieser Übung wurden nun die Rückeroberung des Korridors und die Vernichtung russischer Armeen trainiert. An der Übung nahmen amerikanische, britische und polnische Armeeeinheiten teil. Sie trainierten am Samstag die Schließung mehrerer Abschnitte der polnischen Grenze. Am Sonntag trainierten diese Kräfte dann gemeinsam mit litauischen Streitkräften den Gegenschlag gegen den angenommenen Gegner. Die Übung wurde durch den amerikanischen Senator Harry Peters beobachtet, der kommentierte, dass die gegenwärtige Situation ihn stark an die Zeiten des Kalten Krieges erinnere, als amerikanische Truppen die Verteidigung des Fuldaer Korridors trainierten. Mit seiner Anwesenheit wolle er sich überzeugen, dass die NATO-Truppen jetzt diese Aufgabe genauso gut erfüllen, wie damals die amerikanischen Truppen.
In Kürze finden gemeinsame russisch-weißrussische Manöver unter der Bezeichnung „Sapad-2017“ statt. 600 amerikanische Militärangehörige werden in dieser Zeit in Bereitschaft stehen, um den russischen und weißrussischen Armeen Widerstand zu leisten – falls dies notwendig ist. In Litauen steht eine Kompanie aus Portugal zum Schutz bereit.
 
 
20.06.2017 – Beratung des Verteidigungsministeriums in Kaliningrad
Anscheinend werden immer mehr föderale Aktivitäten auch in Kaliningrad durchgeführt. Nach dem Besuch des russischen Außenministers Lawrow und einem Treffen mit seinem slowakischen Amtskollegen vor einer Woche in Kaliningrad, hat nun der russische Verteidigungsminister Schoigu eine Beratung des Kollegiums des Verteidigungsministeriums nach Kaliningrad für den 21. Juni einberufen. An der Beratung werden auch alle zentralen militärischen Führungskräfte aus allen Militärbezirken Russland teilnehmen sowie Vertreter aller bewaffneten Organe des Kaliningrader Gebietes.
 
 
20.06.2017 – Gouverneur hofft, dass BMW Versprechen einlöst
Der Kaliningrader Gouverneur hofft darauf, dass die Geschäftsführung des deutschen Fahrzeugkonzerns BMW die im Jahre 2012/13 eingegangenen Versprechungen erfüllt und in den Aufbau eines Autoclusters in Kaliningrad investiert und somit der Sonderwirtschaftszone Kaliningrad als deutscher Investor erhalten bleibt. Dies erklärte Anton Alichanow in einem Interview mit TASS – vermutlich vor dem Hintergrund, dass in der vergangenen Woche Informationen auftauchten, dass BMW „Geheimverhandlungen“ mit dem russischen Ministerium für Handel und Industrie führt, mit dem Ziel, die Produktionsstätten von „General Motors“ in St. Petersburg zu übernehmen und dort die Produktion aufzunehmen. Im Januar hatte ein Treffen des Kaliningrader Gouverneurs mit Vertretern des Konzerns in München stattgefunden. Im Ergebnis wurde dem Kaliningrader Gouverneur versprochen, bis Mitte 2017 eine Antwort zu den weiteren Plänen von BMW in Russland zu geben. Schon zum damaligen Zeitpunkt gab es Gerüchte, dass BMW nach weiteren Standortalternativen in Russland sucht. Gegenwärtig montiert BMW im Rahmen der Fahrzeug-Holding „Avtotor“ verschiedene Modellreihen. Die Produktion ist in den letzten drei Jahren erheblich rückläufig. Im Bestand der Holding belegt BMW mit Abstand den letzten Platz. Ein Weggang von BMW aus Kaliningrad wäre weniger ein wirtschaftlicher als vielmehr ein Imageverlust für die Region.
 
 
20.06.2017 – Wieder Waffen und Munition in Paketen gefunden
Mitarbeiter des russischen Sicherheitsdienstes FSB haben, gemeinsam mit den Angehörigen des Zolldienstes, wieder Waffen und Munition in Postpaketen gefunden. Insgesamt wurden während einer zeitlich begrenzten Spezialoperation 12 Pakete mit Waffen und Munition entdeckt. Ein Teil der entdeckten Waffen wurden zur kriminalistischen Untersuchung der Kaliningrader Innenverwaltung (Polizei) übergeben. Verwundern tut aber letztendlich die Information, dass die Absender all der Pakete identifiziert werden konnten und, dass mit ihnen Gespräche über die Verwerflichkeit ihrer Taten geführt worden sind. Gegenwärtig überlegen die zuständigen Organe noch, ob Ermittlungsverfahren eingeleitet werden. Dass sich die Absender ihrer gesetzwidrigen Handlungen bewusst waren, zeigte, dass in den Paketen Gegenstände vorhanden waren, die eine Röntgendurchleuchtung erschwerten. Die Pressemitteilung lässt vermuten, dass außer einem erhobenen Zeigefinger für die Betroffenen keine weiteren Konsequenzen zu erwarten sind.
 
 
20.06.2017 – Gouverneur zu den Schwierigkeiten des neuen „Kaliningrad-Gesetzes“
Der Kaliningrader Gouverneur Anton Alichanow äußerte sich in einem Interview zu den Schwierigkeiten, die das neue, sogenannte „Kaliningrad-Gesetz“ in den Korridoren der föderalen Entscheidungsträger in Moskau zu überwinden hatte. Es gab eine ganze Reihe von Problemen und Meinungsverschiedenheiten zur modifizierten Sonderwirtschaftszone Kaliningrad und den Korrekturen, die im Gesetz zur Sonderwirtschaftszone vorgenommen werden mussten. Aber alle Meinungsverschiedenheiten sind nun beseitigt und das Gesetz wird wohl trotzdem erst im Jahre 2018 aktiv werden – so Alichanow. Er erzählte, dass er große Hoffnungen hatte, dass das Gesetz früher zu greifen beginnt, aber die staatliche Bürokratie hat leider eine Geschwindigkeitsbegrenzung. Dafür kommt es aber nun so, dass Kaliningrad, nach Verabschiedung des neuen Gesetzes durch die Staatsduma, eine der besten Regelungen für eine Sonderwirtschaftszone aller russischen Regionen haben wird. Eine der wichtigsten Regelungen, neben den wirtschaftlichen und steuerlichen Aspekten, wird eine elektronische Einreisegenehmigung sein, die auch noch kostenlos ist und sehr kurzfristig beantragt und genehmigt wird (drei Tage).
 
20.06.2017 – Putin bestätigt neuen Kaliningrader Staatsanwalt
Der neue Staatsanwalt für das Kaliningrader Gebiet ist bereits seit einigen Wochen vor Ort und hat begonnen, sich in die Problematik der Region einzuarbeiten. Durch die Kaliningrader Gebietsduma und den russischen Generalstaatsanwalt wurde sein Einsatz bereits genehmigt. Nun hat auch der russische Präsident Putin per Erlass diese Personalentscheidung bindend bestätigt. Somit wird Sergej Chlopuschin für die kommenden fünf Jahre die Aufsicht über Recht und Ordnung im Kaliningrader Gebiet führen.
 
 
20.06.2017 – Zum Stand der Ermittlungen gegen eine Gruppe Extremisten in Kaliningrad
Vor einigen Wochen wurden durch die russischen Sicherheitsorgane drei Personen festgenommen, die des Extremismus verdächtigt worden sind. Es handelt sich hierbei um Alexander Orschuljewitsch, dem ehemaligen Leiter der Organisation BARS (Baltischer Vortrupp für den russischen Widerstand), Igor Iwanow, den jetzigen Leiter von BARS und einen Vertreter der russischen orthodoxen Kirche (Ausland). Die Rechtsanwältin von Alexander Orschuljewitsch informierte über angebliche Rechtsverletzungen durch die russischen Rechtspflegeorgane. Wie uns Familienangehörige mitteilten, besteht regelmäßiger schriftlicher Kontakt zu den Verhafteten. Alexander Orschuljewitsch vertritt in dem (unserer Informationsagentur vorliegenden Briefwechsel) die Ansicht, dass er zu Unrecht beschuldigt wird. Unbekannt ist, wie lange die Ermittlungen durch die russischen Organe dauern werden. Da es um umfangreiche Anschuldigungen geht, so u.a. auch um die Schändung von Denkmälern und jüdischen Gedenkstätten mit nazistischen Symbolen, ist von einer mehrmonatigen Untersuchungsdauer auszugehen. Alexander Orschuljewitsch ist Vater von vier Kindern. In einem Interview mit unserer Informationsagentur im November 2016 antwortete er, angesprochen auf seine politische Arbeit und mögliche Folgen für sein Familienleben und die Kinder, dass seiner Familie seine Handlungen bekannt und bewusst sind, er von der Familie unterstützt wird und er sich für eine andere Gesellschaft in Russland engagiere.
Screenshot: Internetseite "Zarenreich"
 

19.06.2017 – Uferbefestigungen in Selenogradsk endlich fertiggestellt
In Selenogradsk wurden die Arbeiten zur Wiedererrichtung der Uferbefestigungen abgeschlossen. Darüber informierte der Zustände Minister für Bauwesen in der Kaliningrader Gebietsregierung, Maxim Fedosejew, der auch gleichzeitig Vizegouverneur ist. Er inspizierte nach Bauabschluss die neuen Uferbefestigungen und zeigte sich mit dem Ergebnis zufrieden. Es konnte bereits festgestellt werden, dass, bedingt durch das neue Buhnensystem, die Breite des Strandes an diesem Teil der Ostsee wieder zunimmt. Gegenwärtig hat der Strand eine Breite zwischen zehn bis dreißig Metern. Um die Uferbefestigungen zu rekonstruieren, hatte man sich die Erfahrungen aus Deutschland zunutze gemacht. Alle Erwartungen, so der Minister, wurden erfüllt. Zum Bau der Wellenbrecher wurden Holzbohlen aus sibirischer Lärche verwendet. Sie haben eine Länge von 4-6 Metern. Die Wellenbrecher wurden bis zu 50 Meter in das Meer, in einem Abstand zwischen 50-70 Meter gebaut. Die noch vorhandenen altdeutschen Buhnen wurden dabei im maximal möglichen Umfang mit einbezogen. Die Arbeiten hatten einen Finanzaufwand von 77,3 Mio. Rubel.
 

 

33 unserer Leser haben es bereits bemerkt, dass wir wieder einen neuen Wissenstest gestartet haben und hatten keine Angst, mutig eine der vorgegebenen, kostenlosen Antwortvarianten auf unsere Frage anzuklicken. Die Hälfte der Mutigen wird danach festgestellt haben, dass die von ihnen ausgewählte Antwortvariante nicht richtig war. Aber es ist gar nicht wichtig, ob richtig oder falsch angeklickt wurde. Wichtig ist jetzt, dass auch diese Leser wissen, wie das denn so ist, mit den Gouverneuren in Russland, denn nach dem mutigen Klick öffnet sich ein neues Fenster mit interessanten Informationen.

 

 
19.06.2017 – Neuer Leiter des Baltischen Businessclubs gewählt
In der vergangenen Woche wurde Sergej Luterewitsch, der ehemalige Landwirtschaftsminister in der Kaliningrader Gebietsregierung unter Nikolai Zukanow, zum neuen Präsidenten des Baltischen Businessclubs gewählt. Zu seinem Stellvertreter wählten die Clubmitglieder den Generaldirektor von „Naturo“ (Öko-Lebensmittel) Alexander Iwanow, Ehemann der Ministerin für Auswärtiges in der Kaliningrader Gebietsregierung Alla Iwanowa. Sergej Luterewitsch steht dem ehemaligen Gouverneur des Kaliningrader Gebietes und jetzigem Bevollmächtigten Vertreter des russischen Präsidenten für die NordWest-Region sehr nah. Ob sich der Businessclub mit dieser Wahl einen Gefallen getan hat, wird in den nächsten Wochen schnell sichtbar werden.

 

18.06.2017 – Es gibt weniger Hochgebildete in Kaliningrad
Die russische Statistikbehörde hat einen radikalen Rückgang von Kandidaten- und Doktordissertationen im Kaliningrader Gebiet festgestellt. Während in den Jahren 2012-2014 rund 60 Aspiranten ihren Titel verteidigten, so wird seit 2015 ein starker Rückgang beobachtet. Im Jahre 2016 wurden nur sechs Titel verteidigt. In der Meldung hierzu wird hervorgehoben, dass es zu einer ganzen Reihe von Thematiken einfach keinen Dissertationsrat in Kaliningrad gibt und die Verteidigung der angestrebten Titel in Moskau oder St. Petersburg erfolgen muss.
 
 
18.06.2017 – Kaliningrad macht sich unabhängiger von Litauen
Der russische Premierminister Dmitri Medwedjew hat den Plan zur Entwicklung der Seeverbindungen zwischen Kaliningrad und dem russischen Mutterland bestätigt und den sofortigen Bau von drei modernen Fährschiffen angeordnet, die entweder die bisher verkehrenden zwei veralteten Fähren ablösen oder im Bestand ergänzen sollen. Die Finanzierung des Baus dieser drei Fähren erfolgt aus dem föderalen Haushalt und über Kredite. Bisher wird Kaliningrad im wesentlichen per Eisenbahntransport über Litauen versorgt. Litauische Politiker nehmen immer häufiger das Wort „Blockade“ in den Mund, so dass sich Russland genötigt sieht, dieser Versorgungsgefahr entgegenzutreten. Dies soll nun durch den beschleunigten Bau der Fähren erfolgen. Die drei Fähren sollen innerhalb von drei Jahren gebaut und einsatzbereit sein. Aus früheren Meldungen geht hervor, dass der Bau dieser Schiffe auf Kaliningrader Werften leider nicht möglich ist, da die technischen Voraussetzungen hierfür nicht gegeben sind. Nach Fertigstellung der Fähren werden sich diese im Bestand der Russischen Bahn befinden.
 
 
18.06.2017 – Kandidaten für Gouverneurswahlen stellen Gleichgewicht her
Mit besonderem Wohlbehagen melden Kaliningrader Medien, dass die Liberaldemokraten nun ihren Kandidaten für die bevorstehenden Gouverneurswahlen gekürt haben. Es handelt sich um den Abgeordneten der Gebietsduma und Koordinator der Regionalvertretung der Partei, dem 32jährigen Jewgeni Mischin. Das besondere Wohlbehagen stellte sich dadurch ein, dass der Kandidat der Liberalen, genau wie der amtierende Gouverneur Anton Alichanow (30) sportbegeistert ist. Vor einigen Tagen hatte sich der Gouverneur einen Bänderiss am rechten Fuß zugezogen und zeigt sich seit dem im Gipsverband mit Gehhilfen. Und auch der Kandidat der Liberalen hat sich am Donnerstag beim Fußballspiel den rechten Fuß gebrochen. Allerdings zeigte er sich nicht mit Gehhilfen, sondern in einem Rollstuhl. Somit dürfte wohl das Kaliningrader Gebiet das einzige Gebiet in der Russischen Föderation sein, wo die Gouverneurskandidaten mobilitätseingeschränkt sind. Am Samstag wurde dann noch bekannt, dass auch die Kommunisten des Kaliningrader Gebietes ihren eigenen Gouverneurskandidaten ausgewählt haben. Wie nicht anders zu erwarten, handelt es sich hierbei um  Igor Revin, den Leiter der Regionalvertretung der Kommunisten. Igor Revin ist bisher noch voll mobil, genauso wie Jekatarina Timofejewa von den Grünen, die auch Gouverneurin werden will.
 
 

17.06.2017 – Kaliningrader FSB verhaftet Oberstleutnant der Polizei
Mitarbeiter der Kaliningrader Verwaltung des russischen Sicherheitsdienstes FSB haben einen Oberstleutnant der Kaliningrader Innenverwaltung (Polizei) verhaftet. Ihm wird Bestechlichkeit und Entgegennahme von Schmiergeld vorgeworfen. Nach der Festnahme eröffnete der Leiter der Gebietsverwaltung des Untersuchungskomitees Viktor Ledenjow ein Ermittlungsverfahren. Im Februar 2017 erhielt die Polizei die Aufgabe, einen Fall von Vergewaltigung zu untersuchen. Der mit den Ermittlungen beauftragte Polizist bot dem Beschuldigten im Mai an, dass Verfahren gegen ihn ins Leere laufen zu lassen, wenn dieser ihm 70.000 Rubel zahle. Am 6. Juni übergab der Beschuldigte die Summe von 35.000 Rubel. Unmittelbar darauf griffen die Mitarbeiter des FSB zu und verhafteten den Polizeioffizier.  
 
