Kaliningrad-Domizil

Informationsagentur
+7 (4012) 32-65-32

Umfrage

Umfrage Dezember 2017
  • Welches Internet-Informationsformat bevorzugen Sie?

Alle Umfragen

Außenminister Sergej Viktorowitsch Lawrow

Mi, 06 Jan 2016 Persönlichkeiten


Außenminister Sergej Viktorowitsch Lawrow

Russland steht täglich im internationalen Zentrum der Aufmerksamkeit. Oftmals werden in den Nachrichten Namen russischer Politiker, Beamter, Kulturschaffender oder einfach nur gesellschaftlich Tätiger genannt, die man zwar gehört hat, aber man kennt die Person nicht wirklich. Wir stellen Ihnen interessante russische Persönlichkeiten mit ihren Lebensläufen vor.

 

Sergej Viktorowitsch Lawrow wurde am 21. März 1950 in Moskau, der Hauptstadt der damaligen Sowjetunion geboren. Einige Quellen bestreiten dies und geben als Geburtsort und die ersten Kindheitsjahre Tiblissi an. Sein Vater stammt aus Armenien, einer damaligen Sowjetrepublik. Seine Mutter war Mitarbeiterin im Ministerium für Außenhandel der Sowjetunion.

Sergej begann seinen Grundschulbesuch in der Schule „W. Korolenko“ in der Stadt Noginsk, gelegen im Moskauer Gebiet. Seinen Schulabschluss machte er in der Moskauer Schule Nr. 607. In diese Schule wechselte er, weil dort erweiterter Englischunterricht gelehrt wurde. Eines seiner Lieblingsfächer an der Schule war Sport. Dieser Leidenschaft blieb er auch im weiteren treu. Die allgemeinbildende Schule beendete er mit Silbermedaille.

Sergej Lawrow heitere seine Frau Maria Alexandrowna Lawrowa im dritten Studienjahr. Maria ist studierte Philologin und Lehrerin der russischen Sprache und Literatur. Sie arbeitete lange Zeit in der Bibliothek der Ständigen Vertretung der Russischen Föderation bei der UNO.

Beide haben eine gemeinsame Tochter Ekaterina. Sergej Lawrow war der erste amtierende Minister für auswärtige Angelegenheiten, dessen Kind in den Vereinigten Staaten studierte. Ekaterina besuchte die Kolumbische Universität in New York und setzte das Studium in London fort. Sie studierte Politologie.  Sie legte ihre Magistratur in London ab. Lange Jahre lebte sie in den USA und kehrte im Jahre 2014 nach Moskau zurück. Die Rückkehr soll im Rahmen einer Loyalitätsforderung an die russischen Führungseliten erfolgt sein. In Moskau nahm sie die Arbeit als Direktor der russischen Abteilung des Auktionshauses „Christie´s“ auf. Sie ist verheiratet mit Alexander Winokurow. Er ist Unternehmer im Pharmaziebereich und Inhaber einer Logistikfirma. Beide haben einen Sohn Leonid.

 

Sergej Lawrow ist kulturinteressiert, liebt es Gedichte zu schreiben und zur Gitarre Lieder zu singen.

 

 

Er ist auch ein leidenschaftlicher Sportler. Eine seiner sportlichen Tätigkeiten ist die Wildwasser-Flößerei. Dieses Hobby übt er meist im Altai, gemeinsam mit seinen ehemaligen Mitstudenten aus der Zeit am Diplomateninstitut aus. Zu dieser Mannschaft gehören:

•          Andrej Burgow, Direktor von „Interros“,
•          Michael Nemoitin, Unternehmer,
•          Die Brüder Malinin, Unternehmer,
•          Andrej Denisow (Erster Stellvertreter Außenminister),
•          Viktor Konnow, Beamter in der russischen Regierung,
•          Andrej Terechow, juristischer Mitarbeiter im Sekretariat der UNO.
 

 

In dieser Gruppe gibt es auf den Wanderungen eine strikte Aufgabenteilung. Lawrow ist für das Lagerfeuer verantwortlich, sucht Holz, hackt und sorgt dafür, dass ständig Feuer unter dem Kessel ist.

Im Jahre 1999 schrieb er in Vorbereitung einer weiteren Wanderung mit seinen Kameraden ein Lied, gewidmet dem Diplomateninstitut. Dieses Lied wurde, auf Vorschlag des Leiters des Instituts Anatoli Torkunow zur Hymne der russischen Diplomatenschmiede:

 

Nach der allgemeinbildenden Schule wollte Sergej Lawrow studieren, interessierte sich für einen Studienplatz am Moskauer Ingenieur-physischen Institut, entschied sich dann aber für ein Studium am Moskauer staatlichen Institut für internationale Beziehungen des Außenministeriums der UdSSR.

