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Weder Germanisierung noch Hanseatisierung in Kaliningrad

Di, 15 Jan 2019 Kaliningrader Wochenblatt


Weder Germanisierung noch Hanseatisierung in Kaliningrad
Begleittext zur Videoinformation
Der hier veröffentlichte Text ist der gesprochene Begleittext zum Video und entspricht der Qualität eines Manuskripts. Am Ende des Textes finden Sie den eigentlichen Beitrag in Form einer Videoinformation. Nur der Manuskripttext enthält nicht alle angebotenen Informationen, denn im Videobeitrag gibt es zusätzliche eingeblendete Text-, Grafik- und Fotoinformationen.

 

 

Die Arbeiten zur Rekonstruktion der vorhandenen Wohnsubstanz in der Stadt Kaliningrad setzen sich fort. Besondere Aufmerksamkeit werden den Gebäuden entlang der sogenannten Protokollstrecke gewidmet sowie Gebäuden in zentraler Lage mit hoher Publikumsfrequenz. Während sich der Leninski-Prospekt im Hanse-Stil zeigt, werden die weiteren Fassadenrekonstruktionen einen anderen Stil zeigen.

Und dieser Stil erinnert – zumindest für einen Nichtfachmann – auf den ersten Blick an den sogenannten Stalinschen Zuckerbäckerbaustil, wie er in Ostberlin zu sehen ist, aber auch in anderen Städten, wie z.B. Magdeburg.

Gegenwärtig liegen die Projektentwürfe für zwei weitere Häuser direkt im Stadtzentrum, gegenüber dem „EuropaZentr“, in der ul. Teatralnaja vor.

Architekten erarbeiten gegenwärtig die Fassadenrekonstruktion für den Wohnkomplex, der sich direkt am Museum für Bildende Kunst, der ehemaligen Königsberger Börse befindet. Die Arbeiten sollen im Jahre 2019 abgeschlossen werden.

Die Kosten für die Rekonstruktion dieser Häuser, deren Wohnungen sich größtenteils in Privatbesitz befinden, werden im wesentlichen aus dem Gebietshaushalt bestritten. Ein kleiner Teil der Kosten wird aus dem sogenannten Fond Gemeinschaftseigentum bezahlt.

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Stadtentwicklung

   Kommentare ( 2 )

Frank Werner Veröffentlicht: 15. Januar 2019 20:46:20

@UEN
Dazu eine Frage, die sich mir immer wieder stellt. Die Wohnungen wurden (wohl meist in den 90igern) privatisiert. Die Eigentümer bezahlen eine gewissen (Nebenkosten) Pauschale. Soweit, sogut. Zahlreiche Gebäude werden renoviert. Hier aber aus dem Gebietshaushalt heraus - woanders sicher auch. Ich habe auch noch nicht gehört, dass irgendwelchen Bewohnern größere Rechnungen ins Haus flattern. Von meinem Verständnis her müßten die Kosten der Renovierung durch die Eigentümer zu tragen sein (+ Zuschüsse wg. Denkmal etc.) - diese müssten natürlich vorab auch über die Renovierung entscheiden. Klar ist auch, dass die meisten Bewohner größere Rechnungen nicht zahlen könnten. Woraus werden normale Instandhaltungen bezahlt? ist die Privatisierung nicht eher soetwas wie ein Wohnrecht? Vom Verständnis her passt das für mich alles nicht richtig zusammen. Sie können sicher Licht in das Dunkel bringen.

Uwe Erich Niemeier Veröffentlicht: 15. Januar 2019 21:28:17

... Sie haben das völlig richtig erkannt - ein schwieriges Thema. In den 90er Jahren wurden die Wohnungen privatisiert, aber es wurde versäumt, die Frage der Verantwortlichkeit für das sogenannte Gemeinschaftseigentum (Keller, Dach, Lift, Treppenhaus usw.) zu klären. Vor ca. drei Jahren wurde dann per Gesetz der Fond "Kapitale Instandsetzung" geschaffen. Hier zahlen die Bürger jeden Monat ein (wenn sie denn einzahlen ...). Hier gibt es gegenwärtig auch noch jede Menge organisatorischer Probleme. Aus diesem Fond werden zukünftig die Instandsetzungen bezahlt, die das Gemeinschaftseigentum betreffen. Wobei den Löwenanteil (bis zu 90 Prozent) der Staat bezahlt (es gibt jedes Jahr ein großes Programm, welche Häuser instandgesetzt werden) und der kleinere Teil eben aus dem neu geschaffenen Fond. Die Bewohner können aber auch selber mit Hand anlegen und somit auch die Entnahmen aus dem Fond vermindern.

Радебергер Radeberger Veröffentlicht: 19. Januar 2019 02:38:08

Der Weg in den richtigen Kapitalismus ist eben noch weit. Da kommt wohl öfters noch Sozial-Kapilismus heraus oder auch andere Spielarten. (Ich habe mich nicht verschrieben)

Uwe Erich Niemeier Veröffentlicht: 19. Januar 2019 03:54:30

... uff, und ich wollte schon ins Korrekturregime umschalten.

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