 
17.06.2017 – Anscheinend Kompromiss gefunden
Anscheinend haben Stadtverwaltung und Bewohner des Hauses auf dem Leninski-Prospekt, die sich einer, durch den Staat finanzierten, Hauptinstandsetzung des Gebäudes verweigert hatten, nun doch eine gemeinsame Sprache gefunden. Vorausgegangen waren in den letzten Tagen einige unterschiedliche Meldungen, so u.a. die, dass es bei derartigen Aktionen immer eine Schlüsselfigur gäbe, die entsprechende Stimmungen organisiere. Hier wurde eine Frau ausfindig gemacht und anscheinend hat man mit dieser Frau besonders aufmerksam gesprochen. Eines der Hauptprobleme, die die Bewohner vorgebracht hatten war, dass man befürchtet, dass das Haus nach der Instandsetzung zusammenbrechen könnte. Durch die Stadt wurde daraufhin eine neue Expertise in Auftrag gegeben, die diese Befürchtungen nicht bestätigte. Die Stadtverwaltung hat auch einige andere vorgebrachte Argumente analysiert und informiert, dass diese zu Recht bestanden. Man habe diese bei der Organisation der weiteren Arbeiten berücksichtigt.
 
 
17.06.2017 – Leiterin des Migrationsdienstes in Kaliningrad abgelöst
Am 8. Mai 2017 veröffentlichten wir auf unserem Portal einen Artikel:
 
 
In dem Artikel wurde über die katastrophalen Zustände im Kaliningrader Migrationsdienst gesprochen, wie mit Aufenthaltsgenehmigungen und russischen Pässen gehandelt wird und wie mafiöse Strukturen diesen Bereich des gesellschaftlichen Lebens fest in Händen haben.
Nun informieren Kaliningrader Medien, dass die Leiterin des Kaliningrader Migrationsdienstes, die nach nicht offiziellen Informationen dem ehemaligen Gouverneur des Kaliningrader Gebietes Nikolai Zukanow dienstlich nahe gestanden hat, obwohl der Migrationsdienst eine föderale Struktur ist, nun in den Ruhestand versetzt wurde. Jewgenija Jurschenko hat 28 Jahre im Migrationsdienst ihre Arbeit versehen. In der Zeit wurde sie mehrfach ausgezeichnet, so u.a. auch mit der Medaille für ehrenhaften Dienst am Vaterland. Sie hatte den Dienstgrad Oberst inne. Den Migrationsdienst leitete sie seit Oktober 2014. Davor war sie Leiterin der Pass- und Visaabteilung der Migrationsbehörde in Gussew, dem Heimatort des Ex-Gouverneurs Zukanow. Es ist davon auszugehen, dass in wenigen Tagen weitere personelle Entscheidungen im Migrationsdienst fallen werden.
 
17.06.2017 – Eine Nachricht zum aufhorchen
Manche Informationen in Russland lassen „im Lesen und interpretieren Geübte“ sofort aufhorchen und rufen den Spruch ins Gedächtnis: „Nachtigall ick hör dir trapsen.“
So gab es vor einigen Tagen im russischen föderalen Fernsehen einen Beitrag über die Arbeit des russischen Zolls im Kaliningrader Gebiet. Hervorgehoben wurden die Einsatzbereitschaft der Mitarbeiter des Zolls und ihre hohe Verantwortung bei der Erfüllung der Aufgaben. Ein Zollmitarbeiter erzählte, wie man Übungen durchführe und sich für Zwischenfälle trainiere. Und so „ganz nebenbei“ erwähnte er, dass man sogar trainiert habe, die Yacht von Nikolai Zukanow (Ex-Gouverneur des Kaliningrader Gebietes und jetziger Bevollmächtigter Vertreter des russischen Präsidenten in der NordWest-Region) zu schützen.
 
Foto: Nikolai Nikolajewitsch Zukanow – Bevollmächtiger Vertreter des russischen Präsidenten für die NordWest-Region
 
Diese kleine „Nebenbei-Bemerkung“ löste sofort Aktivitäten aus und es wurden Fragen gestellt, wieso die Kaliningrader Regierung für die Nutzung durch den Gouverneur der Region eine Yacht unterhalten kann. Die Kaliningrader Regierung wiederum informierte umgehend (als wenn man auf eine derartige Frage schon gewartet hatte), dass die Regierung über keine Yacht verfüge. Aktivisten haben sich dann mit den Vermögenserklärungen des Ex-Gouverneurs Zukanow beschäftigt. Entsprechend der russischen Gesetzgebung sind alle leitenden Beamten verpflichtet, jährlich Vermögensdeklarationen zu veröffentlichen. Hier wird aber keine Yacht erwähnt. Und nun kann man wohl davon ausgehen, dass die Staatsanwaltschaft aktiv werden wird und der Bevollmächtige Vertreter des russischen Präsidenten einige unangenehme Fragen wird beantworten müssen – falls er nicht, wie in Russland in solchen Fällen üblich, plötzlich erkrankt und somit nicht befragt werden kann. Es kann auch durchaus möglich sein, dass, wenn eine derartige Erkrankung erfolgt, deren Ende vielleicht nicht absehbar ist, eine möglichst schnelle Neubesetzung der Funktion des Präsidentenvertreters in St. Petersburg erfolgt und Nikolai Zukanow sich im Interesse seiner Gesundheit vollständig aus dem gesellschaftlichen Leben in Russland zurückziehen wird. Ein möglicher Kandidat könnte der erst kürzlich für Kaliningrad ernannte Vertreter des russischen Präsidenten sein, der bereits im Kaukasus ausreichend Erfahrung sammeln konnte.

 

16.06.2017 – Licht und Schatten liegen eng beieinander
Wie in den letzten Monaten immer öfter zu hören ist, will sich das Kaliningrader Gebiet in seiner weiteren ökonomischen Entwicklung immer mehr auf den Export orientieren. Bleibt zu hoffen, dass sich die produzierenden Unternehmen und zukünftigen Investoren nicht von der gegenwärtigen geopolitischen Lage und den Blockadediskussionen der NATO-Nachbarn rings um das Kaliningrader Gebiet abschrecken lassen. Wie das Informationsportal „rugrad.eu“ vermeldet, nimmt der Export von landwirtschaftlichen Erzeugnissen immer mehr Raum im Gesamtumfang des Exportes ein. So soll der Anteil des landwirtschaftlichen Exports am Gesamtumfang des Exports im Jahre 2016 bei 74,4 Prozent gelegen haben. Das sind natürlich, rein im Interesse der Landwirtschaft gesehen, erfreuliche Ziffern und dies, trotzdem die Eigenversorgung des Kaliningrader Gebietes mit landwirtschaftlichen Erzeugnissen immer noch nicht geklärt ist. Wenn man weiterhin kritisch auf diese Prozentzahl schaut und sich erinnert, dass ein Großteil der landwirtschaftlichen Fläche in Kaliningrad nicht oder uneffektiv genutzt wird, relativiert sich die Prozentzahl natürlich schnell. Und wenn man dann weiterhin auf die verbliebenen Restprozente schaut, die den Export von anderen Waren betreffen, so ist klar, dass von einer blühenden Wirtschaft in Kaliningrad wohl vorläufig noch nicht gesprochen werden kann. In absoluten Ziffern, so meldet rugrad.eu, wurden landwirtschaftliche Erzeugnisse für 0,92 Mrd. USD exportiert. Der Gesamtumfang des Exports betrug 1,24 Mrd. USD. Den Ziffern, die RosStat, die russische staatliche Statistikbehörde liefert, ist zu entnehmen, dass der Export bereits seit zwei Jahren rückläufig ist.
 
16.06.2017 – Gouverneur Alichanow kauft keine billigen polnischen Würstchen
Der Kaliningrader Gouverneur Anton Alichanow erzählte, dass er niemals in Polen oder Litauen Lebensmittel eingekauft habe und deshalb auch keine Aussagen über das dortige Preisniveau machen könne. Allerdings stimmte er zu, dass die Preise für Milcherzeugnisse in den beiden Ländern erheblich billiger sind als im Kaliningrader Gebiet.
 
Allerdings hat wohl der Kaliningrader Gouverneur bei dieser Bewertung vergessen zu berücksichtigen, dass in St. Petersburg und Moskau auch andere Gehälter gezahlt werden. Die regionale Landwirtschaftsministerin beeilte sich dann auch gleich noch zu ergänzen, dass die Preise für Milcherzeugnisse in Kaliningrad die niedrigsten in der ganzen Nord-West-Region sind. Dazu kommt noch, so die Ministerin, dass die Kaliningrader Milcherzeugnisse eine der besten Qualitäten hat. Weiterhin erklärte sie die niedrigen Preise in Polen damit, dass dort Dumping-Preise herrschen, die das Ziel haben, die eigene Landwirtschaft zu entwickeln und die Landwirtschaften der Nachbarn in den Ruin zu treiben.
 
Wenn sie aufmerksam nach Weißrussland und Polen schauen, so sehen sie, dass dort nur Waren aus eigenem Anbau angeboten werden. Sie blockieren ganz einfach, dass fremde Waren auf den Markt gelangen. Das sollten nicht nur wir in der Regierung wissen, sondern auch alle anderen – ergänzte der Gouverneur.
 
16.06.2017 – Plant BMW Kaliningrad zu verlassen?
Das St. Petersburger Informationsportal „DP“ informiert, dass die Firma BMW, die in Kaliningrad gemeinsam mit „Avtotor“ eine Produktion unterhält und seit 2012 eingegangene Versprechungen zu Investitionen und zur Entwicklung eines Autoclusters nicht erfüllt, geheime Gespräche mit der russischen Regierung über die Eröffnung eines Produktionsstandortes in St. Petersburg führt. Dort existiert eine Produktionsstätte, in der bis vor wenigen Jahren durch „General Motors“ Fahrzeuge der Marke „Opel“ produziert worden sind. Diese Stätte möchte BMW übernehmen und führt entsprechende Gespräche mit dem föderalen Ministerium für Handel und Industrie. Unklar ist, ob die Übernahme dieser Fabrik auch zur Verlagerung der Produktion aus Kaliningrad nach St. Petersburg führt. Aber da die gegenwärtigen Produktionszahlen in Kaliningrad (die durch BMW nicht publiziert werden) bei nur 17.000 Modellen liegt, macht eigentlich die Produktion an zwei Standorten wirtschaftlich wohl keinen Sinn, auch wenn informiert wird, dass man in St. Petersburg Modelle der 5er und 7er Reihe produzieren will, die in Kaliningrad nicht hergestellt werden. Sollte es zu einer Abwanderung von BMW kommen, wird dies weniger einen wirtschaftlichen Schaden für das Gebiet verursachen, als vielmehr einen großen Imageschaden hervorrufen.
 
16.06.2017 – Königsberger Börse soll Filiale der Ermitage werden
Im Gebäude der ehemaligen Königsberger Börse soll, nach erfolgter Instandsetzung, eine Filiale der St. Petersburger Ermitage eröffnet werden. Darüber informierte der Vizegouverneur Harry Goldman während eines Treffens mit dem Kaliningrader Gouverneur. Wie bereits vor einigen Monaten bekannt wurde, zieht die Kaliningrader Kunstgalerie, die sich momentan in einem baufälligen Gebäude auf dem Moskauer Prospekt befindet, in das Gebäude der Königsberger Börse um, so dass die Filiale der St. Petersburger Ermitage eine logische Ergänzung des neuen Nutzungskonzeptes für das Gebäude darstellt. Wie der Vizegouverneur weiter mitteilt, werden gegenwärtig alle notwendigen Expertisen erarbeitet. Wenn diese vorliegen, wird man schauen, wo man das Geld für die Bauarbeiten hernehmen kann. Baubeginn für die Rekonstruktion des Gebäudes soll Anfang 2018 sein.
 

 

15.06.2017 – Gussew ist nicht mehr der Nabel der Welt
Zu Zeiten, wo Nikolai Zukanow Bürgermeister von Gussew war, hatte er es verstanden, sich beim damaligen Gouverneur Georgi Boos „einzuschleimen“ und hat für die Entwicklung seiner Geburtsstadt ausreichend viele Finanzmittel erhalten. Das er aus diesem kleinen Städtchen mehr gemacht hat, als die Verantwortlichen vieler anderer Städte im Kaliningrader Gebiet, ist unbestritten. Auch, als er selber Gouverneur wurde, hat er seiner Geburtsstadt ausreichend Fördermittel zukommen lassen. Ob dies immer alles gerecht war, ist dabei eine andere Frage. Vermutlich hat sich aber die Gebietshauptstadt benachteiligt gefühlt, denn es gab einen jahrelangen personalisierten Krieg zwischen Gouverneur Zukanow und Bürgermeister Jaroschuk. Nun kommentierte Alexander Jaroschuk, dass Gussew jahrelang der Nabel der Welt war und für Kaliningrad immer nur ein paar Kopeken im Regionalhaushalt zur Verfügung standen. Das ist nun anders und er freue sich über das gute Verhältnis zwischen Stadt und Gebiet. Man habe in der Stadtverwaltung bemerkt, dass die Gebietsregierung die Budgetpolitik erheblich korrigiert habe. Und, so Jaroschuk, man gehe davon aus, dass die gute Zusammenarbeit sich auch fortsetzen werde und nicht nur in Vorbereitung der anstehenden Gouverneurswahlen so gut funktioniere.
Anm. UN: Wer die gesellschaftliche Situation im Kaliningrader Gebiet aus der Vergangenheit, aber auch der jüngsten Gegenwart ein wenig kennt, wird sicherlich bei so viel Lob durch den Bürgermeister hellhörig werden und vielleicht auch ein leichtes Schmunzeln über diese Worte nicht unterdrücken können.
 
 
15.06.2017 – Juri Luschkow mit drastischen und verständlichen Worten
Wenn die Kaliningrader Gebietsregierung nicht endlich einen Plan zur Melioration des Gebietes erarbeitet, dann wird die föderale Regierung das Gebiet in die Wüste schicken – so die entschärfte Übersetzung der Worte, die Juri Luschkow, ehemaliger Moskauer Bürgermeister und jetziger Berater des Kaliningrader Gouverneurs zu landwirtschaftlichen Fragen, von sich gab. Er erklärte, dass man sich an die Föderalregierung mit der Bitte um Unterstützung in der Frage der Melioration des Gebietes gewandt habe. Dort hat man ziemlich nervös reagiert, da Russland sich mit der Melioration überhaupt nicht mehr beschäftigt und Kaliningrad will nun aber diese Frage wieder aktivieren und fordert dazu auch noch Geld … und dies auch noch in einer Situation, wo der föderale Haushalt angespannt ist und Geld vorne und hinten nicht ausreiche. Trotzdem, so Juri Luschkow, hat diese Bitte Sinn gemacht, denn die Regierung in Moskau hat dazu aufgefordert, einen ernsthaften Plan der Melioration zu erarbeiten. Wenn dieser Plan nicht erarbeitet wird, „können wir Moskau mal am Arsch lecken …“ Wie Luschkow weiter informiert, wird nun alles daran gesetzt, dass dieser Plan im August vorliegt. Dieser Plan der Melioration wird strategischen Charakter tragen. Wenn sich Kaliningrad mit der Landwirtschaft beschäftigen will, und die Landwirtschaft ist für das Gebiet, genau wie zu deutschen Zeiten, völlig richtig und normal, muss eben alles getan werden, dass man unsere Bitten nicht ablehnt – so Luschkow weiter. Im Kaliningrader Gebiet existiert ein ausgeklügeltes Meliorationssystem aus altdeutschen Zeiten. Allerdings sind viele Anlagen zerstört oder in nicht einsatzfähigem Zustand. Nach 1945 wusste man mit den vielen Röhren und Kanälen einfach nichts anzufangen und so kam es zu einer langsamen Versumpfung von ehemals fruchtbaren landwirtschaftlichen Flächen.
 
 
15.06.2017 – Gibt es Diskrepanzen zwischen Stadtverwaltung und Gebietsregierung?
Einige Meldungen in der jüngsten Vergangenheit deuten auf zunehmende Meinungsunterschiede in einigen Fragen des täglichen Lebens zwischen der Kaliningrader Stadtverwaltung und der Gebietsregierung hin. Es ist traditionell so und nicht nur typisch für das Kaliningrader Gebiet, sondern für alle anderen Regionen Russlands, dass sich die jeweilige Gebietshauptstadt immer vom Gebiet selber benachteiligt fühlt und somit Bürgermeister und Gouverneur traditionell ein angespanntes Verhältnis haben, welches mehr oder weniger öffentlich demonstriert wird. Mit zunehmender Diensterfahrung scheint nun auch der Kaliningrader Gouverneur, der seit Oktober 2016 mit der Führung der Region beauftragt ist und sich am 10. September zur Wahl stellt, seine eigenen Vorstellungen zur Entwicklung der Gebietshauptstadt nicht nur verkünden, sondern auch durchsetzen zu wollen. So war er der Erste, der vor einem reichlichen Monat davon gesprochen hat, dass die Absicht besteht, den stadteigenen Nahverkehrsbetrieb „GorTrans“ zu privatisieren. Und er verkündete, dass es bereits finanzstarke Interessenten gäbe. Wenige Momente später verkündete der Bürgermeister Jaroschuk, dass von einer Privatisierung gar keine Rede sein kann. Die Bedingungen, die die Stadt stellen wird, werden so umfangreich sein, dass wohl kaum ein Investor darauf eingehen wird. Nun hat sich der Gouverneur wieder zu Wort gemeldet und kundgetan, dass eine Privatisierung eben nicht vom Tisch ist, sondern man einfach nur wirtschaftliche Berechnungen anstellen müsse. Die Stadt, so erinnerte der Gouverneur, habe berechnet, dass die Kosten für ein Ticket 28 Rubel betragen müssen, damit man kostenneutral arbeite. Wenn aber ein Investor berechnet, dass ihm 22-24 Rubel ausreichen um kostendeckend zu arbeiten … warum solle man nicht über eine Privatisierung sprechen. Das erspart dann der Stadt und dem Gebiet einige Millionen Rubel an Subventionsgeldern.
 
