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Kaliningrader Tageblatt - Regionalnachrichten

Sa, 20 Okt 2018 Kaliningrader Wochenblatt


Kaliningrader Tageblatt - Regionalnachrichten
Im Video-Format „Kaliningrader Tageblatt“ fassen wir einige ausgewählte Nachrichten der vergangenen Woche aus dem Kaliningrader Gebiet zusammen. Den Begleittext zum Videobeitrag haben wir in Manuskriptform auf unserem Portal eingestellt. Am Ende des Textes finden Sie den eigentlichen Beitrag in Form einer Videoinformation.

 

Der Kaliningrader Gouverneur Anton Alichanow hat eine kleine Fahrradtour durch die Stadt unternommen. Man hatte ihm wohl gemeldet, dass in einer Reihe von Straßen die Instandsetzungen abgeschlossen worden sind und davon wollte er sich überzeugen. Da er sportlich ist, schaffte er viele der großen Hauptstraßen Kaliningrads und hatte anschließend auch viele Beanstandungen, die er den Verantwortlichen übermittelte. Die Mängel betrafen die Kanalisation und die Bordsteinkanten. Er kommentierte, dass die Mängel durch die Baufirmen und natürlich auf deren Kosten beseitigt werden. Er forderte die Mängelbeseitigung innerhalb kürzester Zeit, wissend, dass das Programm des Straßenbaus mit ziemlich langsamem Tempo umgesetzt wird.

Drei Millionen Rubel stehen zur Verfügung, damit die Mängel, die bei der Rekonstruktion des Brotteiches, oder auch Zwillingsteich genannt, vor einigen Jahren zugelassen worden sind, nun beseitigt werden. Am 22. Oktober wird im Rahmen der gestarteten Ausschreibung festgelegt, wer sich dieses Geld verdienen wird. Instandgesetzt werden müssen die Gehwege und die Hänge zum See, die an vielen Stellen abgerutscht sind. Weiterhin müssen die Rasenflächen rekultiviert werden und die Terrassenfläche bedarf einer Instandsetzung. Bis Ende des Jahres müssen die Arbeiten abgeschlossen werden.

Ausländische Transportunternehmer haben sich vollständig vom Kaliningrader Markt zurückgezogen – berichtet der Vorsitzende der regionalen Vereinigung der russischen Transportunternehmer. Auch auf dem Transportmarkt im russischen Mutterland sind kaum noch ausländische Transportfirmen zu finden. Grund sind die gegenwärtigen wirtschaftlichen Bedingungen. Früher wurden ausländische Transportunternehmer benötigt, um Waren aus Kaliningrad herauszuschaffen, wenn dies den russischen Transportfirmen nicht möglich war. Dieser Grund ist jetzt entfallen und die ausländischen Transportfirmen sind gegenüber den russischen Firmen, insbesondere in tariflicher Hinsicht, nicht mehr wettbewerbsfähig.

Der Kaliningrader Gouverneur Anton Alichanow informiert über nun konkrete Pläne, die Strafkolonie Nr. 7, gelegen im Schloss Tapiau in der Kreisstadt Gwardejsk, freizuziehen und die Immobilie für touristische und kulturelle Zwecke zu nutzen. Die Verlegung der dortigen Insassen und der Freizug erfolgt in den kommenden zwei, drei Jahren – so Alichanow. Der Pressemitteilung war zu entnehmen, dass anscheinend der russische Präsident Putin dem Justizminister eine entsprechende Weisung gegeben hatte. Vor Alichanow hatten bereits drei andere Gouverneure versucht, diese wertvolle Immobilie für touristische und kulturelle Zwecke zu nutzen – jedoch immer ohne Ergebnis. Das Schloss Tapiau ist das einzige noch erhaltene Ordensschloss aus dem 12. Jahrhundert und gehört zum Kulturerbe Russlands und der Kreisstadt Gwardejsk. Gegenwärtig befinden sich dort noch 600 Insassen, die eine Haftstrafe verbüßen.

Der Chefinspektor des russischen Zolls am Grenzübergang „Mamonowa-2“ ist wegen Bestechlichkeit verhaftet worden. Darüber informiert der Pressedienst der Zollverwaltung für die Nord-West-Region. Insgesamt wurden acht Strafverfahren eingeleitet – zwei wegen Bestechlichkeit und sechs Verfahren wegen Betrugs und Amtsmissbrauchs.

Im Jahre 2019 ist geplant, 70 historische Gebäude im Kaliningrader Gebiet instand zu setzen. Dies sind 20 Objekte mehr als im auslaufenden Jahr 2018. In der Mehrzahl handelt es sich bei den instand zu setzenden Objekten um Wohnhäuser. Wie der Leiter des Denkmalschutzes der Kaliningrader Gebietsregierung weiter mitteilte, werden in den kommenden fünf Jahren 2.000 historische Gebäude instandgesetzt – so die gegenwärtigen Planungen.

