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Zieht langsam Ordnung in die Stadt Kaliningrad ein?

Di, 26 Jun 2018 Kaliningrader Wochenblatt


Zieht langsam Ordnung in die Stadt Kaliningrad ein?

Wer in der Vergangenheit meinte, für irgendwas Reklame machen zu müssen, der tat dies. Und man tat sich preisbewusst und kostenoptimal. Leidtragende waren die Stadt, die Häuserwände, die Straßenlampen, die Oberleitungen.

Viele Fragen sind in Russland per Gesetz geregelt. Nur die Gesetze werden häufig nicht umgesetzt. Und somit entsteht genügend Spielraum für diejenigen, die keine Lust haben, Gesetze zu beachten.

Für die Aufstellung von Reklame gilt dies insbesondere in Kaliningrad. Wer einmal die Stadt besucht hat, wird bemerkt haben, dass es kaum Flächen gibt, die nicht mit privaten Klebezetteln aller Formate gepflastert sind. Aber auch großflächige Reklame wird dort aufgestellt, wo gerade mal Platz ist.

Damit scheint nun langsam Schluss zu sein. Bereits in Vorbereitung der Fußball-Weltmeisterschaft wurden viele ungesetzliche Reklameflächen abgebaut. Sehr angenehm ist es jetzt, über den Leninski-Prospekt zu flanieren und wieder auf die Häuser links und rechts zu schauen, deren Fassaden in der Vergangenheit durch Banner, quer über die Straße, eigentlich nicht mehr zu erkennen waren.

So informierte die Stadtverwaltung, dass man seit Anfang des Jahres 853 illegale Reklameeinrichtungen abgebaut oder deren Beseitigung erreicht habe. Unter illegaler Reklameeinrichtung versteht man sowohl die großen Plakatwände an irgendwelchen Häusern, wie auch kleine Klappaufsteller vor einem Restaurant mit Hinweis auf den Business-Lunch.

Die Stadtverwaltung hat eine gesonderte Arbeitsgruppe geschaffen, die sich nur mit der Erfassung und Liquidierung derartiger Reklame beschäftigt. Insbesondere wird von dieser Gruppe die Telefonnummern und elektronischen Adressen erfasst, die auf der Reklame angegeben ist. Und per automatischer Programmierung werden dann diese Nummern ständig angerufen und es werden SMS verschickt – also staatlich organisierter SPAM. Dies führt letztendlich dazu, dass die Telefonnummern der illegalen Reklameaufsteller abgeschaltet werden müssen und somit ihren Zweck nicht mehr erfüllen.

Bevor jedoch der staatlich organisierte SPAM-Versand einsetzt, werden die Unternehmer darauf hingewiesen, dass sie die Reklame zu entfernen haben. Wer dann nicht hören will, wird die Reaktion der Stadtverwaltung fühlen.

Und natürlich werden Strafen verhängt gegen diejenigen, die illegale Reklame aufstellen. Juristische Personen zahlen für illegale Reklame 50.000 Rubel, verantwortliche Mitarbeiter von Firmen und Organisationen zahlen 30.000 Rubel.

Uwe Niemeier

Reklame

Stadtereignisse, Stadtverwaltung

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