 
15.06.2017 – Gouverneur sticht in ein Wespennest
Der Kaliningrader Gouverneur Anton Alichanow hat bei einem Besuch im Kaliningrader Stadtrat wohl mit seinen dortigen Worten in ein Wespennest gestochen. Zumindest kann dies vermutet werden, denn die vor den Türen wartenden Journalisten hatten den Eindruck, als ob die Stadtverordneten – viele davon in der Baubranche tätig – mit recht verbissenen Gesichtern den Versammlungsort verlassen haben. Dann äußerte sich auch noch der Vorsitzende des Stadtrates Andrej Kropotkin zum Besuch des Gouverneurs und meinte, dass alles in bester Ordnung ist, man der Meinung des Gouverneurs aufmerksam zugehört habe und mehr gäbe es dann auch schon nicht zu sagen.  
Der Gouverneur hatte sich dahingehend geäußert, dass in der Vergangenheit (bis 31. Dezember 2016) die Baugenehmigungen in recht merkwürdiger und schrecklicher Weise vergeben worden sind. Zukünftig, also ab 1. Januar 2017, dem Zeitpunkt, wo alle Baugenehmigungen durch die Kaliningrader Gebietsregierung vergeben werden, wird es diese nur noch auf der Grundlage der russischen Gesetzgebung geben. Deshalb hat er den Baufirmen empfohlen, keine „besonderen Wege“ zu den Entscheidungsträgern in der Gebietsregierung zu suchen.
 
Alichanow zeigte Verständnis für die Sorgen, die jetzt die Baufirmen haben, denn viele haben Grundstücke erworben und wissen nun nicht, wie es weitergeht. Aber, so der Gouverneur, wenn alle Dokumente in Ordnung sind, so haben wir auch nicht das Recht, eine Baugenehmigung zu verweigern. Aber eine gewisse Ordnung muss es geben, denn solche Straßen, wie die ul. Koloskowa, wo es Häuser mit fünf und mit 18 Etagen gibt, werden nicht weiter in Kaliningrad entwickelt.
 
 
15.06.2017 – Korrupte Korruptionsbekämpfer
Man liest es in der letzten Zeit immer häufiger in den russischen Medien, dass insbesondere in den Strukturen, die mit der Korruptionsbekämpfung beauftragt sind, korrupte Beamte sitzen. So auch in Kaliningrad, wo der Leiter der Verwaltung für Wirtschaftssicherheit und Korruptionsbekämpfung beschuldigt wird, Schmiergeld im Umfang von einer Million Rubel entgegengenommen zu haben. Er hatte im Gegenzug einem Unternehmer versprochen, dass gegen ihn laufende Ermittlungsverfahren niederzuschlagen. Allerdings wusste der Unternehmer nicht, dass der von ihm Geschmierte gar nicht die Befugnisse oder Vollmachten hierzu hatte. Mitarbeiter des russischen Sicherheitsdienstes FSB haben die Angelegenheit aufgedeckt und den korrupten Beamten verhaftet. Sollte die eingeleiteten Untersuchungen und das Gerichtsverfahren seine Schuld ergeben, so wird dieser Staatsdiener wohl als einer der Ersten auf der neuen Schwarzen Liste der korrupten Beamten landen, denen dann eine weitere Arbeit in staatlichen Strukturen bis an ihr Lebensende verwehrt wird. Weiterhin laufen Untersuchungen gegen den Vorgesetzten des verhafteten Beamten, mit dem Ziel, diesen zur disziplinaren Verantwortung zu ziehen.

 

14.06.2017 – Passagierzahlen wachsen, wachsen, wachsen
Die ewige Baustelle Airport Chrabrowo meldet auch für den Monat Mai steigende Passagierzahlen. Dies scheinen immer die Momente im russischen gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Leben zu sein, die man sich mit dem normalen Verstand nicht erklären kann, denn obwohl der Airport alle Voraussetzungen dafür bietet, ihn und seine Dienstleistungen nicht zu nutzen, steigen Passagier- und Frachtaufkommen von Jahr zu Jahr.  So meldet er Airport, dass im Monat Mai 2017 zwanzig Prozent mehr Passagiere abgefertigt worden sind, als im Vergleichsmonat 2016.
 
 
14.06.2017 – Gouverneur beschäftigt sich nun auch mit Straßenbahnen
Es ist immer wieder verwunderlich, mit was sich der Gouverneur einer russischen Region so alles beschäftigen muss. Einerseits soll er das Gebiet Kaliningrad zu einem internationalen Gesprächszentrum entwickeln und trifft sich mit dem russischen Präsidenten und anderen föderalen hochrangigen Entscheidungsträgern und andererseits klärt er Probleme der einzig noch verbliebenen Kaliningrader Straßenbahn. So hat der Gouverneur der Stadtverwaltung empfohlen, sich nun möglichst schnell festzulegen, was für ein Schicksal denn die Straßenbahn in Kaliningrad haben soll, ob sie weiter bestehen bleibt und das Netz entwickelt wird, ober ob man die Straßenbahn abschafft. Er äußerte sich hierzu während eines Interviews mit dem Radiosender „Autoradio Kaliningrad“, dem gegenüber er wohl verstärkte Sympathien entwickelt hat, denn die Anzahl der Interviews für diesen Radiosender steigt beständig. Und er beschäftigt sich nicht nur mit der Straßenbahn, sondern sogar mit den altdeutschen Pflastersteinen, die zwischen den Schienen liegen, insbesondere im Bereich von großen Straßenkreuzungen. Die sollen nun alle entfernt werden, sagt der Gouverneur. Er meint, dass diese Pflastersteine für einen zügigen Verkehrsfluss innerhalb der Stadt einfach nur hinderlich sind.
 
 
14.06.2017 – Auch in Sowjetsk geht es dem Zentralmarkt an den Kragen
Seit Monaten wird über das Schicksal des Zentralmarkts in Kaliningrad gesprochen, geschrieben, gestritten. Während der vordere Teil, auf dem im wesentlichen Lebensmittel gehandelt werden, bestehen bleiben soll, soll der hintere Teil, der für den Verkauf von Industriewaren bestimmt ist, liquidiert und durch ein modernes Einkaufszentrum ersetzt werden. Allerdings liegen sich Stadtverwaltung und Investor noch in den Haaren über das zu errichtende Projekt, auch wenn es langsam Licht am Ende des Tunnels gibt. In Sowjetsk, der größten Kreisstadt im Norden des Kaliningrader Gebietes, ist man da schon ein Schritt weiter, denn hier die die Instandsetzung des Zentralmarktes beschlossene Sache und die dortigen Händler sind bereit, zeitweilig in eine Behelfshalle umzuziehen und die Rekonstruktion und Neubau des Zentralmarktes dort abzuwarten. Der Zentralmarkt befindet sich auf dem Gelände der ehemaligen Großmühle. Dort werden nun eine Reihe neuer „Tante-Emma-Kioske“ errichtet, die aber endlich europäisches Aussehen erhalten sollen. Auch ist daran gedacht, dass der moderne Sowjetsker Bürger über ein Auto verfügt und dieses häufig auch zum Einkaufen benutzt. Dafür werden jetzt ausreichend Parkplätze in Marktnähe geschaffen. Alle Arbeiten sollen bis Jahresende beendet sein.
 
 
14.06.2017 – Kleinigkeiten werden sofort erledigt
Kaliningrader Verantwortliche handeln wohl immer mehr nach dem in Deutschland bekannten Sprichwort „Kleinigkeiten werden sofort erledigt, Wunder dauern etwas länger.“ So erklärte der Generaldirektor der „Korporation für die Entwicklung des Kaliningrader Gebietes“ Wladimir Sarudni, dass vor dem Gebiet die Aufgabe steht, im Jahre 2018 im Rating für das Investitionsklima den Platz 20 im föderalen Maßstab zu belegen. Diese Aufgabe soll ihm der Gouverneur Anton Alichanow gestellt habe, teilte Sarudni in einem Interview mit. Kaliningrad hat seit 2011 eine ständig negative Tendenz bei den Investitionen aufgezeigt. Zwar hat sich in den letzten Monaten einiges getan, um die depressive Entwicklung des Gebietes aufzuhalten, aber mit welchen konkreten Maßnahmen man sich bis auf den 20. Platz (von möglichen 85 Plätzen) hocharbeiten will – diese Antwort blieb Sarudni schuldig. Die Kaliningrader Medien meldeten nur, dass er die Zusammenarbeit mit den Kommunen und föderalen Strukturen verbessern will. Vor wenigen Wochen wurde gemeldet, dass sich das Kaliningrader Investitionsklima gleich um 32 Punkte verbessert hat und die Region nun auf Platz 39 liegt. Wer sich mit dieser Information etwas tiefgründiger beschäftigt hat, hat festgestellt, dass man dieses Rating real nicht nachvollziehen konnte, weder von der Methodik noch von der Publizität, da die Ratingagentur nur die ersten zwanzig Plätze veröffentlicht. Wie viele andere Ratings, die das Kaliningrader Gebiet betreffen (insbesondere im Bereich Tourismus), bleibt somit auch dieses Wirtschaftsrating rätselhaft.
 
 
14.06.2017 – Erster Gedanke zum Geldverdienen mit dem Stadion
Im Jahre 2018 finden die Fußball-Weltmeisterschaften in Russland statt. Kaliningrad wird vier Gruppenspiele austragen und dafür wird ein neues Stadion auf der sogenannten Insel errichtet. Die Kosten werden vollständig aus dem föderalen Haushalt getragen. Nach Beendigung der Spiele wird dieses Stadion dann, so die jetzige Planung, vom föderalen Zentrum dem Kaliningrader Gebiet geschenkt. Über derartige Geschenke ist man in Kaliningrad nicht sehr erfreut, denn man ist dann für den laufenden Unterhalt des Stadions verantwortlich und muss sich Gedanken machen, wie man dieses Stadion, dessen Sitzplätze von 35.000 auf 25.000 nach der Weltmeisterschaft geschrumpft werden sollen, gewinnbringend oder doch zumindest kostendeckend betreibt. Darüber hat sich bisher noch keiner Gedanken gemacht – so scheint es zumindest. Nun hat man im föderalen Zentrum angeregt, dass jedes Stadion nach der Weltmeisterschaft einen neuen Namen erhält und dieser Name verkauft werden soll. Man kopiert also hier internationale Gewohnheiten. Ob allerdings irgendeine Firma oder Organisation bereit ist, für den Namen des Stadions ohne Nutzungskonzept soviel Geld hinzulegen, dass damit die laufenden Kosten gedeckt werden, dürfte bezweifelt werden.
Anmerkung UN: Nach der ersten Euphorie im Jahre 2012, als Kaliningrad erfuhr, dass es Ausrichterstadt wurde und ein neues Stadion erhält, wurde als Projektbezeichnung „Königsberg-Stadium“ auserkoren. Vielleicht sollte man auf diesen Vorschlag zurückkommen, Germanisierungsgedanken zurückdrängen und von denen, die die Umbenennung der Stadt fordern, entsprechende Sponsorengelder für eine derartige Stadionbezeichnung jährlich einsammeln?
 

 

13.06.2017 – Feiertag in Russland – „Tag Russlands“
Der Feiertag „Tag Russlands“ wurde in Kaliningrad durch die Bürger unterschiedlich genutzt. Einige Bürger folgten dem Aufruf von Alexej Nawalny, zu demonstrieren und zu zeigen, wie unzufrieden sie mit dem heutigen Russland sind. Die Demonstration war nicht genehmigt. Die Mehrzahl der Kaliningrader Medien schenkte der Protestaktion keine Aufmerksamkeit. Das oppositionelle Informationsportal „newkaliningrad“ will mindestens 57 Festgesetzte gezählt haben. Eine weitaus größere Anzahl Bürger nutzte die Möglichkeit, um auch bei nicht immer strahlendem Sonnenschein den Platz des Sieges im Stadtzentrum zu besuchen. Hier wurde Kultur geboten, das Militär hatte eine kleine Ausstellung organisiert, für das leibliche Wohl gab es ausreichend Kioske und man konnte auch ausreichend Geld für patriotische und weniger patriotische Andenken ausgeben. Aufgebaut war eine lange Reihe von Informationsständen, der in Kaliningrad offiziell registrierten National-Kulturellen Autonomien. Ein Stand der deutschen kulturellen Autonomie fehlte.
 
Foto: Feierlichkeiten auf dem Platz des Sieges in Kaliningrad
 
13.06.2017 – Polnische Grenzer setzen fünf Kaliningrader Bürger fest
Die Polen haben in der Vergangenheit schon oft bewiesen, dass ihr Informationssystem gut funktioniert. Wer gegen polnische Gesetze verstößt, wird, wie überall auf der Welt, zur Verantwortung gezogen und sollte sich dieser Verantwortung auch stellen. Fünf Kaliningrader meinten wohl aber, dass dies auf sie nicht zutrifft. Vermutlich hatten sie auch geglaubt, dass die Zeit alle Wunden heilt und vielleicht auch Missetaten in Vergessenheit geraten. Sie wurden nun eines Besseren belehrt, denn die polnischen Grenzer setzten sie bei dem Versuch einer Einreise nach Polen fest. Drei Russen im Alter von 26, 56 und 68 Jahren wurden am Grenzübergang Mamonow-Gronowo festgesetzt, zwei weitere Kaliningrader im Alter von 31 und 33 Jahren in Bagrationowsk-Besledy. Alle entschieden sich sehr schnell ihre Strafen zu bezahlen und konnten dann die Reise fortsetzen.
 
 

12.06.2017 – Kaliningrader Finanzminister sehr zufrieden mit Steuereinnahmen in 2016
Der Kaliningrader Finanzminister Viktor Porembski zeigte sich zufrieden mit den Steuereinnahmen aus 2016, die mit 625 Mio. Rubel über den geplanten Einnahmen lagen. Die Steuereinnahmen sind der größte Einnahmeposten im Kaliningrader Haushalt und die Übererfüllung mit 2,2 Prozent ist Grund zu großer Zufriedenheit – erklärte Porembski während einer themenbezogenen Sitzung der Gebietsduma. Die gute Erfüllung der Steuereinnahmen war auch Voraussetzung für die Erfüllung der Verpflichtungen, die die Gebietsregierung im Rahmen der Kreditpolitik gegenüber den Kreditgebern eingegangen ist. In seinen Darlegungen scheint sich der Finanzminister an den allgemeinen russischen Trend zu halten und die Situation eher schlechter darzustellen, als sie in Wirklichkeit ist, denn er betonte, wie schwierig die Erarbeitung des Haushaltes 2016 war und um wieviel schwieriger zudem noch dessen Erfüllung.
 
 
12.06.2017 – Kaliningrad richtet mobile Polikliniken ein
Während einer Sitzung der Gebietsregierung teilte das Gesundheitsministerium mit, dass man im Kaliningrader Gebiet mobile Polikliniken einrichten werde, die medizinische Dienstleistungen in den Orten erweisen werden, die über keinen eigenen medizinischen Stützpunkt und örtliches medizinisches Personal verfügen. Die mobilen Polikliniken werden mit Fachärzten unterschiedlicher Qualifizierungsrichtungen besetzt. Weiterhin wird es Krankenschwestern und Labor- und Röntgeneinrichtungen geben. Zur weiteren Ausstattung gehören auch die, in einer üblichen allgemeinen Praxis notwendigen Geräte, sowie ein Kabinett für Frauenuntersuchungen. Die Kapazität der mobilen Poliklinik soll bis zu 60 Patienten am Tag und 14.800 Patienten im Jahr betragen. Im Gebietshaushalt sind 22 Mio. Rubel für den Aufbau dieser mobilen Einrichtungen im laufenden Jahr geplant. Ende August soll die erste mobile Poliklinik einsatzbereit sein. Sollte es nötig sein, wird das Personal dieser Einrichtung durch die Gebietsregierung mit Wohnraum versorgt.
 
 
12.06.2017 – Gouverneur Alichanow enttäuscht über Bürgerweigerung
Der Kaliningrader Gouverneur Anton Alichanow zeigte sich enttäuscht und verwundert über die Entscheidung der Bürger eines der Häuser auf dem Leninski-Prospekt, sich der Rekonstruktion ihres Hauses, welches aus sowjetischen Zeiten stammt, zu widersetzen. Die Regierung wird auf keinen Fall Einfluss auf die Entscheidung der Bewohner dieses Hauses nehmen – so der Gouverneur. Die Bewohner sind auch Besitzer dieses Hauses und ihr Wunsch, keine Rekonstruktion des Hauses durchzuführen, wird respektiert. Allerdings ist ihm persönlich diese Entscheidung unklar, denn die Rekonstruktion selber kostet den Besitzern des Hauses kein Geld, denn alles wird durch den Staat bezahlt. Der Gouverneur hofft trotzdem, dass sich die Bewohner noch anders orientieren, wenn erst alle anderen Häuser auf dem Leninski-Prospekt ein neues Aussehen haben und ihr Haus das einzige Gebäude ist, welches noch nostalgisch-sowjetischen Charme versprüht.
 

