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Die Kopie eines Hauses wird zum politischen und kulturellen Mittelpunkt

Sa, 12 Apr 2014 Kultur & Sport


Die Kopie eines Hauses wird zum politischen und kulturellen Mittelpunkt

Das Haus des Pastors, auch bekannt als „KANT-Haus“ hat in den letzten Wochen eine Popularität angenommen wie selten ein anderes Haus oder Thema. Nun scheinen die Schicksalswürfel langsam zu fallen.

Es handelt sich, kurz noch einmal erklärt, um ein Haus, irgendwo im Kaliningrader Gebiet, welches angeblich zum Pilgerort für deutsche und andere Touristen geworden ist. In diesem Haus soll der deutsche Philosoph Kant gewohnt und gearbeitet haben. Dieses Haus steht kurz vor dem Zusammenbruch und ruft „plötzlich und unerwartet“ die Aufmerksamkeit hervor.

Im Verlaufe der ganzen Aufregung stellte sich heraus, dass Immanuel Kant wirklich in einem Haus, welches genau an dieser Stelle stand, drei Jahre lang als Hauslehrer eines Pastors gearbeitet hat. Er erhielt vom Pastor ein Zimmerchen zum leben und arbeiten. Dieses Haus ist aber komplett abgebrannt und an seiner Stelle baute man ein anderes Haus wieder auf. Wir reden also nur noch davon, dass in einem Haus, welches irgendwann einmal an dieser Stelle stand, sich Kant zeitweilig aufhielt und die Kinder des Pastors unterrichtet hat. Es ist nicht bekannt, ob er in diesem Zimmer irgendwelche wesentlichen, weltbewegenden Schriften niedergelegt hat.

Um die Gemüter wieder zu beruhigen, hat sich die Kaliningrader Gebietsregierung eingemischt und beschlossen, die Ruine zu kaufen. Es stellte sich heraus, dass es zwei Eigentümer dieser Immobilie gibt und der Gouverneur befürchtete vor einiger Zeit, dass die Besitzer nun anfangen die Preise nach oben zu schrauben.

Das traf aber nicht ein, denn eine Haushälfte gehörte einer Privatperson und diese erklärte, dass sie das Haus dem Kaliningrader Gebiet schenken möchte. Die zweite Hälfte des Hauses gehört der russischen orthodoxen Kirche. Auch diese ist bereit, ihren Beitrag zur Kaliningrader Kultur zu leisten, obwohl – sie die Worte des Vertreters der Kirche – Kant kein orthodoxer Christ war. Aber man ist bereit … und es erfolgten Formulierungen, die man in deutsch als „nicht Fisch, nicht Fleisch“ bezeichnen würde. Hier bleibt also abzuwarten, wie die Kirche, die in den letzten Jahren eine Vielzahl von religiösen Objekten vom russischen Staat geschenkt (rückübertragen) bekommen hat, sich zu dieser Mini-Immobilie verhalten wird.    

Unser Medienpartner „newkaliningrad“ informierte in seinem Beitrag, dass örtliche Einwohner darüber berichteten, dass das Haus selbst erst in der letzten Zeit so verfallen ist. Viele Jahre hat in diesem Haus ein altes Mütterchen mit ihrer Tochter gewohnt und alles war in bester Ordnung und sehr umsorgt. Dann hatten sie das Haus für irgendeine symbolische Summe verkauft und sind weggezogen. Danach begann der Verfall.

Jetzt sind erhebliche finanzielle Mittel notwendig, um dieses Gebäude als Museum herzurichten. Eine große Regierungsdelegation fuhr zum Ort und machte sich kundig und gab fachkundige Ratschläge. Das Haus wird nun Kulturgut und wird unter Denkmalschutz gestellt. Das KANT-Museum wird in die touristischen Reisestrecken mit eingeschlossen und außer diesem Museum soll eine ganze touristische Infrastruktur rings um das Gebäude geschaffen werden.

Quelle: http://www.newkaliningrad.ru/news/community/3467982-polovina-domika-kanta-prinadlezhit-rpts-vtoruyu-byvshie-khozyaeva-podarili-oblasti.html

Unser Medienpartner „kaliningrad.ru“ zeigt in seinem Beitrag eine Fotoreportage über den Zustand des Gebäudes. Klicken Sie „hier“ um zur Galerie zu gelangen.

Quelle: http://kgd.ru/news/item/34328-dyrki-v-stenah-pechka-dveri-kak-sohranilsya-domik-kanta-v-chernyahovskom-rajone

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