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Kaliningrader Tageblatt

So, 14 Okt 2018 Kaliningrader Wochenblatt


Kaliningrader Tageblatt
Im Video-Format „Kaliningrader Tageblatt“ fassen wir einige ausgewählte Nachrichten der vergangenen Woche aus dem Kaliningrader Gebiet zusammen. Den Begleittext zum Videobeitrag haben wir in Manuskriptform auf unserem Portal eingestellt. Am Ende des Textes finden Sie den eigentlichen Beitrag in Form einer Videoinformation.

 

In der Stadt Kaliningrad und in der Kleinstadt Jantarny werden zukünftig berittene Kosaken für die Sicherheit sorgen. Darüber informiert die Kaliningrader Gebietsregierung. Für die Ausstattung der Einheiten werden durch die Gebietsregierung Subventionen zur Verfügung gestellt. Die Kosakenvereinigung plant die Einrichtung einer Schule zur Ausbildung der Angehörigen dieser Einheit. Neben der Erhöhung der Sicherheit, werden diese Berittenen sicherlich auch für Touristen ein Blickfang werden.

Die Kaliningrader Stadtverwaltung zeigt sich nun absolut überzeugt, dass im Jahre 2019 endlich das elektronische Ticket im öffentlichen Nahverkehr eingeführt wird. Gegenwärtig wurde die Erarbeitung des Plans der Einführung abgeschlossen und es werden die Ausschreibungen für den Erwerb der nötigen Technik vorbereitet. Die notwendigen Gelder werden durch den Haushalt bereitgestellt. Die Kosten sollen sich auf 70 Mio. Rubel belaufen. Über die Einführung eines einheitlichen Tickets wird bereits seit vielen Jahren gesprochen. Gegenwärtig verkaufen SchaffnerInnen die Tickets zum Preis von 20 Rubel. Beim Umsteigen muss jedes Mal ein neues Ticket erworben werden.

Der Kaliningrader Airport „Chrabrowo“ soll zukünftig den Namen des russischen Kosmonauten Alexej Leonow, einem Sohn der Stadt Kaliningrad tragen. Das hat der Generaldirektor der Airports vorgeschlagen. Gegenwärtig wurde eine Initiative in Russland ins Leben gerufen, jedem russischen Airport den Namen eines verdienten russischen Bürgers zu verleihen. Ob sich der Namensvorschlag für den Kaliningrader Airport durchsetzt ist noch unklar, da bereits der Airport in Kemerow den Namen des russischen Kosmonautenhelden trägt. Insgesamt warten in Russland 45 Airports auf einen neuen Namen.

Kaliningrad soll sich zu einem Paradies für IT-Spezialisten entwickeln. Bereits jetzt ist ein großer Zuzug von Firmen und Einzelpersonen nach Kaliningrad aus dem russischen Mutterland zu verzeichnen. Um die besten Arbeitsbedingungen zu schaffen, plant die Kaliningrader Gebietsregierung den Bau einer neuen Siedlung in der Nähe von Svetlogorsk. Hier sollen die Programmierer leben und arbeiten. Seit Anfang des Jahres haben sich in Svetlogorsk bereits 20 IT-Firmen niedergelassen. Für die neue Siedlung werden 10 Hektar aus Gebietseigentum zur Verfügung gestellt.

Seit Anfang des Jahres haben sich 20 IT-Firmen als Residenten der Sonderwirtschaftszone registrieren lassen. Die Registrierungsbedingungen wurden wesentlich vereinfacht. Um Resident der Sonderwirtschaftszone zu werden, brauchen IT-Firmen nur noch eine Million Rubel zu investieren. Danach sind sie für sechs Jahre von allen Steuern befreit und für weitere sechs Jahre erhalten sie wesentliche Steuererleichterungen. Die Investition von einer Million Rubel hat im Verlaufe von drei Jahren zu erfolgen.

