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Kaliningrader Tageblatt – Ausgabe Mai 2017

Mi, 31 Mai 2017 Kaliningrader Wochenblatt


Kaliningrader Tageblatt – Ausgabe Mai 2017

31.05.2017 – Ausnahmezustand in Kaliningrad verhängt
Zum Glück handelt es sich in diesem Fall nur um einen landwirtschaftlichen Ausnahmezustand, den der Kaliningrader Gouverneur Anton Alichanow erklärt hat. Er unterschrieb eine Anordnung, die für den Zeitraum bis 15. Juni 2017 in Kraft ist. Der Grund für diesen Ausnahmezustand sind die schlechten Witterungsbedingungen in der letzten Zeit, was zu Ernteausfällen führen wird. Der Ausnahmezustand wurde über 13 Kreise verhängt. Im Ergebnis dieser Erklärung hat das Kaliningrader Landwirtschaftsministerium Maßnahmen einzuleiten, um den betroffenen Kreisen Hilfe zu erweisen. Praktisch bedeutet dies u.a. dass landwirtschaftliche Kreditnehmer nun das Recht haben, ihre Verpflichtungen gegenüber der Bank neu zu verhandeln. Weiterhin können Steuererlasse beantragt und Hilfe aus dem föderalen Zentrum angefordert werden.
 
 
31.05.2017 – Der Staat gibt dem Staat eine Galgenfrist
Die Schiffsbauwerft „Jantar“ ist im wesentlichen ausgelastet durch Staatsaufträge aus dem russischen Verteidigungsministerium. Während in der Vergangenheit die Auftragserfüllung nicht ganz so dramatisch gesehen wurde, sind seit dem Zeitpunkt, wo in Russland die Armee generell reformiert und technisch modernisiert wird, alle in diesem Zusammenhang stehenden Fragen, Fristen und Termine besonders empfindlich. So hatte das russische Verteidigungsministerium die Werft wegen nicht fristgerechter Auslieferung von Kampfschiffen verklagt und ein Gericht hatte geurteilt, dass die Werft eine Vertragsstrafe in Höhe von 200 Mio. Rubel zu zahlen habe. Nun hat die Werft einen Zahlungsaufschub bis 31.12.2017 für diese Summe erhalten. Dies hatte das Vertragsgericht in Moskau festgelegt. Die Pressestelle der Werft bestätigte die Information und ergänzte, dass die Finanzsituation der Werft stabil sei. Es werden alle Löhne und Gehälter rechtzeitig bezahlt, die Auftragsbücher sind voll und die Lage der Werft werde sich in Kürze wesentlich verbessern.
 
 
31.05.2017 – Einlassungen und Ernennungen im Polizeiapparat
Der Leiter der Innenverwaltung des Kaliningrader Gebietes hat sechs Leiter der Polizeistrukturen in Kreisen des Kaliningrader Gebietes entlassen. Betroffen waren der Kreis Bagrationowsk, Swetly, Prawdinsk, Gwardejsk, Gurewsk und Selenogradsk. Gleichzeitig erfolgte die Ernennung der neuen Leiter der Polizeiverwaltungen in den genannten Kreisen. Damit setzt sich die Personalerneuerung in den bewaffneten föderalen Machtorganen im Kaliningrader Gebiet auch auf Kreisebene fort.
 
31.05.2017 – Große Personalveränderungen in der Kaliningrader Gebietsregierung
Der Kaliningrader Gouverneur Anton Alichanow informierte, dass er seit seinem Amtsantritt bis zu 85 Prozent des gesamten Personalbestandes der Regierung ausgetauscht habe. Er erklärte, dass er natürlich nach seiner Ernennung seine Mannschaft zusammengestellt habe, die oftmals nicht aus Kaliningrad kam, da das Gebiet über keine ausreichenden Personalreserven verfüge. Die durch ihn eingesetzten Führungspersonen wiederum haben ihre Vertrauten nach Kaliningrad geholt. Nach Meinung des Gouverneurs spielt es keine Rolle, wo der oder die Mitarbeiterin der Regierung geboren und aufgewachsen ist. Wichtig ist die Qualifizierung und die Identifizierung mit der zu erfüllenden Aufgabe im Interesse des Kaliningrader Gebietes. Alichanow erklärte auch, dass einige ältere Mitarbeiter in der Regierung aus rein rationalen Gründen noch weiterarbeiten.
 
 

 

30.05.2017 – Extremistenaktivisten durch Gerichtsbeschluss in Untersuchungshaft genommen
Wie bereits am gestrigen Tag berichtet, wurden drei Kaliningrader Aktivisten durch den russischen Sicherheitsdienst FSB am Samstag festgenommen und heute dem Haftrichter vorgeführt. Dieser verhängte eine vorläufige Untersuchungshaft bis 27. Juli. Alexander Orschuljewitsch, Gründer und ehemaliger Leiter der Organisation „Baltischer Vortrupp für den russischen Widerstand“, der Ideologe der Organisation Igor Iwanow und der Priester Nikolai Mamajew werden des Extremismus beschuldigt. Orschuljewitsch wurde bereits 2013 deswegen zu einer Geldstrafe verurteilt. Bei der Haussuchung wurde ausreichend Beweismaterial sichergestellt. Er und Mitglieder der Organisation BARS werden u.a. beschuldigt, Denkmäler und jüdische Grabstätten mit faschistischen Symbolen geschändet zu haben. Weiterhin fordert die Organisation die Umbenennung der Stadt Kaliningrad in Königsberg. Sämtliche Internetaktivitäten von Mitgliedern der Bewegung und der Bewegung selber sind in Russland blockiert.
Unsere Informationsagentur hielt seit 30. Oktober 2016 Kontakt zu dieser Organisation und seinen Mitgliedern, insbesondere zu Alexander Orschuljewitsch. Er gab uns Anfang November 2016 ein Interview. Klicken Sie auf die Grafik um zum Interview zu gelangen:
 
 
Vor einer Woche informierte Alexander Orschulewitsch unsere Informationsagentur, dass sich eine deutsche Journalistengruppe in Kaliningrad aufhält, um ein Interview mit ihm zu führen und die Reportage im öffentlich-rechtlichen Fernsehen in Deutschland zu zeigen. Seiner Einladung, an diesem Interview teilzunehmen, stimmte Uwe Niemeier zu. Nachdem im darauffolgenden Schriftverkehr die Bedingungen unserer Informationsagentur für eine Teilnahme an diesem Treffen besprochen wurden, wurde seitens Alexander Orschulewitsch erklärt, dass aus „ihm unbekannten Gründen“, das Interview verschoben wird.
Am Sonntag gab die Rechtsanwältin von Alexander Orschuljewitsch ein Interview. Sie informierte, dass O. in der Haft erniedrigt und geschlagen wurde. Sie hob hervor, dass O. Vater von vier Kindern ist, die nun ohne ihren Ernährer sind.
 
Foto (WESTI): A. Orschuljewitsch bei Anhörung vor dem Haftrichter
 
30.05.2017 – Honorarkonsul Kroatiens zur Rolle Kaliningrads in Moskau
Der Honorarkonsul von Kroatien, Präsident der Assoziation der ausländischen Investoren im Kaliningrader Gebiet und Inhaber der Firma „Produkty Pitanje“ Stefano Wlachowitsch vertritt die Ansicht, dass es fast unmöglich ist, Kaliningrader Probleme von Moskau aus zu klären. Wer Probleme hat und diese bei föderalen Entscheidungsträgern in Moskau vortragen will, der sollte dies von Kaliningrad aus tun.  „Es ist wesentlich einfacher, wenn ich mit dem Moskauer Bürgermeister sprechen will, wenn ich dies von Kaliningrad aus organisiere. Hier habe ich Kontakte zum Gouverneur und über diesen bekomme ich dann kurzfristig einen Termin beim Bürgermeister in Moskau. Wenn ich versuche, diesen Besuch von Moskau aus zu organisieren, kann es durchaus sein, dass ich in den kommenden fünf Jahren noch nicht mal bis zum Vorzimmer des Bürgermeisters komme“- so Wlachowitsch.  
 
30.05.2017 – Kaliningrad erhält viele Milliarden für den Straßenbau
Der Kaliningrader Gouverneur Anton Alichanow informierte, dass das Gebiet bis zum Jahre 2025 neun Milliarden Rubel für den Bau und die Rekonstruktion des Straßennetzes erhält. Grundlage hierfür ist, dass das Gebiet in das föderale Programm „Sichere und gute Straßen“ aufgenommen wurde. Der Gouverneur informierte, dass Kaliningrad eigentlich nicht für dieses Programm vorgesehen war, aber er habe sich an den russischen Premierminister Dmitri Medwedjew gewandt und seiner Bitte um Aufnahme in dieses Förderprogramm wurde stattgegeben.
 
30.05.2017 – Militärinstitut verabschiedet Absolventen in die Truppe
Das Kaliningrader Militärinstitut der Seestreitkräfte hat den 16. Studiendurchgang seit seiner Gründung abgeschlossen. 21 Absolventen erhielten ihre Abschlussurkunden und Diplome. An der Zeremonie der Zeugnisüberreichung nahm der Institutschef Konteradmiral Wjatscheslaw Rodionow und der Ehrenkommandierende der Ostseeflotte Admiral Wladimir Jegorow teil. Das Institut hat eine etwas schwierige Zeit hinter sich. Es war geplant, im Rahmen der allgemeinen Reformen in Armee und Flotte, dieses Institut abzuwickeln. Erst durch die veränderte internationale Lage sowie durch die Einflussnahme gesellschaftlicher Kräfte und der Kirche wurde beschlossen, dass das Institut die Ausbildung von Offizieren und Maaten wieder aufnimmt. Bis der volle Ausbildungsumfang wieder erreicht wird, werden noch drei Jahre vergehen.
 
 

 

29.05.2017 – BARS-Aktivisten in Kaliningrad verhaftet
Das Internetportal „Pregel-Info“ informiert, dass am Samstag zwei Hauptakteure der Organisation „BARS“ (Baltischer Vortrupp für den russischen Widerstand) verhaftet worden sind. Alexander Orschulewitsch, der ehemalige Leiter von „BARS“ wurde, nach Information seiner Ehefrau, am Samstagmorgen um 7 Uhr in seiner Wohnung verhaftet. Gleichzeitig fand eine Haussuchung mit Beschlagnahme von Technik statt. Auf Forderung der Staatsanwaltschaft legte Orschulewitsch die Führung der „BARS“ vor einigen Wochen nieder und positionierte sich seitdem als unabhängiger Oppositionspolitiker. Die zweite Figur in der Organisation und jetzige Leiter von „BARS“ Igor Iwanow wurde ebenfalls verhaftet. Dieser zeichnet sich insbesondere durch seine rhetorischen Fähigkeiten aus. Eine dritte Verhaftung betraf den Geistlichen und Priester der regionalen Katakomben-Kirche Vater Nikolai Mamajew. Alle drei werden des Extremismus beschuldigt.
 
 
29.05.2017 – Internationales Außenministertreffen in Kaliningrad
Anfang Juni findet ein Treffen der Außenminister Russlands und der Slowakei in Kaliningrad statt. Darüber informierte der Außerordentliche und Bevollmächtigte Botschafter der Slowakei den Kaliningrader Gouverneur während eines Treffens in der „DD1“ in Kaliningrad. Zentrale Gesprächsthemen sind Wirtschaft, Bildung und Tourismus. Auf die Frage eines Journalisten, warum ausgerechnet Kaliningrad als Tagungsort ausgewählt wurde, weigerte sich der Gouverneur eine direkte Antwort zu geben und erwiderte:
 
 
Lesen Sie hierzu auch einen Beitrag in der Rubrik „Meine Meinung … mit deutschem akzent“. Vielleicht gibt es dort zusätzliche Signale an Interessierte.
 
 
29.05.2017 – Alichanow setzt deutliche Erfolgssignale
Der Kaliningrader Gouverneur Anton Alichanow hat Ende vergangener Woche mit, für einen Politiker ungewöhnlich deutlichen Worten beschrieben, wann er sich als erfolgreicher Kaliningrader Gouverneur sieht und wann er als „Versager“ zu gelten hat. Er ist ein Versager, wenn es ihm in den kommenden fünf Jahren nicht gelingt, im Gebiet eine Alternative zu den Großinvestoren „Avtotor“ und „Sodruschestwo“ zu schaffen.
 
 
Alichanow erklärte, dass er unter Alternative nicht unbedingt wiederum große Firmen verstehe. Das können dutzende anderer Firmen sein, 15, 20 Unternehmen, die in der Gesamtsumme mit diesen Industriemonopolisten gleichziehen. Er wies auf die Gefährlichkeit dieser Situation hin und brachte das rein „hypothetische“ Beispiel, dass diese beiden Firmen irgendwann mal nicht mehr in Kaliningrad sind. Somit hat der Wirtschaftsblock der Regierung die Aufgabe, diese Alternative zu schaffen. Wenn wir dies nicht tun, so haben wir bei der Umsetzung der Hauptaufgabe versagt – so Alichanow.
 
 
Der Monat neigt sich mit schnellem Tempo seinem Ende entgegen und natürlich haben wir für Sie wieder eine Umfrage erarbeitet. Die wird aber erst in der Nacht zum 1. Juni freigeschaltet und es wäre schön, wenn einige unserer stillen Leser diese Stille aufgeben und vielleicht doch noch an unserem Wissenstest teilnehmen. Wir wollten wissen, wie alt denn wohl der jüngste Gouverneur der Russischen Föderation ist. Egal ob Sie es wissen oder nicht, nach einem mutigen Klick auf unsere Auswahlmöglichkeiten, gleich hier links neben diesem Artikel, erfahren Sie es … und Sie erfahren noch viel mehr.
 
29.05.2017 – Große Entlassungen bei den Kaliningrader Beamten in Sicht
Der Kaliningrader Gouverneur Anton Alichanow hat die Entlassung einer großen Anzahl von Beamten angekündigt. Diese Entlassungen werden im großen Umfang in den kommenden Jahren umgesetzt. Wir müssen es objektiv betrachten und verstehen, dass viele von uns in der kommenden Zeit ihren Beruf wechseln müssen und man jetzt schon ernsthaft darüber nachdenken muss, womit man sein Geld verdienen kann. Die Entlassungen finden allerdings nicht nur im Beamtenapparat statt, so der Gouverneur. Auch das Unternehmertum wird derartige Maßnahmen ergreifen und die Personalstruktur optimieren – das erfordert einfach die Wettbewerbssituation. Der Gouverneur kündigte an, alle möglichen Stress- und Krisensituationen für seine Mitarbeiter zu schaffen und sie sollten darauf vorbereitet sein. Wenn ich Fragen zum Bau- oder Gesundheitswesen habe und wende mich an den zuständigen Mitarbeiter um Auskunft, so muss er mir antworten können – ohne Spickzettel – so Anton Alichanow.
 
 

28.05.2017 – Kaliningrad steht süßes Leben bevor
Bulgarische Investoren haben Interesse am Bau eines Zuckerwerkes im Kaliningrader Gebiet erklärt. Eine entsprechende Absichtserklärung wurde in Moskau während eines Treffens abgegeben. Darüber informierte die „Korporation für die Entwicklung des Kaliningrader Gebietes.“ Während des Treffens wurden mehrere vorrangig wichtige Investitionsvorhaben besprochen, als eines der wichtigsten erwies sich hierbei das Zuckerwerk im Kaliningrader Gebiet. Weiterhin ging es um Lagermöglichkeiten für bulgarische Erzeugnisse, die das Land nach Kaliningrad liefern möchte. Am Freitag fand auch eine Präsentation der Investitionsmöglichkeiten im Kaliningrader Gebiet auf dem russischen Großsegler „Krusenstern“ statt, der sich gegenwärtig im Belgischen Ostende befindet.
 
 
28.05.2017 – Kaliningrader Wohlfühleffekt
Der ehemalige Moskauer Bürgermeister Juri Luschkow, jetzt landwirtschaftlicher Großunternehmer im Kaliningrader Gebiet, scheint sich hier wohlzufühlen, wie das „Foto des Tages“ beweist. Pferdezucht, Viehzucht, Pflanzenzucht, Käseherstellung – er scheint ein glückliches Händchen zu haben und Kaliningrad scheint ein für seinen unternehmerischen Tatendrang auf landwirtschaftlichem Gebiet, beste Voraussetzungen zu bieten. Übrigens mal so nebenbei: der Mann ist 80 Jahre alt. Es gibt auch mehrere Deutsche, ganz junge und auch nicht mehr so ganz junge, die auch erfolgreich in der Kaliningrader Landwirtschaft arbeiten - und das nicht das erste Jahr.
 
 
28.05.2017 – Altdeutsches „Park-Hotel“ soll Denkmalschutz-Status verlieren
Das historische Gebäude des ehemaligen „Park-Hotels“ am Ufer des Unterteichs im Kaliningrader Stadtzentrum soll seinen Status als denkmalgeschütztes Gebäude verlieren. Ein entsprechendes Gesuch an das Gebietsgericht reichten die regionale Verwaltung des russischen Justizministeriums, der föderale Dienst der Gerichtsvollzieher und die Abteilung des staatlichen Feldjäger-Dienstes in Kaliningrad ein. Die erste Anhörung in dieser Angelegenheit fand am vergangenen Freitag statt. Die Kläger haben es abgelehnt, ihre Klage zu kommentieren. Juristen der Kaliningrader Gebietsregierung, die in diesem Fall die verklagte Seite ist, konnte auch keine Erklärung geben, warum staatlichen Strukturen versuchen, den Status aufzuheben.
Staatliche Strukturen haben die Aufgabe, denkmalgeschützte Gebäude zu schützen. Hier sieht es aber genau umgekehrt aus. Aber die Prozedur zur Aufhebung des Status ist sehr kompliziert – zumal die Gründe hierfür unbekannt sind. Die Verhandlung wurde auf den 2. Juni vertagt.
Das Gebäude des Parkhotels wurde im Jahre 1929 durch den sehr bekannten Architekten Hans Hoppe entworfen. Es handelt sich um eines der ersten Gebäude im Bauhaus-Stil, welche in der Stadt errichtet worden sind. Zum Zeitpunkt des Baus des Hotels war es das modernste und komfortabelste Hotel der Stadt Königsberg. Während der vernichtenden Bombenangriffe im Sommer 1944 erhielt das Gebäude kaum Beschädigungen. Mitte der 60er Jahre wurde das Hotel zu einem Familien-Wohnheim umgestaltet.
 
Foto: Rückseite des Parkhotels am Unterteich im Stadtzentrum von Kaliningrad
 
28.05.2017 – Zukunftsgedanken zur Entwicklung der IT- und Baubranchen in Kaliningrad
Kaliningrader Unternehmer haben dem Gouverneur des Gebietes Anton Alichanow ihre Vorstellungen zur Entwicklung des IT- und Bauwesens im Gebiet dargelegt. Die Meinungen wurden im Rahmen eines Treffens mit Mitgliedern des Baltischen Unternehmerclubs ausgetauscht. Der Leiter des sehr bekannten und einflussreichen Unternehmerclubs informierte den Gouverneur über die Arbeiten am Qualitätssiegel „Made in Kaliningrad“. Weiterhin wurden Themen der Erneuerung des Transportparks der Kaliningrader Unternehmen angesprochen sowie die mögliche Nutzung von Plätzen in den Industrieparks, die gegenwärtig durch die „Korporation für die Entwicklung des Kaliningrader Gebietes“ entwickelt werden. Wichtig für die Entwicklung der Baubranche ist, nach Meinung des Vorsitzenden des Clubs, nicht, dass immer mehr gebaut wird, sondern dass man das System der Hypothekenvergabe entwickelt. Die Entwicklung der IT-Branche wird nun schon seit vielen Jahren besprochen. Man sollte die Firmen fördern, die sich der Kryptographie im IT-Bereich stellen. Eben für diese Firmen sollte das Gebiet besonders gute Arbeitsbedingungen schaffen, dann werden sich diese Firmen auch hier ansiedeln. Wie der Leiter des Unternehmerclubs den Medien mitteilte, hatte er den Eindruck, dass der Kaliningrader Gouverneur sich sehr gut in diesen Fragen orientiert und er zu jeder angesprochenen Frage auch seinen eigenen Stadtpunkt hat.
 

27.05.2017 – Gouverneur will keine Unternehmer mehr in der Regierung
Der Kaliningrader Gouverneur möchte sich von all den Entscheidungsträgern in der Kaliningrader Regierung trennen, die in der Vergangenheit als Unternehmer tätig waren und ihre Aktiva, im Zusammenhang mit dem Wechsel in die Regierung, an Dritte übergeben haben.   
 
Alichanow unterstrich, dass man bis zum gegenwärtigen Zeitpunkt immer noch keinen Konsolidierungspunkt für die russische und Kaliningrader Wirtschaft gefunden habe. Es gibt keinen Trend, wo wir über ein Wirtschaftswachstum sprechen könnten. Ich habe das Gefühl, als ob ich mich in den amerikanischen Bergen befinde: Hier Zuwachs, da Abfall. Die Kaliningrader Regierung wird ihre Arbeit auf Wachstum ausrichten und auf einen Einkommenszuwachs der Bevölkerung. Man ist immer bereit, sich mit dem Unternehmertum zu konsultieren und diesem zu helfen.
Anm. UN: Natürlich ist es dem Kaliningrader Gouverneur bekannt, welche Vizegouverneure und welche Minister sich in der Vergangenheit unternehmerisch betätigt und nur aus rein optischen Gründen und zur Erfüllung der Forderungen der russischen Gesetzgebung, ihre Aktiva an Vertrauenspersonen übergeben haben. Mit seiner Erklärung will er vermutlich diesen Personen die Chance geben, gesichtswahrend die Regierung zu verlassen, denn wenn dies nicht geschieht, wird er mit großer Wahrscheinlichkeit nach den Wahlen am 10. September die Entlassungen dieser Personen vornehmen, die alle noch aus den Zeiten der Zukanow-Regierung stammen.
 
 
27.05.2017 – Kaliningrader Stadtverwaltung räumt weiter auf
Am Donnerstag rückte wieder ein Abrisskommando im Stadtzentrum an, um die Kioske, die sich vor dem Einkaufszentrum „Epizentrum“ befinden, abzureißen. Abgerissen wurde ohne Skandal. Es handelte sich dabei um Kioske die Waren für Feierlichkeiten und Fastfood angeboten hatten. Verblieben sind jetzt nur noch zwei Kioske für den Verkauf von Eis und Kaffee. Wie der Kaliningrader Bürgermeister Jaroschuk mitteilte, sind die Arbeiten noch nicht beendet. Um im gesamten Gebiet um den Zentralmarkt Ordnung zu schaffen, hat er zwei Wochen Zeit gegeben. Gegenwärtig laufen weitere Kontrollen der öffentlichen Ordnung in der Stadt, so dass wohl in Kürze weitere Kioske das Zeitliche segnen werden. Eine große Zahl der Kioske befindet sich illegal an den Aufstellungsorten und hat keine Handelsgenehmigung.
 
27.05.2017 – Zukanow macht sich keine Sorgen um Alichanow
Der Ex-Gouverneur des Kaliningrader Gebietes und jetzige Bevollmächtigte Vertreter des russischen Präsidenten für die Nord-West-Region Nikolai Zukanow verkündete, dass ihm Anton Alichanow, von allen Gouverneuren, für die er verantwortlich zeichnet, die wenigsten Sorgen bereite und er eine große Zukunft für den jüngsten Gouverneur der Russischen Föderation sehe.
 
Zukanow unterstrich, dass der Gouverneur Alichanow seit 2015 in der Kaliningrader Regierung arbeite. Er hat die größte Motivation seine Funktion als Gouverneur gut auszufüllen und hat viele Möglichkeiten, sich einzubringen. Wenn er in dieser Funktion mindestens zehn Jahre arbeitet, dann ist er gerade mal 40 Jahre alt – einige Herren beginnen in diesem Alter gerade mal sich mit der Politik zu beschäftigen, aber er verfügt dann schon über eine kolossale Erfahrung. Ich bin überzeugt, dass Anton Alichanow alles schaffen wird, gemeinsam, Hand in Hand mit seiner Mannschaft – so Zukanow.
 
27.05.2017 – Hinter die Kulissen von „Avtotor“ geschaut
Wohl die wenigsten Kaliningrader haben gewusst, dass die einzige im Kaliningrader Gebiet noch verbliebene Regionalbank, die „EnergoTransBank“ im Besitz des Gründers der Fahrzeugholding „Avtotor“ ist. Dieser trat nun mit einer Erklärung an die Öffentlichkeit und informierte, dass Personen, die er sehr gut kenne, unfreundliche Aktionen gegen die „EnergoTransBank“ eingeleitet haben, um deren Reputation zu zerstören. Auf eine Reihe von Anlegern hatte dies Wirkung, denn diese haben in den letzten Tagen in größerem Umfang ihre Einlagen abgehoben, da gezielt Gerüchte über einen bevorstehenden Lizenzentzug verbreitet worden sind, eben mit dem Ziel, die Bank durch Panikabhebungen an den Rand der Zahlungsunfähigkeit zu bringen. Er persönlich habe dem vorgebeugt und habe zwei Milliarden Rubel der Bank übergeben, damit diese die Auszahlungen, so wie von den Kunden gefordert, vornehmen könne. Insgesamt hatten Anleger sechs Milliarden Rubel bei der Bank deponiert. Er kenne Namen und Anschriften der Personen, die hinter dieser Aktion stehen, er kenne diejenigen, die mit der Verbreitung der Gerüchte beauftragt worden waren und war Blogger beauftragt habe, die Informationen im Netz zu verbreiten und SMS zu versenden.
 

 

26.05.2017 – Vollautomatische Milchanlage für Kaliningrad
Die zwischenzeitlich nun schon bekannte landwirtschaftliche Firma „Dolgow“ plant weitere Investitionen in die Entwicklung ihres umfangreichen landwirtschaftlichen Unternehmens. Im Kreis Krasnosnamensk, im Nordosten des Kaliningrader Gebietes soll ein vollautomatischer Milchkomplex entstehen, der weltweit einmalig sein soll.  Die Anlage soll in der Siedlung Uslowoje entstehen und nur über Roboter betreut werden. Die vollautomatische Melkanlage ist für 1.900 Milchkühe und 1.370 Kälber bestimmt. Die technische Ausrüstung für diesen neuen Komplex wurde von einer schwedischen Firma entwickelt. Die für die Bedienung der Anlage zuständigen Mitarbeiter haben eine Schulung in Schweden durchlaufen.
 