Der Kaliningrader Gouverneur Anton Alichanow hat angewiesen, die Kontrollen im Rahmen der Rekonstruktion der Trainingsplätze für die Fußball-Weltmeisterschaft zu intensivieren. Alle Objekte müssen bis Ende 2017 fertiggestellt sein und er sieht nicht, dass dieser Termin gehalten wird. Er forderte von seinem Vize Rolbynow, der für die Vorbereitung der Weltmeisterschaft in Kaliningrad verantwortlich zeichnet, die Arbeiten unter seine persönliche Kontrolle zu nehmen. Er erinnerte ihn daran, dass er eine ganze Agentur zur Verfügung habe, die sich mit diesen Dingen eigentlich zu beschäftigen hätte. Der Gouverneur meinte, dass die Mitarbeiter dort täglich Dienst schieben sollten, Tag und Nacht, wenn notwendig sollten sie auch direkt auf dem Platz übernachten. Der Vorbereitungsstand der Rekonstruktionen wird im rein technischen Sinne mit 35 Prozent eingeschätzt – und das ist sehr wenig. Im Gespräch mit den Journalisten gab der Vizegouverneur Rolgynow zu, dass wirklich nur noch sehr wenig Zeit verbleibt. Steht die Frage, warum ihm das erst der Gouverneur sagen muss.
 
 
11.06.2017 – Neue Niederlage für Ex-Gouverneur Zukanow
Seit langer Zeit ist der Posten des Föderalen Inspektors für das Kaliningrader Gebiet unbesetzt. Und seit langem arbeitet der Ex-Gouverneur des Kaliningrader Gebietes und jetzige Bevollmächtigte des russischen Präsidenten für die NordWest-Region Nikolai Zukanow daran, diesen Posten mit einem seiner Vertrauten zu besetzen. In der Vergangenheit sind alle Personalbesetzungen, auf die Zukanow nach seiner Versetzung Einfluss nehmen wollte, fehlgeschlagen. Und auch jetzt musste er eine bittere Niederlage einstecken.
 
 
Ernannt wurde ein ehemaliger Mitarbeiter des russischen Sicherheitsdienstes FSB, Sergej Jelisejew, der aus dem Gebiet Wologdy nach Kaliningrad gekommen ist. Allerdings kam er bereits Ende 2016 nach Kaliningrad und arbeitete in führender Position in der Nähe des Kaliningrader Gouverneurs Anton Alichanow. Dieser hat nun wieder einmal gezeigt, dass seine Beziehungen zur Administration des Präsidenten besser sind, als die von Zukanow. Mit dieser Personalentscheidung, so kommentieren Kaliningrader Medien, sinkt der Einfluss von Zukanow noch mehr und er scheint eigentlich schon bedeutungslos in der russischen Politik zu sein. Im Kaliningrader Gebiet sind wohl alle ehemaligen Verbindungen gekappt. Als besonders bittere Pille musste Zukanow noch die Weisung schlucken, dass er diesen neuen, von ihm ungeliebten Inspektor, der ihm unterstellt ist, auch noch in das Amt einführen musste. Er tat dies sehr kurz und sehr förmlich und verweigerte anschließend der Presse ein Treffen, welches eigentlich zu solchen Anlässen Pflichttermin ist. Als kleine „Revanche“ sprach Zukanow den Kaliningrader Gouverneur in seiner Rede mit falschem Namen an und meinte dann, dass das eigentlich nichts zu bedeuten habe. Der von ihm „verwechselte“ Name steht für einen Mitarbeiter aus der Präsidentenadministration und sollte wohl irgendetwas signalisieren …
 
 
11.06.2017 – Weitere Abstriche an Vorbereitung der Weltmeisterschaft
Ein weiteres Hotel, welches für die Fußball-Weltmeisterschaft 2018 eigentlich dringend benötigt wird, wurde von der Liste der FIFA gestrichen, da es offensichtlich ist, dass es auf keinen Fall bis zum benötigten Termin fertig wird. Es handelt sich dabei um einen weiteren Prestigebau im Stadtzentrum, gelegen zwischen der Kaliningrader Staatsanwaltschaft und dem Einkaufszentrum „Epizentrum“. Das Hotel figuriert unter der Bezeichnung „Domina“ war in finanzielle Schwierigkeiten geraten. Banken haben keine Kredite gegeben und neue Investoren konnten bisher nicht gefunden werden. Hauptinvestor für dieses Hotel ist ein Ausländer – die italienische Holding „Domina Group“. Die „Außenwirtschaftsbank“ und die Bank „Uralsib“ haben eine Kreditierung abgelehnt, trotzdem die Kaliningrader Gebietsregierung die Verhandlungen unterstützend begleitet hatte. Trotzdem klar ist, dass das Hotel bis zur Weltmeisterschaft nicht fertig wird, wird die Gebietsregierung auch weiterhin den Investor unterstützen, damit es zu keiner weiteren Bauruine im Kaliningrader Stadtzentrum kommt. Begonnen wurde der Bau im Jahre 2014. Als Fertigstellungsdatum war das Jahr 2016 vorgesehen.
 
 

10.06.2017 – Das waren noch Zeiten …
… als man ab 2012 fast täglich irgendetwas über den Vertreter des russischen Präsidenten im Kaliningrader Gebiet in den Medien las. Und man las damals nicht irgendwelche Belanglosigkeiten, sondern wirklich interessante und aufregende Informationen. Damals wurde Stanislaw Woskresenski als Nachfolger für den damaligen Gouverneur Nikolai Zukanow gehandelt. Aber der Machtkampf ging ganz augenscheinlich im Jahre 2013 zugunsten des damaligen Gouverneurs aus und Woskresenski kehrte nach Moskau zurück. Seit diesem Zeitpunkt versank die Funktion des Vertreters des russischen Präsidenten im Kaliningrader Gebiet wieder in die Bedeutungs- und Medienlosigkeit. Daran änderte sich auch nichts, als vor wenigen Monaten ein neuer Vertreter ernannt wurde. Es gab ein kurzes Aufhorchen in den Kaliningrader Medien und seit dem hört und sieht man nichts mehr von:
 

Nun hat er sich aber mal zu Wort gemeldet und gemeint, dass die Quoten für Migranten eigentlich überarbeitet werden müssten. Kaliningrad wird ungerecht behandelt und das müsse man ändern. Und man solle die Quoten nicht nur quantitativ aufstocken, sondern auch qualitativ bewerten. So ist klar, dass Kaliningrad großen Bedarf an medizinischem Personal und an Lehrern hat. Somit sollten die Quoten direkt regulieren, dass es auch möglich ist, diesen Bedarf nach Kaliningrad zu holen. Was allerdings nicht ganz klar ist – wenn man den Äußerungen von Kaliningrader Entscheidungsträgern glaubt – gibt es überhaupt keine ausreichenden Bewerber im medizinischen Bereich, die nach Kaliningrad wollen. Und gerade auf dem medizinischen Gebiet gibt es jede Menge bürokratischer Hürden zu überwinden, die ein ausländischer Mediziner bewältigen muss, um in Russland (Kaliningrad) praktizieren zu dürfen. Solange man im Kaliningrader Gebiet nicht Spitzengehälter und jede Menge anderer Vergünstigungen als Anreiz für Mediziner vorschlägt, wird wohl eine Quotenänderung eine völlig überflüssige bürokratische Aktion sein … fast so überflüssig, wie die Funktion des Präsidentenvertreters … könnte man meinen.
 
 
10.06.2017 – Es wundert niemanden mehr – Einweihung Airport wieder verschoben
An sich rufen derartige Meldungen bei den Kaliningrader und denen, die sich für das Leben in der geographisch westlichsten Region Russlands interessieren, nur noch ein müdes Gähnen hervor: Die Einweihung des ersten Bauabschnitts des Kaliningrader Airports wird um einen weiteren Monat verschoben. An sich war fest versprochen, am 1. Juni den Bauabschnitt zu übergeben. Dies erfolgte nicht und der Gouverneur verkündete, dass mal wieder der Airport falsche Versprechungen abgegeben habe. Mit zehn Tagen Verspätung wurde nun verkündet, dass man in einem Monat den Bauabschnitt übergeben will, also irgendwann um den 10. Juli herum. Wie der zuständige Vizegouverneur der Kaliningrader Gebietsregierung Rolbynow informierte, soll bereits eine Regierungskommission am Airport arbeiten, um das Objekt bautechnisch abzunehmen. Bis zum 26. Juni soll die Abnahmekommission ihre Arbeit beendet haben. Allerdings steht dann noch offen, mit welchem Ergebnis die Abnahmekommission ihre Arbeit beendet, denn deren Aufgabe ist es in erster Linie, Mängel festzustellen. Und ein Airport mit Mängeln kann nicht in Nutzung überführt werden.
 
 
10.06.2017 – Brückeninstandsetzung bis September unreal
Wieder einmal stehen die Brückeninstandsetzungen in Kaliningrad im Bereich der „Insel“, dem Standort des neuen Fußballstadions, im Zentrum der Kritik. Vor einigen Wochen hatte sich der Kaliningrader Gouverneur Anton Alichanow vom Baufortschritt persönlich ein Bild gemacht, denn die Bewohner hatten sich über das, von der Stadtverwaltung organisierte, Verkehrschaos beschwert. Das Chaos entstand durch erheblichen Bauverzug an einer Brücke und dem pünktlichen Beginn der Rekonstruktionsarbeiten an der zweiten Brücke. Damit war die Insel praktisch zu einer wirklichen Insel ohne bequeme Verkehrsanbindung an den Rest der Stadt geworden. Der Gouverneur forderte, dass beide Brücken nicht, wie die korrigierte Bauplanung es vorsah, Ende November fertig werden sollen, sondern im September. Jetzt bekannte der Gouverneur, dass seine Forderungen unreal waren – allerdings diese auch auf falschen Informationen der bauausführenden Firmen beruhten. Bis zu seiner Einmischung, arbeiteten die Baufirmen im Ein-Schicht-System und wollten die Brücken bis Dezember fertigstellen. Jetzt wird rund um die Uhr im Drei-Schicht-System gearbeitet und die Brücke wird trotzdem nicht schneller fertig. Wenn er sich also nicht eingemischt hätte, wäre die Brücke vermutlich bis zu Beginn der Weltmeisterschaft nicht fertiggestellt worden – so seine Schlussfolgerung. Der zuständige Vizegouverneur Rolbynow beeilte sich mitzuteilen, dass aus rein technischen Gründen ein schnelleres Baugeschehen nicht möglich ist. Somit steht die Frage, warum er dies dem Gouverneur nicht schon vor einem Monat mitgeteilt hat.

 

Der Kaliningrader Minister für Kultur und Tourismus Andrej Jermak meint, dass Kaliningrad sich zu einer Einreiseregion für Russland im Rahmen der Fußball-Weltmeisterschaft 2018 qualifizieren sollte. Er verweist auf die geographische Lage Kaliningrads, mit einer gemeinsamen Grenze zu Polen und Litauen. Der Minister meint, dass man zu den Weltmeisterschaften Bedingungen schaffen muss, um den russischen und ausländischen Besuchern die Reise nach Kaliningrad zu erleichtern. Seiner Ansicht nach müssen zwei Probleme gelöst werden: Visum und Grenze. Zum einen sollten Visa wesentlich schneller ausgegeben werden. Hierzu gab es bereits Gespräche des Kaliningrader Gouverneurs mit dem russischen Außenminister. Zum anderen sind 30 Minuten Grenz-Abfertigungszeit für einen Bus zu lange.
 
 
09.06.2017 – Fischereiwirtschaft soll in Kaliningrad entwickelt werden
Aus dem Kaliningrader Gebietshaushalt sollen im laufenden Jahr 98,3 Mio. Rubel für die Entwicklung der regionalen Fischereiwirtschaft zur Verfügung gestellt werden. Das geht aus einem Dokument hervor, welches auf der Internetseite der Kaliningrader Regierung veröffentlicht wurde. Anteilige 87,1 Mio. Rubel sollen die Firmen erhalten, die sich mit dem Bau und der Modernisierung der Ufer-Infrastruktur beschäftigen. Zweckgebunden sind diese Finanzmittel für die Bezahlung von Zinsen für aufgenommene Kredite. Die Kaliningrader Fischereiwirtschaft ist der größte Produzent von Sprotten in Russland.
 
 
09.06.2017 – Gebietsduma gibt Startschuss
Die Kaliningrader Gebietsduma hat den Startschuss für den Beginn der Gouverneurs-Wahlkampagne gegeben. Der formale Beschluss hierzu wurde am Donnerstag gefasst. Die Volksvertreter stimmten einstimmig dafür, dass die Wahlen am 10. September stattfinden. Eine Alternative gab es sowieso nicht, da entsprechend der föderalen Gesetzgebung dieses Datum bindend ist. Man erinnerte der Form halber, dass alle Kandidaten, die sich zum Gouverneur wählen lassen wollen, den sogenannten Kommunalen Filter durchlaufen müssen – ein etwas kompliziertes Verfahren um die Anzahl der Bewerber in Grenzen zu halten und um auch ungewollte Kandidaten „unauffällig“ aussondern zu können. Die Kandidaten müssen u.a. 37 Stimmen der Volksvertreter und der Leiter der Kreise auf sich vereinen können, um im Vorwahlverfahren auf die Kandidatenliste zu gelangen. Alle Oppositionsparteien zusammen, bringen diese Anzahl nicht mal annähernd zusammen, so dass sämtliche Oppositionskandidaten auch vom guten Willen der Regierungspartei abhängen. Diese wird natürlich nicht ihre Filter-Stimme einem Kandidaten geben, der ein wirklich ernsthafter Konkurrent für den eigenen Kandidaten darstellt.
 
 
09.06.2017 – Kleine Geschenke erhalten die Freundschaft
Kleine Geschenke, und seien es auch nur Steuergeschenke, erhalten die Freundschaft – insbesondere zwischen der Kaliningrader Gebietsregierung und dem Hauptauftraggeber für den Bau des Stadions zur Fußball-Weltmeisterschaft.
Besonders angenehm ist es noch, wenn es sich hierbei auch um eine staatliche Struktur handelt und sich somit der Staat gegenseitig von Verpflichtungen befreit. So wurde durch die Gebietsduma beschlossen, dass das Unternehmen „SportIngeniering“ von der Grundmittelsteuer zu befreien ist und damit rund 91 Mio. Rubel spart. Die Gesetzgebung legt fest, dass die Firma nach Fertigstellung und Nutzungsüberführung diese Summe in den Regionalhaushalt hätte überweisen müssen. Aber die föderale Regierung hatte allen Ausrichterstädten empfohlen, auf diese Steuer zu verzichten und wer kann schon den Bitten aus Moskau widerstehen?
 

 
09.06.2017 – Anzahl der Beschwerden hat sich verdoppelt
Die Anzahl der Beschwerden, die die Kaliningrader Bürger wegen der Arbeit der Gerichtsvollzieher eingereicht haben, hat sich im Jahre 2016, im Vergleich zu 2015, verdoppelt. Nun ist natürlich allen klar, dass man Gerichtsvollziehern wohl kaum Dankbarkeitsschreiben zukommen lässt. Aber der Beauftragte für Menschenrechte beim Kaliningrader Gouverneur findet diese Tendenz trotzdem nicht gut. Er informierte, dass im Jahre 2015 bei ihm 31 Beschwerden eingegangen sind. Im Jahre 2016 waren es schon 60 Beschwerden. Nun kann man natürlich hoffen, dass das Anwachsen dieser Beschwerden beim Menschenrechtsbeauftragten kein Grund ist, sich bei den Gerichtsvollziehern zu beschweren, denn deren Effektivität scheint in den letzten Jahren sich wohl mehr als verdoppelt zu haben, wenn man den Informationen der Kaliningrader Medien vertrauen kann. Aber der Menschenrechtsbeauftragte gab zu, dass er sich das Anwachsen der Beschwerden auch nicht erklären kann, denn er arbeite eng mit dieser Organisation zusammen und dort arbeiten viele junge und gut ausgebildete Leute.

 

08.06.2017 – Legale Gehälter widersprechen dem gesunden Menschenverstand
Der Regionalminister für Finanzen Viktor Porembski vertritt die Ansicht, dass die Realgehälter in der Mehrzahl der Privatunternehmen nicht dem gesunden Menschenverstand entsprechen. Dies erklärte er während einer öffentlichen Anhörung zu Haushaltsfragen 2016. Er bezieht sich damit auf die Praxis, dass die Unternehmen die wirklichen Gehälter teilen. Sie zahlen einen minimalen kleinen Teil an den Arbeitnehmer offiziell aus und umgehen damit die Zahlung eines Teiles der Sozialabgaben, für die in Russland der Arbeitgeber verantwortlich zeichnet. Einen zweiten, wesentlich größeren Teil, erhält der Arbeitnehmer im Umschlag. Er entgeht damit der Zahlung der Einkommenssteuer für diesen Teil. Die Einkommenssteuer in Russland beträgt einheitlich für alle Arbeitnehmer 13 Prozent. Über mögliche Folgen im Alter, d.h. eine niedrige Rente, denken die Arbeitgeber in diesem Falle nicht nach. Wie der Finanzminister mitteilt, versuchen die Unternehmen diese Praxis damit zu maskieren, dass sie mitteilen, dass der Arbeitnehmer nur in Teilzeit arbeitet und deshalb nur ein kleines Gehalt erhält. Der Minister informierte aber auch, dass die verwaltungstechnischen Möglichkeiten der staatlichen Strukturen sich von Tag zu Tag verbessern und es letztendlich nur eine Frage der Zeit ist, wann den Unternehmen die gesetzwidrigen Handlungen bewiesen werden können.
 
