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Kant-Haus oder nicht Kant-Haus?

Do, 23 Jan 2014 Kultur & Sport


Kant-Haus oder nicht Kant-Haus?
Vor einiger Zeit gingen Meldungen durch russische und ausländische Medien, dass ein altdeutsches Haus, in dem angeblich der deutsche Philosoph Kant einige Zeit seines Lebens als Hauslehrer verbracht haben soll, vor dem endgültigen Verfall steht.
 
Auf Fotos wurde wirklich ein Haus gezeigt, welches unzweifelhaft sich in einem traurigen Zustand befindet und aus altdeutschen Zeiten stammt. Nun sind aber Zweifel aufgekommen, ob es sich wirklich um dieses Haus handelt in dem Kant damals kurze Zeit gewohnt hatte, als er bei einer deutschen Familie als Hauslehrer tätig war.
Nach den Worten von Jewgeni Maslow, Stellvertreter des Leiters des Regionaldienstes für den Schutz des Kulturerbes arbeitete Immanuel Kant 1748 – 1751 in Hause des Pastors als Hauslehrer. Aber Historiker und Ortskundige haben Zweifel an einem direkten Bezug dieses Hauses mit dem Leben von Kant. Sie bringen zum Ausdruck, dass das Gebäude nicht aus dem XVIII. Jahrhundert stammen kann sondern vermutlich auf den Fundamenten des ehemals dort gestandenen Hauses errichtet wurde.
 
Nun hat der Gouverneur des Kaliningrader Gebietes, Nikolai Zukanov die Aufgabe gestellt alle Fragen in diesem Zusammenhang zu klären und, wenn es sich wirklich um den Aufenthaltsort von Kant handeln sollte, mit dem jetzigen Besitzer in Vertragsverhandlungen zu treten. Das Gebiet hat die Absicht das Gebäude zu kaufen und darin ein Museum einzurichten. Der Gouverneur wies aber sofort darauf hin, dass das Gebäude zu einem normalen, marktüblichen Preis erworben wird und keine übertriebenen Appetite des Besitzers befriedigt werden. 
 
Auch der Direktor der KANT-Universität, Andrej Klemeschew erklärte seine Bereitschaft zur Teilnahme an dem Gesamtprojekt und erklärte auch, dass die Universität die Patenschaft über das Haus übernehmen könnte.
 
Bis Ende Februar sollen nun alle Fragen geklärt werden. Beauftragt wurde der Vizegouverneur des Kaliningrader Gebietes, Alexander Rolbinow.
 
Nach Angaben von Wissenschaftlern der KANT-Universität siedelte der deutsche Philosoph von Kaliningrad in das Örtchen Judschen nach Beendigung des Studiums im Jahre 1748 wegen schwieriger finanzieller Lebensbedingungen über. Dort lebte er im Hause des Pastors Daniel Ernst Anderscha und unterrichtete dort drei Kinder. In dem Haus erhielt er ein kleines Eckzimmer in der ersten Etage. Im XIX. Jahrhundert brannte das Haus des Pastors und es verblieben nur Fundament und Teile des Souterrains. Das jetzt dort stehende Haus hat denselben Grundriss wie das ehemalige Haus des Pastors.
 
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