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Keine Kriminalität in Kaliningrad – sehr schlecht für die Statistik

Do, 27 Jun 2019 Kaliningrader Wochenblatt


Keine Kriminalität in Kaliningrad – sehr schlecht für die Statistik
Begleittext zur Videoinformation
Der hier veröffentlichte Text ist der gesprochene Begleittext zum Video und entspricht der Qualität eines Manuskripts. Am Ende des Textes finden Sie den eigentlichen Beitrag in Form einer Videoinformation. Nur der Manuskripttext enthält nicht alle angebotenen Informationen, denn im Videobeitrag gibt es zusätzliche eingeblendete Text-, Grafik- und Fotoinformationen.

 

 

In manchen Kreisen des Kaliningrader Gebietes scheint es überhaupt keine Kriminalität mehr zu geben. Das ist schlecht für die Statistik und auch schlecht für die Polizisten, die für Ordnung und Sicherheit sorgen sollen. Deshalb entschloss sich ein Polizist, dies zu ändern.

Krasnosnamensk, ein Ort weit im Osten des Kaliningrader Gebietes, scheint frei von Kriminalität zu sein. Für die Statistik bedeutet dies, dass man keine Erfolgserlebnisse mehr melden kann. Für die dort verantwortlichen Polizisten könnte das Fehlen von Kriminalität aber auch ein Existenzproblem bedeuten, denn wo wenig oder gar keine Kriminalität ist, kann man auch Polizisten einsparen.

Somit hat ein Abschnittsbevollmächtigter zur Selbsthilfe gegriffen und sich Kriminalität ausgedacht. Das ist allerdings aufgeflogen und das zuständige Kreisgericht hat den Polizisten verurteilt: anderthalb Jahre Freiheitsentzug auf Bewährung und Berufsverbot.

Und schon stimmt die Statistik wieder und man hat endlich einen Kriminalfall auch für diesen Kreis.

Eigentlich ging es darum, dass bei der Polizei eine Anzeige im Dezember 2017 eingegangen ist. Ein besorgter Bürger informierte, dass eine betrunkene Frau sich auf einem Platz befinde und weiter Alkohol trinkt. Der genannte Hauptmann der Polizei schickte einen Einsatzwagen zum Tat- bzw. Trinkort, aber die Frau war bereits weitergezogen.

Der Hauptmann fertigte nun einen eigenen Bericht an, die Anzeige des besorgten Bürgers unterschrieb er selber.

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   Kommentare ( 1 )

Georg Veröffentlicht: 27. Juni 2019 12:26:15

Das ist schon eine sehr eigenartige Geschichte. Ich weiß natürlich nicht, ob das Trinken auf öffentlicher Fläche eine kriminelle Straftat darstellt, wenn ja, hat ja der Herr Kollege offenbar eine Anzeige gegen Unbekannt erstellt. Hierfür ist es doch absolut nicht notwendig, dass der besorgte Bürger eine unterschriftliche Aussage macht, es kann ja niemand belangt werden. Vielleicht wäre eine Eigeninitiative sinnvoller gewesen. Verkehrskontrollen durchführen, da findet sich immer was, Trunkenheit im Verkehr, Fahren ohne Fahrerlaubnis, gefälschte Dokumente etc...

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