26.05.2017 – Waffenschmuggel im großen Stil verhindert
Ein russischer Bürger hat versucht, aus Polen nach Kaliningrad Waffenzubehör im großen Umfang einzuführen, ohne dies zu deklarieren. Durch die russischen Zöllner am Grenzübergang Mamonowo/Grodno wurden 58 Magazine für unterschiedliche Maschinengewehre bzw. Maschinenpistolen entdeckt. Das „Schmuggelgut“ wurde beschlagnahmt. Und ein Ermittlungsverfahren gegen den Bürger eingeleitet.
 
Foto: Ganzes Waffenarsenal fanden aufmerksame russische Zöllner in Mamonowo
 
26.05.2017 – Nette Nachbarn gibt es in Kaliningrad
Der Mieter einer Wohnung hatte sich entschlossen ein paar Umbauarbeiten vorzunehmen – wie üblich ohne Baugenehmigung und natürlich auch ohne Genehmigung des Besitzers. Bei dieser Gelegenheit nahm er auch gleich einige Änderungen an der Gasleitung vor und nachdem diese beendet waren, vermauerte er diese, um zukünftige Kontrollen und eventuelle Reparaturen zumindest zu erschweren. Kurz darauf verbreitete sich Gasgeruch im ganzen Mehrfamilienhaus. Der herbeigerufene Gas-Notdienst bemerkte sehr schnell die ungenehmigten Umbauten. Da man die Rückbauten nicht umgehend vornehmen konnte, wurde kurzerhand der Gasanschluss für das ganze Gebäude abgeklemmt. Da in Kaliningrad fast alles mit Gas funktioniert, sind nun …zig Familien in diesem Haus vermutlich über mehrere Wochen ohne warmes Wasser und ohne Kochmöglichkeiten. Für den „Handwerker“ wird die Angelegenheit nun sehr teuer werden. Ob ein Ermittlungsverfahren wegen Herbeiführung einer Havariesituation eingeleitet wird, ist noch offen.
 
26.05.2017 – Kaliningrad hat heimliche Bürger
Der Kaliningrader Bürgermeister Jaroschuk meint, dass Kaliningrad wesentlich mehr Einwohner hat, als die aktuellen und offiziellen Statistiken zeigen. Die reale Einwohnerzahl Kaliningrads beträgt 700.000 – so meinte er, als er am Mittwoch vor den Abgeordneten des Stadtrates auftrat, um Rechenschaft über seine geleistete Arbeit abzulegen. Kaliningrad behält also seinen positiven Trend in der demographischen Entwicklung bei. Die offiziellen Zahlen besagten, dass in der Stadt Kaliningrad 467.000 Menschen leben, aber real sind es 700.000. Viele dieser „nicht Offiziellen“ haben eine Registrierungsadresse im Kaliningrader Gebiet und werden somit nicht als Bewohner der Stadt gezählt.
Nach offiziellen statistischen Angaben lebten im Jahre 2016 im gesamten Kaliningrader Gebiet 986.000 Einwohner. Neben dem Geburtenzuwachs ist Kaliningrad auch Einwanderungsregion für Menschen aus Sibirien, dem Fernen Osten und dem Russischen Norden. Man geht davon aus, dass Kaliningrad im Jahre 2018 über mehr als eine Million Einwohner verfügen wird.
 
 
Die bevölkerungspolitische Entwicklung der Stadt Königsberg/Kaliningrad war immer von einem positiven Trend begleitet. Ausnahme bildete die Zeit nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges, wo im Ergebnis der Beschlüsse der Potsdamer Konferenz die deutsche Bevölkerung ausgesiedelt wurde und die Stadt mit Neubürgern aus der gesamten ehemaligen Sowjetunion besiedelt wurde. Im Jahre 1982 wurde dann die Bevölkerungsanzahl erreicht, die die Stadt unmittelbar vor Kriegsausbruch hatte. Heute hat die Stadt Kaliningrad fast 100.000 Einwohner mehr als zu deutschen Zeiten.
 

 

25.05.2017 – Erhält Kaliningrad ein neues Denkmal?
Ein Kaliningrader Architekt möchte in der Stadt ein neues Denkmal aufstellen. An sich nichts Besonderes, denn erst vor kurzem tauchte ein Denkmal von „Kant“ vor dem EuropaCenter auf, welches allerdings unter Künstlerkreisen und solche, die sich für Kunstsachverständige halten, für unterschiedliche Beurteilungen sorgte. Nun soll ein Denkmal für Käthe Kollwitz aufgestellt werden, die in diesem Jahr 150 Jahre alt geworden wäre. Sie ist in Königsberg geboren und zu DDR-Zeiten, wie auch der Literat Bobrowski, hoch angesehen gewesen. Nun hat aber die Ausstellung, die Bobrowski in der Stadt Sowjetsk gewidmet war, einen Skandal ausgelöst. Die wirklichen Gründe für diesen Skandal wurden nicht genannt. Offiziell waren es zwei Fotos, die ihn in Wehrmachtsuniform zeigten. Nun kann man bei Käthe Kollwitz derartige Bekleidung ausschließen. Trotzdem gibt es bei allem, was mit Deutschland und den Deutschen in Kaliningrad gegenwärtig zu tun hat, ein gewisses unsicheres Gefühl, welches auch bei der geplanten Aufstellung eines Denkmals für Käthe Kollwitz, welches durch den jungen Kaliningrader Künstler Viktor Morin geschaffen wurde, nicht weichen will. Wie uns bekannt, wird es auch in den Sommermonaten eine Ausstellung zum Leben und Wirken von Käthe Kollwitz in Kaliningrad geben, die durch deutsche Initiatoren organisiert wird. Die Ausstellung soll auf der Kant-Insel stattfinden und auch der Autor des Denkmals ist der Meinung, dass man die Skulptur in dem dortigen Skulpturenpark aufstellen sollte. Für die Aufstellung des Denkmals sind fünf Millionen Rubel erforderlich. Ob dieses Geld zusammenkommt ist unklar und ob die Figur aufgestellt wird, hängt von der Position der Stadtverwaltung ab – wird in der Pressemeldung dargelegt. Wie die Leiterin der Kaliningrader Kunstgalerie Galina Sabolotska meint, gibt es die Absicht, das Denkmal aufzustellen. Wenn sich kein privater Geldgeber findet, werden Haushaltsmittel genutzt.
 
Foto: Denkmal für Käthe Kollwitz
 
25.05.2017 – Emotionen überwältigen den Kaliningrader Bürgermeister
Persönliche Gespräche mit Bürgern der Stadt gehen dem Bürgermeister der Stadt Alexander Jaroschuk immer sehr zu Herzen – teilte er den Kaliningrader Medien mit. Man hatte den Kaliningrader Bürgermeister aufgefordert, etwas volkstümlicher zu sein und sich dem Volk mehr anzunähern. Er aber meinte, dass es noch mehr Volksnähe eigentlich gar nicht gibt – so wie er sie praktiziert. Er führt drei Empfänge von Bürgern im Monat durch. Das sind ernsthafte Emotionen, wenn man schon das fünfte Mal einen Bürger sieht, sich gut an ihn erinnert und weiß, dass man ihm nicht helfen kann, weil ich dafür keine Vollmachten habe. Einfach abweisen kann ich ihn auch nicht, denn der Bürger will sich ja auch erleichtern, einfach loswerden, was ihm auf der Seele liegt.
 
 
25.05.2017 – Kaliningrader Bürgermeister macht alle westlichen Städte neidisch
Die Haltestellen im Kaliningrader Nahverkehr werden mit Sensortafeln ausgestattet. Diese Einrichtungen sollen ein Aufladen von Telefonen und Tablets ermöglichen und einen WIFI-Anschluss kostenlos bieten. Darüber informierte der Kaliningrader Bürgermeister am Mittwoch, als er den Rechenschaftsbericht über die von ihm geleistete Arbeit vorstellte.
 
 
Die Aufstellung der Anzeigetafeln beginnt noch in diesem Jahr. Bis zum Beginn der Fußball-Weltmeisterschaft werden 80 Haltestellen damit ausgestattet werden. Die elektronische Einrichtung wird nicht nur anzeigen, wo sich der Bus, auf den gewartet wird, gegenwärtig befindet, sondern soll auch Auskünfte geben über die Haltestelle und irgendwelche Besonderheiten. Natürlich wird es bei diesen Anzeigetafeln auch nicht ohne Reklame gehen, denn irgendwie muss auch ein wenig Geld verdient werden. Die Anzeigetafeln werden durch einen Privatinvestor aufgestellt. Aufgestellt werden die ersten 80 Tafeln entlang der sogenannten Protokollstrecke:ul. Newskowo, Leninski-Prospekt.
Im weiteren äußerte sich der Kaliningrader Bürgermeister zu den Privatisierungsplänen des stadteigenen Nahverkehrs. Er informierte, dass es keine Privatisierungspläne gäbe. Für die Erneuerung des Fuhrparks werden zwei Milliarden rubel benötigt. Dafür suche man einen Investor. Man wäre bereit, den gesamten Transport in Privathände zu legen, aber diese privaten Transportunternehmer müssten komplett neue Straßenbahnen, Trolleybusse und Stadtbusse kaufen. Bis März 2018 wird es wieder neue Ausschreibungen für das Kaliningrader Nahverkehrsnetz geben. Zu den Ausschreibungen werden nur die Privatfirmen zugelassen, die über neue Stadtbusse verfügen. Vermutlich wird es auch zu einer Tarifanpassung bis zu 24 Rubel kommen (gegenwärtig 20 Rubel).
 
25.05.2017 – Kaliningrader Gouverneur berät mit Klein- und Mittelständlern
Der Kaliningrader Gouverneur Anton Alichanow hat am Mittwoch ein Treffen mit Mitgliedern des Baltischen Business Clubs in Kaliningrad durchgeführt. Zu dieser Besprechung kam der Gouverneur im Rollstuhl, da er sich am vergangenen Wochenende beim Sport verletzt hatte. In den Medien wurde hervorgehoben, dass der Rollstuhl von der Firma „XYZ“ zur Verfügung gestellt wurde, die in Kaliningrad Ausrüstungen für mobilitätseingeschränkte Bürger produziert. Kaliningrader Oppositionsmedien nutzten die Gelegenheit, um den Gouverneur, insbesondere in den sozialen Netzwerken lächerlich zu machen und das Ganze als große föderale Show darzustellen.
Während der Besprechung wurden Möglichkeiten für eine Steuersenkung für die Unternehmer besprochen, die sich im vereinfachten Steuerverfahren bewegen. Diese Steuerform sieht eine Besteuerung der Einnahmen mit sechs Prozent ohne jeglichen Dokumentennachweis vor, oder eine Besteuerung des Gewinns mit 15 Prozent.
 
Foto: Jüngster Gouverneur der russischen Föderation – Anton Alichanow
 
25.05.2017 – Illegaler Geldtransfer im großen Umfang verhindert
Anscheinend ist nicht allen Bürgern bekannt, dass Bargeld undeklariert nur bis zu einer Summe von 10.000 Euro ein- und ausgeführt werden darf. Hier herrschen in Russland ähnliche Bestimmungen, wie überall auf der Welt. So hatten zwei Bürger aus Kasachstan versucht 72.000 Euro und 23.000 USD undeklariert aus Kaliningrad auszuführen. Das Geld wurde von Kaliningrader Zöllnern entdeckt und beschlagnahmt. Es wird die Frage weiterer rechtlicher Schritte entschieden. Die beiden Kasachen wollten in der Nacht vom Dienstag zu Mittwoch über den Grenzübergang Schernyschewskoje nach Litauen reisen.
 

Foto: Kaliningrader Zöllner zeigen auch dekorative Fähigkeiten bei der Beschlagnahmung von Geld

 

24.05.2017 – Personalrotationen setzen sich fort
In Kaliningrad setzt sich der Personalwechsel in den Führungspositionen der föderalen Strukturen fort. So wurde jetzt durch „rugrad.eu“ informiert, dass der neue stellvertretende Leiter der Innenverwaltung des Kaliningrader Gebietes Oberst Andrej Sitzki aus Wolgograd nach Kaliningrad versetzt wird. Somit wird auch weiterhin die Tendenz der letzten Monate beibehalten, Führungspositionen auf der föderalen Machtebene mit Personen zu besetzen, die nicht aus Kaliningrad stammen und somit auch über keinerlei „innere Abhängigkeiten“ zu örtlichen Strukturen verfügen. In Wolgograd war Oberst Andrej Sitzki Leiter der Innenverwaltung. Da Kaliningrad einen anderen Status als Wolgograd hat, ist somit seine Versetzung nach Kaliningrad als stellvertretender Leiter einer Beförderung gleichzusetzen. Der jetzige Leiter der Kaliningrader Innenverwaltung Igor Illarionow wurde Anfang 2017 nach Kaliningrad versetzt.
 
 
24.05.2017 – Museum Königsberg sucht Schrift-„Sachverständige“
Das „Museum Königsberg“ in Kaliningrad verfügt über eine große Anzahl von Ansichtskarten aus der Zeit von 1880-1946. In Vorbereitung einer Ausstellung werden Freiwillige gesucht, die in der Lage sind die handschriftlichen Texte, oftmals noch in Altdeutsch, in leserliche deutsche Schrift zu übertragen. Man erhofft sich, neben der Vorbereitung der Ausstellung, auch aus den Angaben über den Absender und Empfänger und die Städte, wohin diese Post versandt wurde oder woher sie kam eine neue Statistik und Übersicht über die Verbindungen zur damaligen Zeit zwischen den Städten erstellen zu können. Wie mitgeteilt wurde, verfügt das Museum über 10.000 dieser Postkarten, die bearbeitet werden müssen.
 
Screenshot: Klicken Sie auf die Grafik, um zur Facebook-Seite des Museums zu gelangen
 
24.05.2017 – Fassadeninstandsetzung nun auch in anderen Städten im Kaliningrader Gebiet
Der Fond für die Hauptinstandsetzung von Gebäuden im Kaliningrader Gebiet hat eine Information zu weiteren Fassadeninstandsetzungen in den Städten Sowjetsk, Tschernjachowsk und Gwardejsk veröffentlicht. Die Instandsetzung dieser Häuser – alles altdeutsche Busubstanz, wird noch in diesem Jahr erfolgen. „Kaliningrad-Domizil“ hat aus einigen Veröffentlichungen in sozialen Netzwerken ein paar Ansichtskarten „Vorher-Nachher“ gebastelt:
 
 
 
 
24.05.2017 – Baubeginn für neuen Windpark im Kaliningrader Gebiet
Nun steht fest, dass Baubeginn für den neuen Windpark im Kaliningrader Gebiet, in der Nähe der Siedlung Uschakowo, der Monat Juli sein wird. Bauabschluss für den ersten Bauabschnitt wird dann auch schon bis Ende des Jahres sein. Darüber informiert der Strommonopolist im Kaliningrader Gebiet, die AG „JantarEnergo“. Im ersten Bauabschnitt werden drei Windräder errichtet mit einer Gesamtleistung von 2,3 MWt. Im kommenden Jahr wird dann der zweite Bauabschnitt durchgeführt, der nach Fertigstellung den bisherigen Windpark in Kulikowo mit 5,1 MWt. ablösen soll. Im dritten Bauabschnitt wird dann eine Leistungserweiterung auf 6,9 MWt. geplant. Wie der Generaldirektor von „JantarEnergo“ mitteilt, stehe man im ständigen Kontakt mit dem russischen Energieministerium, um Kosten und Tarife abzustimmen. Ein zu großer Anteil an erzeugtem Grünen Strom könnte in Kaliningrad zu Tariferhöhungen führen, was man allerdings vermeiden will. Für den Windpark wurde durch die Kaliningrader Gebietsregierung ein Gelände von 400 Hektar zur Verfügung gestellt.
 
24.05.2017 – Sportkomplex im Südpark durch Expertise bestätigt
Der geplante Neubau eines Sportkomplexes, inclusive Schwimmbad im Südpark, hat die notwendigen Expertisen erhalten. Das teilt der Pressedienst der Stadtverwaltung mit. Durch die Stadtverwaltung werden nun alle notwendigen Dokumente vorbereitet, um die für dieses Projekt beantragten Fördergelder auch zu erhalten. Hervorgehoben wurde, dass es sich bei diesem Bauvorhaben nicht nur um irgendein Schwimmbecken handle, sondern um einen großen Sportkomplex für viele Sportarten. Für den eigentlichen Bau werden 16 Monate veranschlagt. Der Bau kann aber erst beginnen, wenn die Finanzierung vollständig geklärt ist. Es ist also davon auszugehen, dass dieser neue Sportkomplex wohl erst im Jahre 2020 der Bevölkerung zur Verfügung stehen wird.
 
Foto. Neuer geplanter Sportkomplex mit 50-Meter-Schwimmbecken im Südpark Kaliningrads

 

23.05.2017 – Gebietsregierung stellt Sportprojekt „Unter der Brücke“ vor
Wer sich in Kaliningrad ein wenig auskennt, wird wissen, dass die sogenannte Hochbrücke, die sich im Bereich des Leninski-Prospektes im Stadtzentrum befindet, ein wenig ansehnliches Bauwerk ist. Auch alles, was sich unterhalb dieser Brücke befindet ist in einem mehr als traurigen Zustand. Vor wenigen Monaten wurde beschlossen, in Kaliningrad einen großen zusammenhängenden Museumskomplex zu schaffen und hierzu ist es notwendig, Fahrstühle und zusätzliche Aufgänge bzw. Unterquerungen zu schaffen. Dabei spielt die Hochbrücke eine wesentliche Rolle. Nun wurde durch die Gebietsregierung ein Projekt für die Nutzung des gesamten Gebietes unterhalb der Hochbrücke vorgestellt. Hier werden ausgedehnte Sportanlagen geschaffen. Das Ganze soll bereits bis November umgesetzt sein. Die Sportstätten sollen in erster Linie dem Basketball dienen. Vier Spielplätze sollen eingerichtet werden. Weiterhin sollen ein Skate-Park und Kinderspielplätze entstehen. Der Kaliningrader Gouverneur, der dieses Projekt vorstellte, zeigte sich überzeugt, dass dieses Sportzentrum täglich eine große Anzahl Jugendlicher und Sportbegeisterter anziehen wird. Es ist so viel Platz unter der Brücke vorhanden, dass man auch über eine Erweiterung der Sportarten nachdenken kann – so Alichanow.
 

Foto: Projektentwürfe für die neuen Sportstätten unter der Hochbrücke am Leninski-Prospekt im Bereich der Kant-Insel
 
23.05.2017 – Neuer landwirtschaftlicher Verarbeitungsbetrieb eröffnet
In der Siedlung Sosnowka wurde ein neuer Betrieb für die Verarbeitung von Gemüse, Fleisch und Fisch gebaut. Der Bau des Unternehmens dauerte zwei Jahre – so ist der Internetseite des Kreises Selenogradsk zu entnehmen. Der Komplex verfügt über Lagerhallen, Gewächshäuser und eine Abteilung für die Verarbeitung von Gemüse, Fisch und Fleisch. Verarbeitet werden dort landwirtschaftliche Erzeugnisse aus eigener Produktion. Hierfür unterhält die Firma einen weiteren Betrieb in der Siedlung Kortschagino im Kreis Selenogradsk. Im Bereich Fischwirtschaft beschäftigt sich die Firma mit der Karpfenzucht. Gemüse wird auf 1,7 Hektar angebaut und man unterhält 100 Schafe. Die bei der Kühlung der Lagerhallen entstehende Wärme wird gleichzeitig als Heizungsquelle für die Gewächshäuser genutzt. Geplant ist die Erweiterung der Gewächshausfläche um einen weiteren Hektar.
 
23.05.2017 – Gouverneur verletzt – traurig, aber man kann es auch übertreiben
Am Sonntag hatte sich der Kaliningrader Gouverneur beim Sport mit anderen Kaliningradern verletzt. Regierungsnahe Informationsportale berichteten ausführlich und zeigten den Gouverneur in der misslichen Lage (wir berichteten kurz darüber). Vermutlich haben tausende potenzieller Schwiegermütter in Kaliningrad mit Entsetzen von der Verletzung „ihres Antons“ Kenntnis genommen. Am Montag setzte sich die Berichterstattung fort. Trotz seiner Verletzung setzt der Gouverneur seine dienstliche Tätigkeit fort und flog zu einer Beratung nach Moskau. Dort verschlimmerte sich sein Zustand und er musste sofort in ein Krankenhaus eingeliefert werden. Dort stellte man eine angerissene Sehne fest, die operiert werden müsse. Die Meldungen waren derart dramatisch zu lesen, dass es schon wieder lustig wurde. Noch auf dem Operationstisch schien der Gouverneur strategische Dokumente für die Entwicklung der ihm anvertrauten Region unterschrieben zu haben. Er lehnte eine Krankschreibung ab und setzt ununterbrochen seine Arbeit zum Wohle des Kaliningrader Volkes fort. In den sozialen Netzwerken tauchten Beiträge auf, die aufforderten, den Gouverneur in seinem Genesungsprozess zu unterstützen.
 
Foto: „Unterstützen wir Anton Alichanow“ – so die Bildunterschrift
 
Derartige Veröffentlichungen und Dramatisierungen sind Steilvorlagen für die oppositionellen Medien in Kaliningrad, die dies ausreichend zum Anlass nahmen, um den Gouverneur ins Lächerliche zu ziehen. Schade, dass man es immer noch nicht gelernt hat, dass Weniger manchmal Mehr ist. Frauen, die Kinder gebären, erleiden viel größere Schmerzen und keiner berichtet darüber.
 
23.05.2017 – Geldhungriger Konzern „Gasprom“ kann nur Gas verkaufen
Der russische Konzern „Gasprom“ ist unzweifelhaft in der Lage, sehr vorteilhaft für Russland, weltweit Geschäfte mit den russischen Bodenschätzen zu machen. Allerdings scheint dies mit Dingen, die sich über der Erde und im Eigentum von „Gasprom“ befinden, nicht ganz so zu sein. So gibt es in Selenogradsk, direkt am Strand der Ostsee ein Hotelrohbau, der dort bereits seit vielen Jahren vor sich hin dümpelt und im vergangenen Jahr durch einen Brand Aufsehen erregte. „Gasprom“ wurde daraufhin gedrängt, alle offenen Fragen mit dieser Immobilie zu lösen – so oder so und man entschloss sich, die Immobilie zu verkaufen. Der Preis liegt jedoch jenseits von Gut und Böse, so dass bereits mehrere Auktionen wegen Desinteressiertheit nicht stattfanden. Im Februar wurde dann der Preis um 3,5 Mio. Rubel gesenkt und man versucht jetzt, dieses Gebäude für 156,3 Mio. Rubel zu verkaufen. Durch das Regionalportal „rugrad.eu“ wurden Immobilienexperten befragt und diese vertraten die Ansicht, dass das Gebäude vielleicht die Hälfte wert ist. Es gab einen Interessenten, der bereit gewesen wäre 60, maximal 80 Mio. Rubel zu zahlen. Alles andere wäre für einen Hotelbetrieb einfach nicht rentabel für die Amortisierungsfristen, die russische Investoren erwarten.
 
Foto: Hotelrohbau aus den 90er Jahren am Ostseestrand in Selenogradsk
 

22.05.2017 – Bis zur Hochzeit ist alles wieder normal
„Bis zur Hochzeit ist alles wieder normal“, - hat man früher zu Kindern gesagt, die sich verletzt hatten, um sie zu trösten. In diesem Fall handelt es sich um den Kaliningrader Gouverneur, der sich beim Straßenfußball am Sonntag an Fuß und Rücken verletzt hat. Da der Gouverneur aber bereits verheiratet ist, wird für ihn der Satz passend gemacht: „… bis zu den Wahlen am 10. September ist alles wieder gut.“ Das der jüngste Gouverneur der Russischen Föderation Anton Alichanow (30) in vielen Sportarten sehr sportbegeistert ist, hat er in den letzten Monaten ausreichend öffentlich dargestellt. Er folgt damit eigentlich dem Beispiel seines Ziehvaters Wladimir Putin. Alichanow ist es vor wenigen Wochen gelungen, als Vizegouverneurin für Sport und Jugend Natalia Sergejewna Ischenko, vielfache Olympiasiegerin zu gewinnen.
 
Foto: „Er fiel etwas unglücklich auf seinen Fuß und stürzte danach wegen des starken Schmerzes auf den Rücken. Nach einigen Minuten konnte er selbständig wieder aufstehen und bis zur nächsten Bank gehen, wo die Verletzung betäubt wurde um den Schmerz zu verringern. Vermutlich handelt es sich um eine Zerrung“, - so seine Pressesprecherin.
 
22.05.2017 – Neuer Güterbahnhof mit zwei Spurbreiten
Die russische Bahn hat in Kaliningrad einen neuen Güterbahnhof mit zwei Spurbreiten, der russischen und der europäischen Spurbreite, eingerichtet und dem Verkehr zu Nutzung übergeben. In erster Linie macht sich dieser neue Güterbahnhof „Nowaja Dscherschinskaja“ für die Lieferung von Kohle aus dem russischen Mutterland nach Westeuropa erforderlich. Das Schienennetz unterscheidet sich dadurch, dass in Russland eine Breite von 1520 mm verwendet wird und in Europa die Schienenbreite 1435 mm beträgt. Jetzt ist es möglich, auf diesem Platz sowohl Waggons aus Westeuropa zu empfangen und die Ladung aus russischen Waggons umzuladen. Am Freitag wurde die erste Kohlebestellung aus Polen umgeladen und auf Reise geschickt. Geplant ist ein Kohleumschlag im Jahre 2017 von mindestens 300.000 Tonnen. Zukünftig sollen die Umschlagmöglichkeiten auf bis zu eine Million Tonnen ausgebaut werden. In die Ausrüstung des neuen Güterbahnhofes werden bis zu 200 Mio. Rubel investiert.
 

