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Alumni-Netzwerk in Kaliningrad

Mi, 06 Nov 2013 Politik & Gesellschaft


Alumni-Netzwerk in Kaliningrad

Erst vor wenigen Tagen hörte ich „Alumni“ zum ersten Mal und hatte keine Ahnung was das ist. Mit Hilfe eines Mitarbeiters des deutschen Generalkonsulates und auf dessen Einladung konnte ich mich schlau machen.

Alumni bezeichnet die Absolventen einer Hochschule oder einer Institution des tertiären Bildungsbereiches. Alumni-Veranstaltungen bzw. -Organisationen bemühen sich um die Erhaltung der Beziehungen zwischen Ehemaligen. Oft erfolgt das über Alumni-Netzwerke, von denen in regelmäßigen Abständen Alumni-Tage organisiert werden.

Mit Eintreffen des deutschen Generalkonsuls Dr. Krause in Kaliningrad im Jahre 2012, wurde die Tradition dieser Treffen auch in den Veranstaltungskalender für Kaliningrad aufgenommen. Das erste Treffen dieser Art organisierte Dr. Krause am 04.12.2012, ein weiteres am 04.04.2013 und das dritte Treffen fand auf seine Initiative am 05.11.2013 im Deutsch-Russischen Haus in Kaliningrad statt.

 

Foto: Links Dr. Krause, deutscher Generalkonsul, rechts Andrej Portnjagin, Leiter DR-Haus

Andrej Portnjagin, Leiter des Deutsch-Russischen Hauses eröffnete das Treffen und übergab das Wort an den deutschen Generalkonsul Dr. Krause.

Dr. Krause konnte über 30 Gäste begrüßen und doublierte diesmal ausnahmsweise seine Rede nicht in russischer Sprache – immerhin hatten sich Absolventen deutscher Studieneinrichtungen versammelt und die im anschließenden Frage-Antwort-Spiel demonstrierten Deutschkenntnisse zeigten ein hohes Niveau.

Der deutsche Generalkonsul nutzte die Gelegenheit um die Anwesenden mit der gegenwärtigen politischen „Nach-Wahl“- und „Vor-Regierungsbildung“-Situation vertraut zu machen. Ich glaube seine Darlegungen brachten zu einigen Punkten nicht nur für die anwesenden Russen einen „Aha-Effekt“, sondern wohl auch für so manchen Deutschen (mich eingeschlossen).

In seinen weiteren Ausführungen streifte Dr. Krause ein breites Feld interessanter Ereignisse. Begonnen beim bevorstehenden Wechsel des deutschen Botschafters in Moskau (siehe hierzu das Interview in der Moskauer Deutschen Zeitung) über die von ihm erwartete Regierungsbildung bis Ende November, das kulturell ereignisreiche Jahr 2013 bis hin zu einem optimistischen Ausblick auf ein nicht minder interessantes „Jahr der deutschen Sprache und Literatur“ in Russland und „Jahr der russischen Sprache und Literatur“ in Deutschland im Jahr 2014. Viele der angedachten Maßnahmen sind noch nicht „in Sack und Tüten“, aber die Planungen laufen bereits auf vollen Touren. Ein besonderer Höhepunkt könnte im kommenden Jahr eine Germanistentagung in Kaliningrad werden. Wenn es gelingt, diese Tagung zu organisieren, dann „unterstreicht dies die Bemühungen Deutschlands, Kaliningrad zu einem internationalen Veranstaltungs- und Kongresszentrum zu entwickeln“, so Dr. Krause.

Angesprochen auf Ökonomie und Wirtschaft und die zukünftige Rolle Deutschlands in Kaliningrad, informierte der deutsche Generalkonsul über den bevorstehenden Besuch einer thüringischen Wirtschaftsdelegation im November und einem von ihm geplanten Besuch in Bayern. Große Hoffnungen knüpft der Generalkonsul an das Kaliningrader Projekt „Herz der Stadt“, wo er vielfältige Möglichkeiten für ein deutsches Engagement sieht. Dr. Krause bat die Anwesenden, keine übertrieben positiven Hoffnungen in eine allgemeine wirtschaftliche Entwicklung zu setzen, insbesondere unter Berücksichtigung der verhaltenen russischen Haushaltsplanungen für 2014.

Selbstverständlich spielte auch die Visafrage eine Rolle. Die gerade erst veröffentliche Nachricht über die Einführung des einseitigen 72-Stunden-Regimes für den visafreien Reiseverkehr nach Russland bezeichnete Dr. Krause als positives Signal. Jeder Deutsche sollte für sich die Chancen dieser Sonderregelung testen und durch Mund-zu-Mund-Propaganda seine Erfahrungen vermitteln.

In seinen abschließenden Worten lud Dr. Krause die Anwesenden zu einer Gedenkveranstaltung anlässlich des 75. Jahrestages der Reichs-Pogromnacht ein, die ja auch Königsberg im Jahre 1938 betroffen hat.

Im anschließenden nichtformellen Teil hatten die Anwesenden die Möglichkeit mit dem deutschen Generalkonsul Dr. Krause, dem Vizekonsul und Leiter der Kulturabteilung Daniel Lissner, dem Vertreter von BMW in Russland Reinhold Schierl und dem Vizepräsidenten von Avtotor und ehemaligem Stellvertretenden Wirtschaftsminister Michael Gorodkow Gespräche zu führen, Gedanken und Meinungen auszutauschen.

Uwe Niemeier

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