 
08.06.2017 – NATO antwortet auf Äußerungen von Lawrow in Kaliningrad
Die NATO hat auf Äußerungen des russischen Außenministers geantwortet, die dieser während seines Besuches am 6. Juni in Kaliningrad getätigt hatte. Die NATO geht nicht davon aus, so eine Verlautbarung aus Brüssel, dass die Stationierung von Kampftruppen in Osteuropa eine Verletzung der eingegangenen Verpflichtungen mit Russland darstellt. Vier multinationale Bataillone kann man nicht vergleichen mit der Entfaltung von neuen russischen Divisionen.
 
 
08.06.2017 – Neue polnische Variante für Einstellung des kleinen Grenzverkehrs
Durch Polen wurde vor einem reichlichen Jahr der jahrelang ausgehandelte Vertrag über den kleinen visafreien Grenzverkehr einseitig eingestellt. Der erste Schritt hierzu war eine angeblich temporäre Einstellung im Zusammenhang mit dem damaligen Besuch des Papstes und dem darauffolgenden NATO-Treffen in Polen – weitab von den Gebieten, die am kleinen visafreien Grenzverkehr auf polnischer Seite eingeschlossen waren. Danach gab es eine Reihe weiterer Begründungen, weshalb man den Grenzverkehr nicht wieder aufnimmt. Hierzu gehörten die Militarisierung des Kaliningrader Gebietes, die aggressive Außenpolitik Russlands, eine Schädigung der polnischen Wirtschaft und noch weiteren Gründen. Jetzt hat Polen nochmals unterstrichen, dass es nicht interessiert ist, den visafreien kleinen Grenzverkehr wieder zu aktivieren und erklärt dies mit neuen Gründen: dem wirtschaftlichen Druck den das Land ausgesetzt ist und der Cybergefahr aus Russland. 
In der vergangenen Woche hatte die internationale Vereinigung der Regionalparlamente Russland, Deutschland, Schweden, Litauen und Polen der Republik Polen empfohlen, den kleinen visafreien Grenzverkehr mit dem Kaliningrader Gebiet wieder aufzunehmen. Gegenwärtig findet ein Forum dieser Länder in Kaliningrad statt.
 
 
08.06.2017 – EU-Botschafter mit interessanten Äußerungen in Kaliningrad
Die Europäische Union und Russland können viele gemeinsame Interessen im Kaliningrader Gebiet realisieren – vorausgesetzt, man verzichtet auf die Zuspitzung der Lage und ein Anwachsen militärischer Strukturen in der Region. Das meint der Botschafter der Europäischen Union in Russland Wigaudas Uschazkas während des VII. Forums der Partnerregionen, welches gegenwärtig im Kaliningrader Gebiet stattfindet.
 
Kaliningrad hat eine besondere geopolitische Lage und eine einzigartige Geschichte, die verbunden ist mit Russland und der Europäischen Union. Politische Aufmerksamkeit und die Zuweisung von finanziellen Ressourcen könnten das Kaliningrader Gebiet zu einer bevorzugten Region für die Zusammenarbeit zwischen Der Europäischen Union und Russland machen. Hier gibt es viele gemeinsame Interessen die umgesetzt werden können, allerdings nur auf der Grundlage gegenseitiger Wertschätzung und Zusammenarbeit, bei gleichzeitiger Entsagung einer Vervollständigung militärischer Strukturen und ein anheizen der Spannungen in der Region – meinte der EU-Botschafter.
Der EU-Botschafter unterstrich, dass in Kaliningrad sehr viele Erfahrungen in der gemeinsamen Arbeit mit den Regionen der EU vorliegen, insbesondere im Rahmen der grenznahen Zusammenarbeit. Es wurden schon über 60 Projekte mit einem Gesamtaufwand von 146 Mio. Euro umgesetzt.
Anmerkung UN: Nicht ganz verständlich geht aus den Medienmitteilungen hervor, ob der EU-Botschafter nur für den Abzug russischen Militärs aus dem Kaliningrader Gebiet eintritt, oder ob er auch den Abzug von NATO-Truppen aus dem Baltikum und Polen bei seinen Erläuterungen im Auge hatte.
 
 
08.06.2017 – Kaliningrader Gouverneur will mit „BARS“ zusammenarbeiten
In den letzten Monaten hat unser Portal ausreichend häufig über „BARS“ (Baltischer Vortrupp für den russischen Widerstand) informiert. Erst kürzlich sind drei Personen, die im Zusammenhang mit dieser nicht registrierten Organisation, die des Extremismus verdächtigt wird, vom russischen FSB verhaftet worden. Da rutscht einem schon das Herz in die Hose, wenn man liest, dass der Kaliningrader Gouverneur am Mittwoch mit „BARS“ einen Kooperationsvertrag unterzeichnet hat. Wer sich allerdings nicht nur mit dem Lesen von Überschriften, sondern des ganzen Artikels beschäftigt, wird feststellen, dass es sich bei dieser Organisation „BARS“ um ein Tochterunternehmen der russischen staatlichen Struktur „RosTech“ handelt, deren Geschäftsfeld die IT-Technik und die Entwicklung von Software ist. Die Tochterstruktur von „RosTech“ ist bereits in Kaliningrad aktiv, allerdings will man jetzt eine eigene Firma in Kaliningrad schaffen. Diese soll IT-Produkte in Kaliningrad herstellen, die für den Export bestimmt sind.

 

07.06.2017 – Neuer FSB-Grenzchef in Kaliningrad ernannt
Die Personalerneuerungen in den föderalen Machtorganen im Kaliningrader Gebiet setzen sich fort. So wurde Iwan Krasnoschjokow als neuer Chef der Verwaltung Grenztruppen in der Regionalverwaltung des FSB für das Kaliningrader Gebiet ernannt.
 
Am Dienstag stellte der stellvertretende Leiter der föderalen Behörde Wladimir Strelzow den neuen Leiter beim Kaliningrader Gouverneur Anton Alichanow vor. Der Gouverneur hob hervor, dass diese Funktion gerade im Kaliningrader Gebiet eine besonders wichtige Rolle spiele, denn es bleibt nicht unbemerkt, dass die Militarisierungsstimmungen im Westen und die Terrorgefahr in der Europäischen Union wachsen. Sichere Grenzen im Kaliningrader Gebiet sind Garantie für ein sicheres Leben der Bürger. Der Kaliningrader Gouverneur erklärte die Bereitschaft operativ und eng mit der Grenzschutzbehörde zusammenzuarbeiten. Vor seiner Versetzung nach Kaliningrad übte der neue Leiter des Kaliningrader Grenzschutzes die gleiche Funktion im Amur-Gebiet aus. Davor war er Leiter des Grenzdienstes in den Gebieten Kurgansk und Tjumen. Er war eingesetzt in Afghanistan.
 
 
07.06.2017 – Merkwürdige Tourismus- und Kulturrekorde in Kaliningrad
Regelmäßige Konsumenten der Kaliningrader Massenmedien haben sich an übersteigerte Erfolgsmeldungen auf dem Gebiet des Tourismus bereits gewöhnt. Zu vielen Einzelthemen belegt Kaliningrad immer öfter führende Positionen in der Tourismusstatistik. Derartige Erfolge rufen ab einer gewissen Intensität ein gewisses Misstrauen in die Richtigkeit hervor, zumal genaue und objektive Quellen, an Hand derer man die Informationen überprüfen könnte, nicht existieren. Nun informierte der Minister für Tourismus und Kultur, dass die Kaliningrader Theater urplötzlich einen großen Auslastungsgrad zeigen. So sollen im vergangenen Jahr 637.000 Kulturbegeisterte die verschiedensten Theaterveranstaltungen im Gebiet besucht haben. Das sind 43 Prozent mehr als noch im Jahre 2015. Besonders gefragt war aber nicht das Schauspielhaus, der Königsberger Dom oder die Philharmonie, wie man glauben könnte, sondern die Kulturhäuser, die sich eines besonderen Zuspruches erfreuten. Diese Kulturhäuser sind jetzt nicht nur Gebäude, wo die Zuschauer zuschauen, sondern Stätten für schöpferische Initiativen – so der Herr Minister.
Die Informationsagentur „rugrad.eu“ wiederum informierte, unter Bezugnahme auf die föderale Statistikagentur, die sich wiederum auf das föderale Ministerium für Kultur bezog, dass die Anzahl der Besucher in den Kaliningrader Theatern im Jahre 2016 um 10 Prozent rückläufig war und sich auf 203.183 Personen beschränkte. In den Kaliningrader Museen stellt sich die Situation noch schlechter dar. Hier verzeichnete man 16 Prozent weniger Besucher. Weiterhin wurden im Gebiet im vergangenen Jahr ein Theater und vier Museen geschlossen. Einzige Einrichtung, die einen wirklichen Zuwachs an Besuchern hatte, war der Kaliningrader Zoo. Hier registrierte man 31.000 Besucher mehr als im Jahre 2015, also 387.000 Besucher.
Wie „rugrad.eu“ weiter mitteilt, scheinen aber die Zahlen zu den besuchten Konzerten wirklich den Tatsachen zu entsprechen. Während in den vergangenen vier Jahren die Besucherzahlen schwankend waren, gab es wirklich von 2015 zu 2016 einen Zuwachs von 226.000 auf 398.000 Besucher. „Rugrad“ glaubt, dass das neue Theater „Jantar-Holl“ in Swetlogorsk hier einen wesentlichen Anteil hat. Allerdings wird dieses Theater aus dem Regionalhaushalt auch jährlich mit 100 Mio. Rubel subventioniert und stellt somit keinen wirtschaftlichen Erfolgsfaktor für die Region dar. Allerdings scheint der Zuwachs auch hier nur durch „Verlagerung“ erfolgt zu sein, denn in der Vergangenheit haben viele Konzerte in Kaliningrad in Privateinrichtungen stattgefunden, über deren Besucheranzahl die privaten Organisatoren nicht informierten. Nun hat der Staat eine Vielzahl dieser Konzerte in die „Jantar-Holl“ verlagert und damit den Privaten die Existenzgrundlage beschnitten.
Anmerkung UN: So schafft sich jeder seine eigenen Erfolgserlebnisse oder betreibt auch Zahlen-Onanie.
 
 
07.06.2017 – Außenminister Lawrow in Kaliningrad
Der russische Außenminister Lawrow hat sich am 6. Juni zu einem Arbeitsbesuch in Kaliningrad aufgehalten und sich mit dem Kaliningrader Gouverneur Anton Alichanow getroffen. Lawrow informierte über die bevorstehende Einführung des elektronischen Visums für Ausländer für das Kaliningrader Gebiet. Er teilte mit, dass dieses Visum kostenlos sein wird.
 
Im weiteren kritisierte Lawrow die Regierungen Polens und Litauens der Russenphobie, insbesondere im Verhältnis zu Kaliningrad. Dies kommt insbesondere in der grenznahen Zusammenarbeit zum Ausdruck. Es gibt eine ganze Reihe von gemeinsamen Projekten im Rahmen der grenznahen Zusammenarbeit mit Polen und Litauen, die im Interesse des Kaliningrader Gebietes sind. Bemerkenswert dabei ist, dass, ungeachtet der feindlichen russophoben Haltung der Regierungen dieser beiden Länder, die Zusammenarbeit auf regionaler Ebene funktioniert. Die Regionalverantwortlichen beider Länder haben nicht die Absicht eine Mauer zwischen den Menschen zu errichten, so wie es jetzt Litauen tut, das mit dem Bau eines Grenzzaunes zu Kaliningrad begonnen hat, oder wie es die polnischen zentralen Behörden taten, als sie den kleinen visafreien Grenzverkehr mit dem Kaliningrader Gebiet einstellten.
 

Foto: Treffen des Gouverneurs Anton Alichanow mit dem russischen Außenminister Sergej Lawrow in Kaliningrad
 
Der Kaliningrader Gouverneur Anton Alichanow informierte den russischen Außenminister, dass Kaliningrad aktiv an den grenzüberschreitenden Prozessen teilnehmen wird.  Er zeigte sich erfreut, dass das russische Außenministerium Kaliningrad ausgewählt habe, um sich mit dem Außenminister der Slowakei zu treffen. Alichanow glaubt, dass die Wahl Kaliningrads als Besuchertreffpunkt nicht zufällig war. Bedingt durch seine besondere geopolitische Lage ist Kaliningrad besonders geeignet als Gastgeber für internationale Treffen.
 
 
07.06.2017 – Kaliningrad kann beim Bau des Grenzzaunes helfen
Der Kaliningrader Gouverneur Anton Alichanow informierte, dass Kaliningrad bereit ist den Litauern beim Bau des Grenzzaunes zum Kaliningrader Gebiet zu helfen, wenn dies denn nötig ist. Kaliningrad könnte zum Beispiel preisgünstig das Baumaterial liefern – erklärte der Gouverneur während eines Interviews mit dem russischen TV-Sender „Rossija 24“.
 
Der Gouverneur begrüßte die Absichten Litauens, mit dem Bau dieser Grenzanlage den Schmuggel bekämpfen zu wollen. Allerdings habe er Zweifel, ob dieser Zaun auch wirklich den gewünschten Zweck erfüllen werde, insbesondere wenn man an die ausgetüftelten Methoden der Schmuggler denkt, die sich in den letzten Jahren entwickelt haben. Es wäre schön, wenn der Kampf gegen den Schmuggel sich nicht nur auf den symbolischen Bau eines Zaunes beschränkt, sondern dieser Zaun auch mit der notwendigen Elektronik ausgestattet wird, um Bewegungen zu bemerken und reagieren zu können – so Alichanow.
Für die Bewohner Kaliningrads selber ist der Bau von wenig Interesse, da es eine ausreichende Anzahl von Grenzübergängen gibt, die stabil funktionieren. Kaliningrad rechnet auf die Entwicklung gutnachbarschaftlicher Beziehungen und deshalb wird Russland keinerlei besondere symbolische Baumaßnahmen an der Grenze nicht durchführen.
 
07.06.2017 – Polnische Fluggesellschaft LOT hat Flugbetrieb aufgenommen
Am 5. Juni 2017 hat die polnische Fluggesellschaft LOT den ersten Flug Warschau-Kaliningrad-Warschau durchgeführt. Das Flugzeug landete pünktlich um 12:06 Uhr auf dem Kaliningrader Airport „Chrabrowo“. Das Erstflugzeug wurde traditionell auf dem Kaliningrader Airport mit einem „Wasserbogen“ begrüßt. Den Rückflug trat das Flugzeug um 12:52 Uhr an. Zukünftig wird LOT an sechs Tagen in der Woche mit dem Flugzeugtyp Bombardier Q400 fliegen. Die Kosten für ein Flugticket „Hin und zurück“ belaufen sich auf mindestens 7.374 Rubel (115 Euro). Damit ist klar, dass die LOT kein Billigflieger ist.
 
07.06.2017 – Stadtrat hat Zweifel an Notwendigkeit von Schulen und Kindergärten
Der Kaliningrader Stadtrat hat seine Zweifel geäußert, ob man in Kaliningrad wirklich noch weitere 45 Kindergärten und 24 Schulen benötige und ob man überhaupt in der Lage ist, rein finanziell diese Objekte auch zu errichten. Durch die Abgeordneten wurde das Programm des sozialen Bauwesens bis zum Jahre 2035 beraten und darin ist der Bau der genannten Anzahl von Kindergärten und Schulen vorgesehen. Die Abgeordneten hatten allerdings berechnet, dass sich die Einwohnerzahl der Stadt in dem Zeitraum bis 2035 um nur 15 Prozent erhöht. Die geplanten Objekte selber sind sehr groß und es könnte sein, dass die Objekte nicht gebaut werden können, schon alleine wegen der fehlenden Finanzierung und die Bevölkerung wird entsprechende Fragen stellen. Wenn die Stadt alle geplanten Sozialobjekte bauen will, also zu den bereits Genannten noch die medizinischen Einrichtungen und andere Objekte, so werden dafür 68 Milliarden Rubel benötigt. Natürlich sind diese Pläne gut, so die Abgeordneten, aber auch völlig unreal. Seit Jahren versucht die Stadt schon drei dringend benötigte Schulen zu bauen und stößt auf Schwierigkeiten. Wie sollen dann weitere 24 Schulen gebaut werden – so stand die Frage.
 
