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… ach, mal so nebenbei sich erdreistet

Sa, 16 Jan 2016 Politik & Gesellschaft


… ach, mal so nebenbei sich erdreistet

Die Dreistigkeit der Russen kennt keine Grenzen – meint ein amerikanischer General. Sie erdreisten sich, eigenes Militär in Kaliningrad zu unterhalten.

Der Chef der Luftstreitkräfte der USA in Europa und Afrika beklagt sich über Russland im Allgemeinen und Kaliningrad im Besonderen. Er findet, dass es ziemlich dreist ist von den Russen, auf ihrem eigenen Gebiet in Kaliningrad Luftverteidigungssysteme zu stationieren die so entwickelt sind, dass sie sogar die NATO-Flugzeuge die über dem polnischen Territorium fliegen, bedrohen können.

Diese Klagewehlaute stieß der amerikanische General in einem Interview mit The New York Times aus.

Fast unter Tränen meinte er, dass man sich darüber ernsthaft beunruhigen müsste. Und man muss sich auch Gedanken machen, wie man die Stabilität der Positionen der NATO an der östlichen Flanke Europas stärken könne.

Der amerikanische General teilt den interessierten Lesern empört mit, dass Russland im Kaliningrader Gebiet die gleiche Taktik anwendet wie auf der Krim und in Syrien. Diese Taktik nennt sich A2/AD und hat zum Ziel, dass man den Luftraum praktisch nicht nutzen kann.

„Wenn es wirklich bis zu einem Konflikt kommt, so wird es sehr schwer für unsere Flugzeuge sein das russische Radar zu überwinden und nach Kaliningrad durchzudringen, denn die Russen können alle Flugzeuge auf verschiedenen Ebenen verfolgen.

Anmerkung UN: Dies ist wieder ein Beweis, dass die Russen nur an sich, ihr Territorium und ihre Sicherheit denken und keinerlei Rücksicht auf die Bedürfnisse der Amerikaner nehmen. Kein Wunder also, dass die Amerikaner den Russen böse sind und die Sanktionen nicht aufheben wollen. Sie hoffen vermutlich, dass den Russen irgendwann einmal die Radarstrahlen ausgehen.

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Nebenbei

   Kommentare ( 8 )

Hauke Veröffentlicht: 16. Januar 2016 00:54:34

Na sowat aber auch, dat macht man doch nicht.
Wat denken sich die Russen da bloß?

Radeberger Veröffentlicht: 16. Januar 2016 04:27:36

Ich kann die Sorgen und die Empörung des US-Generals so richtig nachfühlen. Die sind ja auch schrecklich diese Russen. Die wollen einfach nicht anerkennen, daß die US-Bürger das auserwählte Volk (hatte ich schon mal in anderem zusammenhang gehört) sind. Jetzt mal Quatsch beiseite, die glauben wirklich daran, daß sie das Volk sind, das zur Führung der Welt berufen ist.
Aber Kaliningrad hatte ja gerade Besuch einer der ausgewählten Damen des ausgewählten Volkes.
Die ist so vornehm in ihrer Ausdrucksweise, daß sie der deutschen Regierungsdame in Berlin in ausgewähltem Englisch zu verstehen gab, wo deren Platz in der Hierarchie ist. - Fuck the EU -
und nicht der von Berlin hofierte 12-Rundenboxer sondern der US-Liebling Jaze wurde Premier in der Ukraine. Und dann mußte sie auch noch mit einem russischen Staatssekretär als Verhandlungspartner vorlieb nehmen. Wo sie doch gewöhnt ist, ansonsten mit Staatsoberhäuptern zu verkehren und diesen Anweisungen zu erteilen. Jedenfalls bei europäischen Natoländern.
Sie wird wohl richtig aufgeadmet haben, als sie wieder sicheren litauischen Natoboden unter den Reifen ihres Autos spürte. Ach Victoria N. es ist schon ein Kreuz mit den Russen.

Techniker Veröffentlicht: 16. Januar 2016 09:08:44

Kann ich dem Artikel der NT so nicht entnehmen. Der General betont das Recht Russlands, diese Technik dort zu stationieren. Es bringt aber seine Sorge zum Ausruck, dass der Zugang zu den baltischen Staaten un d Teilen von Polen behindert werden kann. Für diese Gedankengänge hat er ja durchaus nachvollziehbare Gründe.

Uwe Erich Niemeier Veröffentlicht: 16. Januar 2016 09:19:57

... vielleicht ist es auf den ersten Blick nicht so ersichtlich, aber die Artikel aus der Serie "Nebenbei bemerkt" sind ironisiert und werden durch den Autor immer stark übertrieben ...

kakadu Veröffentlicht: 16. Januar 2016 10:48:34

Hallo Techniker,
ist Ihnen schon einmal aufgefallen, daß der Zugang nach Petersburg von den
Nato - Mitgliedsstaaten völlig blockiert werden kann.
Die Schweden stehen voll hinter der Nato und sind schon lange kein neutrales
Land mehr.
Sorgen muß sich Russland machen und nicht Polen.

Uwe Erich Niemeier Veröffentlicht: 16. Januar 2016 10:57:50

... na, der Kommentar passt ja wie die Faust aufs Auge und ich habe die Gelegenheit, ein wenig Reklame für unseren neuen Artikel am Montag zu machen.

Lesen Sie also in der Rubrik: "Meine Meinung ... mit deutschem akzent" am Montag: "Im Anfang stand das Wort - Westberliner Zustände in Kaliningrad?"