 

 

Sein Studium begann er aber erstmal, gemeinsam mit anderen Studenten, mit einem Arbeitseinsatz auf der Baustelle des Fernsehturms in Moskau Ostankino. Später wurde er auch in anderen Baubrigaden eingesetzt – er arbeitete in Chakasi, Tuva, Jakutien und im Fernen Osten.

Durch seine künstlerischen Interessen bedingt, wurde er zum Kulturorganisator seiner Studiengruppe und etwas später des gesamten Instituts. Die zukünftigen Diplomaten führten jedes Jahr ein sogenanntes „Kapustnik“ durch.

Seine Mitstudenten bezeichneten Sergej als die Seele der Gruppe.

Er studierte in der Ostabteilung der Fakultät für internationale Beziehungen. Er lernte hier Singalesisch, die englische Sprache und Französisch. Nach eigenen Worten ist er aber nicht in der Lage sich frei auf Französisch zu verständigen.

Im Jahre 1972 beendete er sein Studium am Institut und trat seinen Dienst im sowjetischen Außenministerium an.

 

 

Von 1972 bis 1976 arbeitete Lawrow als „Lehrjunge“ und als Attaché  der Botschaft der UdSSR in der Republik Sri-Lanka.

In den Jahren 1976 bis 1981 war er zuerst Dritter, dann Zweiter Sekretär der Abteilung für internationale ökonomische Organisationen des Außenministeriums der UdSSR.

Von 1981 bis 1988 arbeitete er als Erster Sekretär, als Berater und Oberberater in der Ständigen Vertretung der UdSSR bei der UNO in New York.

In den Jahren 1988 bis 1992 war er Stellvertreter, dann Erster Stellvertreter des Leiters der Verwaltung für internationale ökonomische Organisationen des Außenministeriums. 1991 wurde er dann zum Leiter dieser Verwaltung befördert.

 

Im Jahre 1992 wurde Sergej Lawrow zum Direktor des Departements für internationale Organisationen und globaler Probleme des russischen Außenministeriums ernannt.

Am 3. April 1992 erhielt er seine Ernennung zum Stellvertretenden Minister für auswärtige Angelegenheiten Russlands. Hier zeichnete er verantwortlich für die Anleitung

  • des Departements für internationale Organisationen und internationale wirtschaftliche Zusammenarbeit,
  • der Verwaltung für Menschenrechte und internationale kulturelle Zusammenarbeit,
  • des Departements für Angelegenheiten der GUS-Staaten.

Diese Funktion füllte er bis zum Januar 1994 aus.

Seit März 1993 war er zusätzlich der Stellvertreter des Vorsitzenden der behördenübergreifenden Kommission für die Teilnahme der Russischen Föderation in den Internationalen Organisationen des Systems der UNO.

Im November des gleichen Jahres wurde er zum Mitvorsitzenden der behördenübergreifenden Kommission für die Koordinierung der Teilnahme der Russischen Föderation an friedensstiftenden Maßnahmen ernannt.

Mit dem Jahre 1994 begann Sergej Viktorowitsch Lawrow seine Laufbahn bei der UNO als Ständiger Vertreter der Russischen Föderation bei den Vereinten Nationen. Diese Funktion bekleidete er bis zum Jahre 2004.

Bereits im Dezember 1995, nach dem Rücktritt des damaligen Außenministers, war Sergej Lawrow Kandidat für den nun vakanten Posten des Außenministers. Aber man zog Ewgeni Primakow vor, der diese Funktion vom Januar 1996 bis zu seiner Ernennung zum russischen Premierminister im Jahre 1998 ausübte.

Im Jahre 1997 wurde wieder einmal die russische Regierung reorganisiert und es tauchte der Gedanke auf, Lawrow zum Minister für Handel und außenwirtschaftliche Beziehungen zu ernennen. Lawrow bat aber darum, ihn in seinem Ministerium und auf seinem Posten zu belassen und lehnte die Ernennung ab.

 

Während seiner Zeit als Leiter der russischen diplomatischen Vertretung bei der UNO gelangte Sergej Lawrow häufig in die Schlagzeilen der russischen und internationalen Medien. So trat er einmal mit einer sehr scharfen Rede zu einer Sitzung des Komitees der UNO für die Regulierung der Beziehungen zum Gastgeberland (USA) auf. Er kritisierte heftig die USA, da diese die Bewegungsfreiheit der Mitarbeiter der russischen diplomatischen Mission und ihrer Familienangehörigen in den USA einschränkten.

 

 

Im Jahre 2000 während einer Vollversammlung der UNO machte sich der junge Präsident Wladimir Putin erstmals mit Sergej Lawrow bekannt. Lawrow hatte damals schon einen hochangesehenen Stand unter den russischen und internationalen Diplomaten. Er gehörte zur internationalen diplomatischen Elite und zählte zu den UNO-Spezialisten.

Am 9. März 2004 wurde Sergej Viktorowitsch Lawrow mit Erlass des Präsidenten der Russischen Föderation Wladimir Wladimirowitsch Putin zum Minister für auswärtige Angelegenheiten der Russischen Föderation ernannt.