 

06.06.2017 – rugrad.eu informiert über „Erfolge“ der Vergangenheit
Das Informationsportal „rugrad.eu“ informiert, dass der Umfang der ausländischen Investitionen im Kaliningrader Gebiet 41 Mio. USD betrug. Das Jahr 2016 war das Jahr der Beendigung der „Ära Zukanow“ im Kaliningrader Gebiet. Im Jahre 2011, dem Beginn der „Ära Zukanow“ im Kaliningrader Gebiet, betrug die Summe der ausländischen Investitionen 123 Mio. USD. Das Informationsportal beruft sich hierbei auf offizielle Zahlen der Zentralbank Russlands. Das Jahr 2016 selber, war dabei noch nicht das schlechteste Jahr (Gouverneur Zukanow wurde im Mai abgelöst und nach St. Petersburg versetzt). Schon im Jahre 2012 fielen die ausländischen Investitionen auf 26 Mio. USD. Das schlechteste Jahr war 2013, als sogar 25 Mio. USD abwanderten. Im Jahre 2014 wanderten nochmals zwei Millionen USD ab.
 
06.06.2017 – Mühsam nährt sich der Umweltschutz
Schon vor zwei Jahren wurde davon gesprochen, dass sich auch Kaliningrad an der Verbreitung von Öko-Strom-Tankstellen beteiligen will. Behörden sollten mit stromgespeisten Fahrzeugen ausgestattet werden und „JantarEnergo“, der Energiemonopolist in Kaliningrad, wollte mit gutem Beispiel vorangehen. Dann hörte man nichts mehr von diesen Initiativen. Jetzt informiert „JantarEnergo“ über die Einrichtung der ersten Stromtankstelle in Kaliningrad. Diese soll Ende Juni in der Nähe des IBIS-Hotels am Moskowski-Prospekt entstehen. Eine weitere Elektro-Tankstelle wird vermutlich im September in der Nähe der Stadtverwaltung im Zentrum auftauchen. Insgesamt werden bis Jahresende sechs derartige Tankstellen gebaut. Standorte für die Stromtankstellen wurden in den Städten Swetlogorsk, Selenogradsk, Jantarny, Kurskaja Kosa ausgewählt. Die Bedienung soll denkbar einfach sein. Der Kunde sagt der „Zaptsäule“, wieviel Geld er ausgeben will oder wieviel Kilowatt er tanken will. Den Auftankprozess kann man dann am eigenen Smartphon beobachten. An einer Tankstelle können gleichzeitig zwei Fahrzeuge tanken. Gegenwärtig sind in Kaliningrad zwei Elektro-Fahrzeuge registriert.
 
Foto: Projekt der neuen Strom-Tankstelle in Kaliningrad
 
06.06.2017 – Haus wird wie ein fauler Zahn aussehen
Der Chefarchitekt der Stadt Kaliningrad äußerte sich enttäuscht über die Entscheidung der Bürger, die im Haus auf dem Leninski-Prospekt 35-37 wohnen und die es ablehnen, dass auch ihr Haus fassadenrenoviert wird. Damit wird der gesamte Eindruck, den der neue Leninski-Prospekt erwecken soll, zerstört – so der Kommentar von Wjatscheslaw Genne. Die Straße wird dann so aussehen, wie ein Gebiss ohne einen Zahn. Trotzdem hofft er, dass die Kaliningrader und ihre Besucher von der neuen Straße einen guten Eindruck erhalten. Er hofft aber auch, dass die zuständigen regionalen Behörden weiterhin mit den Bewohnern sprechen, um diese doch noch von der Richtigkeit und Notwendigkeit der Fassadeninstandsetzung zu überzeugen.
Anmerkung UN: Man kann sich des Eindrucks nicht erwehren, als ob die Gründe, die die Bewohner für ihre Weigerung nennen, doch mehr vorgeschobene Gründe sind, mit dem Ziel, von staatlicher Seite noch mehr herauszuschlagen, was leider eine durchaus gängige Praxis ist. Sollte sich darauf aber der Staat einlassen, ist zu befürchten, dass alle anderen Bewohner der anderen Häuser auch nochmal in den Forderungen nachlegen.
 
06.06.2017 – Russischer Außenminister Lawrow in Kaliningrad
Die Masse der Kaliningrader Medien schweigen eigenartigerweise über den anstehenden Besuch des russischen Außenministers Lawrow in Kaliningrad. Dieser soll am 5. Juni anreisen, um am Dienstag, gemeinsam mit dem Außenminister der Slowakei Gespräche zu führen. Gesprächsgegenstand sollen Fragen der Organisation der Arbeit der UNO sein. Selbstverständlich sind auch die beiderseitigen Beziehungen im Programm vorgesehen. Lesen Sie hierzu auch unseren Beitrag:
 

 

05.06.2017 – Auch im Alter noch aktiv
Kaliningrader Rentner sind auch im Alter noch aktiv. Dies stellten Polizisten fest, die einen 63jährigen Kaliningrader Rentner verhafteten – just in dem Moment, wo er eine Wohnung verließ, die er eben gerade ausgeraubt hatte. Sein ganzes Leben hatte er mit Wohnungseinbrüchen organisiert, wurde dafür neunmal von einem Gericht verurteilt und durfte insgesamt 23 Jahre in staatlichen Unterkünften verbringen. Der Rentner gehörte zu den sogenannten Nachtaktiven. Er begründete dies damit, dass man tagsüber zu leicht auffällt. Deshalb hatte er auch häufiger die Wohnung in der Stadt gewechselt, um an einem Wohnort nicht zu bekannt zu werden. Nun drohen ihm sechs Jahre Freiheitsentzug. Er wird also nach seiner Entlassung 69 Jahre alt sein und hat Anspruch auf Sozialrente. Vielleicht hält ihn dann die Sozialrente und sein erreichtes Lebensalter davon ab, fremde Wohnungen ohne Einladung zu besuchen.
 
05.06.2017 – IT-Programmierer lieben Kaliningrad – nicht immer, aber immer öfter
Der stellvertretende Gouverneur des Kaliningrader Gebietes Alexander Schenderjuk-Schidkow informierte während des St. Petersburger internationalen Wirtschaftsforums, dass Kaliningrad für IT-Spezialisten aus den ehemaligen Sowjetrepubliken immer interessanter werde. Auch Kaliningrad ist sehr daran interessiert, dass diese Intelligenz-Elite sich im Gebiet ansiedelt. Alles was das Gebiet dafür tun kann, wird auch getan, so der Vizegouverneur. Für diese Spezialisten gelten auch die Bestimmungen der Sonderwirtschaftszone. Gegenwärtig erarbeitet man in der Kaliningrader Regierung ein Zusatzprogramm, welches die Übersiedlung dieser Spezialisten zusätzlich stimulieren soll. Unter anderem will das Kaliningrader Gebiet die Kosten für den Umzug erstatten.
 

04.06.2017 – Kaliningrader Telefondienstleistungen ohne stabile Perspektive
Nicht alle telefonischen Dienstleistungen in Kaliningrad haben eine stabile Perspektive, auch wenn die Leitungen häufig benutzt werden. Das erfuhren ein 35- und ein 26jähriger Kaliningrader, die für sich das Geschäftsfeld „Zuhälter“ ausgewählt hatten. Per Anruf konnte man bei den beiden Frauen, ganz nach dem persönlichen Geschmack bestellen. Diese wurden dann frei Haus angeliefert und für 2.500 Rubel pro Stunde „überlassen“ – Vorkasse selbstverständlich. Seit Anfang 2016 hatten die beiden Männer angefangen, ihr Unternehmen personell zu formieren. Als „Office“ mieteten sie eine Wohnung an. Die Aufteilung des Geldes erfolge gerecht: 1.000 Rubel für die Frau, 1.500 Rubel für die Unternehmensleitung. Irgendwann fiel dieses illegale Geschäftsmodell auf (vielleicht wurden keine Steuern bezahlt oder keine Sozialabgaben abgeführt, vielleicht ärgerten sich aber auch nur Wettbewerbspartner) und die Staatsanwaltschaft bereitete dem Spaß ein Ende. Beide Herren und die Damen warten nun, wie Staatsanwalt und Richter auf ihre Zukunft schauen.
 
 
04.06.2017 – Kaliningrader Wirtschaft hat wohl Talsohle durchschritten
Die Kaliningrader Wirtschaft soll angeblich ihre Talsohle durchschritten haben. Vom Platz 71 im russischen Wirtschaftsrating im Jahre 2016 hat sich die Region nun um 32 Punkte auf Platz 39 nach oben gearbeitet. Wie die Region dies geschafft hat ist etwas unklar, denn die Quelle, auf die die Kaliningrader Medien verweisen, existieren zwar, zeigen aber nur die ersten 20 Plätze an. Wie die Methodik der Berechnung dieses Ratings erfolgt ist auch etwas unklar. Und wenn man einfach nur die höhere Mathematik beiseite lässt und in die tägliche Praxis schaut, ist klar, dass sich natürlich in Kaliningrad einiges bewegt, insbesondere durch die aktive Arbeit der „Korporation für die Entwicklung des Kaliningrader Gebietes“ und der Gebietsregierung, aber dies noch lange keine praktischen Auswirkungen auf das tägliche wirtschaftliche Leben an sich hat. Und für ein derartiges „nach Oben schnellen“ im föderalen Wirtschaftsrating bedarf es wohl doch etwas mehr, also nur positiver Meldungen in den Medien. Man darf also nach wie vor den veröffentlichten Ratings durchaus kritisch gegenüberstehen.Allerdings hat sich auch Putin während des St. Petersburger internationalen Wirtschaftsforums zu Kaliningrad geäußert:
 
Hoffen wir, dass die Äußerungen des russischen Präsidenten Putin eine realere Grundlage hat, als das Rating der „Agentur für strategische Initiativen“
 
04.06.2017 – Deutsche Kriegsgefangene haben schlampig gearbeitet
Die Konstruktion der Holz-Brücke befindet sich in einem schlechten Zustand. Dies erklärte der Kaliningrader Bürgermeister Alexander Jaroschuk bei einem Termin vor Ort, als er sich vom Fortgang der Rekonstruktionsarbeiten an dieser Brücke informierte. Er erinnerte daran, dass während des Krieges die Brücke von einer Bombe getroffen und diese dadurch teilweise zerstört wurde. Im Jahre 1947 wurde die Brücke durch deutsche Kriegsgefangene wieder aufgebaut. Aber der Wiederaufbau erfolgte in schlechter Qualität. Nicht informiert wurde, ob der Kaliningrader Bürgermeister nun Garantieforderungen an die deutsche Seite stellen will.
Bei einer weiteren Besichtigung der Brücke stellte er fest, dass der gesamte konstruktive Teil in einem sehr schlechten Zustand ist und nur der liebe Gott wohl Schlimmeres verhütet hat. Die Brücke ist gegenwärtig für den Fahrzeugverkehr gesperrt, Fußgänger können die Brücke einseitig nutzen. Man geht davon aus, dass die Brücke zum 1. Oktober wieder für den Verkehr freigegeben wird.
Anm. UN: Die schlechte Arbeit der deutschen Kriegsgefangenen wurde 70 Jahre nach erfolgter Instandsetzung der Brücke festgestellt. Es soll andere Bauwerke in Kaliningrad geben, wo bereits nach erheblich kürzerer Zeit die schlechte Qualität sichtbar ist.
 
Foto: Deutsche Kriegsgefangene setzen unter sowjetischer Anleitung Holzbrücke instand
 
04.06.2017 – Medienrating für Medien
In Russland existiert eine Ratingagentur, die monatlich die russischen Medien und deren Aktivisten, sprich Journalisten analysiert. Für diejenigen, die sich gerne in russischsprachigen Medien über Ereignisse in Kaliningrad informieren wollen (die aber auch ausgewählt über föderale Ereignisse berichten) ist im April ein aktuelles Medienrating erschienen. Hierbei analysiert die Ratingagentur die Anzahl der Zitierungen der Medien in anderen Medien und daraus ergibt sich dann die Position des Massenmediums innerhalb der Region oder innerhalb der Föderation. Wir haben die TOP-10 der Kaliningrader Medien für Sie zusammengestellt und kurz subjektiv charakterisiert:
 
 
04.06.2017 – Deutsche Denkweisen zu Kalinin und der Stadt, die seinen Namen trägt
Am 3. Juni 1946 verstarb Michail Iwanowitsch Kalinin. Er wird oftmals in westlichen Medien kurz als Präsident der Sowjetunion bezeichnet, war aber von 1923 bis 1946 Vorsitzender des Präsidiums des Obersten Sowjets der UdSSR.
Einige Städte wurden nach ihm benannt oder umbenannt. Das Gebiet Twer hieß von 1931 bis 1990 Gebiet Kalinin. 1938 wurde eine Stadt Kaliningrad bei Moskau gegründet und 1995 in Koroljow umbenannt. Die 1945 durch das Potsdamer Abkommen an die Sowjetunion übergegangene ehemalige ostpreußische Hauptstadt Königsberg (Pr) wurde 1946 nach Michail Kalinin in Kaliningrad umbenannt. Kalinin hat mit der heutigen Stadt Kaliningrad keinerlei personellen Zusammenhang, hat sich nie in der Stadt aufgehalten oder sonstige Entscheidungen im Zusammenhang mit der Stadt zu verantworten. Der Streit um den Stadtnamen setzt sich bis heute fort und ist insbesondere unter Deutschen, die sich als ostpreußische Vertriebene einordnen, ein Reizthema. Eine Veröffentlichung zum Todestag von Kalinin in einer geschlossenen FB-Gruppe durch unsere Informationsagentur am Sonntag, löste sofort heftigste Meinungsäußerungen aus. Hier einige ausgewählte Zitate (Neutrale oder besonnene Meinungsäußerungen gab es nicht):
 
  • Gut das er auch dort hin muss, wo er so viele Menschen hinbrachte. Nur ein paar Plagen von denen, die sie erleiden mussten, würde ich ihm mit auf dem Weg geben… Er soll dort schmoren wo Sünder geschmort werden, wenn es das gibt, für jedes ungerechte Todesurteil Tausend Jahre...
  • Wen interessiert´s wann dieser Kriegsverbrecher verstorben ist. Möge er ewig in der Hölle schmoren, wenn es denn eine gibt. Dieser Kerl wurde nie zur Rechenschaft für seine Verbrechen gezogen wie so viele andere auch. Eine Schande, dass so ein Individuum von den Russen noch als Kriegsheld verehrt wird!!!!
  • Das ist, als würden wir den Todestag von Adolf Hitler gedenken.
  • Schmoren in der Hölle soll er.
  • Wer Massenmörder ehrt, begeht selber ein Verbrechen.
  • Dieser Mann ist indirekt verantwortlich für den Tod von meinem Großvater und vielen anderen.
  • Dieses kalinin war parasit.widu stalin
  • Die Frage ist nur, wessen Propaganda war verlogener, die von Goebbels oder die der Alliierten und Russen?????
  • Gut, dann ist für mich heute Feiertag... der Grund? Die rote Sau Kalinin ist tot... ist ein Grund für mich zu feiern!!! Und... für mich ist es nur eine Frage der Zeit...bis Ostpreußen wieder unser ist
  • Dieses Denkmal gehört in die Luft gesprengt mit dem roten Vogel!

03.06.2017 – Russische Militärangehörige aus Transitzug entfernt
Täglich fährt ein Zug zwischen Kaliningrad und Moskau und nutzt hierfür die Transitstrecke durch litauisches Territorium. Litauische Grenzbeamte kontrollieren diesen Zug und die darin befindlichen Passagiere. Dabei stellten sie fest, das in einem Abteil vier Zivilpersonen saßen, die aktiv dienende Soldaten in der russischen Armee sind. Herbeigerufene Spezialkräfte des Sicherheitsdienstes forderten die russischen Militärangehörigen auf, den Zug zu verlassen. Ihnen wurde eine Durchfahrt mit dem Transitzug nach Moskau aus Sicherheitsgründen verweigert. Von litauischer Seite wurde erklärt, dass eine Gruppe von vier Soldaten bereits als militärische Formation gilt und hierfür eine Sondergenehmigung erforderlich ist. Diese Genehmigung hatten die russischen Armeeangehörigen nicht. Die russischen Soldaten kehrten mit einem anderen Zug nach Kaliningrad zurück. Vermutlich hätten sie diese Unannehmlichkeiten vermeiden können, wenn sie jeweils zu zweit in einem Waggon gefahren wären.
 
Foto: Landverbindung zum russischen Mutterland nur über NATO-Transitländer möglich
 
03.06.2017 – Viel Geld für Schiff und Universität
Vor wenigen Wochen wurde der Technischen Universität das Segelschulschiff „Sedow“ geschenkt. Es wird natürlich weiterhin als Ausbildungsschiff genutzt. Nun hat die Uni mitgeteilt, dass der jährliche Unterhalt dieses Schiffes sich auf 110 Mio. Rubel beläuft. Insgesamt stehen aus dem Staatshaushalt 300 Mio. Rubel für den Unterhalt von drei Segelschulschiffen (Sedow, Krusenstern und Pallada) zur Verfügung. Die Aufteilung dieser Gelder erfolgt jedes Jahr in Abhängigkeit von den zu erfüllenden Aufgaben zwischen diesen drei Schiffen. Wie der Rektor der Universität mitteilt, besteht die jährliche Aufgabe der „Sedow“ in drei Ausbildungsreisen und Praktika für mindestens 340 Auszubildenden Matrosen. Gegenwärtig befinden sich an Bord der „Sedow“ 104 Studenten aus Archangelsk, Murmansk und Kertsch. Das Schiff wird am 16. Juni in See stechen.
 