Die ehemalige Bierbrauerei der Firma „Heineken“ ist endlich verkauft. Fast zwei Jahre hat es gedauert, bis sich für diese Immobilie am Stadtrand von Kaliningrad ein Käufer für die Summe von 158 Mio. Rubel fand. Verkauft wurde ein Grundstück mit einer Fläche von 7,8 Hektar und Gebäude mit einer Fläche von 107.000 Quadratmeter. Wer der neue Eigentümer ist, wurde nicht bekannt. Geplant ist die Nutzung als Lagerfläche und die Verpachtung von Officeräumlichkeiten. Heineken hatte sich aus Kaliningrad am 1. Januar 2017 zurückgezogen. Grund war der allgemeine Rückgang des Bierkonsums in Russland.

Eines der schönsten historischen Gebäude in Kaliningrad soll nun instandgesetzt werden. Vor einigen Wochen kam es zum Abbruch von Stuckatur-Elementen von der Fassade. Das Gebäude befindet sich in der ul. Griga, die direkt zum Königstor führt. Das Gebäude steht unter Denkmalschutz und wird als Wohngebäude genutzt. Die Räumlichkeiten in der ersten Etage werden kommerziell genutzt. Die Kosten für die Instandsetzung werden aus dem Haushalt der Kaliningrader Stadtverwaltung bezahlt. Insgesamt kostet der Vertrag 15,7 Mio. Rubel. In 165 Tagen soll das Haus innen und außen im neuen Glanz erstrahlen.

Der Beauftragte für den Denkmalschutz der Kaliningrader Gebietsregierung hat informiert, dass, wenn das Tempo zur Instandsetzung historischer Gebäude im Kaliningrader Gebiet so anhält, wie bisher, man in fünf Jahren alle historischen Gebäude instandgesetzt haben wird. Insgesamt handelt es sich um 2.000 Gebäude. Er zeigte sich über diesen Umstand hocherfreut, denn noch vor drei Jahren war es völlig unklar, wo man überhaupt Geld hernehmen soll für die Instandsetzung der historischen Gebäude. Er kommentierte, dass es sich nicht um eine Restaurierung der Gebäude handelt, sondern um eine Hauptinstandsetzung.

Eine neue Brücke, die die Umgehungsstraße für die Gebietshauptstadt perfekt macht, wird immer realer. Gegenwärtig laufen alle Projektierungsarbeiten für das Brückenprojekt im Westen der Stadt. Die Schließung dieser Lücke in der Umgehungsstraße ist für den Fall wichtig, dass ein neuer Handelshafen in Baltisk gebaut wird. Varianten eines Tunnels wurden aus Kostengründen ausgeschlossen. Ebenso wurde die Brücke so geplant, dass sie nicht über die Bucht geführt wird, sondern den Stadtkanal queren wird. Diese Variante ist preisgünstiger und bautechnisch einfacher. Die Brücke wird eine Höhe haben, die es 90 Prozent aller in der Welt existierenden Schiffe gestattet, diese zu passieren. Der Mittelteil der Brücke soll als Klappbrücke gestaltet werden, um den restlichen zehn Prozent die Passage zu ermöglichen. Berücksichtigt wurden auch die Schiffe „Krusenstern“, „Sedan“ und all die Schiffe, die auf den Kaliningrader Werften gebaut werden.

In Kaliningrad wird ein Werk für die Verarbeitung von Hühnereiern gebaut. Täglich sollen 750.000 Eier durch die Fabrik laufen, die durch die Agro-Holding „DolgowGrupp“ errichtet wird. Das Werk soll pastorisiertes Eiweiß und Eigelb produzieren sowie Ei-Trockenprodukte. Anscheinend gibt es im Kaliningrader Gebiet ein Überangebot an Eiern und man muss sich Gedanken machen über den Export von Eierzeugnissen, insbesondere nach Asien, aber auch Europa und Amerika – so die Firmenverantwortlichen. Die Firmengruppe „Dolgow“ verfügt bereits über eine Hühnerfarm, die seit Anfang des Jahres 155 Mio. Eier produziert hat. Bis Jahresende wird die Firma 90 Prozent des Kaliningrader Marktes für Eier bedienen.

