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3-Tage-Visafreiheit für Russland ab sofort in Kraft?

Mi, 17 Sep 2014 Politik & Gesellschaft


3-Tage-Visafreiheit für Russland ab sofort in Kraft?

Die Zeitung „Rossiskaja Gaseta“ veröffentlichte soeben einen kurzen Artikel, der erfreulich ist, aber sofort Fragen aufwirft.

Das schon vor Monaten angekündigte 72-Stunden Visafrei-Regime für ausgewählte russische Städte und Gebiete soll in Kraft getreten sein.

Wir formulieren diese Information mit aller gebotenen Vorsicht, da unsere Informationsagentur in den letzten Wochen keinerlei Informationen erhalten hat über die noch ausstehenden Lesungen (2. Und 3. Lesung) in der Staatsduma zu diesem Gesetz und es, insbesondere für Kaliningrad, noch zu weiteren (positiven) Informationen gekommen ist, die aber ebenfalls nirgendwo diskutiert oder im Vorfeld in den Massenmedien Erwähnung fanden.

Der russische Premierminister Dmitri Medwedjew hat eine Weisung unterschrieben, welche die Einführung eines Regimes mit 72-Stunden-Visafreiheit für ausgewählte Städte und Regionen Russlands vorsieht.

Die Meldung über die Visafreiheit bezieht sich in erster Linie auf Sewastopol (Krim) und kommentiert weiter: Die Visafreiheit für die Touristen gilt nur, wenn diese auf dem Kreuzfahrtschiff übernachten oder an einem anderen Ort, der bereits bei der Buchung der Reise im Besuchsprogramm festgelegt wurde.

Die Zeitung erwähnt, dass Sewastopol nun die neunte Stadt ist, wohin Touristen für drei Tage visafrei reisen können und schlüsselt im weiteren folgende Städte auf:

  • Großer Hafen von St. Petersburg (Stadt St. Petersburg)
  • Passagierhaften von St. Petersburg (Stadt St. Petersburg)
  • Wladiwostok (Primorski Krai)
  • Wyborg (Leningrader Gebiet)
  • Kaliningrad (Kaliningrader Gebiet)
  • Korsakow (Gebiet Sachalin)
  • Noworossisk (Krasnodarski Krai)
  • Sotchi (Krasnodarski Krai)

Unbekannt sind uns die noch zusätzlich zu erfüllenden Bedingungen für die Visafreiheit. So wurde früher darüber gesprochen, dass für eine Einreise eine russische Fluggesellschaft benutzt werden muss. Für Kaliningrad z.B. gibt es keine direkte russische Flugverbindung. Es gibt auch keine reguläre Fährverbindung.

Für Kaliningrad selber haben wir auf der Internetseite der russischen Botschaft in Berlin folgenden Eintrag gefunden:

Text:

Visum nach Kaliningrad/72 Stunden

Die Bürger der EU-Länder, sowie von Großbritannien und Japan haben die Möglichkeit, die Stadt Kaliningrad und das Kaliningrader Gebiet als Touristen zu besuchen, ohne ein Visum vor der Reise zu beantragen. Ein Visum kann gleich bei der Einreise in Bagrationowsk, Mamonowo und Chrabrowo beantragt werden.  

Auch hier sind uns die technischen Details unbekannt.

Letztendlich sind dies alles außerordentlich erfreuliche Informationen, die jedoch mit vielen offenen Fragen verbunden sind.

Uwe Niemeier unter Verwendung von Quelle: http://www.rg.ru/2014/09/17/port-site-anons.html

 

Ergänzung 08.00 Uhr - Nach Rücksprache mit den dafür zuständigen Stellen in Kaliningrad erhielten wir folgende Informationen: Es gibt keinerlei Änderungen am bisher bekannten Status. Gegenwärtig kann man nicht Visafrei nach Kaliningrad (nach Russland) einreisen und auch keine Visa direkt an der Grenze kaufen. Unser Gesprächspartner ergänzte allerdings: "... das Gesetz ist noch nicht in Kraft getreten." Das Gesetz tritt in Russland in Kraft nach seiner Veröffentlichung (z.B. in der Zeitung Rossiskaja Gaseta, dem Regierungsorgan). Die jetzt vorliegende Veröffentlichung ist ein Zeitungsartikel und nicht der Text des Gesetzes.

Ergänzung 10.50 Uhr - Der Leiter des Pressedienstes der Grenztruppen teilte unserer Informationsagentur mit, dass die in der russischen Presse veröffentlichten Meldungen über das 72-Stunden-Visaregime noch keine Gesetzeskraft haben. Erst nach Veröffentlichung des Gesetzestextes tritt das Gesetz in Kraft.

Die Regelungen zum Kauf eines Visums direkt an der Grenze des Kaliningrader Gebietes entsprechen den Tatsachen. Dies ist möglich, jedoch nicht nach dem Prinzip "Anreise - kaufen". Diese Regelungen existieren schon einige Jahre und sind in der Endkonsequenz durch die bürokratischen Regelungen dermaßen kompliziert, dass es sich nicht lohnt, diesen Aufwand zu betreiben. Für den "Normal-Sterblichen" empfiehlt es sich somit, den bisherigen Weg der Visabeantragung einzuhalten und auf die möglichst schnelle Verabschiedung des Gesetzes zur 72-stündigen Visafreiheit zu warten.

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