Kaliningrad-Domizil

Informationsagentur
+7 (4012) 32-65-32

Kompromiss mit BMW? Eine nicht ganz verständliche Pressemitteilung

Sa, 22 Jun 2019 Kaliningrader Wochenblatt


Kompromiss mit BMW? Eine nicht ganz verständliche Pressemitteilung
Begleittext zur Videoinformation
Der hier veröffentlichte Text ist der gesprochene Begleittext zum Video und entspricht der Qualität eines Manuskripts. Am Ende des Textes finden Sie den eigentlichen Beitrag in Form einer Videoinformation. Nur der Manuskripttext enthält nicht alle angebotenen Informationen, denn im Videobeitrag gibt es zusätzliche eingeblendete Text-, Grafik- und Fotoinformationen.

 

 

Eine ministeriumsübergreifende Regierungskommission hat am 20. Juni einen Sonderinvestitionsvertrag mit der Kaliningrader Fahrzeugholding „Avtotor“ für gut befunden. Dieser kann nun bis zum 1. Juli 2019 unterzeichnet werden und bringt eine qualitative Neuorganisation der Fahrzeugproduktion in Kaliningrad.

Russland ist nicht daran interessiert, niedrigqualifizierte Produktionsarbeiten auszuführen. Spätestens seit 2014, dem Jahr, wo westliche Staaten über Sanktionen versuchen, die russische Wirtschaft zu schädigen, versucht Russland durch Lokalisierung von Produktionen, den schädlichen Auswirkungen dieser Sanktionen entgegenzuwirken.

In der Fahrzeugproduktion bedeutet dies, dass man keine, aus dem westlichen Ausland gelieferten Einzelteile mehr zusammenschrauben will, sondern man will eine Komplettproduktion von Fahrzeugen in Russland. In vielen Fällen ist dies bereits Realität. In Kaliningrad beginnt diese Realität im stärkeren Umfang ab 1. Juli zu greifen.

Im Rahmen der Sonderinvestitionsvereinbarung wird „Avtotor“ verpflichtet, seine Produktionsstätten zu modernisieren. Diese Modernisierung betrifft neben den Marken KIA, Hyundai und Ford auch BMW.

Mit dieser Modernisierung sollen die sogenannten „Schraubenzieherarbeiten“ im wesentlichen eingestellt und eine vollwertige Fahrzeugproduktion organsiert werden. Man spricht von einem hohen Lokalisierungsgrad der Produktion.

BMW hatte seit 2012 erklärt, einen eigenen Produktionsbetrieb errichten zu wollen, diese Versprechungen aber nie erfüllt. Nun findet sich BMW in diesem Sonderinvestitionsvertrag mit der russischen Regierung wieder. Ob dies nun bedeutet, dass der Gedanke einer eigenen Produktionsstätte endgültig aufgegeben wurde, ist nicht klar den Meldungen zu entnehmen.

BMW selber hatte seine Verhandlungen für einen eigenständigen Sonderinvestitionsvertrag mit der russischen Regierung eingefroren.

Reklame

   Kommentare ( 1 )

Радебергер Radeberger Veröffentlicht: 23. Juni 2019 05:40:26

Nun wird BMW Farbe bekennen müssen. Die Zeit des Tricksens, des Feilschend und des versuchten Ausbotens verschiedener Standorte gegeneinander ist wohl vorbei.

Um einen Kommentar zu schreiben müssen Sie sich registrieren oder autorisieren
Melden Sie sich an