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Europäische Union verhängt Sanktionen gegen alle Krim-Bewohner

Do, 27 Mär 2014 Politik & Gesellschaft


Europäische Union verhängt Sanktionen gegen alle Krim-Bewohner

Die Europäische Union verhängt Visa-Sanktionen gegen alle Krim-Bewohner. Da die Europäische Union davon ausgeht, dass die Krim zur Ukraine gehört, können deren Bewohner auch nur in der Ukraine einen Visaantrag stellen.

Die Europäische Union erkennt die Krim nur im Bestand der Ukraine an. Deshalb können die Bewohner der Krim Visa, egal welcher Art, auch nur in Vertretungen der Europäischen Union beantragen, die sich auf dem Territorium der Ukraine befinden – so die Festlegungen der Europäischen Union.

Um in die Ukraine einreisen zu können, plant die Ukraine für Russland ebenfalls das Visaregime einzuführen. Die Krim-Bewohner müssen also in einer ukrainischen Vertretung in Russland ein Visum für die Ukraine beantragen, um dann in einer Vertretung der Europäischen Union in der Ukraine ein Visum für die Europäische Union zu beantragen.

Da aber die Ukraine die Krim weiterhin als Bestandteil seines Landes ansieht, kann es keine Visa für die Krim-Bewohner ausgeben, da dies defacto der Anerkennung des jetzigen Status-quo gleichkäme. Also müsste die Ukraine, ihrer eigenen Logik folgend, die Bewohner der Krim weiterhin ohne Visum auf das Territorium der Ukraine für die Visabeantragung lassen.

Steht also die Frage, ob die Bewohner der Krim weiterhin ohne Visum in die Ukraine einreisen können, oder ob die politische Führung der Europäischen Union zwei Millionen Menschen auf dem Territorium der Krim internieren will, um damit einen russischen Bürger, sprich den russischen Präsidenten Putin, zu bestrafen.

Quelle: http://exclav.ru/sobyitiya/vazhnoe/evrosoyuz-zapretil-vyidavat-zhitelyam-kryima-vizyi-na-territorii-respu.html

Anmerkung UN: Da die Europäische Union eine starke Assoziierung der Ukraine wünscht, müsste somit auch in absehbarer Zeit die Visafreiheit mit der Ukraine eingeführt werden. Da nach Auffassung der Europäischen Union die Krim weiterhin Bestandteil der Ukraine ist, dürften dann, gerade auch nach den jetzigen Festlegungen der EU zur Visavergabe, auch die Krim-Bewohner von der Visafreiheit profitieren – denn sie sind ja Bürger der Ukraine. Ich glaube, hier werden wir interessante Quälereien der Politiker der EU zur Argumentation erleben können, wie man einem Teil des ukrainischen Volkes die Visafreiheit verweigert.

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Europäische Union, Politik, Russland, Ukraine, Visa

   Kommentare ( 2 )

Jenenser Veröffentlicht: 27. März 2014 10:04:16

Hast Du Dir mal Gedanken gemacht, wie zum Beispiel EU-Bürger, in dem Fall ich, ihren nächsten Krim-Urlaub in Bezug auf das Visa vorbereiten sollen?

Es wäre doch echt schade, wenn die Eurokraten in Brüssel mir den nächsten Urlaub versauen würden. Auf der Krim, wo einige EU-Verantwortliche bis vor kurzem noch gar nicht wussten, wo das eigentlich ist...

Uwe Erich Niemeier Veröffentlicht: 27. März 2014 10:15:51

… das müsste doch eigentlich recht einfach sein. Der EU-Bürger, der die Krim besuchen will, braucht ein russisches Visum, da die Krim und Sewastopol das 84. und 85. Subjekt der Russischen Föderation ist.
Dass die EU die geschaffenen Tatsachen nicht anerkennt ist eine Sache, hat aber keinerlei Einfluss auf die Ausübung der Hoheitsrechte durch Russland. Und der EU-Bürger braucht ja die EU nicht zu fragen, ob er reisen darf …

Auch ein kleiner Abstecher von der Krim in die Ukraine dürfte eigentlich kein Problem sein. Wenn ich richtig orientiert bin, existiert immer noch die einseitige Visafreiheit für EU-Bürger seitens der Ukraine. Man kann also problemlos, visafrei einreisen.

Ich könnte mir auch vorstellen, da Russland bis Mitte des Jahres das 72-Stunden-Visafrei-Gesetz in zweiter und dritter Lesung behandeln will, dass man vielleicht auch die Krim nun in dieses Regime mit aufnimmt. Insgesamt ist aber angedacht, dass die ganze Krim zu einer Sonderwirtschaftszone (Schwerpunkt Tourismus) wird. Und um die Krim zu fördern könnte ich mir vorstellen, dass sich Russland einiges einfallen lässt – allerdings nicht in diesem Jahr.