Foto: Neuer Güterbahnhof in Kaliningrad mit russischer und westeuropäischer Spurbreite
 
22.05.2017 – Älteste Supermarktkette in Kaliningrad erklärt Bankrott
Eine Ära geht in Kaliningrad zu Ende. Die älteste Supermarktkette „Wester“ hat beim Kaliningrader Verwaltungsgericht Antrag auf Bankrott eingereicht. Der Antrug wurde am 19. Mai bei Gericht registriert. Im Vorfeld dieser Bankrotterklärung gab es eine ganze Reihe von Gerichtsverfahren, die Lieferfirmen gegen „Wester“ eingereicht hatten, da ihre Rechnungen nicht bezahlt worden. Die Schwierigkeiten der Supermarktkette begannen vor rund einem Jahr und es war täglich deutlicher sichtbar, wie die Regale immer leerer wurden. Insgesamt hatte wohl die Firma den Anschluss an moderne Verkaufskultur verpasst und ihre Supermärkte waren eigentlich nur noch Umschlagpunkte für Waren des täglichen Bedarfs und entsprachen weder technisch noch optisch den modernen Anforderungen. Dies gab insbesondere den Unternehmen „Viktoria“ und „Euro-Spar“ die Möglichkeit, sich in den letzten Jahren rasant zu entwickeln. Insbesondere das „SPAR-Unternehmen“ beeindruckt durch eine aktive Neueröffnungspolitik in den letzten Monaten.
 
 
22.05.2017 – Uhren-Geheimnis durch Gouverneur gelüftet
In der vergangenen Woche berichteten wir über eine neue Uhr, die sich der Kaliningrader Gouverneur Anton Alichanow zugelegt hatte und die von einem bekannten Kaliningrader Chefredakteur bemerkt und „journalistisch“ aufbereitet wurde. Nun hat Anton Andrejewitsch informiert, dass er diese Uhr von seinem Vater, anlässlich seiner Ernennung zum Gouverneur im Oktober vergangenen Jahres geschenkt bekommen habe. Diese Uhr war bereits 12 Jahre im Besitz seines Vaters, der diese Uhr ebenfalls von einem Bekannten als Geschenk erhielt. Festgestellt wurde unzweifelhaft, dass es sich bei der Uhr um ein älteres Modell handelt, welches seit einigen Jahren schon nicht mehr produziert wird, so dass die Erklärungen des Kaliningrader Gouverneurs durchaus logisch sind.
Anm. UN: Trotzdem bleibe ich bei meiner, im Artikel geäußerten Meinung, dass es besser wäre, wenn der Gouverneur derartige Luxusgegenstände, auch wenn sie gebraucht und geschenkt sind, tragen würde. Er ist als volksnaher Gouverneur angetreten und derartiger Luxus ist eher volksfern.  
 
 
22.05.2017 – Mülltrennung in Kaliningrad
Die Müllentsorgung in Kaliningrad befindet sich auf einem denkbar niedrigen Stand und ist zudem, vergleichsweise zu Deutschland, teuer. Zu viele Firmen teilen sich den kleinen Markt und das macht sich in den Preisen und der Qualität der angebotenen Dienstleistungen bemerkbar. Nun hat die gesamtrussische „Volksfront“ vorgeschlagen, aus Kaliningrad eine Pilotregion für die Mülltrennung zu machen. Müll, so die Experten der „Volksfront“, wird zu einem großen Teil exportiert, vorrangig nach Litauen oder andere europäische Länder, da in Kaliningrad eigene Lagermöglichkeiten nicht ausreichen. Dies unterscheidet Kaliningrad vom russischen Mutterland, wo es ausreichend Platz für eine Müll-Endlagerung gäbe. Ein Vertreter der Firmen, die sich in Kaliningrad mit der Müllentsorgung beschäftigen informierte, dass man bereit sei zu diesem Pilotprojekt. Wenn die Mülltrennung vorgenommen wird, gibt es auch Plätze in Kaliningrad, wo die Lagerung erfolgen kann. Die Bevölkerung selber ist bereit die Mülltrennung vorzunehmen. Bisher haben nur zehn Prozent der Kaliningrader die Möglichkeit an der Mülltrennung teilzunehmen.
 
Foto: Aktuelle Beispiele der „Müll-Endlagerung“, der „Müll-Trennung“ und der Qualität der städtischen Müllsammlung
 
22.05.2017 – Fahrzeugholding „Avtotor“ sinniert über die Zukunft
Die Kaliningrader Fahrzeugholding stellt Überlegungen in die Zukunft an. So will man bis zum Jahre 2022 650 Mio. USD in den Bau von vier neuen Fabriken investieren, die dann einen vollständigen Produktionszyklus umsetzen und den neuen, bereits vor Jahren geplanten Fahrzeugcluster bilden sollen. Darüber informierte der Begründer der Fahrzeugholding Wladimir Scherbakow. Allerdings, so meinte Scherbakow, sind dies alles bisher nur Überlegungen und das Projekt ist noch nicht bestätigt. Wird dieses Projekt umgesetzt, so ist man in der Lage rund 150.000 Fahrzeuge jährlich im vollen Produktionszyklus herzustellen. Eigentlich sollte das erste Werk bereits im Jahre 2016 seine Produktion aufnehmen. Jetzt gibt es weitere Gerüchte, dass es Firmen gibt, die über ein Ausscheiden aus der Fahrzeugholding nachdenken, um im Kaliningrader Gebiet eine eigenständige Produktion aufzubauen.
In diesem Jahr plant „Avtotor“ die Montage von 128.000 Fahrzeugen, deren Einzelteile aus den Stammländern nach Kaliningrad geliefert werden. Die volle Produktionskapazität liegt in diesem Fall bei 250.000 Fahrzeugen im Jahr. Produziert werden Fahrzeuge der Marken „KIA“, „Hyundai“ und „BMW“. Seit einigen Tagen wird testweise eine chinesische Serie auf Band gelegt.
 

 

21.05.2017 – Kaliningrader Gericht korrigiert Urteil gegen Ex-Präsident des Deutsch-Russischen Hauses
Im Februar wurde Viktor Hoffmann, der ehemalige Präsident des Deutsch-Russischen Hauses und Ex-Vertreter der Russlanddeutschen im Kaliningrader Gebiet im Rahmen der NKO „Eintracht“ wegen Verletzung des Gesetzes über „Ausländische Agenten“ zu einer Doppelstrafe verurteilt. Als Privatperson wurde er zur Zahlung von 100.000 Rubel und als juristische Person zur Zahlung von 300.000 Rubel verurteilt. Er hatte gegen dieses Urteil Berufung eingelegt und das Kaliningrader Bezirksgericht, höchste gerichtliche Instanz im Kaliningrader Gebiet, hat das Urteil der nachgeordneten gerichtlichen Instanz gekappt und Viktor Hoffmann von der Zahlung dieser beiden Geldstrafen befreit. Im Urteil wurde hervorgehoben, dass das Auftreten der extremistischen Organisation BARS Ende Oktober 2016 auf dem Gelände des Deutsch-Russischen Hauses anlässlich des Gedenktages der politisch Repressierten in der Sowjetunion, in keinem Zusammenhang mit der Gedenkveranstaltung stand und Viktor Hoffmann hierfür keine Verantwortung trägt. Alle anderen Entscheidungen der staatlichen Organe bleiben bestehen. Gegenwärtig laufen in Kaliningrad intensive Arbeiten zur Gründung einer neuen Organisation der Russlanddeutschen. Viktor Hoffmann befindet sich seit einigen Tagen stationär in einer medizinischen Einrichtung in Kaliningrad. Bisher ist offiziell nichts bekannt, wie mit der Immobilie des ehemaligen Deutsch-Russischen Hauses in der ul. Jaltinskaja weiter verfahren wird. Seitens des Innenministeriums der Bundesrepublik Deutschland wurde Viktor Hoffmann schriftlich aufgefordert, die Eigentumsverhältnisse neu zu organisieren und das Gebäude an die neue Organisation der Russlanddeutschen zu übergeben. Als Termin war der 12. Mai 2017 gesetzt.
 
Foto: Viktor Hoffmann und das Gebäude des ehemaligen Deutsch-Russischen Hauses in Kaliningrad
 
21.05.2017 – Zu spät für den zweiten Bauabschnitt des Fischdorfes
Die Gebiets- und Stadtverantwortlichen sind wohl zu der Überzeugung gekommen, dass der geplante zweite Bauabschnitt des Fischdorfes nicht mehr rechtzeitig zum Beginn der Fußball-Weltmeisterschaft 2018 fertiggestellt wird. Hier hat sich seit vielen Monaten, außer dem Abriss einiger baufälliger Hütten, nichts getan. Das Gelände ist hoch mit Gras überwuchert. Nun will man auf dem Gelände, das sich direkt neben dem ersten Bauabschnitt des repräsentativen Fischdorfes befindet, mit einer zeitweiligen Grünanlage versehen. Wie sich herausstellte, gibt es keinen Investor für dieses Gelände, obwohl zu früheren Zeiten gemeldet wurde, dass hier „Phantastisches“ entstehen soll. Nun soll einerseits die Grünanlage angelegt und andererseits bis Ende 2017 ein Projekt für die Bebauung des Territoriums erarbeitet werden
 

Foto: Kaliningrader Fischdorf, 1. Bauabschnitt und daneben das Gelände für den 2. Bauabschnitt
 
21.05.2017 – Weiteres altdeutsches Gebäude soll Status Kulturdenkmal erhalten
Das Gebäude, in dem die russische Untersuchungskommission für das Kaliningrader Gebiet ihr Domizil gefunden hat, soll unter Denkmalschutz gestellt werden. Es handelt sich bei dem Gebäude um die ehemalige Rossgartener Stadtschule in Königsberg.  Gesellschaftlich engagierte Bürger haben nun die entsprechenden Dokumente eingereicht, damit dem Gebäude der neue Status verliehen wird. Das Gebäude, welches in den Jahren 1896-1897 errichtet wurde, befindet sich in der ul. 9. April. Die Untersuchungskommission teilt sich das Gebäude mit dem Diagnosezentrum der Kant-Universität. Entsprechend der russischen Gesetzgebung müssen nun die staatlichen Organe innerhalb von 90 Arbeitstagen eine Entscheidung fällen.
 
Foto: Altdeutsche Schule soll unter Denkmalschutz gestellt werden
 
21.05.2017 – FSB hat Rauschgiftbande ausgehoben
Der russische Sicherheitsdienst FSB hat eine Verbrecherbande ausgehoben, die sich mit der Lieferung von Rauschgift aus der Europäischen Union nach Kaliningrad beschäftigt hat. In Kaliningrad wurden zwei Mitglieder dieser Gruppe bereits Anfang Mai verhaftet. Die Gruppe hat nicht nur das Rauschgift aus der Europäischen Union nach Kaliningrad gebracht, sondern auch die Verteilung an die Endkonsumenten vorgenommen.
 
 
21.05.2017 – Begrüßenswerte Privatinitiative
Sicher haben Sie in den letzten Tagen schon die Nachrichten gelesen, dass es in Kaliningrad Schwierigkeiten im Zusammenhang mit der Instandsetzung der Hölzernen Brücke und Hohen Brücke gibt. Es gibt gegenwärtig ein kleines Verkehrsproblem in der Erreichbarkeit der "Insel", auf dem das neue Stadion errichtet wird. Geprüft wird, ob eventuell die russische Armee eine Pontonbrücke verlegen kann. Bis die Entscheidung fällt, haben bereits erste Bauarbeiten für einen Tunnel zur Insel in Privatinitiative begonnen:
 
 
21.05.2017 – Kaliningrader korrupter Zöllner angeklagt
Das Moskauer Stadtbezirksgericht der Stadt Kaliningrad hat eine Strafsache gegen einen Zöllner behandelt, der im Verlaufe von zwei Jahren von seinen Nachgeordneten Schmiergelder entgegengenommen hatte, um vor deren korrupten Handlungen die Augen zu schließen und deren Handlungen auf der Vorgesetztenebene zu schützen. Der Angeklagte war Leiter einer Abteilung in der Gebiets-Zollverwaltung und hat im Zeitraum 2013-2015 in 15 Fällen von Nachgeordneten Schmiergeldzahlungen im Gesamtumfang von 650.300 Rubel entgegengenommen. Weiterhin erhielt er von anderen Zöllnern für „Vermittlungen und dienstlichen Schutz“ eine weitere Summe von 42.000 Rubel. Das Urteil ist noch nicht gesprochen. Ihn erwartet eine Maximalstrafe von bis zu sechs Jahren Freiheitsentzug.

 

20.05.2017 – Tag mit „überraschenden“ Erkenntnissen
Kaliningrad scheint eine Fahrrad-unfreundliche Stadt zu sein – oder, um es positiv auszudrücken: Kaliningrad hat umfangreiches Fahrrad-Entwicklungspotential. Das stellten insbesondere die Beamten der Gebietsregierung und der Stadtverwaltung fest, die am Freitag, im Rahmen des gesamtrussischen Tages der Fahrradfahrer, sich entschlossen hatten, mit dem Fahrrad zum Dienst zu kommen. Es ist gefährlich und unbequem – so der generelle Ton der Meinungsäußerungen – in Kaliningrad sich auf zwei Rädern zu bewegen.
Die Ministerin für die Entwicklung der Infrastruktur im Kaliningrader Gebiet, Elena Djatlowa meinte, dass das Straßennetz in der Gebietshauptstadt außerordentlich unbequem für Fahrradfahrer ist. Der Bürgermeister Alexander Jaroschuk erklärte, dass er am Morgen fasst überfahren worden wäre.
Der Gouverneur Anton Alichanow, der ebenfalls mit dem Fahrrad zum Dienst kommen wollte, konnte sein Versprechen nicht umsetzen, da er kurzfristig nach Moskau gerufen wurde. Gehässige Kommentatoren in den sozialen Netzwerken veranlasste die Nachricht zur Frage, ob er vielleicht mit dem Fahrrad dorthin gefahren ist.
Der Vorsitzende des Stadtrats, Andrej Kropotkin informierte, dass man in der Nähe von Haltestellen des Nahverkehrs und öffentlicher Einrichtungen Parkplätze für Fahrräder schaffen werde. Dieser Gedanke ist nicht neu und wird anscheinend jedes Jahr neu geboren, um dann, nach dem gesamtrussischen Fahrradtag, auch schnell wieder vergessen zu werden, wenn die Damen und Herren Beamten mit komfortablen Dienstfahrzeugen zur Arbeit gebracht werden. Immerhin verfügt Kaliningrad aber zum heutigen Zeitpunkt über 24 Kilometer Radfahrwege, die aber häufig nur darin bestehen, dass ein ausreichend breiter Fußweg durch eine weiße Linie in zwei gleiche Breiten geteilt wurde. Insgesamt will man 157,8 km Fahrradwege schaffen – so der Vorsitzende des Stadtrats.
 
Foto: Fahrrad-Infrastruktur in der Hauptstadt des Gebietes Kaliningrad
 
20.05.2017 – Gouverneur will Industrieauslagerung aus der Gebietshauptstadt
Der Kaliningrader Gouverneur Anton Alichanow hat vorgeschlagen, Industrieunternehmen, die in Stadtgebiet Pribreschnoje ihren Sitz haben, von dort zu entfernen. Den Gedanken unterbreitete er während einer Öko-Konferenz der gesamtrussischen Volksfront am Donnerstag. Dies könnte die Alternative für die Produktionsstätten sein, die man wegen Verletzung der Umweltbestimmungen schließen werde. Wie er informierte, wird vermutlich schon Ende Mai eine der dort ansässigen Firmen ihre Tätigkeit einstellen müssen. Wiederholte Kontrollen vor Ort hatten ergeben, dass die dort ansässigen Firmen einen Schadstoffausstoß haben, der das 56fache dessen beträgt, was die Normen gestatten. Der Gouverneur schlägt vor, dass diese Unternehmen in die Industrieparks umsiedeln, die gegenwärtig durch die „Korporation für die Entwicklung des Kaliningrader Gebietes“ geschaffen werden. Die Gebietsregierung ist bereit, hier Vergünstigungen für den Aufbau einer neuen Produktionsstätte zu gewähren.
 
In der Siedlung „Pribreschnoje“ arbeiten einige Firmen, die sich mit der Verarbeitung von Altmetall und der Herstellung von Metallverpackungen beschäftigen.
 
20.05.2017 – Neues Geld für den Kaliningrader Airport „Chrabrowo“
Der russische Premierminister Dmitri Medwedjew hat weitere Finanzmittel aus dem föderalen Haushalt für die Rekonstruktion des leidgeprüften Airports „Chrabrowo“ in Aussicht gestellt.
 
 
Anm. UN: Dann wollen wir hoffen, dass die Aufteilung dieser Summe gerecht erfolgt – am besten zu gleichen Teilen.
 
20.05.2017 – Wahllokale sollen länger geöffnet bleiben
Die Wahlen im September rücken immer näher. In Kaliningrad wird der Gouverneur gewählt. Die letzten Gouverneurswahlen fanden im Jahre 2015 statt und wenige Monate später, wurde der damalige Gouverneur Zukanow nach St. Petersburg als Bevollmächtigter Vertreter des russischen Präsidenten versetzt. Durch Wladimir Putin wurde im Oktober 2016 Anton Alichanow mit der Führung der Region bis zu den nächsten regulären Wahlen am 10. September 2017 beauftragt. Gegenwärtig laufen diverse Vorbereitungsarbeiten. Die Parteien wählen intern ihren Kandidaten, den sie zu den Wahlen nominieren wollen und die Zentrale Wahlkommission in Kaliningrad, aber auch die föderale ZWK beschließen organisatorische Maßnahmen. Eine der Veränderungen für die kommenden Wahlen könnte darin bestehen, dass man die Wahllokale zwei Stunden länger offenhalten will – eine durchaus vernünftige Überlegung, da traditionell der September immer noch Datschen-Saison ist und viele Wahlberechtigte einfach bis 20 Uhr noch nicht aus ihrem kleinen Fürstentum zurück sind. Nun wird geplant, die Wahllokale bereits um 7 Uhr zu öffnen und erst um 21 Uhr zu schließen. Der Antrag für eine Verlängerung der Wahlzeiten kam dann auch von zwei gesellschaftlichen Organisationen der Kleingartenbesitzer. Diese Initiative betrifft nicht nur das Kaliningrader Gebiet, sondern wurde, anscheinend föderal ein wenig beeinflusst, auch in anderen Regionen angeregt.
Weiterhin wurde bekannt, dass der Kreml zu den bevorstehenden Wahlen kein gesteigertes Interesse hat, eine hohe Wahlbeteiligung in Kaliningrad und einigen anderen Regionen zu erreichen. Zu einem früheren Zeitpunkt soll die Aufgabe bestanden haben, eine möglichst hohe Wahlbeteiligung zu erreichen. Jetzt wird angeblich befürchtet, dass eine hohe Wahlbeteiligung nicht unbedingt zugunsten der Kandidaten ausfallen könnte, die als „regierungsnah“ eingestuft werden. Eine nicht genannt sein wollende Quelle aus der Präsidentenverwaltung kommentierte:
 
Anm. UN: Ich erlaube mir, hierzu eine andere Meinung zu haben. Gerade eine hohe Wahlbeteiligung gibt dem gewählten Gouverneur das Recht zu behaupten, dass er von der Mehrheit des Volkes und nicht von der Mehrheit der Wahlteilnehmer gewählt wurde. Wenn die Wahlbeteiligung nur 30 Prozent beträgt, nützt es nichts, wenn der Gouverneur mit 99,9 Prozent der Stimmen gewählt wird – die Legitimität dieser Wahl wird durch die Opposition die kommenden fünf Jahre durchaus zu Recht angezweifelt werden. Eine Wahlbeteiligung von 90 Prozent, und ein Wahlergebnis mit einem absoluten Mehrheits-Ergebnis für den Gouverneur wäre eine echte Legitimierung.
 

Grafik: Nur 70 Prozent aller Wahlberechtigten haben im Jahre 2015 an den Gouverneurswahlen teilgenommen. Rund 40 Prozent haben „Zukanow“ gewählt. Ziehen wir die 30 Prozent der Nichtwähler ab, so wurde der Gouverneur von 10 Prozent der Kaliningrader Bürger gewählt – eine nicht ganz korrekte Interpretation, aber macht nachdenklich - richtig?
 
20.05.2017 – Gouverneur will Hauptstadt nicht nach Osten verlegen
Seit Jahren gibt es Überlegungen, die Gebietshauptstadt, oder doch zumindest einige Ministerien und Behörden aus der Gebietshauptstadt Kaliningrad, in östliche Kreisstädte des Gebietes zu verlegen und mit einer derartigen neuen Führungsstruktur den betroffenen Kreise starke Entwicklungsimpulse zu verleihen. Nun hat der Kaliningrader Gouverneur Alichanow dem einen Riegel vorgeschoben. Während eines Arbeitsbesuches in Gussew, dem Geburts- und Lieblingsort des Ex-Gouverneurs Zukanow, der auch den Gedanken der Behörden- und Ministerien-Verlagerung geboren hatte, erklärte Anton Alichanow, dass diese Gedanken seines Vorgängers nicht mehr aktuell sind. Er gab zu bedenken, dass das Kaliningrader Gebit nicht die westlichen Lebens- und Arbeitsbedingungen erfüllt und es vermutlich ins genaue Gegenteil umschlagen wird, wenn Beamte von Kaliningrad nach Sowjetsk, Tschernjachowsk oder Gussew umziehen müssten, um dort die Arbeit zu verrichten. Allerdings kann man durchaus darüber nachdenken, in diesen Städten Außenstellen von Ministerien und Behörden einzurichten.
 
Karte: Kreise und Kommunen des Kaliningrader Gebiets

 

19.05.2017 – Rote Linie erreicht, Entlassungen nicht ausgeschlossen
Im Rahmen der Vorbereitung auf die Fußball-Weltmeisterschaft 2018 ist Kaliningrad, im Bereich der Vorbereitung der Trainingsstätten für die acht Fußballmannschaften, die in vier Gruppenspielen in Kaliningrad spielen werden, in den sogenannten Roten Bereich geraten. Es besteht somit die Gefahr, dass die Trainingsstätten nicht rechtzeitig fertig werden. Dies wiederum würde bedeuten, dass ein Teil der geplanten Spiele umgelagert werden müssten. Konkret werden drei Stadien vorbereitet, wovon zwei Stadien im roten Bereich sind. Hierbei handelt es sich um das Stadion „Lokomotive“ und „Mir“. Wie der Bürgermeister Jaroschuk informierte, hat die beauftragte Baufirma einen sehr großen Umfang an Arbeit geleistet, aber trotzdem gegenüber dem kontrollierenden Komitee der FIFA nur 20 Prozent abgerechnet. Weiterhin stellte sich heraus, dass aus dem Stadthaushalt an die Baufirma für die bereits erbrachten Leistungen kein Geld überwiesen worden ist. Die Firma ist somit gezwungen, ihr eigenes Geld einzusetzen, wenn es zu keinen weiteren Verzögerungen kommen soll. Der Baurückstand bei beiden Objekten beträgt einen Monat. Schulden der Stadt gegenüber der Baufirma belaufen sich auf 33 Mio. Rubel. Wie der Leiter der Bauorganisation informiert, benötigen die Behörden vom Moment der Bauabnahme bis zur Überweisung des Geldes 60 Tage. Dies ist schon eine lange Frist. Und auch diese ist nicht eingehalten worden. Eine weitere Kontrolle hat gezeigt, dass die Gelder alle auf den entsprechenden Konten der Stadt liegen, aber aus irgendwelchen unbekannten Gründen durch irgendeinen Beamten nicht angewiesen worden sind. Der zuständige Leiter des Komitees für Architektur und Bauwesen der Stadt Artur Krupin versuchte eine Rechtfertigung und erklärte den Zahlungsverzug mit ständig neuen Gesetzen, die operativ beachtet werden müssten. Außerdem nehmen an diesem ganzen Prozess sehr viele Strukturen teil, was ebenfalls zu Verzögerungen führe.
Die Baufirma selber kritisierte die Projektplanung, die eine ganze Reihe von technischen Fehlern und Unzulänglichkeiten beinhaltet und nachgebessert werden musste. Wäre das Projekt so umgesetzt worden, wie ehemals geplant und bestätigt, wäre nach zwei Jahren von den Stadien nicht mehr viel zu sehen gewesen.
Der Bürgermeister Jaroschuk hat die Untersuchung der ganzen Angelegenheit versprochen. Er wird die Verantwortlichen finden und wenn nötig werden diese entlassen. Der Bürgermeister erinnerte an viele Episoden aus der Olympiade 2014 und befürchtete, dass sich in Kaliningrad dasselbe abspielen wird.
 
 
19.05.2017 – Gouverneur gibt Weisungen zum Brückenbau in Kaliningrad
In der ganzen Misere mit dem Bau und der Rekonstruktion der Brücken in der Stadt Kaliningrad, hat Gouverneur Alichanow nun ein Machtwort gesprochen und gefordert, dass die Hohe Brücke bis Ende des Sommers dem Verkehr wieder übergeben wird. Die Arbeiten sind so zu beschleunigen, dass der Bauabschluss zwei Monate vorfristig erfolgen kann. Er wies an, dass die Arbeiten in drei Schichten zu erfolgen haben und die Anzahl der eingesetzten Bauarbeiter erhöht wird. Der Leiter der bauausführenden Firma versprach, diese Forderungen des Gouverneurs zu erfüllen. Die Rekonstruktion der Hohe Brücke begann im Juni 2016 und sollte eigentlich im Mai 2017 abgeschlossen sein. Durch Projektkorrekturen kam es zwei Mal zu Bauverzögerungen, so dass die Brücke fünf Monate später als geplant fertig wird. Erschwerend kommt hinzu, dass im Mai auch die Bauarbeiten an der Hölzernen Brücke begannen und so die „Insel“ in eine wirkliche verkehrstechnische Isolation geraten ist. In den letzten Tagen wird heftig über mögliche Lösungen diskutiert, bis hin zur Verlegung von zwei Pontonbrücken, um den Bewohnern der Insel eine einigermaßen Zutrittsmöglichkeit zu ihren Wohngebieten zu verschaffen. Wie am Donnerstag bekannt wurde, sollen jetzt die Arbeiten an der Hölzernen Brücke so durchgeführt werden, dass der Fußgängerweg einseitig trotzdem genutzt werden kann. Für Fahrzeuge gibt es seit dem 11. Mai keine Möglichkeiten mehr diese Brücke zu nutzen.
 
