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Einmal FSB, immer FSB?

Do, 08 Nov 2018 Politik & Gesellschaft


Einmal FSB, immer FSB?
Begleittext zur Videoinformation
Der hier veröffentlichte Text ist der gesprochene Begleittext zum Video und entspricht der Qualität eines Manuskripts. Am Ende des Textes finden Sie den eigentlichen Beitrag in Form einer Videoinformation.

 

Geht es um den FSB, den russischen Sicherheitsdienst, sind hohe Zugriffsquoten zu den verbreiteten Meldungen garantiert. Und so ist es kein Wunder, wenn „Kommersant“ über einen Ex-FSB-Oberst aus Kaliningrad berichtet, der sich zum Verbrecher qualifiziert hat und die Kaliningrader Medien dann noch weiter zulegen.

Informiert wird umfangreich, dass russische Rechtspflegeorgane, in diesem Fall das Innenministerium, in St. Petersburg umfangreiche Haussuchungen und Verhaftungen vorgenommen haben. 30 Objekte wurden durchsucht und vorläufig sechs Personen verhaftet. Es geht um die Organisation von illegaler Bankentätigkeit.

Hauptfigurant in dieser Angelegenheit ist der Ex-FSB-Oberst Sergej Radsywiljuk (Сергей Радзывилюк). Allerdings ist dieser FSB-Status nur bedingt, denn er diente in den Kaliningrader Grenztruppen, die mit der eigentlichen Arbeit des FSB nur bedingt etwas zu tun haben und die dem FSB nur organisatorisch angeschlossen sind. Und der Kaliningrader Oberst ist schon in den 90er Jahren entlassen worden. Somit wird kein Makel auf den jetzigen FSB geworfen, der hoffentlich seine Reihen von den Schwarzen Schafen der 90er Jahre schon befreit hat.

Somit vergessen wir einfach, dass es sich um einen Kaliningrader FSB-Oberst handelt und berichten nur über seine aktuelle Laufbahn als Verbrecher in der Russischen Föderation.

Um sich mit sogenannter „Geldwäsche“ zu beschäftigen, hatte der Herr mehrere Firmen gegründet, davon drei in Kaliningrad und eine Firma in St. Petersburg. Um das kriminelle Schema aufzudecken, wurden durch „RosFinMonitoring vierzig Firmen delikat geprüft und bei 15 Firmen in Moskau, Rostow am Don und Taganrog wurden Haussuchungen durchgeführt.

Nach offiziellen Angaben erhielt die 20-köpfige Bande, die von Sergej geleitet wurde, ein illegales Einkommen von 13,5 Mio. Rubel. Die St. Petersburger Internetzeitung „Fontanka.ru“ berichtet allerdings inoffiziell von einer Summe fünf Milliarden Rubel.

Auch der Sohn von Sergej war in diese Aktivitäten eingebunden, wurde von der Polizei vernommen und nun in die Kategorie „Zeuge“ eingestuft und befindet sich auf freiem Fuß.

Sergej selber kann gegenwärtig nicht befragt werden. Er hält sich im Ausland auf. Ob er Großbritannien als Aufenthaltsort bevorzugt, geht es den Meldungen nicht hervor.

Also, einmal FSB, immer FSB, ist sicher prinzipiell richtig – aber eben nur prinzipiell.

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FSB, Recht und Gesetz

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