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BILD-Zeitung mit Beziehungen zu Spionagesatteliten?

Mo, 16 Dez 2013 Politik & Gesellschaft


BILD-Zeitung mit Beziehungen zu Spionagesatteliten?

Die BILD-Zeitung informiert am 14.12.2013 über vermutliche neue russische Raketen auf russischem Territorium. Eine "Sensation", die die Kaliningrader nur müde und gelangweilt gähnen läßt.

Im üblichen Schreibstil informiert die BILD-Zeitung, dass der russische Staatschef Wladimir Putin seine Drohung wahr gemacht hat und als Antwort auf den europäischen Raketenabwehrschirm mehrere Kurzstreckenraketen vom Typ „Iskander-M“ in der Nähe der polnischen Grenze auf dem Kaliningrader Gebiet stationiert hat.

Dann scheint die BILD-Zeitung über geheime Satellitenbilder zu verfügen. Diese sollen dokumentieren, dass die Stationierung einer zweistelligen Zahl von mobilen SS-26-Raketen in Kaliningrad, aber auch entlang der russischen Westgrenze zum Baltikum (Estland, Lettland und Litauen) vorgenommen wurde.

Und die Zeitung will wissen, dass die Stationierung der Raketen in den letzten 12 Monaten erfolgt ist.

Dann informiert die BILD-Zeitung auch noch ihre Leser, dass diese Raketen sowohl konventionell wie auch mit Atomsprengköpfen ausgestattet werden können. Und für die Zeitung war wichtig zu erwähnen, dass diese Raketen das ganze polnische Territorium abdecken, aber rein theoretisch auch bis Berlin fliegen könnten.

Bildzeitung: http://www.bild.de/politik/ausland/nuklearwaffe/putin-stationiert-raketen-fuer-atomsprengkoepfe-nahe-polnischer-grenze-33848846.bild.html

Kommentar Uwe Niemeier

Da bin ich als Analytiker und Informationsbeschaffer in Kaliningrad einfach sprachlos, was die BILD-Zeitung denn so alles weiß. Man könnte richtig neidisch werden. Fangen wir mal an, die Sätze der Bildzeitung ein wenig zu zerpflücken:

  1. Der russische Staatschef hat nie mit der Aufstellung von Raketen in Kaliningrad gedroht. Er hat die Weltöffentlichkeit einfach nur darüber informiert, dass Raketen aufgestellt werden, wenn man zu keinem gemeinsamen Schutz gegenüber bösen Staaten kommt. Putin spricht ja auch nicht davon, dass die Europäische Union gedroht hat, auf dem Territorium der NATO, direkt vor der Nase der Russen, Raketensysteme und Systeme zu deren Abwehr aufzustellen. Auch die Amerikaner/NATO haben einfach nur darüber informiert, aber nicht gedroht.
  2. Wenn die BILD-Zeitung über geheime Sattelitenbilder verfügt, dann können die ja so geheim nun auch nicht sein. Und sie können eigentlich auch nur das zeigen, was ganz Kaliningrad sowieso schon weiß und wo man kein Geheimnis draus macht. Erst vergangene Woche hat unsere Informationsagentur hierzu einige Berichte veröffentlicht.
  3. Dann sollen die Raketen in den letzten 12 Monaten stationiert worden sein und das „verkauft“ die BILD-Zeitung als Neuigkeit. Naja, für diejenigen, die kein russisch können ist das vielleicht eine Neuigkeit. Für alle anderen sind das „olle Kamellen“ und keine militärischen Geheimnisse.
  4. Und dann ist es natürlich interessant zu wissen, dass diese Raketen auch Sprengköpfe haben und bis Berlin fliegen können. Ach, möchte man da fragen, die NATO-Raketen transportieren Sandsäcke oder was?
  5. Und wenn man denn die öffentlich zugänglichen russischen Massenmedien lesen würde, dann hätte man gewusst, dass bereits im Frühjahr 2012 der Chef des russischen Generalstabs, Nikolai Makarow über die Stationierung der Raketen in den Massenmedien berichtet hat. Mal ganz davon abgesehen, das der damalige Präsident Medwedjew bereits 2011 laut und öffentlich darüber gesprochen hat.
  6. Und, ehe ich es vergesse, auch Polen, Mitglied der NATO und Nachbar von Kaliningrad wird in den Jahren 2014 – 2023 Flugabwehrraketen mittlerer Reichweite neu erwerben und an passenden Orten stationieren. Und auch das ist kein Geheimnis, die Polen haben dies auch offiziell verkündet (und nicht gedroht) – sollen die Polen doch ihre Armee und ihre Landesverteidigung so organisieren wie sie es für richtig halten. Und die Russen machen das eben auch.
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Deutsches, Massenmedien, Militär

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