 
19.05.2017 – Bauausführende Firma für Leninski-Prospekt gefunden
Der Regionalfond für die Durchführung von Hauptinstandsetzungen hat für die Fassadenrekonstruktion der Häuser auf dem Leninski-Prospekt einen Auftragnehmer gefunden. Es gab für diese Arbeiten, die nach Einzelobjekten aufgesplittet sind, jeweils nur einen einzigen Bewerber, so dass eine Senkung der eigentlich zur Verfügung stehenden Summe durch die Stadtverwaltung nicht erreicht werden konnte. Somit wird die GmbH „KST-Stroi“, die GmbH „BSK“ und die GmbH „ZentrSchilStroi“ die Arbeiten bis zum Jahresende durchführen. Insgesamt stehen für acht Gebäude 200 Mio. Rubel zur Verfügung. Weiterhin wird ein Haus in der ul. Schitomirskaja durch die GmbH „Krismas“ rekonstruiert. Versprochen wird, dass nach Abschluss der Arbeiten, der Leninski-Prospekt nicht mehr wiederzuerkennen ist.  Im nachfolgenden einige „Vorher-Nachher“-Bilder zu Gebäuden auf dem Leninskij-Prospekt.
 
 
 
 
 
 
 
19.05.2017 – Fahrzeugholding „Avtotor“ will Motoren produzieren
Die Kaliningrader Fahrzeugholding „Avtotor“, bisher spezialisiert auf die Montage von Fahrzeugen, welche in Einzelteilen aus dem Ausland angeliefert werden, will sich jetzt auch der Herstellung von Motoren widmen. Darüber informierte der Gründer der Firma Wladimir Scherbakow in einem TV-Interview. Die Holding ist stark an einer weiteren Lokalisierung der Produktion interessiert und will auch die Anzahl der Partner erhöhen, in deren Auftrag Fahrzeuge hergestellt werden. Er erinnerte daran, dass, als der amerikanische Hersteller „General Motors“ sich aus Russland zurückgezogen hat, seine Holding mit einem Schlag die Hälfte des Produktionsumfanges verloren hat. Somit musste auch die Hälfte der Belegschaft, fast 2.000 Mitarbeiter entlassen werden. Jetzt nimmt man wieder Einstellungen vor, da es einen neuen chinesischen Partner gäbe.

 

18.05.2017 – Dänischer Investor glaubt an Goldgrube Kaliningrad
Ein dänischer Investor plant in der Region den Bau einer Milchfarm und will dafür eine Herde mit 2.000 Tieren halten. Es handelt sich hierbei um die dänische Agro-Holding „Rus Agro Team A/S“, die für ihr Engagement den Kreis Nestorow ausgewählt hat. Angestrebt wird eine jährliche Milchproduktion von 6.000 Tonnen. Gegenwärtig verfügt die Holding über 1.500 Tiere und hatte mit diesen im Jahre 2016 bereits 3.000 Tonnen Milch produziert. Die Direktorin der Holding bezeichnete die Expansion der Firma in Kaliningrad als eine der Hauptaufgaben. Die Firma selber ist bereits an verschiedenen Standorten in Kaliningrad aktiv und entwickelt dort auch die pflanzliche Landwirtschaft.
 
18.05.2017 – Kaliningrad wird in der Scheiße schwimmen – Bürgermeister zeigt Emotionen
Die Vorbereitungen auf die Fußball-Weltmeisterschaft laufen auf vollen Touren, laufen aber nicht immer so, wie man sich das planungstechnisch vorgestellt hatte. So erfolgt neben dem Bau des neuen Fußballstadions, auch die Rekonstruktion von kleineren Sportstadien in der Stadt und dem Gebiet Kaliningrad. Diese Stadien sollen als Trainingsplätze für die acht Mannschaften dienen, die an den vier, in Kaliningrad stattfindenden Gruppenspielen teilnehmen. Eines dieser Stadien ist das Stadion „Lokomotive“, direkt gelegen am Südpark in Kaliningrad. Hier fand am Dienstag ein Vor-Ort-Termin statt und der Generaldirektor der Baufirma, die sich in unmittelbarer Nachbarschaft zum Stadion befindet, erklärte dem Bürgermeister Jaroschuk klipp und klar, dass man in diesem Teil der Stadt einfach nur in der Scheiße ertrinken wird, denn das Kanalisationssystem wird die Belastungen, insbesondere zur Weltmeisterschaft, einfach nicht durchhalten.
 

Foto: Bürgermeister Jaroschuk im Scheiß-Gedankenaustausch mit dem Generaldirektor der Baufirma
 
„Diese Kanalisation ist nicht für einen derartigen Umfang vorgesehen. Haben Sie schon eine Untersuchung durchgeführt, in welchen Zustand sie sich befindet? Wir werden uns blamieren. Ja, wir werden in der Scheiße versinken Alexander Georgiewitsch. Ich habe große Angst, Sie und mich zu blamieren. Wenn hier eine Mannschaft sich wäscht, dann die andere Mannschaft – all das finden wir dann auf dem Spielfeld wieder? Und was wird dann?“, - so der Generealdirektor in einer emotionalen Aufwallung gegenüber dem Bürgermeister Jaroschuk.
Der Direktor erklärte, dass das Stadion genauso viel Abwasser in der Zeit der Weltmeisterschaft produzieren wird, wie sein Baubetrieb und das hält die Kanalisation nicht durch. Er ist bereit, seine Firma für die Tage der Weltmeisterschaft zu schließen. Das löst aber nur das Problem der Abwässer. Auch die Stromversorgung ist völlig unzureichend. Die gesamte Infrastruktur gehört seiner Baufirma, die sie auch nutzt und dafür bezahlt. Wenn aber die Stadt diese Infrastruktur ebenfalls nutzen will, dann muss dafür etwas getan werden. Er persönlich, so der Direktor der Firma, ist bereit, diese Infrastruktur der Stadt zu übergeben – und zwar kostenlos. Der Bürgermeister reagierte emotional und meinte, dass die Firma die Infrastruktur erst komplett instandsetzen muss und dann wird die Stadt das Geschenk annehmen. Wie bekannt wurde, hat dieser Teil der Kanalisation keinerlei Bezug zu den Wohnanlagen, sondern versorgt nur den Baubetrieb und das Stadion.
 
18.05.2017 – Wieder Germanisierungs-Emotionen
In Kaliningrad wurde über Nacht eine altdeutsche Gedenktafel restauriert. Wer hier die Restaurierung vorgenommen hat, wird durch die zuständigen Organe sicher geklärt werden, auch wenn die dafür Verantwortlichen anscheinend der Stadt keine Rechnung ausstellen wollen. Es geht um einen weißen Fleck am Gebäude des Wrangel-Turms, welcher seit Jahrzehnten von der Bevölkerung als „Weißer Fleck“ bemerkt wurde. Vor wenigen Tagen wurde der ehemalige Bernstein-Markt vom Bernsteinmuseum zum Wrangel-Turm umgelagert und in diesem Zusammenhang wurde plötzlich der „Weiße Fleck“ restauriert und die schon nicht mehr erkenntliche Inschrift sichtbar gemacht. Es handelt sich um eine Tafel, die in den 20er/Anfang der 30er Jahre, also im Ergebnis des Ersten Weltkrieges, angebracht wurde und wo gefordert wird, die deutschen Kolonien nicht zu vergessen. Eine Restaurierung derartiger „Gedenktafeln“ ruft im heutigen modernen Kaliningrad natürlich andere Emotionen hervor, denn man stellt sich die Frage, wer im russischen Kaliningrad ein Interesse daran hat, dass deutsche Kolonien nicht vergessen werden. Und es steht die Frage, ob die Restauratoren dieser Tafel der Ansicht sind, ob auch Kaliningrad eine Art Kolonial-Status hat, den Deutschland nicht vergessen sollte. Sollte diese Tafel nicht entfernt werden, wird es wohl nicht lange dauern, bis auch hier wieder Blumen niedergelegt werden, ähnlich wie an der Gedenktafel für Agnes Miegel in der ul. Koloskowo, die allerdings auf Forderung der Staatsanwaltschaft entfernt wurde.
 
Foto: Der „Weiße Fleck“ nach der Restaurierung. Welche Deutsche in Kaliningrad sollen der Kolonien gedenken?
 
18.05.2017 – Fliegen, fliegen nicht. Fliegen, fliegen nicht. Airports mit Kommunikationsproblemen
Die russischen Airports „Kaliningrad“ und „Kaluga“ scheinen ein Kommunikationsproblem zu haben. Während in Kaliningrad vor wenigen Tagen informiert wurde, dass es aus Kalkulationsgründen keine Flüge von und nach Kaluga geben wird, bestreitet dies der Airport in Kaluga und informiert trotzig: „… und wir fliegen doch.“ So soll der erste Flug durch die „Saratowskaja AviaLinija“ am 6. Juni stattfinden. Geplant ist auch nur ein Flug in der Woche, der am Dienstag durchgeführt wird. Die Kosten belaufen sich auf 4.700 Rubel in eine Richtung. Flugzeit sind nicht ganz zwei Stunden.
 
18.05.2017 – Kaliningrad erhält weibliche Kadettenschule
Im Zuge der Gleichberechtigung müsste die Frage beantwortet werden, ob es richtiger wäre von Kadettinnen zu sprechen. Aber auf alle Fälle ist es so, dass sich eine Reihe von Eltern aus Kaliningrad an die zuständigen Behörden mit der Bitte gewandt haben, im Kaliningrader Gebiet eine Kadettenschule für Mädchen einzurichten, nachdem es bereits eine Kadettenschule für Jungen gibt. Die Regionalministerin für Bildung Swetlana Trusenjewa signalisierte bereits, dass man an der Schaffung eines derartigen Schulinternats arbeite. In der bisherigen Kadettenschule wurden in der Vergangenheit bereits rund 4.000 männliche Kadetten in 137 Klassen ausgebildet.

 

17.05.2017 – Leben ist Geben und Nehmen – Gouverneur zum Engagement von Lukoil in Kaliningrad
Der Kaliningrader Gouverneur Anton Alichanow zeigte sich erfreut, dass die Firma „Lukoil“ ihr Engagement in Kaliningrad erweitert und auch auf den vorgelagerten Seegewässern nach neuen Ölfeldern sucht. Die Kaliningrader Behörden werden alle nur mögliche Hilfe und Unterstützung leisten, um der Firma das Engagement im Gebiet zu erleichtern. Deshalb wurde auch zwischen „Lukoil“ und der Gebietsregierung eine Vereinbarung über die Zusammenarbeit abgeschlossen. In dieser Vereinbarung gibt es auch einen Punkt, wo sich der Konzern verpflichtet, in die Rekonstruktion des Krankenhauses Nr. 1 und in die Instandsetzung von zehn Höfen in Kaliningrader Wohngebieten 150 Mio. Rubel zu investieren. Nach der Rekonstruktion des Krankenhauses, welches seit langer Zeit ungenutzt steht, wird es Bestandteil des Gebietskinderkrankenhauses werden.
Ein weiteres Plus im Engagement von „Lukoil“ besteht darin, dass der Gebietshaushalt Steuereinnahmen erhält, die dringend benötigt werden. Mitgeteilt wurde weiterhin, dass „Lukoil“ in der kommenden Zeit die Investition von 4,5 Mrd. Rubel in die Erforschung und Entwicklung von Lagerstätten im Kaliningrader Gebiet investieren wird.
 
17.05.2017 – Wieder soll das Militär in Kaliningrad helfen
Bereits Anfang des Jahres, nachdem es zu einem Zwischenfall auf dem Kaliningrader Airport gekommen war, zeigten sich zivile Strukturen nicht in der Lage, ein Flugzeug, welches eine Bruchlandung hingelegt hatte, schnell von der Landebahn zu entfernen. Erst am zweiten Tag, nachdem das Militär um Hilfe gebeten worden war, wurde durch Einsatz von schwerer Technik die Start- und Landebahn beräumt. Ähnliches scheint sich jetzt in der Stadt Kaliningrad abzuspielen, nachdem durch Bauverzug und Baudruck ein Zustand entstanden ist, der die „Insel“, Standort des neuen Fußballstadions, in eine verkehrstechnische Isolierung gebracht hat. Nun wurde der Gedanke aufgegriffen, eine Pontonbrücke zur Insel zu verlegen. Während noch vor zwei Tagen die Stadtverantwortlichen diesen Gedanken zurückgewiesen hatten, da dies alles viel zu kompliziert und auch zu teuer wäre, hat sich der Kaliningrader Bürgermeister Jaroschuk nun um Hilfe an die Ostseeflotte gewandt. Am Dienstag fand eine Besprechung ziviler Strukturen mit den Militärs statt und in den Abendstunden wurde verkündet, dass das Militär grundsätzlich bereit ist, eine Pontonbrücke zu legen. Allerdings ist hierfür eine pioniertechnische Rekognoszierung vor Ort notwendig. Dies wurde für den Mittwoch vereinbart. Überlegt wird, sowohl eine Pontonbrücke für Fußgänger zu verlegen, wie auch eine zweite Pontonbrücke für den Fahrzeugverkehr an einer anderen Stelle einzuschwimmen.
 
 
17.05.2017 – „AUS“ für Reklame in Kaliningrad
Endlich wird durchgegriffen und der jahrzehntelangen wilden Reklame in Kaliningrad ein Ende bereitet. Es wurden alle notwendigen rechtlichen Voraussetzungen geschaffen, um sofort und umgehend auf nicht genehmigte Reklame reagieren zu können und um Bestrafungen vorzunehmen. Das entsprechende Dokument wird im Juni der Öffentlichkeit vorgestellt. Es regelt die Bestrafungen, wenn Bürger an Hauswänden, Balkons und in Fenstern Reklame aushängen. Das Dokument regelt auch alle prinzipiellen Fragen der Reklametätigkeit in der Stadt und legt die Orte fest, an denen Reklame aufgestellt werden darf. Weiterhin wird festgelegt, wie man in der Stadt mit illegaler Reklame umgeht. Es wurde die Weisung gegeben, jede illegale Reklame sofort zu entfernen, wenn diese durch Stadtmitarbeiter entdeckt wird. Der Besitzer der Reklame wird keine Information erhalten und auch keine Zeit, um diese selbständig zu entfernen. Diese Zeiten sind vorbei – so der Kaliningrader Bürgermeister Jaroschuk. Wer dann die Stadt verklagen will, kann dies tun. Der Bürgermeister argumentierte, dass die Bürger es lieben, Kaliningrad mit Westeuropa zu vergleichen – allerdings nur, wenn es den Bürgern in den Kram passt. Aber in westlichen Städten gibt es keine wilde Reklame und auch in Kaliningrad wird es dies nicht mehr geben.
 
Foto: Vor lauter Reklame sieht man die Stadt nicht mehr – Kaliningrad, Wasiljewski-Platz vor der Rekonstruktion
 
17.05.2017 – Polen soll nüchtern nach Kaliningrad schauen
Der polnische Vizepremier Jaroslaw Gowin vertritt die Ansicht, dass Polen nüchtern auf die Vorgänge im Kaliningrader Gebiet schauen muss. Die Stationierung von zusätzlichen Truppen in Warminsk-Masuren ist eine Reaktion auf die Verstärkung der russischen Militärpräsenz auf seinem Kaliningrader Gebiet – meint der polnische Vizepremier. Wenn wir wollen, dass die Welt friedlicher wird, dann sollten wir auf all das nüchtern schauen. Wenn die Russen mehr Militär in das Gebiet verlegen, dann muss Polen einfach darauf reagieren. Jeder, der schlechte Absichten gegen Polen hegt sollte wissen, dass wir keine Angst haben und uns um unsere Sicherheit kümmern. Es besteht aber auch keinerlei Anlass für eine Panik. Aber alle haben wohl schon die Anhebung des aggressiven Tons von russischen Politikern bemerkt. Und eben deshalb gibt es neue Truppen an der Grenze zu Russland, so auch amerikanische Soldaten. Der Vizepremier meint, dass dies eine ausgezeichnete Nachricht für die Region und für ganz Polen ist.
 
Wissen Sie, wie alt der jüngste Gouverneur in Russland ist? Wenn nicht, so haben wir eine kleine Entscheidungshilfe bei unserer neuen Wissensfrage gegeben und drei Varianten vorgeschlagen. Schauen Sie einfach mal links neben dem Artikel, direkt unter dem Menü der Internetseite, dort finden Sie die Frage und drei mögliche Antworten. Klicken Sie mutig eine der Varianten an. Sollte Ihre Antwort falsch sein – macht nichts, Sie erfahren danach alles was Sie wissen müssen … und noch viel mehr.
 
17.05.2017 – Industriepark Chrabrowo erhält endlich erste Pächter
Oleg Skworzow, stellvertretender Generaldirektor der „Korporation für die Entwicklung des Kaliningrader Gebietes“ informierte den Gouverneur Anton Alichanow bei einem Treffen vor Ort über aktuelle Entwicklungen im Industriepark „Chrabrowo. Bereits jetzt gibt es vier Investoren, die ein Engagement in diesem Park planen und diesen als neuen Standort für ihre wirtschaftlichen Interessen vorsehen. Hierbei handelt es sich um die Firmen „BALTINOCS“ (Litauen), die Investitionen im Umfang von 288 Mio. Rubel plant, die Firma „BSK Stahl“, die 175 neue Arbeitsplätze schaffen und 945 Mio. Rubel investieren wird, den Fahrradhersteller „Schukower VeloMotoWerk“, welcher 1,9 Mrd. Rubel in den Industriepark investiert und 600 Arbeitsplätze schafft und die Firma „Lift Service“, die einen Investitionsumfang von 120 Mio. Rubel plant. Das Gelände des Industrieparks wird für Investoren vollständig erschlossen. Interessenten finden somit Gas, Wasser und Strom vor, sowie ein ausgebautes Wegenetz. Der Industriepark wird eine Fläche von 270 Hektar umfassen. In der Region werden gegenwärtig drei Industrieparks „schlüsselfertig“ für Investoren vorbereitet. Hervorgehoben wurde, dass der Industriepark in Tschernjachowsk der einzige seiner Art in Russland ist, der über einen Eisenbahnanschluss mit europäischer und russischer Spurbreite verfügt.
 
Karte: Dislozierung der Industrieparks im Eigentum der Korporation für die Entwicklung des Kaliningrader Gebietes und der privaten Industrieparks
 

16.05.2017 – Gouverneur Alichanow hat kein Konto
Der Kaliningrader Gouverneur Anton Alichanow verfügt über kein Konto. Allerdings geht es nicht um ein Bankkonto, sondern um ein Konto bei einem der Sozialnetzwerke wie „VKontakte“ oder „Facebook“. In einem Interview mit dem staatlichen TV-Sender „WESTI“ informierte er, dass er überlegt, wieder ein Konto bei einem dieser Netzwerke anzulegen. Er hatte früher mal ein Konto, allerdings in einer anderen Eigenschaft – so Alichanow. Sicher war er damals noch Student oder „Jung-Beamter“ gleich nach Abschluss des Studiums in einem föderalen Ministerium. Jetzt, als Gouverneur einer russischen Region werden an ihn als Betreiber eines Accounts in Sozialnetzwerken andere Anforderungen gestellt. Deshalb habe er sich auch vor kurzem mit Kaliningrader Bloggern und Netzwerkaktivisten getroffen, um sich auszutauschen und Erfahrungen zu sammeln. Anton Alichanow betonte, dass er die wachsende Rolle der Sozialnetzwerke anerkenne, insbesondere wenn es um einen formlosen Gedanken- und Meinungsaustausch gehe.
Anm. UN: Der Kaliningrader Gouverneur Anton Alichanow verfügt gegenwärtig auch nicht über eine eigene Internetseite. Die Seite des Gouverneurs Nikolai Zukanow wurde abgeschaltet, die Adresse jedoch existiert noch. Das Portal kann aber nicht aufgerufen werden. Es gibt eine andere Internetseite, die in sarkastischer Form die Arbeit des Kaliningrader Gouverneurs, fast vom ersten Tag seines Amtsantritts an begleitet und vermutlich das Ziel hat, seine Arbeit und ihn als Person zu diskreditieren.
 
 
16.05.2017 – Jaroschuk macht Werbung – für die Stadt und natürlich für sich selber
In einem Interview im Rahmen der Sendung „Guten Morgen Jaroschuk“ informierte der Bürgermeister, dessen Amtszeit in diesem Jahr ausläuft, über die fünf wichtigsten Erfolge, die die Stadt im Jahre 2016 unter seiner Führung erreicht hatte:
  1. Liquidierung der Wartelisten auf einen Kindergartenplatz
  2. Abschluss der Instandsetzung der Brücke in der ul. Suworowa
  3. Beginn der massenhaften Instandsetzung der Fußwege
  4. Abschluss der Rekonstruktion der Pregel-Uferpromonade „Tribuza“
  5. Umsetzung des neuen Nahverkehrskonzepts
Rein sachlich gesehen hat der Bürgermeister natürlich mit diesen Erfolgen recht, denn sie wurden 2016 wirklich erreicht, aber in der Zwischenzeit gibt es wieder Wartelisten für Kindergartenplätze, eben weil die Demographie in Kaliningrad positiv ist. Die Uferpromenade des Pregels stand dreimal im Mittelpunkt großer Überschwemmungen wegen erheblicher Baumängel und das Nahverkehrskonzept ist zwar neu, aber weit davon entfernt, bei der Bevölkerung Begeisterungstürme hervorzurufen.
Anm. UN: Ab diesem Jahr wird es keine Wahlen des Bürgermeisters der Stadt Kaliningrad mehr geben. Es wird eine Ausschreibung der Funktion erfolgen und durch den Stadtrat wird der geeignete Kandidat aus den Bewerbern ausgewählt. Während man offiziell (bisher) keine kritischen Stimmen zu einer möglichen Amtszeit von Alexander Jaroschuk hört, gibt es in diversen (nichtoffiziellen) Gesprächen doch vermehrt Andeutungen, dass eine weitere Amtszeit von Jaroschuk, insbesondere im Zusammenhang mit dem neuen Kaliningrader Gouverneur Anton Alichanow und alten „Business-Macht-Strukturen“ nicht die beste Lösung wäre.
 
 
16.05.2017 – Kaliningrader Airport – Thema Nr. 1 am Montag in den Medien
Der Kaliningrader Airport steht schon seit Jahren in den Schlagzeilen – meistens in den negativen Schlagzeilen. Da machte der Montag eigentlich keine Ausnahme.  Auch wenn der Kaliningrader Gouverneur Anton Alichanow eine positive Nachricht verkündete, die eigentlich auch keine positive Nachricht war, denn er informierte die Medienvertreter, dass der neue Airport, also der erste Bauabschnitt, am 1. Juni endlich eröffnet wird. Die eigentlich Eröffnung war für den 9. Mai vorgesehen, nach dem diese bereits mehrmals um mehrere Jahre verschoben worden ist. Fotos von eifrigen Journalisten, die diese am Montag vor Ort gemacht und in den Sozialnetzwerken veröffentlich hatten, lassen allerdings zweifeln, ob am 1. Juni wirklich die Eröffnung stattfinden wird. Aber der Gouverneur Anton Alichanow hat es verkündet und noch hat er bei der Bevölkerung einen Vertrauensbonus.
Die nächste Nachricht verkündete der Generaldirektor des Airports. Die mit viel TamTam verkündete Einrichtung der Flugstrecke Kaliningrad-Kaluga wird nun doch nicht aktiv. Grund ist, dass es keine Nachfrage nach dieser Strecke gibt. Die Kosten für die Tickets sind zu teuer, so dass es bei der bisherigen Strecke über Moskau bleibt. Warum man dies nicht vorher durchkalkuliert hatte, bevor man die Eröffnung einer neuen Flugstrecke bekannt gibt, bleibt wohl das Geheimnis der Marketingstrategen der Fluggesellschaft und des Kaliningrader Airports.
Die dritte Meldung zum Airport, die mehr als nachdenklich stimmt ist, dass der erwartete Ansturm auf die Tickets der Fluggesellschaft „LOT“, die in Kürze den Flugbetrieb zwischen Warschau und Kaliningrad aufnehmen wird, ausgeblieben ist. Es gibt nur eine sehr geringe Nachfrage und deshalb will man in der Kaliningrader Gebietsregierung darüber nachdenken, wie man werbetechnisch die polnische Fluggesellschaft unterstützen könnte. Wie der Generaldirektor des Kaliningrader Airports informierte, macht die LOT überhaupt keine Werbung für diese Flüge. Warum dann Kaliningrad für Werbung Geld ausgeben will, bleibt wohl das Geheimnis der Kaliningrader Verantwortlichen, denn Geld verdient in erster Linie wohl die polnische LOT. Wer sich allerdings mit dem Flugplan und den Kosten für ein einfaches Ticket vertraut gemacht hat, wird feststellen, dass diese Flüge weder preiswert noch gut organisiert sind – zumindest nicht für diejenigen, die von Warschau aus noch weiterfliegen wollen. Somit ist ein mäßiges Interesse vorprogrammiert.
Anm. UN: Der erste Flug Warschau-Kaliningrad-Warschau findet am 5. Juni 2017 statt. Aus den Meldungen konnte man herauslesen, dass die Gefahr besteht, dass bei ungenügender Auslastung die Flugstrecke durch LOT wieder eingestellt wird. Da LOT keine Reklame macht, könnte die Vermutung naheliegen, dass vielleicht auch eine Einstellung (aus politischen Gründen) gewünscht ist, obwohl die Eröffnung noch gar nicht stattgefunden hat.
 
 
16.05.2017 – Bürgermeister entschuldigt sich
Der Kaliningrader Bürgermeister Alexander Jaroschuk hat sich bei den Bürgern der Stadt, aber insbesondere bei den Bewohnern der „Insel“, dem Standort des neuen Fußball-Stadions für die Weltmeisterschaft 2018, entschuldigt. Grund ist das Chaos in der verkehrstechnischen Erreichbarkeit der Insel, durch die Sperrung von zwei Brücken, die bis Jahresende rekonstruiert bzw. neu gebaut werden. Dies hat zu einer defacten Einstellung des Nahverkehrs geführt und zu großen Umleitungen. „Natürlich haben die Bewohner der Insel jetzt ernsthafte Probleme. Aber ich sehe keine andere Lösung, außer diese Probleme auszuhalten …“, so Alexander Jaroschuk. Und er ergänzte, dass er sich für diese Probleme bei den Bürgern entschuldigen möchte. Er hoffe aber, dass all das, was bis zum Jahresende fertiggestellt wird, also die Brücken, die Straßen, die Bürgersteige, die Grünanlagen, die Bürger für die Unannehmlichkeiten entschädigen wird und sie zukünftig die jahrzehntelangen Unbequemlichkeiten der Vergangenheit auf der Insel schnell vergessen lässt. Er führte an, dass er vor kurzem in Moskau war und gesehen hat, wie dort in unheimlichem Umfang gebaut wird. Überall gibt es Absperrungen und Unbequemlichkeiten, die Bewohner zeigen sich unzufrieden, aber wenn es fertiggestellt ist, dann sind alle begeistert. Deshalb bat der Bürgermeister nochmals alle Bürger, einfach ein paar Monate auszuhalten: Alles wird gut!
 