 
03.06.2017 – Gouverneursrating wie Beton - unbeweglich
Das monatliche Gouverneursrating scheint für den Kaliningrader Gouverneur Anton Alichanow aus Beton gegossen zu sein und ist kaum beweglich. Beginnend damit, dass niemand bereit ist, auf diesem öffentlichen Portal eine Bewertung abzugeben (seit drei Monaten haben nur 155 Personen unverändert) eine Wertung vorgenommen, hat sich die Durchschnittsnote für den Gouverneur nur unwesentlich zum Besseren verändert – er ist, zumindest nach diesem föderalen Rating nur Mittelmaß. Es sei daran erinnert, dass am 10. September in Kaliningrad Gouverneurswahlen stattfinden und es zu befürchten ist, dass die Wahlbeteiligung unter den Mindesterwartungen liegt. Dies wiederum würde Zweifel an der Legitimität der Wahl aufkommen lassen, egal wer von den (bisher noch nicht feststehenden) Gouverneurskandidaten gewählt wird.
 
 
03.06.2017 – Investoren wachsen in Kaliningrad wie Pilze aus dem Boden
Wieder gibt es einen russischen Investor, der Kaliningrad für sich als goldene Zukunft ausgewählt hat. Darüber informierte der Leiter der Korporation für die Entwicklung des Kaliningrader Gebietes Wladimir Sarudni. Die Korporation hat eine Vereinbarung mit der Firma „Lift-Kaliningrad“ unterzeichnet, welche die Eröffnung einer Produktion von Fahrstühlen – sowohl für Personen wie auch für Frachten – in Kaliningrad vorsieht. Der Bau einer derartigen Produktionsstätte erfolgt im Rahmen des Programms zur Ablösung von Importen und wird demzufolge besonders gefördert. Das Projekt wird über einen hohen Grad an Lokalisierung verfügen, d.h. es wird fast ausschließlich aus russischen Materialien hergestellt. Die Fabrik wird von „Null“ an gebaut. Es gibt bisher in Kaliningrad hierzu keinerlei Voraussetzungen, außer bestens geeigneter Standorte mit kompletter Infrastruktur. Die Firma hat für sich den Standort des Industrieparks „Chrabrowo“ in der Nähe des Airports ausgewählt. Die bisher genannte Investitionssumme beläuft sich auf 154 Mio. Rubel. In der neuen Produktionsstätte werden 50 Arbeitsplätze geschaffen. Gegenwärtig laufen bereits Gespräche, so u.a. mit dem Iran, über mögliche Exporte dieser Fahrstühle.
 
27 Leser unseres Portals haben es schon bemerkt, dass wir wieder eine neue Umfrage gestartet haben. Schauen Sie mal links von diesem Artikel, da gibt es so einen Kasten mit der Überschrift „Umfrage“. Sie müssen sich nicht registrieren, sondern müssen nur mit der Maus, oder, wenn Sie ein Tablet oder Smartphon haben, mit dem Finger die Antwortvariante antippen, die Ihnen am besten gefällt. Danach eröffnen sich Ihnen neue wissensvermittelnde Horizonte – probieren Sie es einfach mal. Es kostet auch kein Geld!
 
03.06.2017 – Nicht jede Geschäftsidee hat eine Perspektive
Nicht jede Geschäftsidee hat eine solide Perspektive, auch wenn man sie im Rahmen eines Familienbetriebs organisiert. Eine der wesentlichen Voraussetzungen für die perspektivreiche Arbeit eines Unternehmens ist, dass gesetzliche Bestimmungen eingehalten werden. 10 Kaliningrader und zwei Bürger aus Kirgisien und Armenien hatten ein Gemeinschaftsunternehmen organisiert, aber nicht registriert. Handelsgegenstand war der Transport und Verkauf von Rauschgift. 22 Mio. Rubel soll der Umsatz dieses Unternehmens betragen haben – meint der Staatsanwalt. Das Sagen in dieser Gruppe hatte eine 35jährige Kaliningrader Frau. Die Gruppe hatte ein sogenanntes „kontaktloses System“ des Rauschgifthandels organisiert. Diejenigen, die Rauschgift benötigten, riefen eine Telefonnummer an. Dort erhielten sie eine Bankverbindung, wohin das Geld zu überweisen war. Nach Geldeingang erhielten die Besteller einen Lagerort genannt, wo er den Stoff abholen kann. Der Staatsanwalt organisiert nun, gemeinsam mit dem Richter, die weitere Perspektive dieser Gruppe.
 

 

02.06.2017 – Der Tiefpunkt der russisch-deutschen Beziehungen ist überschritten
Der Tiefpunkt in den russisch-deutschen Beziehungen ist überwunden. Dies erklärte der deutsche Politologe und Stellvertreter des Leiters des Berliner Zentrums für das Studium von Osteuropa Dmitri Stratiewski während einer Sitzung des Diskussionsclubs „Kaliningrader BLOG-Post“. Nach seinen Worten hat bereits die schrittweise Verbesserung des Verhältnisses zu Russland begonnen.
Ende 2016 gab es eine Umfrage, organisiert durch die einflussreiche deutsche Stiftung „Körber“, mit einem ziemlich interessanten Ergebnis. Die Befragten wurden gebeten, die Länder zu nennen, zu denen gute Beziehungen besonders wichtig sind. Die Deutschen nannten an erster Stelle Frankreich (89 %), an zweiter Stelle kam Russland (81 %), an dritter Stelle wurden die USA (59 %) genannt. Gleichzeitig wurde diese Umfrage in Russland durchgeführt. 62 Prozent der Befragten meinten, dass die Beziehungen zu Deutschland sich verbessert hätten. Damit hatte Deutschland den ersten Platz in der Reihe der Länder inne, die durch die Befragten für eine erfolgte Verbesserung der zwischenstaatlichen Beziehungen benannt worden sind.
 Nach Meinung von Dmitri Stratiewski sollte Kaliningrad eine Brückenfunktion zwischen Russland und dem Westen spielen. Die Annäherung könnte sowohl über den kulturellen Bereich, wie auch über die Wirtschaft erfolgen. „Politik ist immer eine sehr schwierige Materie, mit schwierigen politischen Fragen sollte man immer versuchen durch andere Türen zu gehen“, - so der Experte.
Anm. UN: Sie erinnern sich an unseren Artikel vom vergangenen Montag in der Rubrik „Meine Meinung … mit deutschem akzent“? Sollten Sie ihn nicht gelesen haben, so finden Sie eine Reihe von Ergänzungen zu dieser Mitteilung und einer möglichen neuen Rolle Deutschlands in der russischen Region Kaliningrad.
 
 

02.06.2017 – Wieder neuer Investor für Kaliningrad gefunden

Ein neuer Investor plant 500 Mio. Rubel in eine Textilfabrik im Kaliningrader Gebiet zu investieren. Es handelt sich hierbei um die russische Firma „Rapira“, die für ihre eigene Entwicklung einen weiteren Standort sucht und glaubt, diesen in der Sonderwirtschaftszone Kaliningrad gefunden zu haben. Für den Bau der Fabrik will die Firma angebotene Flächen in den Industrieparks des Kaliningrader Gebietes nutzen. Diese verfügen über die komplette benötigte Infrastruktur und sind für eine Nutzung „schlüsselfertig“. Die Firmenniederlassung wird begleitet mit Vergünstigungen der Sonderwirtschaftszone sowie unterstützenden Maßnahmen des in Kaliningrad ansässigen russischen Exportzentrums.
In der Gebietsregierung wurde durch den Leiter des Investitionsprojektes Waleri Tschernych und den Kaliningrader Gouverneur eine Investitionsvereinbarung unterzeichnet. Mit Produktionsaufnahme, in ungefähr 18 Monaten, werden 120 Arbeitsplätze geschaffen. Ein Großteil der Produktion ist für den Export bestimmt.
 
 
02.06.2017 – Alichanow zeigt sich enttäuscht über die Führung des Airports
Der Kaliningrader Gouverneur Anton Alichanow hat die Handlungen der Führung des Kaliningrader Airports kritisiert und gemeint, dass die Führung des Airports zum wiederholten Male die Kaliningrader Bürger und ihre Gäste mit leeren Versprechungen enttäuscht habe. Es wurde versprochen, den ersten Bauabschnitt des rekonstruierten Airports am 1. Juni vollständig zur Nutzung zu übergeben. Davon ist nun gar keine Rede, denn viele Dinge sind noch nicht fertig und die Dinge, die fertig sind, werden jetzt erstmal getestet und werden im besten Fall in einem Monat wirklich der Nutzung zugeführt. Andererseits hat die Kaliningrader Regierung alle gemachten Versprechungen gegenüber dem Airport erfüllt. Außerdem vermisst der Kaliningrader Gouverneur halbwegs vernünftige Erklärungen, warum es nun wieder zu Bauverzug gekommen ist. Nun will der Gouverneur einmal wöchentlich operativ über die Vorgänge am Airport informiert werden.
 

 

01.06.2017 – Eine Ära geht zu Ende
Fast jeden Tag gibt es nun Meldungen über das schnelle Sterben der Supermarktkette „WESTER“, dem ältesten Einzelhandelsunternehmen im modernen Kaliningrad. Im Jahre 1995 hatte diese Firma mit einem Kellergeschäft in der ul. 9. April angefangen westliche Technik, Kaffeemaschinen, Wasserkocher, Dampfbügeleisen, Fernseher zu verkaufen und sich dann Schritt für Schritt zu einer echten Supermarktkette entwickelt. Leider wurde in den letzten Jahren bewusst oder unbewusst, die Modernisierung der Filialen und die Anpassung an moderne Verkaufsmethoden verpasst. Seit Mitte 2016 nahmen dann die wirtschaftlichen Probleme rasant zu. Nach der Beschlagnahme von Verkaufseinrichtungen und Immobilien, wurde die Firma nun durch die Gerichtsvollzieher verpflichtet, ihre gesamten Tageseinnahmen bei den Gerichtsvollziehern abzuliefern, damit diese zum Begleichen von Schulden genutzt werden können. Sollte eine Filiale ihre Einnahmen nicht den Gerichtsvollziehern im vollen Umfang übergeben, so drohen Strafen zwischen 30.000-100.000 Rubel für die Firma selber und für den Direktor des jeweiligen Supermarktes bis zu 20.000 Rubel. Am Dienstag haben Gerichtsvollzieher bereits in fünf Supermärkten eine Kassenpfändung vorgenommen und dabei zwei Millionen Rubel beschlagnahmt.
 
01.06.2017 – Airport funktioniert überhaupt nicht, aber die Anzahl der Passagiere wächst
Es gibt Dinge, die gibt es wohl nur in Russland. Der Kaliningrader Airport befindet sich in einem katastrophalen Zustand. Überall finden Bau- und Rekonstruktionsarbeiten statt. Jeden Monat wird über Bauverzug berichtet. Es gibt Einschränkungen im Flugbetrieb wegen Rekonstruktionsarbeiten an der Start- und Landebahn. Passagiere erhalten ihr Gepäck direkt auf der Straße und nicht im Gepäckausgabezentrum übergeben … und trotzdem wächst die Passagierzahl, wo doch eigentlich nach den Gesetzen des Marktes sich der Airport in Richtung Bankrott nähern müsste.  
So konnte der Airport im April einen Passagierzuwachs von 18,18 Prozent, im Vergleich zum April des Vorjahres verzeichnen. Insgesamt wurden 129.927 Passagiere befördert. Die Anzahl der ausländischen Passagiere stieg um sagenhafte 56,62 Prozent, wobei die absoluten Ziffern von 3.289 Passagieren weniger beeindruckend sind.
Versprochen wurde weiterhin, dass der erste Bauabschnitt des rekonstruierten Airports am 1. Juni für die Passagiere eröffnet wird. Bis zum Abend des 31. Mai 17.00 Uhr lagen hierzu noch keine Informationen vor, ob denn der Termin gehalten oder zum …zigsten Male verschoben wird.
 
 
01.06.2017 – Sowjetisches U-Boot in Ostsee gefunden
Taucher haben auf dem Grund der Ostsee ein legendäres sowjetisches U-Boot entdeckt, welches während des Großen Vaterländischen Krieges verlorengegangen war. Im Mai fanden die Taucher bereits in der Nähe von Gotland und Tuters zwei sowjetische U-Boote. Es wurde festgestellt, dass diese beiden U-Boote Opfer von Minen wurden. Danach erfolgte die feierliche Memorialisierung der beiden Schiffe. Die Arbeiten zur Scannierung des Meeresgrundes wurden fortgesetzt und es wurde ein drittes U-Boot gefunden. Vermutlich handelt es sich hier um eine Gruppe von vier vermissten U-Booten, die seit Kriegsende gesucht wurden.
 
01.06.2017 – Bewohner wollen nicht Ostpreußisch sondern Sowjetisch leben
Die Bewohner eines Hauses auf dem Leninski-Prospekt haben es abgelehnt, ihr Haus instandsetzen zu lassen. Das Haus gehört zu den 12 Gebäuden, die bis Jahresende einer Fassadenrenovierung unterzogen werden sollte. Sie hatten sich geweigert, einen Teil der Kosten aus dem Fond für Hauptinstandsetzungen hierfür zur Verfügung zu stellen. Sie begründeten dies, dass die Gefahr besteht, dass in den oberen Räumlichkeiten des Gebäudes nach der Instandsetzung neue Nutzungsflächen für die gewerbliche Nutzung entstehen könnten und dies wollen sie verhindern. Somit hat der Regionale Fond für die Hauptinstandsetzung dieses Haus von der Instandsetzungsliste gestrichen und die Bewohner dürfen nun in dem sowjetischen Gebäude, was einen Abnutzungsgrad von 38 Prozent hat, weiter leben, wie bisher. Das Gebäude wurde im Jahre 1960 errichtet und besteht aus 30 Wohneinheiten mit insgesamt 2.800 Quadratmetern.
 
Foto: Gebäude auf dem Leninski-Prospekt, dessen Bewohner die sowjetische Architektur bevorzugen

 

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   Kommentare ( 23 )

.g Radeberger Veröffentlicht: 31. Mai 2017 23:30:42

01.06.2017 – Airport funktioniert überhaupt nicht, aber ...

Da ist ja der Großflughafen von Kaliningrad trotz seiner noch teilweisen Primitivität besser dran als der internationale Nichtflughafen in Berlin Schönefeld BER. Aber der Berliner hat noch ein Schmankerl, was Kaliningrad nicht hat. Für viel, viel Euros fahren täglich S-Bahnzüge, natürlich leer, zu diesem S-Bahnhof im Untergeschoß des Nichtflughafens, damit dort ein Luftaustausch stattfindet. Sonst schimmelts dort.
Es ist nun mal so, der alte Schlager: Wer soll das bezahlen, wer hat soviel Geld, wird leichthin von diesen verantwortungslosen Politikern von Berlin und Brandenburg beantwortet: Natürlich der Steuerzahler, denn der pennt vor sich hin, trallalala. Es findet sich auch kein Staatsanwalt, der dort mal ein paar in den Knast bringt.
In Kaliningrad läuft das offensichtlich ähnlich. Also die Deutschen brauchen sich über den Gammel in Rußland nicht aufregen. Weiteres Beispiel: Stuttgarts Ententeich Euro-Grab Keller Bahnhof

Gerald Hübner Veröffentlicht: 1. Juni 2017 10:29:49

aber hallo, Herr g. Radeberger, das Parkhaus am BER funktioniert aber. Das war gut, als ich zu Winterzeiten mal eine Woche unterwegs war. Man weiß ja nie, in welcher Form das Wasser vom Himmel herunterkommt. Dass die Förderung der deutschen Demokratie auch Geld kostet, zeigt doch, dass man als technischer Zeichner mal eben den Auftrag für die Projektierung der Entrauchungsanlage bekommen kann. (Wenn das Ganze nachher auch nicht funktionierte, das Geld war schon weg).

kgd .ru Veröffentlicht: 1. Juni 2017 20:34:24

Wenn sich die Deutschen (Steuerzahler) die nicht sehr "preiswerten" Besatzungskosten der Amis leisten können müssen, wird wohl auch der internationale Nichtflughafen BER kein finanzielles Problem darstellen...

Zutiefst korrupte Politik, Raubverträge auf Kosten der Steuerzahler, Lobbyisten-Wirtschaftssumpf, billige Trickserei sowie mutwillige Täuschung machen es hie wie da möglich, mit wenig Leistung gute Geschäfte auf Kosten der Steuerzahler zu machen.
Wem interessieren schon die Interessen der Bürgerinnen und Bürger?

boromeus Veröffentlicht: 3. Juni 2017 21:17:45

..ich weiss dass ich mir zu Kalinin....Warum?Ich finde das in Ordnung so.Kac....ne Fliege auf ne Leiste, sorgt man sich wegen der fortschreitende Germanisierung.Dass man seid 71 Jahren einem Kriegsverbrecher huldigt ,äh grossem vaterländischen Kämpfer,die Geschichte der Stadt beugt, in dem man Monumente schafft ,die schlicht und ergreifend historisch falsch sind ,wie der Stern zum Stadtgeburtstag 750 Jahre Kaliningrad ,ist doch in Ordnung .Man weiss es vermutlich nicht besser,oder will es nicht wissen.Der Sieger schreibt die Geschichte neu.Und damit lässt sich alles andere negativ begründen.Hauptsache es ist deutsch,egal wie falsch diese Darstellung sein mag.
So einfach ist das.