Jenenser Veröffentlicht: 27. März 2014 12:12:04

Ach, es gibt da weltweit schon abenteuerliche Geschichten. In Kuba bekam ich auf einer losen Einreisekarte, welche im Pass lag, die entsprechenden Ein- und Ausreisestempel. Die Logik bestand nun darin, dass ich bei einem möglichen folgenden dienstlichen oder privaten Besuch in die USA diese Karte einfach zu Hause in Deutschland lassen sollte. Keiner in den USA würde mich nach meiner Kubareise fragen...

Doch wir bleiben in Osteuropa. Schwierigkeiten gibt es für EU-Bürger bei der Einreise nach Abchasien. Ein Staat, der international kaum anerkannt ist. Georgien zählt ihn weiterhin zu seinem Staatsgebiet. Und die EU unterstützt auch hier das Anliegen Georgiens. Ein Einreisestempel der Republik Abchasien im EU-Pass legt Georgien als illegale Einreise in “sein” Staatsgebiet aus...

Krim. Reise ich nun per Flugzeug mit russischem Visa zunächst nach Moskau (Einreisestempel Moskau im EU-Pass) und danach per Flieger weiter auf die Krim, bekommt in der EU und in der Ukraine keiner mit, dass ich auf der Halbinsel meinen Urlaub verbrachte. Reise ich nun per Flugzeug aus einem EU oder auch nicht EU-Land direkt nach Simferopol auf die Krim, bekomme ich auf das russische Visa den Einreisestempel: Russland/Simferopol. Eine Ungeheuerlichkeit nach aktueller ukrainischer Rechtsauslegung. Wie werden die ukrainischen Behörden beim Blick in meinen Pass reagieren, wenn ich danach mal wieder in die schöne Stadt Kiew, in das historisch interessante Lemberg (Lwiw) oder in die alte Hauptstadt Charkow reise?

Noch mal zur Krim: Die Vorgänge in der Ukraine beschäftigen mich doch sehr. Zwischen Russen und Ukrainern sah ich persönlich nie irgendwelche grundlegende Konflikte, sei es im täglichen Miteinander oder auch in der Sprachenfrage. Deshalb ist es auch bisher zu keinen militärischen Auseinandersetzungen gekommen. Es gab und gibt zum Erstaunen des Westens untereinander kaum ein Feinbild. Auf der Krim erholen sich jedes Jahr friedlich nebeneinander hauptsächlich Russen, Ukrainer und Weißrussen. Die Krimtataren profitieren von diesem Tourismus, präsentieren ihre Lebensweise, ihre Küche, ihre Traditionen. Menschen aus Aserbaidschan reisen als Saisonkräfte, hauptsächlich als Taxifahrer, auf die Halbinsel am Schwarzen Meer. Armenier und Georgier beteiligen sich an der Ernte und am Verkauf der “Früchte der Krim”. Ich möchte wetten, dass sich auch in diesem Sommer daran nichts ändert. Der Wunsch der Menschen besteht auch auf der Krim im Streben nach Frieden, Stabilität und natürlich in der Verbesserung des Lebensstandes. Auf dieser Grundlage fand vermutlich das Referendum statt, das eine Mehrheit für sich entschied.

Die Einmischung des “Westens” sollte darin bestehen, sich vor Ort zu informieren, sich mit den Ansichten und den Lebensläufen der Menschen zu beschäftigen. Manchmal habe ich jedoch den Eindruck, die Ziele liegen ganz woanders....


Uwe Erich Niemeier Veröffentlicht: 27. März 2014 14:06:27

... nun, da die Ukraine für viele Jahre am "Tropf" der Europäischen Union hängt, wird man vermutlich den Bürgern der EU keine Probleme bereiten, denn wenn Probleme bereitet werden und dies öffentlich wird, dann hat die EU ein Problem, denn sie ist doch verpflichtet die Interessen seiner Bürger zu schützen - gelle?

Selbstverständlich hast Du recht und der "einfache Mensch", egal welcher Nationalität er ist, versteht sich immer. Nur wenn irgendjemand "Interessen" hat, dann muss man eine "Situation" schaffen. Und genau das ist passiert. Nun geht die Rechnung nicht auf und man versucht zumindest sein Mütchen noch ein wenig zu kühlen über mehr oder weniger "interessante" Sanktionen und in dem man versucht weiterhin das Image Russlands weltweit in Frage zu stellen.

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