 

15.05.2017 – Nun auch „Patrioten“ in Litauen
Litauen hat keine eigenen „Patrioten“. Deshalb hat das kleine Land im Norden des Kaliningrader Gebietes darum gebeten, dass die USA „Patrioten“ entsenden. Der vor kurzem in der Republik Litauen anwesende US-Sekretär für Verteidigungsfragen James Methis hatte zu verstehen gegeben, dass die Gespräche über eine Stationierung der amerikanischen Flugabwehrsysteme „Patriot“ keine Gerüchte sind. Die Stationierung dieser Raketen ist eine Antwort auf die Herausforderungen der russischen und weißrussischen Seite im Rahmen des Manövers „Sapad 2017“. Die Stationierung dieser Raketen soll eine beruhigende Wirkung für die baltischen Länder haben und gleichzeitig auch die Stationierung der russischen Raketenkomplexe „Iskander“ kompensieren. Wie russische Medien kommentieren, werden die Manöver, die Mitte des Jahres in Litauen durchgeführt werden, unter der Bezeichnung „Das Erbe von Tobruk“ durchgeführt. Tobruk ist eine Stadt, die im Zweiten Weltkrieg im Jahre 1941 von sich reden machte, als britische Truppen sich in dieser Stadt heldenhaft gegen das deutsche Afrikacorps verteidigten. Es entsteht der Eindruck, als ob Litauen jetzt die Rolle dieser Stadt übernehmen soll, da es sich in der Einkreisung von Kaliningrad und Weißrussland befindet.
 
… bei Facebook gefunden:
Grafikmontage: Kaliningrader Gouverneur Anton Alichanow mit bemerkenswerter medialer Präsenz und markanten Aussagen.
 
15.05.2017 – Zug Kaliningrad-Moskau ohne litauische Waggons
Die litauische Eisenbahn scheint wirtschaftliche Probleme zu haben und sieht sich genötigt, keine litauischen Waggons mehr an den Transitzug „Kaliningrad-Vilnius - Moskau-Vilnius-Kaliningrad“ anzukoppeln. Litauen hatte bisher drei Waggons diesem Zug beigestellt, die jedoch im Durchschnitt nur von 20 Passagieren genutzt worden sind. Diese Passagiere werden somit in russischen Waggons ihre Reise in die eine oder andere Richtung antreten. Die litauische Bahn hat berechnet, dass sie durch diese Entscheidung im Jahr rund zwei Millionen Euro sparen könnte. In der Meldung wird weiter informiert, dass die litauische Bahn im Jahre 2016 bis zu 27 Prozent weniger Passagiere von und nach Moskau befördert hat, als noch im Jahre 2015.
 
Foto: Transitverbindung durch Litauen ab sofort ohne litauische Beteiligung
 
15.05.2017 – Fassadenrekonstruktion beginnt Ende Mai
Ende Mai wird die Fassadenrekonstruktion von acht Häusern auf der sogenannten „Insel“, dem Standort des neuen Fußball-Stadions beginnen. Diese Häuser befinden sich an den Zufahrtsstraßen, den sogenannten Protokollstraßen zum Stadion und rufen mit ihrem „sowjetischen Charme“ höchstens nostalgische, aber keine positiv-emotionalen Reaktionen hervor. Gegenwärtig laufen bereits Fassadenrekonstruktionen an zwei Häusern an der Uferpromenade des Pregel.
 
Wir nähern uns wieder dem Mittelpunkt des Monats und erfahrene Leser unseres Portals wissen, dass in der Nacht vom 15. zum 16.05. unsere Umfrage und diesmal auch unsere Bitte um Qualitätsbewertung unseres Portals abgeschaltet werden. Wenn Sie also Ihre Meinung noch nicht geäußert haben, nutzen Sie die letzten verbleibenden Stunden. Vielleicht noch eine Bitte, bevor Sie Ihr Qualitätsurteil zu unserem Portal abgeben. Seit kurzem wird unser Portal als Betrugsportal, gefährlich für Kinder und als Portal, welches zum Rassen- und Völkerhass aufruft, eingestuft. Wer uns so einstuft? Die Bewertungsplattform WOT, die seit Ende vergangenen Jahres in den Medien, insbesondere durch Journalisten von ARD, als Betrugsplattform entlarvt wurde. Auf diesem Portal treiben sogenannte „Platin-User“ ihr Unwesen und versuchen durch Falschrating Unternehmensexistenzen zu vernichten. Wir haben hierzu eine Information verfasst in der Rubrik „Meine Meinung … mit deutschem akzent“. Helfen Sie uns und anderen Betroffenen, indem Sie diesen Artikel verlinken, verbreiten und selber in ihrem Browser „WOT“ deaktivieren – er ist in den meisten Browsern standardmäßig aktiviert, ohne dass Sie es wissen. Wie man sich vor dieser Schadstoff-Software ganz einfach und ohne Kosten schützen kann, erfahren Sie am Ende des Artikels.
 
 
15.05.2017 – Abriss der Kioske setzt sich fort
Wie die Stadtverwaltung Kaliningrads mitteilt, erfolgt der Abriss von Kiosken in gesetzeskonformen Rahmen. Mit allen Betreibern der Kioske, die oftmals ein unansehnliches, nicht präsentables Äußeres haben und wenig vertrauenerweckend auf Kunden wirken, werden Gespräche über die Demontage und mögliche Alternativen geführt. Dies trifft auch auf die Kioske zu, die sich in der Frunse-Strasse befinden, die rekonstruiert werden soll. Hier sollen alle Kioske liquidiert werden. In welcher Form die Straße rekonstruiert wird, ob als Fußgängerzone, als Einbahnstraße oder „Stadtautobahn“ wird gegenwärtig noch diskutiert. Die Anwohner haben sich mit 98 Prozent gegen eine Verbreiterung der Fahrbahn ausgesprochen und wünschen eine grüne Fußgängerzone mit begrenztem Fahrzeugverkehr.
 
15.05.2017 – Die Stadt beschäftigt sich wieder mit angenehmen Kleinigkeiten
Auf einem altdeutschen Haus in der ul. Dimitrow in Kaliningrad werden die Figuren von Löwen wieder aufgesetzt, die das Haus noch zu deutschen Zeiten zierten. Das Haus stammt aus dem Jahre 1910. Das Haus wird gegenwärtig hauptinstandgesetzt und eine der Aufgaben bestand darin, diese Figuren wieder nachzubilden und auf ihrem ehemaligen Platz zu etablieren. Das Haus selber steht unter Denkmalschutz. Bemerkenswert ist die Initiative der Firma, die den Auftrag erhalten hatte, dieses Haus zu rekonstruieren. Die Arbeiten zur Rekonstruktion werden aus dem „Fond für Hauptinstandsetzungen“ finanziert. Dieser ist aber nur bestimmt für die ganz normalen technischen Arbeiten und es dürfen aus diesem Fond keine „Extras“ bezahlt werden. Die Firma hat sich bereit erklärt, diese beiden Löwenfiguren aus ihrer eigenen Tasche zu finanzieren. Sicher eine gute Empfehlung für zukünftige Aufträge im Rahmen der Hauptinstandsetzungen von altdeutscher und sowjetischer Bausubstanz.
 
Foto (Klops.ru): Nachbildungen der beiden Löwen mit einem Gewicht von je 300 Kilo pro Figur
 
15.05.2017 – Foto-Stürmerei auch in Deutschland – Die Bilder ähneln sich
Vor einer Woche veröffentlichten wir einen Beitrag über eine skandalöse Fotoausstellung in der Stadt Sowjetsk. Auslösendes Moment waren zwei Fotos von Johannes Bobrowski, einem weltweit, auch in der Sowjetunion und Russland anerkannten deutschen Literaturschaffenden in Wehrmachtsuniform.
 
 
Jetzt, im Rahmen der Aufarbeitung des Skandals in der deutschen Bundeswehr, wird auch ein Foto des Altbundeskanzlers Helmut Schmidt in Wehrmachtsuniform in den skandalösen Mittelpunkt gestellt und die Entfernung aller Fotos und sonstigen öffentlich gezeigten Dokumente aus der Zeit der Wehrmacht von der deutschen Verteidigungsministerin gefordert. Somit ist die Vorgehensweise der russischen Seite gegen die Organisatoren der Skandal-Ausstellung in Sowjetsk, die auch durch das deutsche Generalkonsulat und Bundestagsabgeordnete unterstützt worden ist, nachvollziehbar und stellt nach aktueller offizieller deutscher Denkweise, keinen Kritikgegenstand dar.
 
Foto: (links Helmut Schmidt), rechts zwei Fotos von Johannes Bobrowski

 

14.05.2017 – Königstor soll schönen Vorplatz erhalten
Die Stadtverantwortlichen haben ein Projekt für die Umgestaltung des Geländes gegenüber dem „Königstor“ vorgestellt. Man hat sogar schon eine Bezeichnung für diese kleine Parkanlage gefunden: Andrej Bolotow. Die Einrichtung dieser Parkanlage steht im engen planerischen Zusammenhang mit der Rekonstruktion der Frunsestraße – dem Standort der Kreuz-Apotheke. Das Projekt der Parkanlage gegenüber dem Königstor wurde von einem Kaliningrader Architekturbüro erarbeitet. Im Zentrum der Parkanlage soll ein Denkmal für den russischen Schriftsteller Andrej Bolotow errichtet werden.
 
Foto: Projekt der neuen Grünanlage im Bereich des Königstors in Kaliningrad
 
 
14.05.2017 – Schiffswerft in Uschakow lässt ersten Katamaran zu Wasser
Die Schiffswerft in Uschakow hat ein erstes experimentelles Boot zu Wasser gelassen, welches die Grundlage für eine neue Reihe von Schiffen bilden wird, welche universell in flacheren Gewässern eingesetzt werden kann. Erster Auftraggeber für ein derartiges Schiff war ein Kaliningrader Unternehmer, der diesen Katamaran einsetzen will, um Flussvertiefungen vorzunehmen. Insgesamt benötigte die Werft, begonnen bei der Projekterarbeitung bis zur Fertigstellung des Schiffes, ein Jahr. Einsatzmöglichkeiten für diesen neuen Schiffstyp sind sowohl technische Arbeiten, aber auch der Fischfang. Auch eine Nutzung für touristische Zwecke ist möglich – z.B. für Seeangeln. Die Werft in Uschakow wollte sich ursprünglich auf den Bau von Yachten und Passagierschiffen spezialisieren, hat sich dann aber entschlossen, bedingt durch ein Anwachsen der Nachfrage, Schiffe für den Fischfang und andere technische
Sonderanfertigungen zu produzieren.
 
Foto: Erster Katamaran der Werft in Uschakow, Kaliningrader Gebiet
 
14.05.2017 – Königsberger Börse soll neue alte Statuen zurück erhalten.
Das Gebäude der Kaliningrader Börse, welches bis vor kurzem noch als Jugendzentrum genutzt wurde und zukünftig die Kunstgalerie aufnehmen wird, die ihr angestammtes Gebäude auf dem Moskauer Prospekt verlassen muss, soll wieder mit vier Skulpturen der Himmelsrichtungen vervollständigt werden, die während des Krieges zerstört worden sind. Gegenwärtig laufen im dem Gebäude Vorbereitungsarbeiten für eine Instandsetzung der Räumlichkeiten für den zukünftigen Verwendungszweck. Im Rahmen dieser Arbeiten sollen auch die Skulpturen wieder aufgesetzt werden. Wie der Leiter des Denkmalschutzes informierte, gibt es die Originalskulpturen nicht mehr und es gibt auch ausreichend Probleme Fotografien zu finden, die als Grundlage für die neuen Skulpturen genutzt werden können.
Weiterhin gibt es Probleme mit den unteren Etagen des Gebäudes, welches direkt am Pregelufer steht. Einige Etagen stehen unter Wasser, eine Reihe von Räumlichkeiten ist sogar zubetoniert.
 
 
14.05.2017 – Geheimnis um Flottenabsage in St. Petersburg gelüftet
Die für den 9. Mai, im Rahmen der Feierlichkeiten zum „Tag des Sieges“ vorgesehene Flottenparade in St. Petersburg wurde abgesagt – wir berichteten darüber. Grund hierfür waren „andere Aufgaben, die die Schiffe zu erfüllen haben.“ Klar war allen, dass dies im Zusammenhang mit dem Eintreffen des amerikanischen Zerstörers in Gdansk zusammenhängt, der an Bord über 90 einsatzfähige Flügelraketen verfügte. Warum aber deshalb gleich eine ganze Parade abgesagt wird, zumal es auch Schiffe im Heimathafen der Ostseeflotte in Baltisk gab, war für nicht Eingeweihte vielleicht etwas unverständlich. Nun kommentierte ein Militärspezialist aus Kaliningrad diese Ereignisse. Russland hat das Eintreffen des Zerstörers, genau wie ein Jahr zuvor, als im April 2016 ein amerikanischer Zerstörer in Gdansk eingelaufen war, diesen „glücklichen Umstand“ genutzt, um in heimatlichen Gewässern die Vernichtung von Schiffen dieser Art zu trainieren. Darüber informierte Alexander Iljaschenko, Militärspezialist aus Kaliningrad. Am 6. Mai trainierte die russische Luftwaffe einen Scheinangriff auf dieses Schiff, als dieses sich noch im Anmarsch befand und begleitete das Schiff dann mit den entsprechenden technischen Mitteln. Dann wurde eine Schiffs-Angriffsgruppe aus zwei Korvetten und einem Raketenboot gebildet, die die Vernichtung seeseitig an diesem Schiff trainierten. Russland geht grundsätzlich davon aus, dass dort, wo amerikanische Schiffe eintreffen, auch eine Einmischung in die inneren Angelegenheiten eines Staates unmittelbar bevorsteht oder bevorstehen könnte. Somit war das Eintreffen des amerikanischen Zerstörers, weit weg von heimatlichen amerikanischen Gewässern ein Alarmsignal für Russland, das strategische Interessenskonflikte befürchtete und dieses „Training“ veranlasste.
 

 
13.05.2017 – Bernstein-Business. Karl Marx lässt grüßen
Karl Marx formulierte in seinem Buch „Das Kapital“:  
„Das Kapital hat einen Horror vor Abwesenheit von Profit, oder sehr kleinem Profit, wie die Natur vor der Leere. Mit entsprechendem Profit wird Kapital kühn. Zehn Prozent sicher, und man kann es überall anwenden; 20 Prozent, es wird lebhaft; 50 Prozent, positiv und waghalsig; für 100 Prozent stampft es alle menschlichen Gesetze unter seinen Fuß; 300 Prozent, und es existiert kein Verbrechen, das es nicht riskiert, selbst auf Gefahr des Galgens.“
Nun gibt es Informationen, dass in den einschlägigen Salons in St. Petersburg, die sich besonders auf chinesische Touristen eingestellt haben, die Marge auf Bernsteinerzeugnisse mit bis zu 5.000 Prozent berechnet wird. Darüber informierte der Besitzer des Juwelier-Studios „Darwin“, Wjatscheslaw Darwin während eines Runden Tisches, der der Problematik der Gewinnung chinesischer Touristen für das Kaliningrader Gebiet gewidmet war. Nach seinen Informationen sind die chinesischen Reiseveranstalter bereit, ihre Touristen in die Bernstein-Salons der Stadt zu schleppen. Dafür fordern sie aber bis zu 70 Prozent des Umsatzes, den diese Geschäfte mit den Touristen machen. Das sind kosmetische Vorstellungen – meinte der Geschäftsführer. Er persönlich kennt bereits chinesische Reiseleiter, die mit einem Maserati vorfahren und sich auch sonst keines Vergnügens entsagen. Aber in Kaliningrad ist es aus irgendwelchen Gründen nicht möglich Bernstein zu verkaufen und hier freuen sich die Händler, wenn sie mal ein Stück für 100 Rubel loswerden. Er informierte weiter, dass es in St. Petersburg sogar schon Salons gäbe, die sich darauf spezialisiert haben, Bernstein aus der Ostsee zu fälschen.
 
 
13.05.2017 – Kaliningrad will Potjomkinsche Häuser errichten
Es war von Anfang an klar, dass es Kaliningrad nicht gelingen wird, bis zum Beginn der Fußball-Weltmeisterschaft die Bausünden der letzten 70 Jahre auszumerzen. Die Häuser, deren Fassaden bis Jahresende auf dem Leninski-Prospekt instandgesetzt werden, sind nur ein kleiner Schritt dessen, was eigentlich nötig wäre. Auch hier kann man schon von einer Art „Potjomkinsches Haus“ sprechen, denn im Inneren der Häuser wurden keine Instandsetzungen vorgenommen. Nun wollen die Stadtverantwortlichen mit den Hausbesitzern, deren Immobilien sich entlang der neuen Hochstraße befinden reden, um sie zu überzeugen, dass diese Häuser während der Weltmeisterschaft mit Reklamebannern verdeckt werden. Darüber informierte der zuständige Vizepremier Alexander Rolbinow am Donnerstag die Kaliningrader Journalisten. Ein Teil der Häuser wird instandgesetzt, so Rolbynow. Hier wird vollständige Ordnung hergestellt. Ein anderer Teil der Häuser bekommt einfach nur einen Farbanstrich und ein dritter Teil wird abgerissen. Aber der verbleibende Rest, hier gibt es noch viele Häuser mit noch mehr Eigentümer, muss durch Reklame verdeckt werden. Wie der Vizegouverneur informiert, werden bereits Gespräche mit den Eigentümern geführt. Diese gestalten sich aber sehr schwer.
 
 
13.05.2017 – Stadtverwaltung organisiert Verkehrschaos auf der Insel
Seit 2012 erarbeitet die Stadt Projekte zur Vorbereitung der Fußball-Weltmeisterschaft 2018. Dazu gehört, als zentrale Aufgabe, der Bau des Stadions auf der sogenannten Insel. Und hierzu wiederum gehört die Instandsetzung der Brücken, die auf diese Insel führen. Zwei davon stammen noch aus deutschen Zeiten. Geplant war, dass zuerst eine der beiden Brücken instandgesetzt wird und danach die zweite Brücke. Aber es gibt in Russland ein geflügeltes Wort:
 
Die Instandsetzung der ersten Brücke verzögerte sich um mehrere Monate und eine Verschiebung des Termins für die Instandsetzung der zweiten Brücke kam aus terminlichen Gründen nicht mehr in Frage. Somit sind jetzt beide Brücken nicht nutzbar – eine davon gar nicht, die zweite Brücke nur mit starken Einschränkungen. Die Stadt selber hat einen komplizierten kostenlosen Nahverkehr auf die „Insel“ organisiert, der aber, nach vorliegenden Meldungen, von der Bevölkerung nicht akzeptiert wird. Zu früheren Zeiten wurde davon gesprochen, eine Ponton-Brücke zu errichten und nachdem durch die Stadtverwaltung jetzt dieses Chaos produziert wurde, kam dieser Gedanke wieder auf die Tagesordnung. Allerdings wurde dieser Gedanke schnell wieder ad acta gelegt. Begründet wurde dies damit, dass eine derartige Brücke sehr viel Geld kosten und die Brücke trotzdem das Verkehrsproblem nicht lösen würde. Nun müssen die Bürger wohl damit leben, dass die sogenannte Hohe Brücke, die seit dem Sommer 2016 völlig neu gebaut wird, erst im Oktober 2017 für den Verkehr freigegeben wird (geplant war der Mai). Die Hölzerne Brücke soll innerhalb von acht Monaten hauptinstandgesetzt sein – also im Verlaufe des Dezembers wieder für den Verkehr zur Verfügung stehen.
 
 
13.05.2017 – Kaliningrad hat viele denkmalgeschützte Gebäude
Der Leiter für Denkmalschutz in der Kaliningrader Gebietsregierung Jewgeni Maslow informierte, dass Kaliningrad über vier Prozent aller denkmalgeschützten Gebäude in ganz Russland verfügt. In ganz Russland existieren, nach der letzten Bestandsaufnahme, rund 30.000 Mehrfamilienhäuser, die den Status „denkmalgeschützt“ tragen. Vier Prozent davon stehen in Kaliningrad. Insgesamt verfügt Kaliningrad bis zu 1.700 Objekte des Kulturerbes. 30 Prozent sind die genannten Mehrfamilienhäuser. Wie der Beamte informiert, werden die Hauptinstandsetzungen an diesen Gebäuden im ganzen Kaliningrader Gebiet ausreichend aktiv geführt. Im Jahre 2017 werden 46 dieser Objekte instandgesetzt.
 

 

12.05.2017 – Nur Putin kann noch helfen
Das Problem mit dem zur Hälfte fertiggestellten neuen Grenzübergang bei Sowjetsk kann anscheinend nur noch der russische Präsident Putin lösen. Dies zumindest entnimmt man den Worten das Kaliningrader Gouverneurs Anton Alichanow, der sich in dieser Angelegenheit an den Präsidenten wenden will. Ziel ist, dass Putin Einfluss nimmt, dass der Grenzübergang doch bis zur Fußball-Weltmeisterschaft 2018 fertiggestellt und für den Verkehr freigegeben wird.  
 
Während Litauen seinen Grenzübergang schon seit langem komplett fertiggestellt hat, sind die Bauarbeiten auf russischer Seite eingefroren worden. Geld für den Bau ist vorhanden und es versteht niemand, warum der Geldsack trotzdem zu ist. Der Gouverneur zeigte Verständnis, dass man unter den gegenwärtigen Bedingungen an allen Ecken und Kanten sparen muss und sich die Ministerien auf die wichtigsten Bauvorhaben konzentrieren. Aber, so Alichanow, dann müssen wir eben beweisen, dass dieser Grenzübergang zu diesen sehr wichtigen Bauvorhaben gehört.
 
12.05.2017 – Sieben verstoßene Kinder haben neue Eltern und ein neues Haus
Vor wenigen Wochen erregte eine beschämende Nachricht die russische Öffentlichkeit. Eine Familie aus Kaliningrad hatte sieben Kinder adoptiert. Der Staat zahlte entsprechend den gesetzlichen Bestimmungen das Kindergeld. Mit der Höhe des Geldes war die Familie nicht einverstanden und forderte mehr. Diese Forderung konnte Kaliningrad nicht erfüllen und so siedelte die Familie nach Moskau über, wo man auf wesentlich mehr Geld hoffte. Aber auch dort wies man das Ansinnen zurück. Kurzerhand brachte die Familie die Kinder zurück und sagte, dass man unter diesen Bedingungen kein Interesse mehr an Kindern habe.
Nun hat sich eine neue Familie gefunden, die diese Kinder aufnimmt. Es war eines der Ziele der Kaliningrader Behörden, dass alle sieben Kinder zusammenbleiben. Obwohl es sich nicht um leibliche Geschwister handelt, sind alle in der letzten Zeit doch in dieser Bruder-Schwester-Atmosphäre aufgewachsen. Nun wurde der neuen Familie in der Stadt Sowjetsk ein dreistöckiges Haus zur Nutzung zur Verfügung gestellt. Es wurden bereits Bürger gefunden, die sich bereit erklärt haben, kostenlos bei der Instandsetzung des Hauses zu helfen.
Der Gouverneur informierte, dass die neuen Eltern bereits Erfahrung in der Kinderadoptierung haben. Ihre adoptierten Kinder sind bereits erwachsen.
 
12.05.2017 – Alichanow will wieder Geld aus dem föderalen Gesundheitstopf
Bei einem Besuch in Sowjetsk hat sich der Kaliningrader Gouverneur Anton Alichanow auch mit dem dortigen Krankenhaus vertraut gemacht. Bereits seit fünf Jahren existiert der Plan, ein neues Krankenhaus zu bauen und man hofft, dass es mit föderalen Fördermitteln endlich möglich sein wird, diesen Plan umzusetzen. Insgesamt sind die Baukosten für das neue Krankenhaus mit 2,5 Mrd. Rubel veranschlagt. Es ist sicher nötig, diese Planung nochmals zu überarbeiten. Das Gebiet selber kann diese Summe nicht aufbringen und so hoffe man, dass wieder das föderale Zentrum helfend einspringt. Allerdings zeigte der Gouverneur wenig Optimismus, dass dieses Geld zur Verfügung gestellt wird, da bereits eine sehr große Summe aus dem föderalen Haushalt für den Bau des onkologischen Zentrums nach Kaliningrad fließt. Weiterhin will der Gouverneur versuchen, die Frage der völlig veralteten Ausrüstung des jetzigen Krankenhauses zu lösen. Mit bissigem Humor meinte er: „Sie ist um 12 Jahre älter als ich es bin.“
 
12.05.2017 – Neue Grenzkontrollen nun auch am Airport Kaliningrad
Die Einführung der Grenzkontrollen für Flugzeuge, die aus Weißrussland nach Russland fliegen, hat nun auch Auswirkungen auf Kaliningrad. Weißrussland hatte für 80 Länder weltweit eine einseitige Visafreiheit erklärt und damit Russland in einige Schwierigkeiten gebracht, da zwischen beiden Ländern praktisch keine Grenze oder Grenzkontrolle existiert. Somit hätten Ausländer auch die Möglichkeit, visafrei nach Russland einzureisen. Dem hat Russland einen Riegel vorgeschoben und die Kontrolle an den Airports wieder eingeführt. Flugzeuge aus Weißrussland landen somit im internationalen Teil der jeweiligen Airports. Auch Kaliningrad hat eine reguläre Flugverbindung mit Weißrussland und sowohl der Airport wie auch die zuständigen Grenzorgane haben informiert, dass man ab sofort bereit ist, die Grenzkontrolle für diese Flüge wieder durchzuführen. Russische und weißrussische Bürger haben den Kontrollorganen bei der Ein- und Ausreise ihren Pass und die Bordkarte vorzulegen und unterliegen dann keinerlei weiteren Kontrollen. Alle anderen Bürger werden so, wie bisher auch schon üblich, kontrolliert und erhalten einen Ein- und Ausreisestempel. Die Grenzkontrolle beginnt ab 15. Mai 2017.
 