Uwe Erich Niemeier Veröffentlicht: 3. Juni 2017 21:37:02

... na, da sind aber die Emotionen übergeschwappt - gelle? Sind Sie auch Mitglied in der von mir erwähnten FB-Gruppe?

boromeus Veröffentlicht: 3. Juni 2017 21:38:07

...deutsche Kriegsgefangene haben schlampig gearbeitet...ach diese Kreaturen!Wie konnten die nur so undankbar sein und zum Dank so besch.....Arbeit abliefern?Traurig genug ,dass man es in 7 Jahrzehnten nicht geschafft eine Hauptbrücke generalzuüberholen.Da macht es schon mehr Sinn auf Menschen herumzutrampeln ,die man 1946!zur Wiedergutmachungsdiensten gezwungen hat und das ein Jahr nach Kriegsende.Es waren nur Deutsche ,die hatten es nicht besser verdient, und wen hätte man auch sonst nehmen sollen,wenn nicht sie?

Uwe Erich Niemeier Veröffentlicht: 3. Juni 2017 21:39:01

... aha, Teil II der Emotionen.

boromeus Veröffentlicht: 3. Juni 2017 22:04:35

..ja so ist das .Sobald kritische Töne angeschlagen werden macht man die Leute lächerlich ,wirft ihnen Geschichtsverdrehung ,Reichsbürgertum, vor oder stellt sie in die rechte Ecke und schwupp ist Ruhe.Das passt alles irgenwie zusammen und warum sollte das in KGD anders sein ?

Uwe Erich Niemeier Veröffentlicht: 4. Juni 2017 07:45:20

... auf was bezieht sich jetzt Ihr Kommentar?

.g Radeberger Veröffentlicht: 4. Juni 2017 14:07:06

03.06.2017 – Russische Militärangehörige aus Transitzug entfernt
Ja, ja. Die russische Gefahr. Wie schwer bewaffnet waren denn die zivil verkleideten Speznas?
Ach so, das waren nur ganz normale Soldaten, die sich einen Flug nicht leisten konnten.
Aber die Litauer scheinen selbst vor vier solchen russischen Soldaten mächtige Angst zu haben. Sonst hätten sie doch nicht die eigene Spezialeinheit angefordert, oder?
Ich vermute mal, daß die litauischen Grenzbeamten fleißig russisches Fernsehen schauen und von den Bildberichten über russische Armeeausbildung und Technik sehr beeindruckt waren. Deshalb diese angstbasierte Reaktion. Da ja die russische Sprache in Litauen verpönt ist, werden die Litauer wohl mit den Bildern vorlieb genommen und kein Wort verstanden haben.
Ein bischen Spaß muß sein ...

.g Radeberger Veröffentlicht: 4. Juni 2017 14:23:19

"Da macht es schon mehr Sinn auf Menschen herumzutrampeln ,die man 1946!zur Wiedergutmachungsdiensten gezwungen hat und das ein Jahr nach Kriegsende."
boromeus
Wer ist auf wem herum getrampelt? Diese Geschichtsumschreibung oder - negierung, die Sie hier irgendwem an die Backe heften wollen, trifft wohl eher auf Sie zu.
Sie scheinen aus welchem Grund auch immer, vier Jahre grausamsten Vernichtungskrieg mit über 25 Mio. sowjetischen Opfern nach dem deutschen Generalstabsplan "Barbarossa" aus Ihren Überlegungen vollkommen ausgeschlossen zu haben. Sie vergessen offensichtlich auch, daß ein großer Teil der deutschen Bevölkerung bis nach 12 (sprich Kriegsende) noch die Treue hielt. Dann war es auch richtig, daß sie nach 12 für die Zerstörungen und Verwüstungen zumindest zu einem kleinen Teil aufzukommen hatten.
Aber offensichtlich gibt es heute noch alte oder schon wieder neue Anhänger des Verbrannten und sind unwirsch, weil es für ihn keine Stadt und kein Denkmal gibt.

.g Radeberger Veröffentlicht: 4. Juni 2017 14:41:04


03.06.2017 – Gouverneursrating wie Beton - unbeweglich

Das hat wohl auch mit den ganz menschlichen Erfahrungswerten zu tun. Alichanows bisherige Erfolge werden seiner Neuheit im Gebiet und seiner Funktion zugeschrieben. Nach dem Motto - Neue Besen kehren gut - Warten wir mal ein Jahr ab - Was schreiben denn die Zeitungen - Was wird, wenn wieder ein anderer kommt - i tak dalee.
Diese medialen Angriffe auf Alichanow werden wohl nicht ungehört geblieben sein, zumal ja einer der Kaliningrader "Medienfürsten" nicht gerade untalentiert in seinem Beruf sein soll.
Interessant wird es ja wohl erst in der heißen Phase des Wahlkampfes, wenn sich die anderen Kandidaten mal gegenseitig auf die Füße treten und mit Dreck beschmeißen müssen, weil man sich ja nicht verbessert, wenn man nur gegen den amtierenden Gouverneur sich in Stellung bringt. Sonst könnte ja (theoretisch) der andere Mitbewerber gewinnen.

Karsten-Wilhelm Paulsen Veröffentlicht: 5. Juni 2017 15:09:56

@Deutsche Kriegsgefangene setzen unter sowjetischer Anleitung Holzbrücke instand

Naja die Jungs von der Wehrmacht haben eben nicht mit dem Feind fratanisiert. Da muss man 70 Jahre später keine Wellen der Emotionen mehr erzeugen, vor allem keine die die Völker wieder spalten.

Uwe Erich Niemeier Veröffentlicht: 5. Juni 2017 15:57:26

macht doch keiner ...

.g Radeberger Veröffentlicht: 6. Juni 2017 01:56:51

@Deutsche Kriegsgefangene setzen unter sowjetischer Anleitung Holzbrücke instand

Es war kurz nach Kriegsende und nicht etwa erst vor zehn Jahren. Worum ging es überhaupt? Um die Instandsetzung der Brücke 1946, damit sie - wieder - befahrbar war. Aber nicht mit der Belastung, die heute verlangt wird. Was waren die schwersten LKW zu dieser Zeit? Also immer sachte mit den Pferdegespannen.
Ich würde mal so sagen. Dafür, daß die Brücke 70 Jahre (!!) gehalten hat, haben die Arbeiter damals, egal wer es war, eine hervorragende Arbeit geleistet.
Hat man das mal unter diesem Blickwinkel betrachtet? Man sollte nicht über jeden Kriegsgefangenen-Knüppel hopsen, der einem hingehalten wird.

kgd .ru Veröffentlicht: 6. Juni 2017 21:55:46

05.06.2017 – Kaliningrader Rentner auch im Alter noch aktiv... stellten Polizisten fest, die einen 63jährigen Rentner verhafteten – just in dem Moment, wo er eine ausgeraubte Wohnung verließ... Sein ganzes Leben hatte der Nachtaktive mit Wohnungseinbrüchen organisiert, durfte dafür insgesamt 23 Jahre in staatlichen Unterkünften verbringen...]

Steile Karriere eines heimischen Spezialisten! Wer gerne arbeitet (und gerne trinkt), den sollte man nicht davon abhalten.

Glaubt jemand, die scharenweise ins Land gekommenen "hochgebildeten Touristen" aus den neuen EU-Ländern sowie die (immer zufällig 17-jährigen) Wirtschaftsflüchtlinge wollen in der EU etwas anderes machen, dass diese jemals ihre Ärmel hochkrempeln und anpacken, oder gar die europäische Wirtschaft damit aufrecht halten werden?

Gratiswohnung auch für sie - Diebstahl und Kriminalität erhielten spätestens seit Aufnahme der letzten EU-Mitgliedsländer und der illegalen Wirtschaftsflüchtlinge in der EU eine enorme Hochkunjunktur...

kgd .ru Veröffentlicht: 6. Juni 2017 23:37:45

[07.06.2017 – Merkwürdige Tourismus- und Kulturrekorde in Kaliningrad...
...so schafft sich jeder seine eigenen Erfolgserlebnisse oder betreibt auch Zahlen-Onanie.]

Das erinnert mich an eine Auslandreise einer österreichischen Handelsdelegation. Zuhause wurde vom Wirtschaftsminister groß verkündet, wie viele Steyr-LKW man an China verkauft habe. Später erst wurde bekannt, mit welchen Verlusten...

Schon doof, wenn man sich selbst belügt und die Anderen für dumm verkauft.

boromeus Veröffentlicht: 8. Juni 2017 22:50:07

...seiner Ansicht nach müssen zwei Probleme gelöst werden: Visum und Grenze. Löbliche Aussage des Tourismusministers ,doch leider nur ein Teil der Geschichte.Das Problem des Grenzübertritts und der teilweise schikanösen Behandlungen liegen nicht auf russischer Seite!30 Minuten für einen Reisebus mit 50 Passagiere ist völlig in Ordnung.Auch an der Abwicklung und Korrecknes russischer Grenzbeamter und Kolleginnen, gibt es absolut nichts zu meckern.Aber der Willkür und der provozierende "Dienst nach Vorschrift ",und die dadurch entstehende Wartezeiten, die mehrere Stunden dauern können, auf polnischer Seite ,ist unerträglich und stellt ein grosses Ärgernis beim Grenzübertritt und Retoure dar.Dort liegt meiner Ansicht das grössere Problem ,dass es zu lösen gilt.

boromeus Veröffentlicht: 13. Juni 2017 22:21:52

Vielleicht sollte man auf diesen Vorschlag zurückkommen, Germanisierungsgedanken zurückdrängen und von denen, die die Umbenennung der Stadt fordern, entsprechende Sponsorengelder für eine derartige Stadionbezeichnung jährlich einsammeln?Kein schlechter Vorschlag.Ähnliche Aktionen haben immerhin entscheident zum Wiederaufbau der Dresdner Frauenkirche beigetragen.Waere doch schade ,wenn die schöne neue Fussballtempel der Stadt ,den Weg allen irdischen Siechtums gehen würde, nur weil das nötige Geld für eine Anschlussnutzung fehlt.

.g Radeberger Veröffentlicht: 18. Juni 2017 02:52:43

18.06.2017 – Kaliningrad macht sich unabhängiger von Litauen

Na endlich! Das wurde aber auch Zeit. Der Dmitri hat aber auch eine lange Leitung bevor der begreift, was die Glocke geschlagen hat. Und sollte er auch noch in Lage sein, noch etwas weiter zu denken, dann wird er auch noch drauf kommen, daß nicht nur die Litauer den Blockadebalken im Kopf haben.
Um zu diesen Überlegungen zu kommen, muß man allerdings nicht unbedingt ein so hohes Amt inne haben. Deshalb gab es ja früher schon mal eine Fährverbindung Mukran - Klaipeda um dieses Land drumherum, wobei Klaipeda allerdings durch andere Häfen ersetzt werden müßte.

Hauke Veröffentlicht: 18. Juni 2017 08:14:53

Lieber Radeberger
So eine Seeverbindug gab es schon viel früher.
Nannte sich Seedienst Ostpreußen.
Ich mag mir gar nicht aus mahlen was geschehen wäre wenn Gorbatschow das Kaliningrader Gebiet 1990 an Deutschland zurück gegeben hätte.

.g Radeberger Veröffentlicht: 18. Juni 2017 14:14:03

"... wenn Gorbatschow das Kaliningrader Gebiet 1990 an Deutschland zurück gegeben hätte."

Dann hätten die Polen Deutschland den Krieg erklärt, aus Angst, daß die übrigen ehemaligen deutschen Gebiete wieder in das "Deutsche Reich" zurück kehren könnten. Scharfmacherische Landsmannschaften und die dazugehörigen Erklärungen von Regierungsvertretern gabs ja genug.

Karsten-Wilhelm Paulsen Veröffentlicht: 21. Juni 2017 16:40:42

@ Alle diese Staaten werden auch Kaliningrad visafrei besuchen können. Hinzu kommen allerdings noch ausgewählte Staaten aus Europa – vermutlich Polen, Litauen und Deutschland.

Verstehe ich das richtig, das dann eine Einreise nach Kalinigrad ohne Formalitäten nur unter Vorlage des deutschen Reisepasses an der Grenze möglich sein soll?

Uwe Erich Niemeier Veröffentlicht: 21. Juni 2017 17:19:48

... ja, so ist es vorgesehen. Sie senden über das Internetportal des russischen Außenministeriums spätestens drei Tage vor Ihrer geplanten Einreise eine Anfrage ab, ob einer Einreise irgendwelche Versagungsgründe engegenstehen, erhalten kurzfristig eine Antwort und reisen dann los. An der Grenze legen Sie Ihren Reisepass und die Auslandskrankenversicherung vor und können sich dann bis zu 10 Tagen in Kaliningrad ohne Registrierung aufhalten - so ist der Informationsstand.

Hauke Veröffentlicht: 22. Juni 2017 14:47:24

Es wäre schön wenn Herr Sazepin die Webseite seines Kombinates auch auf Deutsch gestalten würde. Es gibt sicher wie mich, viele Interessierte, die kein Englisch gelernt haben und Russisch im Laufe der Zeit verlernt haben.

Uwe Erich Niemeier Veröffentlicht: 22. Juni 2017 15:04:34

... ich befürchte, dass ich keine Chance habe, ihm das zu übermitteln. Wir sehen uns so selten ...

Frank Werner Veröffentlicht: 23. Juni 2017 23:39:32

@Visa
Hmm, Besucher aus Nordkorea ... der braucht das Babyface aber lange mit seinem Zug bis nach Kaliningrad ... oder sollen in Kaliningrad Zwangsarbeiter beschäftigt werden?

@UEN
Mir wird jetzt bei der Seite eine unsichere Verbindung angezeigt. Zertifikat abgelaufen? Oder ist es schon länger und ich habe es nicht gemerkt. Firefox hat die Bedingungen an Zertifikate nämlich geändert ...

Uwe Erich Niemeier Veröffentlicht: 24. Juni 2017 07:33:05

... was Nordkorea anbelangt ...Wladiwostok ist seit Monaten Visafrei und Freihafen für eine Reihe von Ländern, so auch Nordkorea. Und als unser Gouverneur über die Thematik sprach, meinte er, wir wollen Wladiwostok +. Migranten aus Nordkorea haben wir schon und wir wissen ja, das Nordkorea auch in der IT-Branche stark ist und diese Leute wollen wir holen.

Was die neuen Sicherheitszertifikate anbelangt ... ja, die Anforderungen sind neu und wir kümmern uns darum. Danke für den Hinweis.

kgd .ru Veröffentlicht: 24. Juni 2017 15:33:48

[Visaerleichterung - ...und sie können sich dann bis zu 10 Tage in Kaliningrad ohne Registrierung aufhalten...]

Wie schön, wenn man einem der "auserwählten" Ländern angehört und die heute immer stärker verbreitete Art von hektomanischem Kurzurlaub pflegt!

Ein Tag Wien, ein Tag Salzburg und Hallstatt, ein Tag Rom/London oder vier Tage Kaöiningrad und dann wieder ab in den Flieger... (Bus).

Ich bevorzuge es, stets auf eigene Faust und ohne Stress ein Land und deren Leute kennen zu lernen, mir einen Überblick über das Aktuelle im Land zu verschaffen. Für Kaliningrad, seine Sehenwürdigkeiten und Bewohnern sollte man eher mehrere Wochen Zeit einplanen und möglichst auf eine unvoreingenommene Reiseleitung achten.

Kurze Blitztouren können doch nicht als Urlaub oder Belebung des Tourismus angesehen werden, sie bieten kaum Zeit zum Kennenlernen. Reisen ist eine Kunst, die nicht jeder beherrscht...

Weshalb werden nur Aufenthalte bis zu 10 Tagen bei Visa-Erleichterungen in Betracht gezogen?

Uwe Erich Niemeier Veröffentlicht: 24. Juni 2017 15:38:30

... vermutlich, weil die Statistik zeigt, das sich die Besucher nur bis zu zehn Tagen in Kaliningrad aufhalten, um sich mit der Region vertraut zu machen.

Georg Veröffentlicht: 25. Juni 2017 16:39:10

Sehr geehrter Herr Niemeyer!

Wissen Sie schon, ab welchen Zeitpunkt das elektronische Visum für einen 10tägigen Besuch in Kaliningrad, in Kraft treten soll? Ich beabsichtige eine Reise im Monat Oktober diesen Jahres.

MfG Georg Schlund

Uwe Erich Niemeier Veröffentlicht: 25. Juni 2017 17:58:19

... erst im Jahre 2018 - wann ganz genau, müssen wir abwarten, was der Gesetzgeber festlegt. Sie werden also noch ein ganz normales "ordinäres" Visum für Ihre Reise beantragen müssen - leider.

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