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Steuern sparen durch Autodiebstahl

Di, 23 Apr 2019 Kaliningrader Wochenblatt


Steuern sparen durch Autodiebstahl
Begleittext zur Videoinformation
Der hier veröffentlichte Text ist der gesprochene Begleittext zum Video und entspricht der Qualität eines Manuskripts. Am Ende des Textes finden Sie den eigentlichen Beitrag in Form einer Videoinformation. Nur der Manuskripttext enthält nicht alle angebotenen Informationen, denn im Videobeitrag gibt es zusätzliche eingeblendete Text-, Grafik- und Fotoinformationen.

 

 

Kaliningrader, die Steuern sparen wollen, können zukünftig leichter Steuern sparen. Dies verkündete die Kaliningrader Steuerverwaltung. Allerdings ist Voraussetzung, dass dem Kaliningrader das Auto gestohlen wird. Wer kein Auto hat, braucht somit auch keine Steuern mehr zu zahlen. Und dieses Prozedere soll nun noch weiter vereinfacht werden.

Bewohner der Region, denen das Auto gestohlen wurde, brauchen ab sofort nicht mehr in der Steuerinspektion mit einem Paket Dokumente zu erscheinen, die beweisen, dass ihnen wirklich das Fahrzeug entwendet wurde.

Die Steuerinspektion stellt ihre Steuerforderung automatisch ab dem Moment ein, wo das Fahrzeug offiziell in den Fahndungslisten aufgenommen worden ist. Der Besitzer hat erst dann wieder Steuern zu zahlen, wenn ihm das Fahrzeug zurückgegeben wird. Ermittlungen zu einem gestohlenen Fahrzeug werden in Russland zehn Jahre geführt. Alle notwendigen Informationen erhält die Steuerbehörde somit ab sofort von den Rechtspflegeorganen.

Bei der Gelegenheit informierte die Steuerbehörde auch gleich über Personen, denen das Fahrzeug nicht gestohlen wurde, die aber trotzdem keine Steuern bezahlen. Und so haben sich bereits 900 Mio. Rubel Schulden angesammelt, die dem Kaliningrader Haushalt fehlen. Weitere 178 Mio. Rubel schulden die Kaliningrader für Immobiliensteuern und weitere 220 Mio. für Grundstückssteuern. Rechnet man noch die aufgelaufenen Zinsen für die Steuerschulden hinzu, kommt man auf eine Gesamtschuldensumme von 1,7 Milliarden Rubel.

Der Gouverneur Anton Alichanow charakterisierte die Verantwortlichen in den Kreisen als „schlechte Leiter ihrer Region“, wenn sie nicht wissen, wer in ihrem Kreis einen Lexus LS460 fährt und keine Kfz.-Steuer bezahlt.

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   Kommentare ( 3 )

Радебергер Radeberger Veröffentlicht: 24. April 2019 01:49:47

Da hat er wohl Recht, der Towarischtsch AAA. Es sei denn, die Chefs der Kreise wissen nicht, was der Lexus für ein Auto ist. Ääähm, wenn sie das wirklich nicht wissen, sind sie sowieso nicht für so eine Funktion als Kreis-Aparatschik geeignet.

Hauke Veröffentlicht: 24. April 2019 15:37:47

Es ist immer wieder erstaunlich was in Russland so alles möglich ist.
Vielleicht würde ein bisschen немецкий Russland und das Kaliningrader Gebiet doch gut tun.
In Germanien ist das so mit der KFZ Steuer, wenn man die nicht bezahlt.
Es gibt 3 Mahnungen jeweils mit einem fetten Aufschlag, in Abständen von einer Woche.
Nach der 4. Woche wird das KFZ ungültig gemacht.

Uwe Erich Niemeier Veröffentlicht: 24. April 2019 16:53:36

... deutsche Ordnung und Disziplin in Deutschland ist gut. In Russland würde ich russische Ordnung und Disziplin bevorzugen - auch wenn diese mit Mängeln behaftet ist.

Радебергер Radeberger Veröffentlicht: 25. April 2019 00:48:05

"Vielleicht würde ein bisschen немецкий Russland und das Kaliningrader Gebiet doch gut tun."
Hallo Hauke,
der derzeit "oberste" Russe hat mehrere Jahre in Dresden gelebt und gearbeitet. Er war in keiner Kaserne "eingesperrt". Er lebte quasi unter "uns" und kennt deswegen viele deutsche Geflogen- und Eigenheiten. Vor vielen Jahren hat dieser Mann die sogenannten deutschen Tugenden sehr gelobt und sie sich für Rußland zum Vorbild genommen. Es sollen ja auch eine ganze Menge von russischen Gesetzen nach deutschem Muster gestrickt worden sein.
Aber Geflogenheiten, über Jahrzehnte in die Seele des Volkes eingebrannt, lassen sich nun mal nicht binnen einer Generation verändern. Das sieht man doch auch in der BRD mit dessen vollkommen antiquierten Bildungssystem, daß vor 30 Jahren auch noch der DDR übergestülpt wurde. Seit dem hat sich nichts zum Positiven verändert.
Und Rußland? Es war ähnlich. Und dann noch, Moskau und Väterchen Zar sind weit. Budjet, Budjet!

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