 
12.05.2017 – Kaliningrad ist nach wie vor importabhängig
Der Leiter des Regionalfonds für die Entwicklung der Industrie Dmitri Schemakin informierte, dass 85 Prozent des gesamten Umsatzes im Kaliningrader Gebiet aus Importen stammt. Es hat sich also wenig geändert und die Importabhängigkeit des Kaliningrader Gebietes ist außerordentlich hoch. Diese Abhängigkeit führt zu vielen Verknüpfungen in der Wirtschaft und auch zu Abhängigkeiten von der Kursentwicklung des Dollar und Euro. Unter diesen Abhängigkeiten leidet die Kaliningrader Wirtschaft stark, was so nicht sein darf – meint Schemakin. Diese Faktoren fördern den Preisanstieg und geben keine Impulse für die Schaffung neuer Arbeitsplätze in der Region.

 

11.05.2017 – Lang lebe die Tradition
In Kaliningrad beginnt ab 11. Mai wieder die Periode, wo für mindestens zwei Wochen die Warmwasserversorgung für die Wohnungen eingestellt werden, die zentral mit Wärme versorgt werden. Die Abschaltung erfolgt fast den gesamten Sommer über. In dieser Zeit werden dann angeblich prophylaktische Arbeiten am Heizungssystem durchgeführt, damit es in den Wintermonaten zu keinen Ausfällen kommt. Allerdings liest man in den Wintermonaten regelmäßig über den Ausfall von Heizsystemen, so dass die Frage der Effektivität dieser Sommerabschaltungen zur Prophylaxe steht. Die Abschaltung ist eine jahrzehntealte Tradition in ganz Russland.
 
11.05.2017 – Bürgermeister von Sowjetsk muss eigenes Haus abreißen
Nachdem ein Gericht festgestellt hat, dass der Verkauf eines Grundstücks in der Stadt Sowjetsk durch den Bürgermeister der Stadt Sowjetsk Woischew an die Privatperson Woischew rechtwidrig war und die zuständigen Organe angewiesen hat, diesen Verkaufsvertrag rückgängig zu machen und die Eigentumsverhältnisse im Grundbuch zu löschen und wieder auf die Stadt zu übertragen, wurde der Bürgermeister nun noch verpflichtet, dass dort bereits errichtete Haus auf seine Kosten wieder abzureißen. Das Grundstück ist so zu übergeben, wie er es erhalten hat – so die Meinung der Rechtspflegeorgane. Noch hat der Bürgermeister aber eine kleine „Galgenfrist“, denn das erste Urteil zur Annullierung des Kaufvertrages für das genannte Grundstück hat noch keine Rechtskraft.
 
11.05.2017 – Litauen beginnt mit Grenzausbau
Litauen hat mit dem Bau der bereits angekündigten neuen Grenzanlagen zu Russland begonnen. Nachdem die Europäische Union sich geweigert hatte, hierfür finanzielle Mittel zur Verfügung zu stellen, bezahlt Litauen aus seinem Haushalt 1,335 Mio. Euro für die Errichtung eines Zaunes mit einer Länge von 44,6 Kilometern und einer Höhe von zwei Metern. Der Zaun wird nur auf Landabschnitten errichtet. Gebaut wird der Zaun im sogenannten Drei-Länder-Eck Litauen-Russland-Polen im Bereich der ehemaligen Rominter Heide und zieht sich hin bis zum Fluss Neman. Bis Dezember sollen die Bauarbeiten beendet sein. Ehemals waren 3,6 Mio. Euro für den Bau veranschlagt. Nachdem es keine „Fördermittel“ aus der EU gibt, hat sich Litauen wohl nur für die Variante „Jägerzaun“ entschieden.
 
11.05.2017 – Ein Rubel zu teuer für deutsche Festung
Die Kaliningrader Gebietsregierung hat sich entschlossen, altdeutsche Festungsanlagen zu einem symbolischen Preis an Privatinvestoren langfristig zu verpachten. Ziel ist, dass diese Investoren diese Anlagen restaurieren und touristisch nutzbar machen. Hierzu gehört auch die Bastion Grolman, die die Gebietsregierung für den Preis von einem Rubel zur Pacht ausgeschrieben hatte. Bisher sind keinerlei Angebote eingegangen, so dass sich die Regierung genötigt sah, die Ausschreibung bis zum 31. Mai zu verlängern. Die Bastion hat eine Größe von etwas mehr als 7.000 Quadratmeter und wird auf 49 Jahre verpachtet. Der Pachtpreis beträgt ein Rubel jährlich und es kommt die Verpflichtung hinzu, dass die Anlagen als Baudenkmal erhalten bleiben. Um das Projekt zur Restaurierung der Immobilie zu erarbeiten, hat der Investor zwei Jahre Zeit. Im Verlaufe weiterer fünf Jahre muss dann die Bastion restauriert sein. Als Garantieleistung, dass er auch alle Vereinbarungen einhält, hat der Investor eine Pfandsumme von 4,4 Mio. Rubel zu hinterlegen.
 
11.05.2017 – Patriot-Raketen der USA vor der Kaliningrad-Nase
Die USA planen im Baltikum Flugabwehrraketen Patriot zu stationieren. Die Stationierung soll, so die bisherigen Verlautbarungen, nur zeitweilig sein und auf den Zeitraum der NATO-Manöver im Sommer dieses Jahres beschränkt bleiben. Auf eine entsprechende Frage von Journalisten, ob Litauen die USA um eine ständige Stationierung dieser Raketen gebeten habe, gab es Seitens der USA keinen Kommentar.
 
In eigener Sache
Ich teste mal wieder die Verkehrsverbindung zwischen Deutschland und Kaliningrad. Immerhin möchte man mitreden können, wenn über die Transportisolierung des Kaliningrader Gebietes gesprochen wird. Manchmal ist aber diese Transportisolierung nur halb so schlimm … Während ich auf der Reise von „Kaliningrad nach Deutschland“ noch von einer Weltreise sprach, denn ohne Individualtransport benötigt man dazu 23 Stunden, benötigt man für den Rückweg nur noch die Hälfte der Zeit – tja, wenn denn alles planmäßig verläuft. Wenn alles planmäßig verläuft, werden Sie also heute Abend zur gewohnten Zeit KEINE Nachrichten und Informationen aus Russland und Kaliningrad vorfinden, denn ich bin derjenige, der die Nachrichten freischaltet. Das kann ich aber erst irgendwann nach Mitternacht. Wenn es nicht planmäßig verläuft, so wird es einfach mal keine Nachrichten geben … also kein Grund zur Beunruhigung.

 

10.05.2017 – Militärparade in Kaliningrad
Die Militärparade in Kaliningrad stand unter keinem guten Wetterstern. Noch am Morgen fiel Schnee in der Stadt und alle Beteiligten waren wohl mehr auf Mai-Sonnenschein eingestellt. Trotzdem begann die Parade pünktlich. An ihr nahmen 1.500 Angehörige der Ostseeflotte teil.  Weitere Teilnehmer waren Angehörige des Militärinstituts, des Instituts der Grenztruppen, der Kaliningrader Filiale der St. Petersburger Universität des Innenministeriums. Teilnehmer war auf eine Kadettenkompanie und eine Abordnung der Bewegung „Junge Armee“. Gezeigt wurde vom legendären Tank T-34 bis zu modernsten Flugabwehrsystemen S-400 vieles an modernster Technik, mit der die Ostseeflotte in der letzten Zeit ausgerüstet worden ist. Hierzu gehörten auch die Komplexe „Bal“ und „Bastion“.
 
 
Foto: Gäste auf der Ehrentribüne zur Militärparade in Kaliningrad
 
10.05.2017 – Polnisches Kulturzentrum in Kaliningrad auf schwarzer Liste
Das „Polnische Kulturzentrum in Kaliningrad“ veröffentlichte einen Artikel in eigener Sache. Darin wird die Vermutung ausgesprochen, dass sich diese Einrichtung, die über viele Jahre Informationen aus Polen und Russland zweisprachig vermittelt, sich auf einer sogenannten Schwarzen Liste des polnischen (!) Außenministeriums befindet. Das Polnische Kulturzentrum setzt sich auch kritisch mit der Politik des polnischen Staates auseinander und man vermutet, dass man deshalb auf dieser (nicht offiziellen) Liste gelandet ist. Empfohlen wird durch das polnische Außenministerium, mit Personen und Organisationen die sich auf dieser Liste befinden, möglichst keinen Kontakt zu halten, keinen Informationsaustausch zu pflegen und keine Einladungen zu Feierlichkeiten auszusprechen. Das Polnische Kulturzentrum in Kaliningrad will erfahren haben, dass diese Schwarze Liste bereits seit dem Jahre 2008 existiert. In dieser Liste soll eine Reihe von Leitern der polnischen Diaspora im Ausland aufgeführt sein, die sich kritisch zum polnischen Staat stellen.  Anlass für diesen Artikel in eigener Sache ist wohl der 3. Mai gewesen, der „Tag der Verfassung“ in Polen zu denen wohl Mitarbeiter des Zentrums keine Einladung erhalten hatten.
 

 
10.05.2017 – Wieder beweist das Schengen-Grenzsystem seine Effektivität
Zum wiederholten Male zeigte das Schengen-Grenzkontrollsystem, dass es effektiv funktioniert und wohl recht selten durch „Personen mit zweifelhafter Auslandsdisziplin“ ausgetrickst werden kann. So wurden in der ersten Mai-Woche an polnischen Grenzübergangen vier Russen festgesetzt, die in Polen wegen unterschiedlichster Vergehen gesucht wurden. Diese vier Personen wurden in Polen zu insgesamt 84 Tagen Freiheitsstrafe verurteilt, hatten diese aber bisher nicht angetreten. Weiterhin wurde ein 47jähriger Weißrusse, ein 45jähriger und ein 49jähriger Russe festgesetzt. Diese konnten ihre Reise fortsetzen, nachdem sie die gegen sie früher verhängten Strafen im Umfang von mehr als 9.000 Zloty entrichtet hatten.
 
10.05.2017 – NATO- und Nicht-NATO-Aufklärer über Kaliningrad
Auch am 9. Mai, dem Tag des Sieges, ließ die Neugier der, von Russlands Präsident Putin als „Partner“ bezeichneten NATO und Schweden nicht nach und man entsandte Aufklärungsflugzeuge, um die Lage zu erkunden. An diesem Tag fand am Vormittag in Kaliningrad eine Militärparade statt und vermutlich erinnerte man sich bei den westlichen Partnern an das Jahr 1941, wo im November, mitten im Krieg mit Deutschland, auf dem Roten Platz in Moskau eine Militärparade stattfand und die teilnehmenden Soldaten und Technik sofort von der Parade an die Front weitermarschierten. Vermutlich befürchteten die West-Partner, dass Ähnliches auch in diesem Jahr in Kaliningrad geschehen könnte. Deshalb entsandten sie auf der einen Seite einen amerikanischen Zerstörer mit 90 Flügelraketen an Bord, der unweit von Kaliningrad in der Bucht von Gdansk Anker warf und die halbe Ostseeflotte auf den Plan brachte. Weiterhin flogen Aufklärungsflugzeuge der beiden genannten Länder 70-80 Kilometer vor der Kaliningrader Luftgrenze in internationalem Luftraum in einer Höhe von ca. 13 Kilometern drei Stunden lang Aufklärung.
 

 

 

Aus dem Kaliningrader Gebiet gibt es außer Autounfällen und Banja-Bränden, sowie riesige Schlangen an der polnischen Grenze nichts zu berichten, was für deutsche Leser von Interesse wäre. Wir haben sogenannten Brückentag, d.h. der Montag ist arbeitsfrei und am Dienstag gedenkt Russland dem Sieg im Großen Vaterländischen Krieg. Am Mittwoch beginnt dann wieder das ganz normale tägliche Leben. Bis dahin verbleibt uns nur noch darauf aufmerksam zu machen, dass auch in Kaliningrad die Kwass-Saison wieder begonnen hat. Entsagen Sie der Cola, egal von welchem Hersteller … Kwass ist das Maß.

 

08.05.2017 – Was sonst noch passierte
Das passiert, wenn man nicht offizielle Wege benutzt und Gas und Bremse verwechselt:  
 
 
08.05.2017 – Illegale Bernsteingräber verhaftet
Wieder wurden im Kreis Selenogradsk 16 illegale Bernsteingräber verhaftet. Die Gruppe hatte sich arbeitsteilig in drei Gruppen aufgeteilt. Bei den illegalen Grabungsarbeiten missachteten diese 16 Personen sämtliche Normen des eigenen Arbeitsschutzes und befanden sich in ständiger Lebensgefahr. Die Strafen belaufen sich pro Person auf lächerliche 3.000-5.000 Rubel. Gleichzeitig werden die verwendeten Gerätschaften beschlagnahmt. Unter den Festgesetzten befanden sich zwei Personen, die bereits mehrfach verhaftet wurden waren und die die verhängten Strafen im Gesamtumfang von 11.000 Rubel bisher nicht bezahlt haben.
 
 
08.05.2017 – Nun doch keine eigene Fluggesellschaft nötig?
Der Kaliningrader Gouverneur Anton Alichanow vertritt jetzt die Ansicht, dass es nicht unbedingt nötig ist, eine eigene Fluggesellschaft für Kaliningrad zu schaffen. Es gibt konkrete russische Fluggesellschaften, die daran interessiert sind, Kaliningrad zu einem HUB zu entwickeln und dabei für sich auch einen guten ökonomischen Effekt sehen, ohne eine neue Fluggesellschaft zu gründen.
 
 
Gegenwärtig laufen intensive Bemühungen der Kaliningrader Gebietsregierung, dem neuen Besitzer des Airports zu helfen, neue russische Fluggesellschaften für den Airport zu interessieren, dass diese neue Flugstrecken Richtung Kaliningrad eröffnen. Insbesondere arbeite man mit den Richtungen Ural, Powolschija und West-Sibirien. Von dort sollen russische Fluggesellschaften Passagiere nach Kaliningrad bringen (und nicht mehr nach Moskau). Von Kaliningrad aus übernehmen dann westliche Fluggesellschaften den Weiterflug.
Der Leiter des analytischen Informationsdienstes „AviaPort“ Oleg Pantelejew meinte in einem Interview mit „newkaliningrad“ im Februar dieses Jahres, dass die Schaffung einer eigenen Kaliningrader Fluggesellschaft unter den jetzigen modernen Bedingungen zum Scheitern verurteilt ist.
 

 

08.05.2017 – Amerikanischer Zerstörer in Gdansk eingetroffen
Der Amerikanische Zerstörer „USS Carney“ ist in die Gdansker Bucht eingelaufen. „Fontanka.ru“ informiert, dass aus dem Stützpunkt Kronstadt in Richtung Kaliningrad mehrere Schiffe ausgelaufen sind, vermutlich zur weiteren Vorbereitung auf die Militärparade zum Tag des Sieges am 9. Mai. Im Hauptstützpunkt der Ostseeflotte in Baltisk ist normales Leben zu beobachten. Am Samstag waren drei Unterseeboote und das Raketenboot „Morschansk“ aufmunitioniert worden und hatten sich in Richtung Gdansker Bucht in Bewegung gesetzt.
Die Hauptbewaffnung des US-Zerstörers besteht aus 90 Flügelraketen „Tomahawk“ deren Eigenschaft darin besteht, in einer Höhe von nur fünf Metern fliegen zu können und damit praktisch für Radar unsichtbar ist. Vor dem Eintreffen in Gdansk hatte das Schiff an einer NATO-Übung vor Großbritannien teilgenommen. Ebenfalls sind vier NATO-Kriegsschiffe im lettischen Hafen Liepaje eingetroffen.
Meldungen von Medien, das wegen des amerikanischen Zerstörers die Seeparade in der Ostsee durch die Ostseeflotte abgesagt wurde, entsprechen nicht den Tatsachen.
 
08.05.2017 – In eigener Sache
Unser Portal ist zwischenzeitlich für Berichterstattungen aus der Kaliningrader Gesellschaft recht weit bekannt. Ab und zu bekommen wir von interessierten Personen Hinweise auf Ereignisse, die von allgemeinem Interesse sein könnten und im Rahmen unserer Möglichkeiten versuchen wir, möglichst zeitnah, durch Nutzung der uns zur Verfügung stehenden Möglichkeiten, diese Informationen aufzubereiten und zu kommentieren – natürlich „… mit deutschem akzent“. Nicht immer gelingt es, Informationen direkt von der Quelle oder von „gut Informierten“ zu erhalten. Manchmal bekommen die „Initiatoren“ von Informationen „kalte Füße“. Und so „schmort“ zum gegenwärtigen Zeitpunkt noch ein Artikel aus der Serie „Nach dem Skandal ist vor dem Skandal“, wiederum mit einem Deutschen verbunden, in unserer „Röhre“. Grund ist, dass wir Beteiligten die Möglichkeit geben wollen, sich zu äußern, um die Objektivität zu gewährleisten. Leider hat auf unsere Anfrage bisher nur das deutsche Generalkonsulat operativ geantwortet – besten Dank dafür.  Wir warten jetzt noch auf Antworten von russischen Beteiligten – ansonsten wird der Artikel am Mittwoch erscheinen.
 
 
08.05.2017 – Kaliningrader Fußballclub mit zweifelhaftem Geschäftsgebaren
In der Kaliningrader Regierung hat man zweifelhafte Geschäftsgebaren des regierungseigenen Fußballclubs „Baltika“ festgestellt. Darüber informierte der Vizegouverneur der Gebietsregierung Alexander Schenderjuk-Schidkow. Nach der Übernahme der Verantwortung durch den neuen Generaldirektor Timur Lepsaja, hatte dieser eine Revision des Clubs beantragt und durchgeführt. Dabei wurde festgestellt, dass man zu lächerlich geringen Preisen Räumlichkeiten, Stellplätze und Werbeplätze verpachtet hatte. Warum dies nur zu einem minimalen Bruchteil der marktüblichen Preise geschah, ist bisher unklar. Dass es jetzt Gedanken gibt, dass frühere Verantwortliche vielleicht eigene Interessen verfolgt haben, bleibt dabei natürlich nicht aus. Nun wurden erstmal sämtliche Verträge gekündigt. Die Reklame wurde vollständig entfernt. Der Fußballclub ist bereit, wieder Verträge anzubieten, allerdings zu marktüblichen Konditionen. Als ein Beispiel wurde genannt, dass ein Reklameplatz an der Außenmauer des Stadions für monatlich 6.000 Rubel vermietet wurde, obwohl der marktübliche Preis bei 60.000 Rubel liegt. Auf die Frage an den Vizegouverneur, wie hoch er die Verluste des Clubs bezifferte, tat sich dieser schwer mit einer Antwort, da die Berechnung noch nicht abgeschlossen ist und in jedem Fall natürlich sehr individuell ist.
Anm. UN: Der Club hat erhebliche finanzielle Probleme und wird aus dem Gebietshaushalt mit 50 Mio. Rubel gesponsert. Weitere 100 Mio. Rubel wurde jetzt von der GasPromBank gesponsert. Weitere 50 Mio. Rubel sind noch nicht abgedeckt.
 

07.05.2017 – Nacht-Militärparade in Kaliningrad
Bis zum großen Feiertag, dem Tag des Sieges am 9. Mai, sind es nur noch wenige Stunden. In großen Städten wird, wie alljährlich üblich, eine Militärparade stattfinden. So auch in Kaliningrad. Die an der Parade teilnehmenden Truppen haben schon seit Wochen außerhalb Kaliningrads trainiert und absolvieren auch drei Proben in der Stadt selber, was zu zeitweiligen Verkehrseinschränkungen führt. Diese Verkehrseinschränkungen werden aber von der Bevölkerung gerne hingenommen, denn im Austausch bekommen sie die Parade bereits im Voraus zu sehen. Auch diese Proben ziehen viele Zuschauer an. In der Nachtprobe am 5. Mai wurden erstmals die neuesten Waffensysteme der Ostseeflotte „BAL“ und „Bastion“ gezeigt. Die Generalprobe zur Militärparade findet am Sonntag den 7. Mai statt.
 

 
07.05.2017 – Musik in Ruinen
Das Kaliningrader Symphonieorchester gab am Samstag ein Konzert in den Ruinen des Schlosses Georgenburg. Geleitet wird das Konzert vom bekannten Kaliningrader Dirigenten Arkadi Feldman. Organisator des Konzertes ist die Eparchia von Tschernjachowsk. Ab 16 Uhr erwartete die Besucher des Konzerts bereits ein Feiertagsprogramm, eine Führung durch die Ruinen des Schlosses, ein Bogenschießen, ein Ritterturnier und traditionelle russische Spiele. Der Eintritt zu diesem Festprogramm war kostenlos. Das Konzert begann um 20.00 Uhr.
Im Vorfeld dieser Veranstaltung wurde bekannt, dass das Schloss Georgenburg wieder aufgebaut wird und auf föderale Fördergelder Anspruch erhebt.
 
07.05.2017 – Staatsanwalt fordert Instandsetzung des Atombunkers in Sowjetsk
Die Kaliningrader Staatsanwaltschaft fordert von den Behörden der Kreisstadt Sowjetsk die Instandsetzung des in der Zuständigkeit der Stadtverwaltung befindlichen Atombunkers. Eine Überprüfung hat gezeigt, dass zehn Jahre lang an diesem Bunker keinerlei Instandsetzungen vorgenommen worden sind. Viele metallene Einrichtungen sind verrostet, das Dach ist undicht und einige Elemente des Gebäudes sind baufällig. Durch die Staatsanwaltschaft wurde ein Ermittlungsverfahren gegen den zuständigen Mitarbeiter der Stadtverwaltung eingeleitet.
 
 
07.05.2017 – Eröffnungstermin des neuen Grenzübergangs doch im Jahre 2018?
Der Kaliningrader Gouverneur Anton Alichanow hat informiert, dass es intensive Konsultationen mit der Behörde „RosGranitza“ (Russische Staatsgrenze) gäbe, um doch noch den neuen Grenzübergang über den Neman im Bereich der Stadt Sowjetsk im Jahre 2018, noch vor Beginn der Fußball-Weltmeisterschaften zu eröffnen.
 
Der neue Grenzübergang läuft unter der Bezeichnung „Dubki-Rambinas“. Ungeachtet dessen, dass die Litauer bereits längst mit ihrem Teil fertig sind, gibt es „große Widerstände“ auf russischer Seite zur Eröffnung – so der Gouverneur. Im Oktober 2011 wurde zwischen beiden Staaten eine Vereinbarung über diesen neuen Grenzübergang unterzeichnet. Er beinhaltet auch eine neue Brücke, nicht weit entfernt von der jetzigen „Königin-Luise-Brücke“.
 
 
07.05.2017 – Großteil der Bauanträge werden abgelehnt
Während eines Treffens mit dem TV-Sender „WESTI“ erklärte der Kaliningrader Gouverneur Anton Alichanow, dass seit Anfang des Jahres, wo die Zuständigkeit für die Baugenehmigungen bei der Kaliningrader Gebietsregierung liegten, 70 Prozent aller Anträge abgelehnt worden sind. Seit Jahresanfang wurden im gesamten Gebiet 20 Baugenehmigungen erteilt. Es gibt keinen einzigen Protest seitens der Staatsanwaltschaft. Die Ablehnungen erfolgten wegen einer zu hohen Anzahl von Etagen und anderen prinzipiellen Mängeln – so Anton Alichanow.
 
07.05.2017 – Keine ausreichenden Sozialeinrichtungen für Rentner
Im Kaliningrader Gebiet gibt es gegenwärtig nur zwei Sozialeinrichtungen „neueren Typs“ für ältere Bürger. Dies erklärte die Sozialministerin Angelika Maister. Das ist nicht ausreichend. „Ich kann nicht sagen, dass wir einen Ansturm nach solchen Einrichtungen haben, aber gegenwärtig ist es so, dass beide Einrichtungen arbeiten und alle Plätze belegt sind. Diese Dienstleistungen sind gefragt und wir freuen uns, dass unsere Aufforderung, sich in dieser Sphäre zu beschäftigen, Gehör gefunden hat. Diese beiden Einrichtungen wurden im Dezember 2016 eröffnet. Eine Einrichtung befindet sich in der ul. Komsomolskaja und eine weitere Einrichtung in der Siedlung „Kosmodemjanskoje“ am Stadtrand von Kaliningrad.

 

06.05.2017 – Zoo setzt Instandsetzungsarbeiten fort
Der Kaliningrader Zoo hat 1,4 Mio. Rubel, zweckgebunden für die Wiedererrichtung des sogenannten Literatur-Pavillons erhalten. Das Geld kommt von der Kaliningrader Gebietsregierung im Rahmen eines jährlichen Wettbewerbs für die beste Idee zur Schaffung von Erholungsplätzen. Die restliche Summe muss der Zoo aus eigener Tasche dazulegen. Bei dem Lese-Pavillon handelt es sich um ein altdeutsches Gebäude, welches zu Anfang des vorherigen Jahrhunderts errichtet wurde. Er hatte ehemals dort gestanden, wo sich heute eine Aussichtsplattform zum Löwengehege befindet. Erhalten geblieben ist nur die Betonplatte des Gebäudes. Das Gebäude wird aus Holz wiedererrichtet und wird eine Höhe von sechs Metern haben. Im Pavillon befinden sich Regale und Schränke. Besucher können sich dort Bücher ausleihen oder neue hinzufügen. Die Bauarbeiten haben bereits begonnen.
 
 
06.05.2017 – Alichanow traf sich mit seinem ehemaligen Chef
Der Gouverneur des Kaliningrader Gebietes hat sich mit dem Minister für Handel und Industrie Denis Manturow getroffen. Dieser war ehemals der Vorgesetzte von Anton Alichanow, bevor dieser im Oktober 2015 in die Kaliningrader Gebietsregierung wechselte. Beide besprachen u.a. das Thema der Entwicklung des Fahrzeug-Clusters im Kaliningrader Gebiet. Weiterhin beredeten beide Politiker die Durchführung des Forums für die Entwicklung der radioelektronischen Industrie und mögliche Hilfen für die Entwicklung der Produktion von Spezialtechnik für mobilitätseingeschränkte Bürger.
Alichanow informierte seinen ehemaligen Chef, dass im Rahmen der Fahrzeugholding „Avtotor“ chinesische Fahrzeughersteller die Einrichtung eines vollen Produktionszyklus für ihre Fahrzeuge planen. Dafür werden die Produktionslinien genutzt, die bis 2015 durch die amerikanische Firma GM für die Produktion ihrer PKW bestimmt waren.
Denis Manturow seinerseits betonte die Notwendigkeit, die im Kaliningrader Gebiet geschaffenen Industrieparks besser auszulasten und hierfür in- und ausländische Investoren zu interessieren.
 
