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Deutschland hat verurteilten russischen Spion entlassen

Fr, 05 Jun 2015 Politik & Gesellschaft


Deutschland hat verurteilten russischen Spion entlassen

Der in Deutschland wegen Spionage im Interesse Russlands verurteilte Andreas Anschlag ist freigelassen worden und kann nach Russland ausreisen.

Andreas Anschlag wurde vor zwei Jahren wegen Spionage im Interesse Russlands durch ein deutsches Gericht zu 6,5 Jahren Freiheitsentzug verurteilt. Medien hatten diese Angelegenheit als einen der größten Spionagefälle seit Beendigung des Kalten Krieges eingestuft.

Seine nun vorzeitig beendete Strafe verbüßte Andreas Anschlag im Gefängnis Butzbach in Hessen. Mit ihm zusammen wurde auch seine Frau Heidrun wegen Spionage zu 5,5 Jahren Haft im Sommer 2013 verurteilt. Seine Ehefrau wurde bereits im November 2014 aus der Haft entlassen und reiste nach Russland aus. Es erfolgte kein „Austausch“.

Der 55jährige Andreas Anschlag hat gemeinsam mit seiner 49jährigen Ehefrau Heidrun mehr als 20 Jahre in der Bundesrepublik gewohnt. Er war Inhaber eines österreichischen Passes. Verhaftet wurde er Ende 2011. Im Urteil des deutschen Gerichtes wurde festgestellt, dass das Ehepaar zuerst im Interesse der sowjetischen und dann der russischen Aufklärung gearbeitet hat. Von der Existenz der russischen Agenten erfuhren die deutschen Organe durch Amtshilfe aus den USA. Ein russischer Überläufer hatte entsprechende Informationen übergeben. Bis zum heutigen Tag ist es jedoch den Ermittlern nicht gelungen den wahren Namen des Ehepaares festzustellen. Das Ehepaar sammelte Informationen aus dem Bereich der NATO und der Europäischen Union. Sie hatten einen holländischen Diplomaten angeworben, der ihnen über 200 Dokumente unterschiedlicher Geheimhaltungsstufe übergeben hatte. Für ihre Tätigkeit erhielten beide ein monatliches Salär von 4.300 bzw. 4.000 Euro. Wo sich die Ersparnisse des Ehepaares befinden konnten die deutschen Untersuchungsbehörden ebenfalls nicht feststellen.

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   Kommentare ( 1 )

Regul Veröffentlicht: 5. Juni 2015 10:36:27

@pazi
Das ist schon öfters vorgekommen. Es kann als...Geste des guten Willens verstanden werden, während man 'offiziell' eine andere politische Linie propagiert. Möglich wäre aber auch, dass Deutschland darauf bestanden hat, ihren eigenen Spion im Austausch nicht öffentlich zu machen. Denn offiziell spioniert Deutschland ja nicht...höchstens der BND und auf den hat die Regierung ja keinen Einfluss. ^^

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