Bei seiner Ernennung zum russischen Außenminister stellte er dem russischen Präsidenten eine Bedingung: Einmal im Jahr solle Putin ihm Urlaub geben, damit er mit seinen Studienkollegen die jährlichen Wanderungen durchführen kann. Zu diesen Wanderungen dürfen ihn keine Personenschützer begleiten. Wie es aussieht, hat Putin diese Bedingung akzeptiert.

 

Im April 2004 wurde er zusätzlich zu seiner Funktion als Außenminister zum Vorsitzenden der Kommission Russlands in der UNESCO ernannt. Im Mai 2004, nach der Wiederwahl Putins zum russischen Präsidenten, bestätigte dieser Lawrow in der Funktion des Außenministers.

In seiner Eigenschaft als Außenminister gehört Sergej Lawrow automatisch als ständiges Mitglied zu einem der wichtigsten staatlichen Organe der Russischen Föderation – dem Sicherheitsrat:

 

 

Einer der ersten diplomatischen Erfolge von Lawrow nach seiner Ernennung zum Außenminister war die internationale Anerkennung, dass Russland den Status einer Großmacht wiedererlangt hat – zum Ausdruck brachte dies Russland mit seinem zehn Jahre lang nicht genutzten VETO-Recht im UN-Sicherheitsrat. Im April 2004 sprach Russland erstmals nach zehn Jahren zu einem Beschlussentwurf: „Njet“ (Nein).

 

 

Auch der im Jahre 2008 gewählte Präsident Dmitri Medwedjew schätzte die professionellen Qualitäten von Lawrow und bestätigte ihn im Amt. Gleichzeitig betraute er Lawrow ab 11. Januar 2010 mit der Mitgliedschaft in der Regierungskommission für wirtschaftliche Entwicklung und Integration.

 

 

Am 21. Mai 2012, nach der Wahl von Putin in das Amt des Präsidenten der Russischen Föderation, erhielt Sergej Lawrow eine weitere Verlängerung seiner Amtszeit als Außenminister.

Sergej Viktorowitsch Lawrow ist der am längsten amtierende Außenminister der Russischen Föderation. Nur der Außenminister der Union der sozialistischen Sowjetrepubliken Andrej Andrejewitsch Gromyko hat noch länger als Außenminister seinem Land gedient: von 1957 bis 1985.

 

 

Wiederholte Befragungen durch das soziologische Zentrum WZIOM haben ergeben, dass die Russen der Meinung sind, dass Sergej Lawrow zu den effektivsten Ministern der Russischen Föderation zählt.

Uwe Niemeier

Reklame

Föderalpolitiker, Föderalregierung, Persönlichkeiten

   Kommentare ( 1 )

.g Radeberger Veröffentlicht: 6. Januar 2016 04:59:44

Ich dachte immer, daß Lawrow gar kein normales Zuhause hat, daß er in seinem Dienstfluzeug gleich wohnt. Sooft, wie der unterwegs ist, lohnt sich doch der Weg vom Flugplatz weg in die Stadt gar nicht.
Manches Mal sieht er so ziemlich geschafft aus. Sind da soviele Nebenjobs, auch wenn nicht an allen viel Arbeit hängt, ob das nicht manchmal zuviel ist. Einen Besseren kriegt der Kremlherr nämlich nicht.
Den jetzigen internationalen Stand Rußlands, sein Ansehen in der Welt ist zu Großteilen sein Verdienst.
Wenn ich mir dagegen den deutschen Schreihals, diesen Schröder-Stimmenimitator so ansehe. Wie er immer so tut als ob er irgendwas zu sagen hätte. Hat er aber nicht. Möchte er wohl. Letztendlich entscheiden dann die Anderen und er steht wieder betröppelt da.

Ich habe mir mal die Seite vom MGIMO angesehen, wo ja Lawrow studiert hat. Da hat sich ja vieles geändert vom Umzug des Institus neben der Krimski Most zur neuen Universität an der ul. Lobachewskogo. Meine Güte ist das ein Prachtbau geworden. Da war ja das alte Objekt dagegen richtig niedlich. Machte aber trotzdem was her.
Aber das Obtscheschitie an der Nowotscherjomuschkinskaja 26 in Jugo-Sapad haben sie behalten. Das sieht auch noch außen genauso aus wie früher in den Sechzigern.
In diesem Institut wurden "früher" die meisten Außenpolitiker und Außenwirtschafter der sozialistischen Länder ausgebildet. Von Mongolai über RGW bis Mosambique und Kuba.
Dort lernen zu dürfen, war eine Auszeichnung. Auch die jetzige Universität MGIMO, die also ihren "Instituts"-Namen behalten hat, ist international gefragt und wird von Diplomaten und Politikern von Weltrang besucht.

Um einen Kommentar zu schreiben müssen Sie sich registrieren oder autorisieren
Melden Sie sich an