Der Kaliningrader Gouverneur Anton Alichanow hat festgestellt, dass es nach wie vor ein Überangebot an Neubauwohnungen im Gebiet gibt. Um den Bestand an unverkauften Wohnungen abzubauen, hat die Regierung beschlossen, Familien, die Anspruch auf ein Grundstück zum Bau eines Einfamilienhauses haben, alternativ die Summe von 300.000 Rubel anzubieten. Einerseits verfügt die Gebietsregierung nicht über ausreichende Grundstücke und zum anderen hilft diese Summe den Familien, beschleunigt Wohneigentum zu erwerben und letztendlich wird der Bestand an unverkauften Neubauwohnungen vermindert.

Deutsche werden weniger im Kaliningrader Gebiet. Vom Januar bis Juni 2018 sind nach Kaliningrad 168 Deutsche, sprich RusslandDeutsche eingereist. Im gleichen Zeitraum haben aber 341 RusslandDeutsche das Gebiet wieder verlassen. Noch im vergangenen Jahr war diese Bilanz ausgeglichener. Hier reisten 184 RusslandDeutsche nach Kaliningrad und 155 verließen das Gebiet wieder, so dass ein Zuwachs von 29 RusslandDeutschen zu verzeichnen war. Insgesamt sind im ersten Halbjahr 2018 446 ausländische Bürger nach Kaliningrad übergesiedelt: 168 Deutsche, 98 Litauer und 57 Letten.

Eine deutsche Staatsbürgerin befindet sich, nach Information des Regionalportals „newkaliningrad“ seit 30. August in Kaliningrader Untersuchungshaft. Sie hatte ungesetzlich die Grenze im Abschnitt Bagrationowsk überschritten. Ihre Bitte, die Untersuchungshaft zu verkürzen, da sie sich schuldig bekennt und über Verwandte in Litauen verfügt, konnte das Gericht nicht folgen. Das Gericht stellte fest, dass die deutsche Bürgerin über keinen ständigen Wohnsitz, keine Verwandten und keine Einkünfte in Russland verfügt – also die notwendigen Voraussetzungen, um das weitere Strafverfahren in Freiheit abzuwarten. Warum die Deutsche versuchte, die Grenze illegal zu überschreiten, ist nicht bekannt. Sie spricht kein Russisch. Während der Gerichtsverhandlung zeigte sich die deutsche Bürgerin zeitweilig emotional. Sie verwies auf ihre antifaschistische Einstellung. Dem Kaliningrader Regionalportal „newkaliningrad“ ist nicht bekannt, ob sich die deutsche Staatsbürgerin gegenwärtig noch in Untersuchungshaft befindet. Der Rechtsbeistand der Deutschen hat es abgelehnt, mit dem Informationsportal zu sprechen.

Kaliningrad soll zu einem neuen Kulturzentrum der Russischen Föderation werden. Dies erklärte die russische Vizepremerin Olga Golodez während eines Aufenthaltes im Gebiet. Entsprechend der Weisung des russischen Präsidenten sind in Russland neue Kulturzentren zu gründen. Die Kaliningrader Oktoberinsel bietet hierfür die besten Voraussetzungen – so Olga Golodez. Die bisherigen Kulturzentren Moskau und St. Petersburg werden somit zukünftig durch Kaliningrad ergänzt werden. Sie informierte, dass ein Schwerpunkt der Aufbau eines Bildungsclusters im Kaliningrader Kulturbereich sein wird. In der Meldung wird daran erinnert, dass geplant ist, in Kaliningrad eine Filiale der Tretjakow-Galerie, der Eremitage und des Russischen Museums zu eröffnen.

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