Kaliningrad-Domizil

Informationsagentur
+7 (4012) 32-65-32

Was meinen Sie? – fragt die Stadt- und Gebietsverwaltung

Sa, 28 Apr 2018 Kultur & Sport


Was meinen Sie? – fragt die Stadt- und Gebietsverwaltung

Die Stadt- und Gebietsverwaltung möchten gerne Vorschläge hören, was man mit dem historischen Gelände am Pregel machen könnte. Ich war Mitte 2015 dort – im Rahmen einer kleinen Reisereportage und stellte mir damals schon die Frage: Was könnte man hier alles machen.

Ich gebe es zu, es ist nicht ganz einfach dorthin zu gelangen und der Durchschnittstourist wird da auch nie hinkommen. Aber solche wie ich, die sich gerne in unbekanntes Gebiet vorwagen, die nicht nur blankgewienerte Touristenobjekte aus einem Standardtouristenkalender kennen lernen wollen, die fahren dahin. Und die geraten auch in helle Begeisterung – egal ob man bis über die Knöchel im Schlamm versinkt, keine Möglichkeit findet um einen Kaffee zu trinken, sich von Hunden anbellen lassen muss und im Voraus den Schmerz des Bisses erahnt, der dann doch nicht erfolgt.

Es geht um das Gebiet, welches ich in meiner Reportage „Der Weg ist das Ziel – Kaliningrad wie es eben lebt“ (Teil 3) Mitte des Jahres 2015 beschrieben hatte. Klicken Sie "HIER", wenn Sie sich nicht mehr erinnern können, oder die Reportage noch nicht gelesen haben.

Im Jahre 2015 stand ich dort am Pregel und ließ meine Phantasie schweifen und verstand nicht, warum man dieses romantische Industriegebiet so nutzlos verkommen lies. Ich blickte über den Pregel in Richtung Oktoberinsel und sah dort noch nichts, außer einer endlosen Kolonne von Fahrzeugen, die Sand auf die versumpfte Insel fuhren, um diese trockenzulegen. Wenn ich heute an derselben Stelle stehen würde, würde ich das neue Fußballstadion sehen. Und zu diesem Zeitpunkt wusste ich auch noch nicht, wie sich das Gebiet entwickeln würde. Noch herrschte der Gouverneur Nikolai Zukanow, mit wenig Sinn für langfristige Überlegungen zur Entwicklung des Gebietes. Noch wusste niemand, dass er die Wiederwahl im September 2015 nur um wenige Monate politisch überleben würde. Noch wusste niemand, dass wir Ende 2016 den jüngsten Gouverneur Russlands bekommen würden.

Und eben dieser junge Gouverneur möchte wissen, was man denn mit dem Gebiet machen könnte. Am Freitag war er vor Ort, mit einer kleinen Mannschaft und hat sich umgeschaut.

Das Kaliningrader Informationsportal „kaliningrad.ru“ informiert über den Vor-Ort-Besuch. Klicken Sie „HIER“, um zur Fotogalerie zu gelangen – Sie brauchen keine Sprachenntnisse um sofort zu sehen, welche Perspektiven sich hier bieten.

Vieles auf den Bildern mag sehr zuversichtlich und romantisch aussehen, aber es handelt sich um eine schwierige Industrieruine. Ich glaube, in meinem o.g. Reisebericht zeigen die Fotos ganz eindeutig, dass eine Unmenge an Arbeiten, insbesondere zu Fragen des Umweltschutzes, zu tun ist.

Silanow, der neue Bürgermeister meinte, man sollte eine öffentliche Befragung der Bevölkerung durchführen. Alle sollen sagen, wie sie sich die Zukunft dieses Gebietes vorstellen und dann wolle man weitersehen.

Jetzt ist vorgesehen, dort einen großen Park anzulegen. Aber dieser Park muss mit Leben gefüllt werden. Was für Leben? Klar ist, dass es Promenaden gibt, Fahrradwege, Beleuchtung … aber was noch? Das ganze Territorium umfasst eine Fläche von 17 Hektar. Dort wurden nun schon 500 neue Bäume und einige hundert Büsche gepflanzt. Auch ein Damm wurde bereits errichtet, damit Brachwasser nicht in den Pregel abfließt.

Die Spezialisten sind jetzt schon der Meinung, dass das Gesamtterritorium nutzbar ist und es keine Umweltgefahren mehr gibt. Diese Aussage muss natürlich in der Praxis erst noch bewiesen werden. Zu sowjetischen Zeiten war dies ein einziger riesiger Ascheplatz. Man habe diesen Platz rekultiviert und in zwei, drei Wochen wird es hier eine grüne Wiese geben – sagen die Beamten.

Für die weitere Rekultivierung des Geländes stehen 80 Mio. Rubel bereit. Hierzu gehören in erster Linie die Durchführung von Meliorationsarbeiten und die Rekonstruktion des Entwässerungssystems sowie der Bau eines weiteren Dammes, zum Schutz des Pregel.

Also, wenn Sie in den kommenden Tagen oder Wochen in Kaliningrad sind – fahren Sie dorthin. Es ist schon nicht mehr so spannend und phantasieanregend, wie ich es im Jahre 2015 vorfand, aber ein Besuch lohnt sich, um zu sehen, wie sich die Stadt verändert.

Uwe Niemeier

Reklame

Stadtentwicklung

   Kommentare ( 0 )

Um einen Kommentar zu schreiben müssen Sie sich registrieren oder autorisieren
Melden Sie sich an