Ein Kaliningrader Gericht hat angewiesen, einen Schwarzbau im Stadtzentrum, gegenüber dem Denkmal „Mutter Heimat“ abzureißen. Die Kaliningrader Stadtverwaltung hatte geklagt. Mit dieser Klage und dem Verklagten gibt es bereits ausreichend Erfahrung, denn er ist bekannt dafür, dass er auch schon in der Gorki-Straße einen Handelskomplex ohne Baugenehmigung errichtet hat. Auch hier wurde er zum Abriss verurteilt.

In den letzten drei Monaten haben 933.000 Personen an den vier Grenzübergängen zu Polen, die Grenze überschritten. Darüber informierte der Pressedienst des Kaliningrader Zolls. Der am meisten frequentierte Übergang ist Mamonowa-Gschechotki. Diesen nutzten 321.000 Passagiere, gefolgt von Mamonowo-Gronowo mit 245.000 Passagieren und Bagrationowsk mit 217.000 Passagieren. 150.000 Passagiere nutzen den Grenzübergang Goldap im Südosten des Kaliningrader Gebiets. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum waren dies rund fünf Prozent weniger Grenzgänger.

Polen hat mit dem Bau des Kanals auf Baltiskaja Kosa begonnen. Mit dem Bau dieses Kanals, dessen Wirtschaftlichkeit allgemein umstritten ist, will man sich von einer angeblichen Abhängigkeit von Russland befreien, denn bisher musste man, um in diese Region zu gelangen, die Durchfahrt bei Baltisk nutzen, die unter russischer Kontrolle steht. In der vergangenen Woche hat der symbolische Spatenstich unter Anwesenheit hochgestellter polnischer Persönlichkeiten stattgefunden. Die realen Bauarbeiten können aber noch nicht beginnen, da keine Expertisen und sonstigen Dokumente vorliegen, die für den Bau des Kanales gesetzlich gefordert sind. Auch gibt es noch keine Firma, die diesen Kanal bauen wird. Der Kanal wird eine Länge von 1,3 Kilometern und eine Tiefe von fünf Metern haben. Er soll im Jahre 2022 der Nutzung übergeben werden. Die Kosten werden mit rund 200 Mio. Euro oder 800 Mio. Zloty veranschlagt.

Die Kaliningrader Gebietsregierung zeigt sich zufrieden mit den Steuereinnahmen. Insbesondere die Einkommenssteuern steigen, was davon zeugt, dass es immer weniger „Gehälter im Umschlag“ gibt. Auch die Gewinnsteuern zeigen eine wachsende Tendenz, worüber sich der Gebietshaushalt freut. Sollte diese Entwicklung im letzten Quartal anhalten, so wird der Gebietshaushalt Mehreinnahmen von zwei Milliarden Rubeln haben. Noch im Jahre 2015 hatte 48 Prozent der Bevölkerung ein Einkommen unterhalb des offiziellen Existenzminimums. Im Jahre 2017 verringerte sich die Anzahl auf 20 Prozent. Vizegouverneur Batanow informierte, dass man weiter nach Steueroptimierern suchen werde, denn wenn jemand mehrere Autos hat und ein Einkommen unterhalb des Existenzminimums oder sogar gar kein Einkommen hat, regt das schon zum Nachdenken an.

Die Kaliningrader Möbelhersteller freuen sich über einen erheblichen Zuwachs im Exportgeschäft. Bereits zu Anfang des Jahres war ein Zuwachs im Exportgeschäft von 20-25 Prozent zu beobachten. Jetzt gibt es bereits ein Mehr von bis zu 40 Prozent. Wesentliche Abnehmer der Kaliningrader Möbel sind deutsche Firmen. Die Möbelhersteller hoffen auf weitere Zuwächse, da deutsche Interessenten bereits neue Vertragsabschlüsse vorbereiten. Die Kaliningrader Region belegt den 33. Platz im Rahmen der Russischen Föderation im Exportgeschäft. 270 Kaliningrader Firmen exportieren Waren. Landwirtschaftliche Erzeugnisse haben einen großen Anteil am Exportgeschäft der Region. 80 Prozent des gesamten Exportgeschäfts entfallen auf landwirtschaftliche Erzeugnisse. Der Vorsitzende der Assoziation der Kaliningrader Möbelhersteller warnte allerdings vor zu viel Optimismus. Statistiken kann man unterschiedlich auslegen. Außerdem geht der Möbelumsatz innerhalb Russlands zurück und somit sind die Hersteller gezwungen, sich mehr um den Export zu kümmern. Somit relativieren sich viele Zahlen.

