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Geheimes Königsberger Buchlager gefunden

Sa, 10 Nov 2018 Kultur & Sport


Geheimes Königsberger Buchlager gefunden
Begleittext zur Videoinformation
Der hier veröffentlichte Text ist der gesprochene Begleittext zum Video und entspricht der Qualität eines Manuskripts. Am Ende des Textes finden Sie den eigentlichen Beitrag in Form einer Videoinformation.

 

Königsberg 1933. Paradeplatz. In der größten Buchhandlung Europas beginnt emsiges, geheimes Treiben. Wilhelm Kirchner, der Inhaber der Familienbuchhandlung, versteckt vor den Nazis und der bevorstehenden Bücherverbrennung, viele wertvolle Druckwerke. Das Geheimnis um das Versteck nimmt er mit ins Grab, bis einer seiner Nachkommen sich jetzt auf die Suche machte.

Michael Paul berichtete am Freitag im Kant-Dom in einem überfüllten, historisch gestalteten Saal, vor rund 60 Zuhörern, über den Verlauf dieser Suche nach dem geheimen Buchlager. Vor ihm saßen die Neusiedler der Stadt oder deren Nachkommen. Sehr aufmerksam lauschte man seinen Worten, mit denen er die damalige Situation in der Stadt schilderte.

Und die Situation in der Buchhandlung, dem Haus der Bücher, schilderte er so anschaulich, dass man wirklich glaubte, man sitze nicht in einem Raum im Kant-Dom, sondern in einer Leseecke dieser Buchhandlung.

Drei Jahre brauchte Michael Paul, um historische Orte zu besuchen, Informationen zusammenzutragen, um so historisch nah wie möglich seine Geschichte zu erzählen.

Natürlich handelt es sich um einen Roman, aber die Buchhandlung hat es wirklich gegeben. Michael Paul illustrierte seine Erzählungen mit vielen alten Fotos. Er hat mit den Nachkommen der ehemaligen Besitzer gesprochen. Er erfuhr, dass die Buchhandlung während der britischen Bombenangriffe vollständig ausbrannte. Nichts konnte gerettet werden – weder Bücher, noch das Gebäude.

Für mich persönlich waren seine Schilderungen zur Vorbereitung des Romans an einer Stelle besonders interessant. Denn er suchte für sein Buch eine historische Villa, möglichst in gelber Farbe. Und er fand diese Villa – in einem traurigen Zustand. Und bei dieser Villa handelte es sich um eines der Gebäude, die meine Immobilienverwaltung damals, im Jahre 2005, dem deutschen Staat als Sitz des Generalkonsulats vorgeschlagen hatte. Vorher wurde dieses Gebäude als Kindergarten genutzt. Nun scheint dort eine neue Zukunft zu beginnen. Und diese Villa spielt eine zentrale Rolle – denn die damalige Bewohnerin, hat anscheinend großen Anteil an dem geheimen Buchlager, das wohl vermutlich in dieser Villa angelegt worden war.

Natürlich kenne ich den Ausgang des Romans, denn Michael Paul war von der Aufmerksamkeit seiner Zuschauer so beeindruckt, dass er ein wenig erzählte, wie der Roman ausgeht. Ich erzähle es Ihnen nicht, empfehle aber die spannende Lektüre.

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Deutsches

   Kommentare ( 1 )

Frank Werner Veröffentlicht: 11. November 2018 09:21:26

Schade, dass es nur ein Roman ist. Hatte schon die Hoffnung, dass das Bernsteinzimmer mit den Büchern gelagert ist :-)
Das Buch macht aber auf jeden Fall neugierig und besonders, wenn es sich stark und detailreich an die Realität anlehnt. Hoffentlich übernimmt jemand die Villa. Schade, wenn es so schönes gebäude verfällt-

Uwe Erich Niemeier Veröffentlicht: 11. November 2018 09:32:33

... ich war schon längere Zeit nicht mehr dort. Vielleicht mal ein Anlass, dort wieder vorbeizuschauen, einen Videobeitrag zu drehen und nach einem neuen Cafè in der Nähe zu suchen? Na, schau`n wir mal ...

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