Foto (Pressedienst Gebietsregierung): Denis Manturow (r.) und Anton Alichanow besprechen wirtschaftliche Situation im Kaliningrader Gebiet
 
06.05.2017 – Kaliningrad ist nicht Moskau – Abriss der Chruschowkas setzt politischen Willen voraus
Alexander Baschin, ehemaliger Chefarchitekt der Stadt Kaliningrad und Leiter der Agentur für Städtebau der Kaliningrader Gebietsregierung ist der Ansicht, dass für den Abriss der sogenannten „Fünf-Etagen-Häuser“ in Kaliningrad in erster Linie politischer Wille vorhanden sein muss. Dies erklärte er im Rahmen eines Radiointerviews. Im Gegensatz zu Moskau, wo gewaltige Gelder für den Abriss dieser Häuser bereitgestellt werden, gibt es in Kaliningrad weder Geld noch den politischen Willen. Um die Stadt zu rekultivieren ist die Teilnahme des Staates in der Anfangsperiode eine Grundvoraussetzung. Wichtig ist auch eine verantwortungsbewusste Stadtbaupolitik. Während in Moskau die sogenannten „Chruschowkas“ nur in bestimmten Wohngebieten gebaut worden sind, wurden diese Typenbauten in Kaliningrad auch im Stadtzentrum errichtet. Man muss zuerst wissen, was man eigentlich erreichen will, wie man die Stadt aufbauen will und erst dann kann alles andere erfolgen – meint Baschin. In Kaliningrad gibt es niemand, der dies tun kann, hier passiert alles irgendwie chaotisch.
 
06.05.2017 – Kaliningrad will „Geldfresser“ verkaufen – für einen Rubel
Die Kaliningrader Gebietsregierung ist bereit, alle Aktien des Fußballclubs „Baltika“ für einen Rubel zu verkaufen. Voraussetzung ist, dass der neue Besitzer die Entwicklung des Clubs garantiert. Dies erklärte der Vizegouverneur Alexander Schenderjuk-Schidkow am Donnerstag im Rahmen einer Pressekonferenz. Er informierte, dass die Gebietsregierung nicht über die Finanzmittel verfügt, um den Club zu unterhalten und zu entwickeln. Wenn sich ein neuer Eigentümer findet, wird sich die Gebietsregierung komplett aus der Struktur des Clubs zurückziehen. Erst am Vortag war bekannt geworden, dass das Jahresbudget des Clubs 200 Mio. Rubel beträgt. Davon hat für dieses Jahr die GasPromBank 100 Mio. Rubel gesponsert. 50 Mio. Rubel stellt der Gebietshaushalt zur Verfügung, weitere 50 Mio. Rubel sind noch nicht abgesichert.
 
06.05.2017 – Deutscher Investor will Golf-Club bauen
Ein deutscher Investor ist in der Korporation für die Entwicklung des Kaliningrader Gebietes vorstellig geworden und hat seine Pläne zum Bau eines Golf-Clubs erklärt. Der deutsche Investor Wladimir Korowin ist Mitglied des Berliner Anwaltskollegiums. Es wurde das Tourismuspotential des Gebietes besprochen, so u.a. auch der Bau von Hotels und anderen Tourismusprojekten. Auch der Bau eines Aquaparkes war Gesprächsgegenstand. Der Investor informierte, dass er über große Erfahrung bei der Errichtung von Tourismusobjekten verfüge. Seine größten Objekte befinden sich in Deutschland, so u.a. „Flesensee Ressort“, gelegen zwischen Hamburg und Berlin mit einem Investitionsaufwand von 400 Mio. Euro und „Tropical Islands“, 60 km von Berlin entfernt.
 

05.05.2017 – Sowjetsk, die Stadt der Selbstbedienung
Der Leiter der Stadtverwaltung Sowjetsk hat sich selber ein Grundstück verkauft. 2.700 Quadratmeter für 63.000 Rubel war für den Bürgermeister normal, für ein Kaliningrader Gericht, bei dem Klage eingereicht wurde, war dies nicht normal. Darüber berichtet der Pressedienst der Kaliningrader Staatsanwaltschaft. Das Grundstück befand sich im Stadtgebiet in der Tilsiter Straße. Da der Bürgermeister sich selber das Grundstück verkauft hat, handelt es sich hierbei um einen Interessenskonflikt. Das Gericht hat somit festgestellt, dass der Verkaufsvertrag ungültig ist. Die Stadtverwaltung hat dem Bürgermeister die gezahlte Summe zurückzuerstatten und das Grundbuchamt hat den Eigentümerwechsel zu annullieren.
 
05.05.2017 – Kaliningrader Gouverneur mit ganz hinterlistigen Gedanken
Vor wenigen Wochen trat die außerordentlich attraktive Olympiasiegerin Natalia Ischenko ihre Funktion als Vizegouverneurin in der Kaliningrader Gebietsregierung an. Sie ist hier für Jugend und Sport verantwortlich. Es handelt sich bei ihr um eine außerordentlich bekannte Sportlerin in Russland. Und genau dies hat wohl der Kaliningrader Gouverneur Anton Alichanow im Auge gehabt, als er ihr vorschlug, mit ihm gemeinsam in der Regierung zu arbeiten. Jetzt äußerte er:
 
 
 
05.05.2017 – HUB für Kaliningrad wird immer konkreter
Der Kaliningrader Gouverneur Anton Alichanow äußerte sich nochmals optimistisch zu den Gedanken eines HUB für Kaliningrad. Um diesen HUB zu schaffen, ist es nicht unbedingt nötig eine eigene Fluggesellschaft zu haben. So seine Ansicht. Einige russische Airlines sind daran interessiert den Kaliningrader Airport zu einem HUB zu profilieren. Sie würden dann mit ihren Flugzeugen die Passagiere nach Kaliningrad bringen und von dort abholen. Von und nach Kaliningrad würden ausländische Fluggesellschaften dann den Transport übernehmen. Somit besteht die Aufgabe, gute Flugverbindungen innerhalb Russlands zu entwickeln, um eine möglichst große Anzahl von Reiselustigen nach Kaliningrad zu schaffen. Dann erwacht auch das Interesse ausländischer Fluggesellschaften am Kaliningrader Airport, um von dort den Weitertransport weltweit zu übernehmen.
 
 
05.05.2017 – Keine Trolleybusse mehr für Kaliningrad
Im Kaliningrader Nahverkehr findet man sich langsam überhaupt nicht mehr durch. Zuerst sollte der Anteil der privaten Teilnehmer am Nahverkehr von ehemals 70 auf 30 Prozent zurückgedrängt werden. Diese Pläne werden erfolgreich umgesetzt. Die Marschrutkas sollen abgeschafft werden, die gesamte Technik soll erneuert werden, die Straßenbahn wird nicht abgeschafft, aber dann doch abgeschafft. Die Trolleybusse werden neu gekauft, neue Linien geplant und dann doch wieder abgeschafft. Jetzt will die Stadt den gesamten Nahverkehr an einen privaten Investor verkaufen – aber vorher doch noch den Trolleybusverkehr einstellen, zumindest jedoch nicht mehr entwickeln, obwohl dies ein ökologisch gutes Verkehrsmittel ist. Wie der Bürgermeister Jaroschuk informierte, fehlen der Stadt gegenwärtig 12 Trolleybusse. Deshalb werden auf diesen Strecken ganz normale Linienbusse eingesetzt. Allerdings wird der Kauf dieser 12 Trolleybusse noch durchgeführt und danach findet keine weitere Entwicklung dieser Transportart mehr statt. Damit niemand auf den Gedanken kommt, diese Gedanken doch wieder zu verwerfen, sollen auch in Kürze die Oberleitungen für drei Trolleybuslinien abgebaut werden. Die ganze Aktion erinnert stark an das Vorgehen der Stadt zur Einstellung des Straßenbahnbetriebes in der Gebietshauptstadt.
 
 

 
04.05.2017 – Altdeutsches Großobjekt verkauft – Investor mit neuen Überlegungen
Seit Jahren steht eine altdeutsche Großimmobilie leer und wartete auf einen Käufer. Es handelt sich dabei um das ehemalige Fleischkombinat in der Aleja Smelych. Nun hat der neue Besitzer der Immobilie erste Gedanken zur Nutzung der vielen Gebäude auf dem Gelände öffentlich gemacht. Im Gebäudekomplex, der auch zu Königsberger Zeiten als Schlachthof genutzt wurde, möchte er Sportnahrung und Möbel produzieren. Bei dem neuen Besitzer handelt es sich um die GmbH „Goldene Serpantinen“ aus Tscheljabinsk. Der Besitzer erklärte den architektonischen Stil der Gebäude bewahren zu wollen, insbesondere da diese unter Denkmalschutz stehen. Neben den beiden Geschäftsfeldern existieren noch andere Gedanken, wie die Einrichtung eines Transportknotenpunktes, eines Logistikzentrums und andere Gedanken. Aber keiner der Gedanken ist bisher endgültig.
Der Gebäudekomplex wurde zweimal zum Verkauf ausgeschrieben – im Jahre 2015 und 2016. Der potenzielle Investor hatte versucht, für den Gebäudekomplex den Denkmalschutzstatus aufheben zu lassen, was aber nach der aktuellen russischen Gesetzlage nicht möglich ist. Nur die russische Regierung und hier konkret das Kulturministerium können hier Einfluss nehmen. Es ist aber allgemein bekannt, dass das russische Kulturministerium eine ganz harte Linie im Denkmalschutz fährt und i.d.R. keine Statusveränderungen zulässt.
 
 
04.05.2017 – Kaliningrad will sich von seinem städtischen Nahverkehr trennen
Völlig überraschend kam die Nachricht, dass sich die Stadt Kaliningrad von seinem Nahverkehrsbetrieb „GorTrans“ trennen will und diese Gedanken anscheinend auch mit der Kaliningrader Gebietsregierung besprochen worden sind. Dort hat man wohl auch schon mit ersten Privatinvestoren aus Moskau und St. Petersburg gesprochen, die ein gesteigertes Interesse am Kaliningrader Nahverkehr haben. Der Bürgermeister Jaroschuk erklärte, dass er bereit ist den ganzen Betrieb als ein Objekt zu verkaufen. Ein Verkauf in Einzelteilen komme für ihn nicht in Frage. Der Käufer muss auch sämtliche Fuhrparktechnik, Busse, Trolleybusse und Straßenbahnen übernehmen. Gleichzeitig wird der Käufer auch einige Bedingungen der Stadt erfüllen müssen. Insbesondere denkt die Stadt an eine Senkung der Beförderungstarife, während die potenziellen Käufer an eine wesentliche Erhöhung denken. Der städtische Nahverkehr ist defizitär und fährt Verluste ein. Im Jahre 2017 hat „GorTrans“ bereits 257 Mio. Rubel aus dem Stadtsäckel erhalten. Vermutlich wird die Summe bis Jahresende auf 310 Mio. Rubel anwachsen.
Der Kaliningrader Gouverneur Anton Alichanow informierte, dass sich große Firmen aus „Pieter“ und Moskau für den Kaliningrader Nahverkehr interessieren. Alle potenziellen Käufer haben große Erfahrung in der Organisation des Nahverkehrs.
 
04.05.2017 – Zukanow-Versetzung hat sich gelohnt für Zukanow
Ironisch titulierte ein regionalkritisches Informationsportal, dass es sich in Kaliningrad lohnt, vom Amt des Gouverneurs abgelöst zu werden, denn im Jahr der Ablösung des Kaliningrader Gouverneurs Nikolai Zukanow, haben sich dessen Einkünfte verdoppelt. Entsprechend der russischen Gesetzgebung sind Beamte und Staatsdiener in Führungspositionen verpflichtet, jedes Jahr ihre Steuererklärung zu einem Stichtag öffentlich zu machen. Und so wurde bekannt, dass der ehemalige Kaliningrader Gouverneur Zukanow, gemeinsam mit seiner Gattin im Jahre 2016 (er wurde im Mai 2016 abgelöst und nach St. Petersburg versetzt) fast 17 Mio. Rubel Einnahmen hatte. Im Jahr zuvor betrug das Familieneinkommen nur 8,25 Mio. Rubel. Der Gouverneur selber hat weniger verdient als seine Gattin. Er deklarierte Einnahmen in Höhe von 4,4 Mio. Rubel (2015 waren es nur 2,1 Mio. Rubel). Außer seinen Geldeinnahmen besitzt Nikolai Nikolajewitsch noch drei Grundstücke mit 12.493 Quadratmetern, ein Wohnhaus mit 146 Quadratmetern, eine Wohnung mit 110,7 Quadratmetern, eine Garage, eine Transformatorstation, zwei Produktions- und ein Verwaltungsgebäude. Seite Gattin Svetlana Zukanowa deklarierte 12,6 Mio. Rubel für 2016 (6,2 Mio. in 2015). Sie verfügt über ein Grundstück mit 25.000 Quadratmetern in Eigentum und zwei Grundstücke in Pacht. Weiterhin besitzt sie gemeinsam mit ihrem minderjährigen Sohn ein Haus und eine Garage. Die Familie insgesamt nutzt eine Dienstwohnung mit 192 Quadratmetern.
 
04.05.2017 – Pech für einen Deutschen an der Grenze zu Kaliningrad
Polnische Grenzbeamte hinderten einen deutschen Staatsbürger an der Einreise nach Kaliningrad. Wie polnische Beamte bei der Kontrolle der Reisedokumente feststellten, war der Deutsche zur internationalen Fahndung ausgeschrieben. Das Fahndungsersuchen stammte aus Portugal. Dort hatte er im Juli 2003 sein Fahrzeug an einer Tankstelle aufgetankt und war ohne zu bezahlen weggefahren. Um nicht verfolgt werden zu können, hatte er das Fahrzeugkennzeichen ausgetauscht, welches er vorher von einem anderen Fahrzeug gestohlen hatte. Einen Monat später hat der Deutsche genau in dieser Tankstelle eine Videokamera im Wert von 180 Euro gestohlen. Hierfür wurde er zu einer Strafzahlung von 1.000 Euro verurteilt. Der Deutsche weigerte sich und hoffte, dass man mit der Zeit die Angelegenheit vergessen werde. Aber auch nach 14 Jahren erinnern sich die Rechtspflegeorgane der Europäischen Gemeinschaft an die Sünden von Mitgliedern dieser Gemeinschaft, selbst wenn diese an der Grenze zu Kaliningrad, einer doch eher provinziellen Grenze, auftauchen. Nach Kaliningrad konnte er nicht reisen, dafür bekam er einen temporären Aufenthalt in einem Zimmer der Staatsanwaltschaft in der polnischen Stadt Branjewo.
 

03.05.2017 – Referendum in Kaliningrad – Themenausfall wohl nicht ganz so einfach
Am 10. September finden in Kaliningrad Gouverneurswahlen statt. Ein immer großes Problem ist die Wahlbeteiligung. Wegen außerordentlich niedriger Wahlbeteiligung wurde bereits in diesem Jahr die Wahl des Bürgermeisters der Stadt Kaliningrad abgeschafft und auch die letzten Gouverneurswahlen im September 2015 waren mit weniger als 40 Prozent Wahlbeteiligung nicht überzeugend. Der damalige Gouverneur Nikolai Zukanow hatte versucht, durch Einrichtung von Verkaufsstützpunkten für besonders gefragte Waren zu besonders günstigen Preisen in den Wahllokalen die mündigen Kaliningrader Bürger aus ihren Wohnungen zu locken – was aber nur in wenigen Fällen gelang. Der jetzige Gouverneur Anton Alichanow, der sich am 10. September 2017 zur Wahl stellt, will gleichzeitig ein Referendum abhalten zu einigen wichtigen Fragen der Entwicklung des Gebietes und der Stadt. Sicherlich ist dieses Referendum eine etwas solidere Form, die Menschen an die Wahlurnen zu bringen und gleichzeitig damit auch sie am Prozess der gesellschaftlichen Entwicklung und der Lösung von Problemen des Gebietes und der Stadt direkten Anteil nehmen zu lassen. Allerdings tut man sich gegenwärtig mit der Auswahl der Fragen in der Gebietsregierung noch etwas schwer. Zwanzig Anträge für Fragen liegen bisher vor, begonnen bei der Gestaltung des Stadtgebietes am Unterteich bis hin zum Ausbau der Uferpromenade der Ostsee in den Kurorten des Gebietes. Der Gouverneur betonte, dass er sehr an der Meinung der Bürger interessiert ist, wie diese die Entwicklung sehen wollen.
 
 
03.05.2017 – Polen interessiert die Meinung der Russen nicht
Der polnische Minister für Seewirtschaft und Schifffahrt Marek Grubarschik ist der Ansicht, dass die Meinung der russischen Seite zum Kanalbau auf Baltiskaja Kosa für Polen keinerlei Bedeutung habe. Ungeachtet der Meinung der russischen Seite über die Sinnlosigkeit dieses Bauvorhabens und möglicherweise nicht vorhersehbarer ökologischer Schäden, werden die Vorbereitungs- und Planungsarbeiten auf polnischer Seite im vollen Tempo fortgesetzt. Der Kaliningrader Gouverneur Anton Alichanow hatte sich kritisch zu diesem Bauvorhaben geäußert und zu möglichen wirtschaftlichen Verlusten für die russische Seite im Zusammenhang mit dem Fischfang.
„Ich denke, dass die Erklärungen der russischen Seite keinerlei Bedeutung für die Fortsetzung der Planung haben, die wir bereits begonnen haben. Es gibt eine Ausschreibung und wir haben die Firma gefunden, die das Projekt umsetzt. Für den Vorbereitungsprozess benötigen wir 18 Monate, danach beginnt der Bau.“
Der polnische Minister hob hervor, dass die Regierung mit der Eurokommission zu dieser Frage Konsultationen durchführt. Er zeigte sich überzeugt, dass die Europäische Kommission keinerlei Widerspruch einlegen wird, denn alles geschieht auf der Grundlage von Gesetzen und Direktiven der Europäischen Union. Der Bau des Kanals ist mit 800 Mio. Zloty veranschlagt. Die Kosten werden aus dem polnischen Haushalt gedeckt. Die Fertigstellung ist im Jahre 2022 vorgesehen.
 
Karte: Geplanter Kanalbau auf Baltiskaja Kosa durch Polen
 
03.05.2017 – Kaliningrad soll Sozial-Geschäfte bekommen
Die Agro-Holding „Dolgow-Grupp“ hat der Kaliningrader Gebietsregierung vorgeschlagen, in den Wohngebieten der größeren Städte im Kaliningrader Gebiet sogenannte Fertig-Container aufzustellen und darin Sozialgeschäfte für den Verkauf von landwirtschaftlichen Erzeugnissen zu günstigen Preisen einzurichten. Darüber informierte der Generaldirektor der Holding Dmitri Dolgow. Er erwartet von den Behörden die Zuweisung des benötigten Platzes und seine Holding garantiert den Verkauf von landwirtschaftlichen Erzeugnissen zu Sozialpreisen. Damit es zu keinen Irritationen kommt, was man unter Sozialpreise versteht, werden diese mit der Gebietsregierung abgestimmt. Das Sortiment soll aus Eiern, Smetana, Milch bestehen. Die Ware wird in sehr schlichter Verpackung angeboten. Die Preise sollen derartig sein, dass selbst die Bedürftigsten im Gebiet in diesen Läden einkaufen werden.
 

Sollten Sie heute Abend zur gewohnten Zeit Nachrichten und Informationen aus Kaliningrad vermissen, so liegt das daran, dass die von mir angetretene Weltreise von Kaliningrad nach Deutschland doch etwas länger dauert als geplant. Aber spätestens wenn Sie am Mittwoch früh aufwachen und Ihre frischen Semmeln vom Bäcker genießen, werden auch die frischen Nachrichten aus dem größten Land der Erde und der geographisch westlichsten Region dieses Landes mit bei Ihnen auf dem Frühstückstisch liegen … wenn Sie denn ein Tablet oder Smartphon haben.

 

 

02.05.2017 – Kaliningrader Gouverneur dankt Polen
Der Kaliningrader Gouverneur Anton Alichanow hat sich bei Polen bedankt. Anlass war der jährlich traditionelle Besuch der Kaliningrader Gebietsführung im polnischen Branjewo, wo sich eine der größten Begräbnisstätten für, während der Befreiung vom Faschismus gefallene, sowjetische Soldaten befindet. Der Gouverneur bestätigte, dass man auch weiterhin gute Kontakte zu den Nachbarn unterhalten werde. Er erinnerte daran, dass es gegenwärtig ein neues Programm für die Entwicklung der grenznahen Zusammenarbeit gäbe, das die Richtung für die kommenden fünf Jahre festlegen wird. Gerade derartige Programme geben den Beteiligten gute Impulse für die wirtschaftliche, ökologische und kulturelle Entwicklung. Was den Soldatenfriedhof in Branjewo anbelangt, handelt es sich um den größten Soldatenfriedhof für sowjetische Soldaten in Europa. In Jahren hat sich die Tradition entwickelt, dass sich Kaliningrad um die Pflege und Betreuung dieser memorialen Stätte kümmert und auch er werde diese Tradition fortsetzen – so Alichanow.
 
02.05.2017 – Schiffe der Ostseeflotte kehren von Auslandseinsatz zurück
Am Montag sind drei Schiffe der Ostseeflotte von einem vierwöchigen Einsatz im Atlantik zurückgekehrt. Im Stationierungsort Baltisk wurde ein feierlicher Empfang – so wie üblich in der Flotte – organisiert. Die Aufgabe der drei Schiffe bestand in der Anwesenheitspräsenz der russischen Flotte im Atlantik. Die Schiffe haben während ihres Einsatzes mehr als 4.000 Seemeilen zurückgelegt. Es wurden einige dutzend Übungen zur Vervollständigung der militärischen Ausbildung durchgeführt. Hierzu gehörten die Suche nach U-Booten und der Einsatz von Bordhubschraubern zur Luftunterstützung. An Bord befanden sich auch Seesturmtruppen, die die Sicherheit der Besatzungen zu garantieren hatten.
 
Foto: Stab der Ostseeflotte in Kaliningrad und Momentaufnahmen der Einsatzmöglichkeiten
 
02.05.2017 – Litauen startet Militärmanöver
Am Freitag vergangener Woche haben in Litauen großangelegte Militärmanöver begonnen. Sie werden bis 7. Mai fortgesetzt. Nach Mitteilung des litauischen Verteidigungsministeriums werden an diesem Manöver Militärangehörige der Operativaufgaben in Friedenszeiten, Einheiten der Schnellen Eingreiftruppe und weitere militärische Formationen teilnehmen. Parallel trainieren auch litauische Polizeieinheiten, Angehörige des Dienstes für Öffentliche Sicherheit und Terrorbekämpfung, Strukturen in den Kommunen, der Schützenverband Litauens und Personal in medizinischen Einrichtungen des Landes. Der Übung liegt der Gedanke zugrunde, dass unbekannte bewaffnete Gruppen Unruhen im Lande organisieren und versuchen, Verwaltungsobjekte zu besetzen. Da die Möglichkeiten des Innenministeriums nicht ausreichen, um die Ordnung im Lande zu gewährleisten, werden militärische Einheiten hinzugezogen. Diese Übung findet bereits zum dritten Mal statt.
 
02.05.2017 – Wenig Bewegung im Gouverneursrating
In Russland gibt es ein spezielles Internetportal, welches ständig eine Bewertung der Gouverneure der russischen Regionen vornimmt. Dieses Internetprojekt wurde im Jahre 2005 geschaffen, genau zu dem Zeitpunkt, wo die Wählbarkeit der Gouverneure durch die Bevölkerung abgeschafft wurde und die Gouverneure durch den Präsidenten eingesetzt wurden. Das Internetportal sollte der Bevölkerung ab diesem Zeitpunkt die Möglichkeit geben, ihre Gouverneure zu bewerten und stellte somit eine zusätzliche Informationsquelle für den russischen Präsidenten dar. Nun werden aber die Gouverneure seit einigen Jahren wieder von der Bevölkerung gewählt und so wäre dieses Portal auch für die Gouverneure selber eine gute Möglichkeit, ihren Stand bei der Bevölkerung zu erfahren. Das Portal funktioniert ausschließlich auf Bewertungen der Bürger. Der Kaliningrader Gouverneur belegt von Anfang seiner Tätigkeit im Oktober 2016 einen mittelmäßigen Platz, was mit zunehmender Annäherung an den Wahltermin am 10. September 2017 immer unangenehmer werden kann. Beunruhigend ist weiter, dass sich kaum ein Kaliningrader für die Bewertung des Gouverneurs interessiert und sich bisher nur 155 Personen geäußert haben. Für die Wahlen des Gouverneurs ist aber auch die Interessiertheit und natürlich die Wahlbeteiligung der Bevölkerung wichtig, um die Legitimität des Gouverneurs für die kommenden fünf Jahre nicht in Frage zu stellen.

 

01.05.2017 – Ex-Zukanow-Minister wird Kreisleiter
Ein ehemaliger Minister aus der Zukanow-Regierung ist Ende vergangener Woche zum neuen Leiter des Kreises Gwardejsk ernannt worden. Als Minister war Maxim Kolomiiz für die Kommunen im Gebiet zuständig. Nun leitet er eine dieser Kommunen. In einer ersten Äußerung versprach der neue Kreisleiter das, was eigentlich alle versprechen: Das Geschaffene bewahren und Neues zu schaffen. Revolutionäre Personalveränderungen soll es in der Kreisverwaltung nicht geben. Maxim Kolomiiz hat einen juristischen Hintergrund. Bevor er Minister in der Zukanow-Regierung wurde, war er in der Gebietsstaatsanwaltschaft tätig.
 