Durch die Rekonstruktion der Baranowstraße im Stadtzentrum Kaliningrads, hat der Zentralmarkt in Kaliningrad 40 Prozent seiner Kunden verloren – informiert der Leiter des Zentralmarktes. Ob diese Zahlen stimmen, oder ob dies nur ein gewisses Wettbewerbsverhalten ist, ist wohl schwer zu überprüfen. Angeblich sind die jetzt fehlenden Parkplätze schuld, dass keine alten Omas oder kinderreiche Familien mehr zum Zentralmarkt kommen. Wer allerdings den Zentralmarkt beobachtet, sieht selten gebrechliche Omas und Kinder auf dem Zentralmarkt. Gegenwärtig hat der Bau eines neuen Handelszentrums am Standort des alten „Klamottenmarktes“ begonnen. Die Wettbewerbssituation wird sich somit in zwei Jahren noch weiter verschärfen und der Zentralmarkt – an sich auch eine Touristenattraktion – wird sich wohl einiges einfallen lassen müssen, um sich weiter attraktiv zu halten und angeblich verlorene Kunden zurück zu gewinnen.

Kaliningrad wird wohl bald eine neue Fress-Meile im Stadtzentrum erhalten. Im Zusammenhang mit der Rekonstruktion des Zentralmarktes und dem Bau eines neuen Handelszentrums entsteht eine kleine Gasse. Und in dieser Gasse sollen sich Anbieter des Straßen-Food ansiedeln – so der Generaldirektor des Zentralmarktes. Die dort entstehende Gasse hat eine Breite von zehn Metern. Und diese Gasse soll von denen besetzt werden, die bereits heute in der Stadt erfolgreich den Straßen-Food betreiben.

Im Rahmen der archäologischen Ausgrabungen im Bereich des Kaliningrader Zentralmarktes, wurde nichts Sensationelles gefunden. Es gab jede Menge Funde aus dem ganz normalen täglichen Leben der Bewohner der Stadt im  20. Jahrhundert. Es wurden Hufeisen und Tabakpfeifen gefunden, aber auch einige Dinge aus sowjetischer Zeit, die die Verkäufer von Waren genutzt hatten, um ihre Kunden zu betrügen. Diese Funde sollen allerdings im kleinen Museum des Zentralmarktes verbleiben, während alle anderen Funde dem Historischen Museum übergeben werden. Mit den archäologischen Arbeiten beschäftigt sich eine Firma aus St. Petersburg.

In Kaliningrad, direkt im Stadtzentrum auf dem Leninski-Prospekt, eröffnet ein neues Restaurant für Fast-Food. Die Kette „Black Star Burger“ hat im Haus der Demokratie, dem einzigen Haus auf dem Leninski, dessen Bewohner sich der Fassadenrekonstruktion verweigert haben, mit der Rekonstruktion der Räumlichkeiten begonnen. Die Burger, die angeboten werden, werden zwischen 195 und 1399 Rubel kosten – also ein nicht ganz billiges Vergnügen. Bisher verfügt die Kette über Filialen in Moskau, St. Petersburg, Ufa, Grosny, Woronesch, Perm und Nischni Nowgorod. Die Eröffnung der Kaliningrader Filiale ist für Dezember geplant. Besitzer der Firma ist der russische Rapper Timati.

Die Tierschutzorganisation „Recht auf Leben“ wird von der Staatsanwaltschaft beschuldigt, verkehrte Abrechnungen und unsachgemäße Verwendung von städtischen Geldern im Rahmen der Betreuung von herrenlosen Hunden und Katzen vorgenommen zu haben. Ein Ermittlungsverfahren wegen Betruges wurde eingeleitet. Die Organisation kümmert sich im Auftrage der Stadt seit 2016 um das Einfangen herrenloser Tiere, deren Untersuchung, Kennzeichnung mit einer gelben Ohrmarke, deren Unterbringung in einem Tierheim oder Freilassung an dem Ort, wo sie eingefangen worden sind.

Im Jahre 2019 will die Kaliningrader Stadtverwaltung sämtliche Haltestellen des öffentlichen Nahverkehrs rekonstruieren – verkündete der Kaliningrader Bürgermeister Silanow. In Vorbereitung der Fußball-Weltmeisterschaft wurden 39 neue Haltestellen aufgestellt. Eine neugestaltete Haltestelle kostete der Stadtverwaltung 500.000 Rubel. Leider fielen viele dieser neuen Haltestellenpavillons Vandalen zum Opfer, die prüfen wollten, ob diese wirklich unzerstörbar sind.

Bedingt durch die Bauarbeiten an der historischen Honigbrücke, musste Opa Homlin zeitweilig seinen Platz, den er seit dem Sommer besetzt hatte, verlassen. Die alten Ziergitter der Brücke wurden demontiert und eine zeitweilige Konstruktion aufgestellt. Die Bauarbeiter entfernten Opa Homlin korrekt von seinem angestammten Platz und gaben ihm einen zeitweiligen Platz auf der Behelfskonstruktion. Die alten Brückengeländer kehren nach ihrer Rekonstruktion und einiger technischer Veränderungen, die die Sicherheitsgesetzgebung Russlands für Brückengeländer festlegt, an ihren angestammten Platz zurück.

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