Techniker Veröffentlicht: 16. Januar 2016 17:14:09

@kakadu
St. Petersburg kann ja wohl schlecht umzingelt werden und wieso sollte das jemand tun (ich verstehe, die Paranoia)? Im Fall des Baltikums ist die Sachlage eine andere. Da muss ja damit gerechnet werden, „höflichen Leuten“ möglichst höflich und schnell den Heimweg zeigen zu können.

kakadu Veröffentlicht: 16. Januar 2016 19:19:47

Hallo Techniker

nehmen Sie sich einmal eine Landkarte und entdecken Sie, ( hoffentlich ),
daß St.Petersburg an der Ostsee liegt.

Radeberger Veröffentlicht: 16. Januar 2016 21:58:37

Naja, die US-Amerikaner müssen nicht unbedingt Kenntnisse in Geografie haben. Auch ein US-General muß das nicht unbedingt wissen.
Eine Sprecherin der State Departments, die sich ja hauptsächlich über Probleme in Verbindung mit aber außerhalb der USA äußert, wollte ja auch die 6. US-Flotte an den Küsten Belorußlands landen lassen. Woraus vergleichbare derartige Kenntnisse in Psak als Maßeinheit gemessen werden. Ich weiß gar nicht, ob diese Dame schon wieder auf ihren Posten zurück gekehrt ist. Die russischen und auch andere (mich) User würde es auf jeden Fall freuen.
Das war nur ein Beispiel, was mir so ganz schnell einfällt. Deren Pressekonferenzen waren deshalb auch Lieblingssendungen für das russische Publikum im Internet.
Kirby haut zwar auch so manche Schote raus. Aber Psaki bleibt Psaki.

Ach so Techniker, zu Ihrer Frage: "und wieso sollte das jemand tun "
Mal unhöflicherweise eine Gegenfrage. Wieso haben denn die US-Streitkräfte (um mal "das jemand" einen Namen zu geben) vom Polarmeer entlang der russischen Grenze bis zum Irak und Afghanistan Militärstützpunkte? Nur mal zur Geografie. Wo liegen die USA? Wo haben die beiden Länder eine gemeinsame Grenze? Richtig! Am Nordpolarmeer, an der Behringstraße, wo es verdammt kalt ist. Was sollen dann die US-Truppen im Baltikum, in der Ukraine, in der Türkei, im Irak, in Afghanistan? Warum wollten und wollen die USA Militärstützpunkte in Kirgisien und Tadschikistan haben? Um sich gegen die Umzingelung der USA durch die RF zu wehren?
Oder wie ist Ihre Frage zu verstehen?

Radeberger Veröffentlicht: 19. Januar 2016 14:39:48

Es stimmt schon, manchmal sollte man manches wirklich zweimal lesen.

"Der Chef der Luftstreitkräfte der USA in Europa und Afrika beklagt sich über Russland im Allgemeinen und Kaliningrad im Besonderen." Fein formuliert, Uwe.

Ich finde den Satz wirklich Klasse. Man muß sich die Arroganz dieser besonderen "Rasse" US-Amerikaner mal wirklich auf der Zunge zergehen lassen. Schon mit der Bezeichnung für diesen vermutlich hoch dekorierten General haben weder die USA noch deren Vasallen in Europa offensichtlich ein Problem. Da wird es als normal angesehen, daß es für Europa und Afrika, also außerhalb des Staatsgebiets der USA und das nicht nur zeitweilig, und wahrscheinlich auch für andere Gegenden der Welt solche Kommandos der US-Streitkräfte gibt.
H e a d q u a r t e r s
A l l i e d A i r C o m m a n d
Büro für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Flugplatz Ramstein
"General Frank Gorenc
Befehlshaber
General Frank Gorenc ist Befehlshaber der US-Luftstreitkräfte in Europa,
Befehlshaber der US-Luftstreitkräfte in Afrika sowie Befehlshaber des Allied
Air Command auf dem Flugplatz Ramstein und ist in dieser Eigenschaft
auch Direktor des Kompetenzzentrums für die Weiterentwicklung von
Luftmacht in Kalkar am Niederrhein.
Er ist verantwortlich für alle Maßnahmen der Luftstreitkräfte, die von der
3. US-Luftflotte in einem fast 50 Millionen km² umfassenden Einsatzgebiet
durchgeführt werden. Auf diesem Gebiet befinden sich 105 Staaten
Europas, Afrikas, Asiens, des Mittleren Ostens sowie des arktischen und
atlantischen Ozeans; hier lebt mehr als ein Viertel der Weltbevölkerung
und es wird mehr als ein Viertel des weltweiten Bruttoinlandsprodukt
erwirtschaftet. "
Da scheint es auch für die deutsche Regierung normal zu sein, daß sie quasi nur eine Verwaltung für das Besatzungsgebiet Deutschland ist und das wirkliche Sagen vermutlich General Breedlove, der Vorgesetzte von Gorenc, hat.
Nach "Zeit" schon:"Der 58 Jahre alte Breedlove ist, wie das im Fall des „Obersten Alliierten Kommandeurs Europa“ (Saceur) stets der Fall ist, ein amerikanischer Viersternegeneral. Er diente als Kampfpilot, unter anderem in Bosnien und im Kosovo, bevor er die üblichen Stabs- und Truppenverwendungen durchlief, die amerikanische Offiziere oft durch die halbe Welt führen. Breedlove war in Asien stationiert, noch länger aber in Europa. Zuletzt war er Kommandeur der amerikanischen Luftwaffe in Europa mit Sitz in Ramstein."

Also sitzt die wirkliche Regierung von Deutschland in Ramstein? Oder gar in Washington?

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