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"Kauntdaun" beginnt – bald Million erreicht

Mi, 26 Sep 2018 Kaliningrader Wochenblatt


"Kauntdaun" beginnt – bald Million erreicht
Begleittext zur Videoinformation
Der hier veröffentlichte Text ist der gesprochene Begleittext zum Video und entspricht der Qualität eines Manuskripts. Am Ende des Textes finden Sie den eigentlichen Beitrag in Form einer Videoinformation.

 

Eine neue Hochrechnung der russischen Statistikbehörde hat ergeben, dass im Kaliningrader Gebiet gegenwärtig 999.077 Bürger leben. Damit dürfte die Prognose aufgehen, die ankündigte, dass Kaliningrad als Gebiet die Millionengrenze noch in diesem Jahr erreichen wird.

Ab einer Million Einwohner – so allgemeine Regelungen in Russland – lohnt es sich darüber nachzudenken, eine U-Bahn zur besseren Organisation des Verkehrs zu bauen. Man darf getrost zweifeln, dass die Kaliningrader Gebietsregierung sich nun derartigen Überlegungen stellt.

Seit Anfang des Jahres hat sich die Bevölkerung des Gebietes um 4.500 Bewohner erhöht. An sich ist dies eine positive Tendenz, wenn es nicht einen Bittertropfen geben würde. Denn der Bevölkerungszuwachs kommt nicht „von Innen her“ zu, also durch eine höhere Geburtenrate im Verhältnis zur Sterbequote. Hier ist die Tendenz leider umgekehrt. Es sterben 20 Prozent mehr Leute, als geboren werden.

Der Zuwachs in der Bevölkerung erfolgt durch äußere Migration, d.h. durch Übersiedeln von Bürgern aus anderen russischen Regionen und aus dem Ausland. So sind aus dem russischen Mutterland seit Anfang des Jahres 3.300 Personen gekommen – 41 Prozent mehr als 2017.

Die Übersiedlung von Ausländern nach Kaliningrad, also in der Regel Bürger aus ehemaligen Sowjetrepubliken, ist rückläufig. Während in den ersten acht Monaten des Jahres 2017 3.500 Personen nach Kaliningrad kamen, so sind es in diesem Jahr nur 2.400 gewesen.

Eine besondere Rolle in der Migrationspolitik der Region spielt das Programm der vaterländischen Rückübersiedler. Hier werden Bürger der ehemaligen Sowjetunion angesprochen, die irgendwo im Ausland leben, aber gerne zurückkehren wollen, um einen neuen Lebensmittelpunkt in ihrer alten Heimat zu finden.

Seit 11 Jahren gibt es dieses Förderprogramm und 43.000 Personen nutzen es in dieser Zeit und kamen nach Kaliningrad. Bei diesen Personen handelt es sich überwiegend um Bürger im arbeitsfähigen Alter und mit Qualifizierungen, die die Kaliningrader Wirtschaft sucht.

Um die Arbeit mit diesem Personenkreis noch effektiver zu gestalten, werden die Bedingungen für eine Rückübersiedlung zukünftig strenger geregelt, denn natürlich gibt es auch Übersiedler, die Russland keinen Vorteil bringen, sondern nur die Sozialkassen belasten, woran das Land kein Interesse hat.

Kaliningrad wird somit zukünftig keinen Wert mehr legen auf einen mengenmäßigen Zuwachs, sondern wird den Zuzug von vaterländischen Rückübersiedlern nach qualitativen Kriterien regeln.

Das sich die Übersiedler in Kaliningrad gut aufgehoben fühlen, scheint durch die Zahl 220 bewiesen zu sein, denn nur 220 Personen aus dem Kreis der Rückübersiedler sind in diesen 11 Jahren wieder aus Kaliningrad abgereist.

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Migration, Soziales, Stadtentwicklung

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