01.05.2017 – Umfrage Mai 2017
Sie ahnen es sicher schon … wir haben wieder eine tolle und diesmal nicht ganz einfache Frage für Sie ausgearbeitet und warten ganz gespannt, was Sie für eine Einstellung zu einer Autonomen Deutschen Republik auf russischem Gebiet haben werden. Versuchen Sie bitte nicht unseren Server zu knacken, um eher an die konkrete Frage zu kommen. Genau um Mitternacht, also konkret der Nacht von Sonntag auf Montag, Moskauer Zeit, erscheint die Umfrage, gleich links von diesen Zeilen und Sie können ohne sich zu registrieren Ihre Meinung äußern. Sie werden dabei nicht fotografiert oder anderweitig ausgeforscht, Ihre Meinung bleibt anonym. Wer sich trotzdem zu erkennen geben möchte, kann uns schreiben.
 
 
01.05.2017 – Mutko ist begeistert über das Kaliningrader Bautempo
Der russische Vizepremier Witali Mutko zeigt sich hocherfreut über das Bautempo am neuen Fußballstadion auf der sogenannten Insel. Man eile jetzt sogar dem Bauplan schon voraus – sagt der für die Vorbereitung der Fußball-Weltmeisterschaft 2018 Hauptverantwortliche in der russischen Zentralregierung.
 
Das Stadion sollte ursprünglich Ende 2017 fertiggestellt sein. Im April wurde verkündet, dass sich der Fertigstellungstermin auf 2018 verschiebt. Allerdings trägt diese Verschiebung des Datums rein technischen Charakter und hat überhaupt nichts mit der eigentlichen Bautätigkeit zu tun.
 
 
01.05.2017 – Für Ex-Gouverneur Zukanow gibt es nur noch Negatives aus Kaliningrad
Seit seiner Beförderung zum Vertreter des russischen Präsidenten für die Nord-West-Region, ereilen den Ex-Gouverneur Zukanow immer mehr Negativinformationen, die ihn, seine Familie oder sein Umfeld betreffen. Jetzt erhielt er die Information, dass eine umfangreiche Steuerprüfung zu zweifelhaften Geschäftsabschlüssen im Zusammenhang mit Eigentumserwerbungen gegen ihn aufgenommen wurde. Kontrolliert wird Eigentum seiner Frau – dies teilte ihm die Steuerverwaltung, also die oberste Steuerbehörde des Kaliningrader Gebietes mit.
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Wochenblatt

   Kommentare ( 33 )

kgd .ru Veröffentlicht: 1. Mai 2017 00:05:18

[...Kaliningrader "Nachtwölfen" wird in Polen die Einreise verweigert]

Jede Einreise in Polen ist mit gewissen Risiken verbunden. Die Heimreise ohne das mitgebrachte Fahrzeug antreten zu müssen ist nur eines davon.

Vergangenes Wochenende hat es meinen Bekannten erwischt: Er ist selbst Pole, lebt seit Anfang der 80er-Jahre in Ösistan und besuchte seitdem mehrmals jährlich sein Polen. Seit 2 Jahren verzichtete er auf die teure Vollkaskoversicherung seines noch teueren Untersatzes. Kurzer Einkauf im Supermarkt - Auto weg...

Netter Service von polnischen Landsleuten - Tourismuswerbung auf polnisch.

Karsten-Wilhelm Paulsen Veröffentlicht: 1. Mai 2017 11:32:53

@teure Vollkaskoversicherung seines noch teueren Untersatzes

Grüße an Ihren Bekannten, wenn man sich beides nicht leisten kann wäre ein kleineres Auto die klügere Alternative.

Karsten-Wilhelm Paulsen Veröffentlicht: 1. Mai 2017 14:34:00

"So einfach haben sich das wohl nicht einmal die Biker selbst vorgestellt. Problemlos konnten sie gestern die weißrussisch-polnische Grenze überqueren, ohne dass sich jemand daran gestoßen hätte. Das war beileibe nicht immer so. In den vergangenen Jahren uferte der Ausflug der »Nachtwölfe« regelmäßig zu einem Politikum aus, als würden sie statt mit ihren Motorrädern mit Panzern einrollen.

Reibungslos sei alles von Statten gegangen, berichtete die Nachrichtenagentur »TASS«. Lediglich die Zeitung »Vesti« sprach von Problemen, die einige mit dem Zoll gehabt hätten.[...]"

"Ungeachtet der Kälte haben sich rund hundert »Nachtwölfe« aus der Exklave Kaliningrad mit ihren Motorrädern unter der Leitung von Andrej Kapelew dem Tross angeschlossen, heißt es auf der offiziellen Seite der russischen Biker." russland news

kgd .ru Veröffentlicht: 1. Mai 2017 19:38:58

@ Karsten-Wilhelm Paulsen [...wenn man sich beides nicht leisten kann]

Das war damit zwar nicht gemeint. Länger als 30 Jahre lang blechte er nämlich stets fleißig Vollkasko-Prämien und just als er dann einmal kurz aussetzte, wurde sein Sportwagen von Landleuten landesüblich entsorgt... Er kaufte sich umgehend binnen weniger Tage noch in PL schon wieder einen Neuwagen. Die Größe sagt nichts darüber aus, ob sich der Nutzer seinen Wagen auch tatsächlich leisten kann. Dafür genügt oft der Blick in die Nachbarschaft, oder Fragen sie ihren Anwalt. Bei solch schnell getätigten Kaufentscheidungen dürfte es eher schon der Fall sein. Geht es der Wirtschaft gut, geht es dem Volk gut, hört man immer wieder...

Hauke Veröffentlicht: 1. Mai 2017 20:11:29

Na kgd .ru dann komm mal nach Berlin und parke Dein Auto, wenn es im Süden Deutschlands produziert wurde, in den mittleren Bezirken über Nacht.
Morgens kannst Du froh sein wenn es nicht abgefackelt ist.
Ich fahre schon Jahre ins südliche Ostpreußen und nach Pommern mir wurde nie was gestohlen oder zerstört.

kgd .ru Veröffentlicht: 3. Mai 2017 20:36:04

@ Hauke: Wart 's ab! Was ist Berlin?

Jörg Schwenke Veröffentlicht: 4. Mai 2017 10:45:07

Zur Grafik mit den Reisezeiten eine Anmerkung:
Wir sind Juli 2016 von Zeitz in Sachsen-Anhalt nach Jantarny gereist. (950 km)
Start am 23.07. 20 Uhr, Ankunft 10 Uhr. Gut, es war die Nacht von Samstag auf Sonntag und an der Grenze war morgens 7 Uhr auch nicht viel los. Eine gut geplanter Reisezeitpunkt kann aber die Dauer der Fahrt erheblich verkürzen.
Btw. Der Urlaub war schön...

JSC

Hauke Veröffentlicht: 6. Mai 2017 12:06:29

Ein Golfplatz im Kaliningrader Gebiet?
Habe selten so gelacht.
Vielleicht hat dieser Investor auch noch gesagt er holt den Ryder Cup nach Kaliningrad?
Weder beim Golf Ressort Flesensee noch beim Tropical Islands gab es einen Investor Namens
Wladimir Korowin, meines Wissens nach.
Ich war selber Golfer Hcp 17 und habe über 10 Jahre meine Brötchen mit dem Golfsport verdient.
Kein Golfplatz in Russland, weder bei Moskau noch bei Sankt Peterburg schreibt schwarze Zahlen.
Von den 14 Golfplätzen im Raum Berlin / Brandenburg schreiben gerade mal 4 Plätze schwarze Zahlen.
Ach, und der Anwalt in Berlin schreibt sich Vladimir Korovin.

Uwe Erich Niemeier Veröffentlicht: 6. Mai 2017 12:12:14

... ja, ja, so ist das.

.g Radeberger Veröffentlicht: 7. Mai 2017 03:23:52

Wladimir Korowin - Vladimir Korovin

Kein Unterschied ! Ersteres ist die Schreibweise DDR, Hinter dem Bindestrich die Schreibweise BRD. Mehr nicht. Bei der Schreibweise DDR wurde bei den Buchstaben in der lateinischen Umschreibung auch noch entsprechend der russischen Aussprache je, jo, schtsch, tsch usw. geschrieben und nicht so verkürzt wie jetzt z. B. in der englischen Umschrift mit den vielen Y. Da weiß man doch gar nicht, wie man den Namen oder das Wort richtig aussprechen soll. Man stelle sich mal vor, man würde einen englischen Namen auf deutsch aussprechen. Die wären wahrscheinlich beleidigt.

.g Radeberger Veröffentlicht: 7. Mai 2017 03:42:57

" „Tropical Islands“, 60 km von Berlin ..." in der ehemaligen Halle, in der Luftschiffe gebaut werden sollten. Halle im wahrsten Sinne des Wortes halle! halle! halle!
Über diese touristische Einrichtung kann man getrost unterschiedlicher Meinung sein, um es mal freundlich auszudrücken. Das als positives Referenzobjekt anzuführen ist wohl etwas dreist - Marke Dummenfang.

Uwe Erich Niemeier Veröffentlicht: 7. Mai 2017 08:09:21

... es gab auch nur ein Informationsportal, welches über diesen potenziellen Investor berichtet hat. Und wenn man Infos auf einem deutschsprachigen Portal über deutsche Investoren veröffentlicht, erhält man (manchmal) auch noch zusätzliche Tipps für eine Entscheidungsfindung ... besten Dank.

Frank Werner Veröffentlicht: 8. Mai 2017 21:54:12

@UEN
Tropical Island wird von der Tanjong-Gruppe (eigentlich Kraftwerksbetreiber) aus Malaysia betrieben. Ist seit einigen Jahren auch wirtschaftlich. Dabei muss man aber berücksichtigen, dass die Halle (größte freitragende Halle der Welt) aus einer Insolvenzmasse heraus erworben wurde (also günstig, war Cargolifter, 1qm gehört dort mir nach meinem damaligen Aktieninvesment sicher noch :-))).
In Kaliningrad ist soetwas sicher nicht wirtschaftlich zu betreiben ...
Sicher kann man unterschiedlicher Meinung sein - ist eben ein großer Freizeitpark und man muss nicht erst in den Flieger steigen für etwas tropisches Klima ....

Levscha04 Veröffentlicht: 9. Mai 2017 00:34:26

Die Holzbrücke um 1400 erstmals errichtet verband die Altstadt mit der Lomse (der Insel, auf der wir heute das Fischerdorf und das Messegelände bis hin zum Stadion heute vorfinden). Diese, damals aus Holz gefertigte Brücke war der Zugang zu den Holzvorräten der Altstadt, aus Sicherheitsgründen wg. Brandgefahr jenseits des Pregels. 1904 wurde sie etwas weiter östlich neu errichtet, diesmal jedoch nicht hölzern sondern genau so wie wir sie heute vorfinden, denn sie hat den 2. WK unbeschadet überstanden. Die Bezeichnung " Hölzerne Brücke" ist also in dem Sinne irreführend, weil sie suggeriert daß die Brücke hölzern ist. Doch selbst zu der Zeit als sie hölzern war, und auch danach, schon aus Stahlbeton, bezog sich der Name immer auf die Tatsache, daß sie der Zugang zu den Holzlagerstätten war.

Uwe Erich Niemeier Veröffentlicht: 9. Mai 2017 01:05:35

... na, da spricht der Historiker. Danke für die Ergänzung.

kgd .ru Veröffentlicht: 9. Mai 2017 01:34:19

08.05.2017 - [...das passiert, wenn man nicht offizielle Wege benutzt und Gas und Bremse verwechselt]

Das dürfte doch erwachsenen Männern nicht passieren :-) :-) :-) aber anscheinend ist Autofahren doch eine Kunst, die nicht jede(r) beherrscht. (Wer bremst verliert?)

Karsten-Wilhelm Paulsen Veröffentlicht: 11. Mai 2017 09:23:14

@Militärparade in Kaliningrad
Das da immer noch öffentlich Stalin Plakate hochgehalten werden ist nicht gerade vertrauenserweckend.

Uwe Erich Niemeier Veröffentlicht: 11. Mai 2017 21:52:20

... wieso "immer noch"? Es werden WIEDER Plakate hochgehalten. Immerhin sind 50 Prozent der Russen, lt. einer aktuellen Umfrage, mit Stalin, insbesondere während der Zeit des Großen Vaterländischen Krieges einverstanden.

Karsten-Wilhelm Paulsen Veröffentlicht: 11. Mai 2017 13:17:46

@"mit Stalin, insbesondere während der Zeit des Großen Vaterländischen Krieges einverstanden."
Dann scheint ihnen nicht klar zu sein, das Stalin und Hitler bis zum Überfall auf die Sowjetunion "ziemlich beste Freunde" waren, die sich zwar nicht über den Weg trauten, aber ähnliche politische Mordkonzepte vertraten.

Uwe Erich Niemeier Veröffentlicht: 11. Mai 2017 13:20:59

... keine Ahnung, was rund 73 Mio. Russen (also die Hälfte der Bevölkerung) klar ist oder nicht. Sie sind einfach nur mit Stalin und seiner Arbeit als Staatschef in einer Zeit, wo das russische Volk um sein Leben kämpfte, zufrieden.

Frank Werner Veröffentlicht: 11. Mai 2017 21:45:16

@UEN
Ist ja auch logisch, Die Unzufiredenen sind ja tot.

Uwe Erich Niemeier Veröffentlicht: 11. Mai 2017 21:51:49

... naja, naja ... das traf bis 1953 zu. Jetzt haben wir eine völlig andere Generation. Und deshalb ist die Neubewertung der Tätigkeit von Stalin schon außerordentlich interessant.

A. Bienenfreund Veröffentlicht: 12. Mai 2017 11:40:09

@K-W Paulsen: "..ähnliche politische Mordkonzepte.." wenn Sie sich der kleinen Mühe unterziehen würden die Konzepte Stalins und Hitlers für die Entwicklung der Sowjetunion zu vergleichen, dann würden Sie nicht nur 73 Millionen russische Bürger besser verstehen, Sie würden auch künftig davor bewahrt, solchen Unfug zu schreiben. Aber, hey, was solls, die allgemeine Demenz des Westens schreitet voran - wir schreiten mit

kgd .ru Veröffentlicht: 13. Mai 2017 17:31:52

[11.05.2017 – Bürgermeister von Sowjetsk muss eigenes Haus abreißen]

Ob wir das noch erleben werden? Dieses Grundstück ginge sicher als Touristen-Attraktion durch... Will es mir jedenfalls ansehen.

.g Radeberger Veröffentlicht: 18. Mai 2017 01:50:35


"18.05.2017 – Kaliningrad wird in der Scheiße schwimmen – Bürgermeister zeigt Emotionen"

Was ist er denn nun, der Generaldirektor der Baufirma? Ein ehrlich empörter Bürger? Ich glaube kaum. Nach so langer Zeit weiß er der GD seit Jahren ganz genau, was da passieren wird. Er weiß auch, daß der Bürgermeister unter Druck steht. Nun hoffte offensichtlich der GD, daß auf Staatskosten so mal schnell die Medien erneuert werden und er glimpflich oder sogar mit sattem Gewinn aus dieser Schose rausgeht.
Aber der Bürgermeister hätte diese Probleme auch erkennen müssen, ist doch das ganze Baugeschehen nicht erst seit gestern Gesprächsthema auf höchster Ebene.
Also hatten beide nur mit dem A..ch gedacht. Da kann dann ja auch nur Kacke rauskommen.

Uwe Erich Niemeier Veröffentlicht: 18. Mai 2017 05:30:53

... ja, hier haben beide Sch... am Hacken. Aber fest steht, dass das Problem geklärt wird. Anschliessend haben Rechtsanwälte und Richter wieder etwas zu tun ... aber das ist dann schon nicht mehr so wichtig. Leider ist es so, dass es noch viele solcher "Kanalisationen" gibt und wir einige davon noch bis Juni 2018 schmerzhaft spüren werden.

Karsten-Wilhelm Paulsen Veröffentlicht: 18. Mai 2017 09:03:36

@herrenlose Hunde
Endlich mal russisch-deutsches positives zu Berichten. In einem Reisebericht las ich, das in der Elchniederung ganze Rudel verwilderter Hunde herumstreifen. Ich habe auf meinen Wanderungen dort aber keine gesehen war aber froh ständig eine ordentliche Ladung Pfeffespray dabei zu haben.

kgd .ru Veröffentlicht: 19. Mai 2017 01:16:58

18.05.2017 [Deutsche gedenket unserer Kolonien]

Die Deutschen hatten auch in ihren Kolonien in Afrika schwere Schuld auf sich geladen - z.B. der Genozid an den Hereros.

Im Dezember 1904, fast ein Jahr nach dem Beginn des Herero-Aufstands, befahlen Kaiser Wilhelm II. und sein Reichskanzler Bernhard Fürst von Bülow dem widerstrebenden Trotha, "Konzentrationslager für die einstweilige Unterbringung und Unterhaltung der Reste des Herero-Volkes" einzurichten.

Rund 9000 Herero, Männer, Frauen und Kinder, vegetierten dann im Mai 1905 in diesen Konzentrationslagern. Etwa 80.000 wurden von den Deutschen beabsichtigt in die Wüste, in den sicheren Tod getrieben... Entkräftete Frauen wurden vor mit Steinen beladene Eselkarren gespannt...

Jawohl Deutsche, gedenket euren ehrenwerten Taten!

Karsten-Wilhelm Paulsen Veröffentlicht: 22. Mai 2017 10:08:48

@Fahrrad-unfreundliche Stadt
Mir ist in Kalinigrad schon mit dem Motorrad das monövrieren auf den teilweise schlechten Straßen in der Innenstadt schwer gefallen. Wie man dort als Radfahrer bestehen will ist mir noch ein Rätsel. Eine Idee habe ich dennoch: Von der Grenze bis an den Rand des Stadgebietes läuft parallel zur Straße die alte Reichsstraße 1, völlig ungenutzt. Mit wenig Aufwand könnt man diese Trasse zu einem Teil eines Fernradwanderweges machen.

Uwe Erich Niemeier Veröffentlicht: 22. Mai 2017 10:20:07

... wenn ich richtig informiert bin, ist diese Trasse föderales Eigentum. Also muss Moskau Geld geben für diesen Fahrradweg. Viel wichtiger sind aber die Fahrradwege in der Gebietshauptstadt, damit endlich die ewigen Staus in der Stadt durch den Individualtransport aufhören. Am Samstag habe ich für eine Fahrt mit dem Bus von Endstelle zu Endstelle 90 Minuten gebraucht ... normalerweise ist der Bus 45 Minuten unterwegs ... Mit dem Fahrrad wäre ich schneller gewesen. Aber ich bin nicht lebensmüde ...

Karsten-Wilhelm Paulsen Veröffentlicht: 22. Mai 2017 14:32:32

Ich war zu schnell, die alte Reichsstrasse R1 nach Kalinigrad ist bereits Teil der Euroroute R1 von Boulogne-sur-Mer bis St. Petersburg. Führt durch Kalinigrad.

kgd .ru Veröffentlicht: 23. Mai 2017 01:33:53

[Radwege - Fahrrad - Motorrad]
Mir wird schon bang wenn ich mit dem Auto in die Nähe des Stadtgebietes komme. Staus, Auffahrunfälle und die rücksichtslose, viel zu schnelle Fahrweise jagen mir Angst ein. Als Motorradfahrer - ich habe seit 1975 unfallfreie Erfahrung - möchte ich auch nicht unbedingt im Stadtverkehr Kaliningrads unterwegs sein (als Radfahrer schon gar nicht)!

Das großzügig ausgebaute Radwege-Netz in allen westl. Tourismusregionen ist für Kaliningrad in unerreichbar weiter Ferne. Das ist schade, denn Touristen/Besucher würden bestimmt, auch gerne wie zu Hause gewohnt, mit dem Rad fahren wollen.

Ein mit dem Zweirad sehr weit gereister Zahnarzt sagte mir einmal: "Es gibt drei Arten sich zu ruinieren: 1.) Mit den Frauen (Weibern) - das ist am teuersten. 2.) Mit Alkohol - das dauert am längsten, und 3.) Mit dem Zweirrad nach Indien (Kaliningrad) zu fahren - das ist die sicherste Art sich zu ruinieren..."

Hauke Veröffentlicht: 24. Mai 2017 11:47:08

Es wäre ja mal interessant zu wissen, wie es hinter den, doch sehr schön renovierten Fassaden der Häuser aussieht?

Uwe Erich Niemeier Veröffentlicht: 24. Mai 2017 11:52:32

... wie soll es da aussehen? So wie immer. Da ist nichts gemacht worden. Hatten wir aber auch schon drüber berichtet. Um ein Haus innen und außen komplett auf modernen Stand zu bringen, sind drei Dinge notwendig: 1. Geld, 2. Geld, 3. Geld. Und wenn einer dieser drei Punkte nicht vorhanden ist, dann können nur Teilarbeiten erledigt werden.

kgd .ru Veröffentlicht: 24. Mai 2017 15:32:44

[...um ein Haus komplett auf zeitgemäßen Stand zu bringen...]
erfordert 1. Geld, 2. Geld, 3. Geld. + 4. tüchtige Handwerker mit 5. viel Zeit, und nicht zuletzt,
6. sehr viel Geduld.

Wie es hinter den Fassaden aussieht?
Besser sich nicht zu genau umzusehen, jedenfalls nie in Richtung nach oben blicken.
Es wird einem nur beunruhigen und ist dem Betreten eines Hauses oft hinderlich...

Halbseitig eingestürzte Bauruinen, welche noch zur Hälfte bewohnt sind, sieht man nicht selten.
Aber Hauptsache es steht ein toller großer Wagen (ooo oder *) davor, das lenkt ab und hebt das Image der Bewohner erheblich...

Ausnahmen bestätigen die Regel.

Frank Werner Veröffentlicht: 24. Mai 2017 21:37:49

@Wie es hinter den Fassaden aussieht?

Fürst Grigori Alexandrowitsch Potjomkin hat allen Grund stolz zu sein ...

.g Radeberger Veröffentlicht: 25. Mai 2017 21:27:13

Denkmal für Käte Kollwitz
wewewe.kollwitz.de/lebenslauf sollte man sich mal im we.we.we.durchlesen. Das wäre wirklich eine Möglichkeit, darauf hinzuwirken, daß für eine international geachtete deutsche Künstlerin, die garantiert und absolut nichts mit dem braunen Regime am Hut hatte, ein würdiges Denkmal gesetzt würde. Kollwitz war eine Freundin des einfachen russischen Volkes, was sie auch in ihren ihren Arbeiten zum ausdruck brachte. Ein solches Denkmal wäre eine wirklich würdige Zierde für Kaliningrad, ohne daß zwielichtige Geschäfte der deutschen Seite eine Rolle spielen würden. Das sollte man der Öffentlichkeit von Kaliningrad nahe bringen. Kollwitz war eine strikte Gegnerin von Krieg, was sich durch ihr gesamtes Schaffen zieht.
Sie zeichnete 1921/22 das Plakat "Helft Russland" als Beitrag zur Überwindung der Dürrekatastrophe im Wolgagebiet.
Man sollte dem russischen Künstler in seiner Absicht den Rücken stärken.

Uwe Erich Niemeier Veröffentlicht: 25. Mai 2017 21:33:30

... dasselbe kann man auch von Bobrowski sagen ... und trotzdem gab es einen Skandal.

.g Radeberger Veröffentlicht: 25. Mai 2017 23:11:29

".. dasselbe kann man auch von Bobrowski sagen ... und trotzdem gab es einen Skandal."

Uwe, da bin ich anderer Meinung. Bobrowski war offensichtlich nicht DER Schriftsteller, zu dem er von einigen Vereinen aufgebaut wurde und weiter aufgebaut werden soll. Ohne es so direkt zu betonen, liest man in Veröffentlichungen im www, daß er zwar in "Ostberlin" wohnte, aber nie in der DDR veröffentlicht hat. Stets bei westdeutschen Verlagen. Auch nach 1961.
Seine Veröffentlichungen fallen zumindest teilweise in meine Sturm- und Drangzeit, wo man als Student natürlich auch auf Literaten aus dem Westen naß war. Da sind mir andere Namen in Erinnerung, aber kein Bobrowski. Ich habe auch noch mal in meinen gedruckten Sammlungen nachgeschaut. Im Konversationslexikon Meyer ganze 6 Zeilen einer halben Spalte. Ansonsten nix.
Außerdem sollte man die bundesdeutschen Unterstützer für das Projekt Bobrowski, deren Aufmachung und die russische Reaktion darauf nicht vergessen.

Uwe Erich Niemeier Veröffentlicht: 25. Mai 2017 23:17:55

... fakt ist, das Russland jetzt über Bobrowski anders denkt als früher. Schade, das man das nirgendwo kundtut, damit die weniger Eingeweihten etwas schlauer werden.

.g Radeberger Veröffentlicht: 25. Mai 2017 23:51:31

24.05.2017 – Museum Königsberg sucht Schrift-„Sachverständige“

Tja, wenn meine Oma noch leben würde ...

So manches kann ich ja lesen, aber vieles eben nicht.

kgd .ru Veröffentlicht: 28. Mai 2017 16:17:19

[22.05.2017 - Fahrzeugholding "Avtotor" sinniert über die Zukunft.]

Denkt man bei "Avtotor" wirklich, dass es in absehbarer Zeit eine größere Menge gutverdienender Russen geben würde, die sich ein deutsches Auto (BMW) leisten könnte?

Uwe Erich Niemeier Veröffentlicht: 28. Mai 2017 16:28:11

...bei Avtotor nicht, aber an anderer Stelle glaubt man das schon. Mercedes errichtet gegenwärtig auch ein Werk für einen vollwertigen Produktionszyklus bei Moskau.

.g Radeberger Veröffentlicht: 30. Mai 2017 17:28:32

Ostseeflotte ...?
Wie heißt denn diese Flotte so richtig? Früher hieß sie doch mal Baltische Rotbanner-Flotte, wenn ich mich recht erinnere.

Uwe Erich Niemeier Veröffentlicht: 30. Mai 2017 17:43:42

... sie heißt "Baltiski Flot", also übersetzt "Ostseeflotte".

.g Radeberger Veröffentlicht: 30. Mai 2017 17:40:20

30.05.2017 – Extremistenaktivisten durch Gerichtsbeschluss in Untersuchungshaft genommen

Da kann man in Bezug auf frühere Berichte und Kommentaren dazu nun mit Fug und Recht sagen: Kommt Zeit - kommt Rat (oder Knast).
Ohne viele Worte, eine gute Nachricht.

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