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Freiheit ist immer die Freiheit der Andersdenkenden

Di, 05 Nov 2013 Politik & Gesellschaft


Freiheit ist immer die Freiheit der Andersdenkenden

Einem Großteil der Deutschen ist dieser Spruch von Rosa Luxemburg durchaus geläufig. In Russland ist er vielleicht weniger bekannt – wird aber in der Praxis praktiziert.

Auch wenn viele westliche Medien behaupten, dass es in Russland keine Demonstrationsfreiheit gibt – wir behaupten das Gegenteil. Wichtig ist in Russland jedoch (übrigens wohl auch in Deutschland, Italien, den USA, Spanien England und noch einigen anderen hundert Staaten), die Einhaltung der Gesetze zum Demonstrationsrecht.

Der gestrige Montag war Feiertag in Russland. Er nennt sich „Tag der Einheit des Volkes“ und wurde viele hunderte Jahre, Anfang November, unter anderen historischen Voraussetzungen und Ansichten gefeiert. 1917, das Jahr der Oktoberrevolution brachte neue Ansichten. Es wurde der „Tag der Großen sozialistischen Oktoberrevolution“ gefeiert. Im Jahre 2004 wurde dieser Feiertag aus der Liste der offiziellen staatlichen Feiertage gestrichen und der 04. November als „Tag der Einheit des Volkes“ wieder neu eingeführt.

Während die Mehrzahl der Russen diesen Tag einfach nur als zusätzlichen arbeitsfreien Tag nutzen um sich zu erholen und sich damit auf die arbeitstechnischen Herausforderungen der kommenden Zeit vorzubereiten, gibt es natürlich auch Aktivisten, die ihre Ansichten öffentlich demonstrieren.

Jedes Jahr findet in  Kaliningrad der „Russische Marsch“ statt. So auch in diesem Jahr. Als wir uns ein wenig mit diesem Thema und dem „Russischen Marsch 2013“ beschäftigten, kam der Gedanke, dass dieser Marsch vielleicht doch nicht so die richtige Bezeichnung trägt, denn irgendwie ist dieser Marsch „nationalistisch“, aber dann sah man doch mehr zaristische Symbolik und ab und zu ein wenig „Ostpreußisches“. Wobei es etwas unverständlich ist: Was hat der Zar mit Ostpreußen und Ostpreußen mit dem Zar zu tun? Und beides zusammen in einem Marsch?

Ein Vertreter der Kirche, in der Vergangenheit vom FSB wohl schon mal wegen „nationalistischer Aktivitäten“ zu einem informellen Gespräch eingeladen, führte diesen Marsch mit einer Ikone an. Der Marsch begann (wie interessant) am Hotel „Kaiserhof“ im Fischdorf. Und er sprach dann auch ausgiebig über die Rolle des letzten Zaren und seine Verdienste. Ein Großteil der Teilnehmer dieses Marsches (ich möchte ihn einfach nicht „russisch“ nennen, denn es fehlte dort einfach der sichtbare Ausdruck von „Russischem“ – z.B. russische Fahnen), waren jüngere Leute. Aber insgesamt war die Teilnehmerzahl überschaubar, selbst wenn man die Polizisten, Krankenschwestern und Reporter mit dazuzählt.

Der Marsch begann friedlich, verlief friedlich und endete friedlich. Die Organisatoren dankten dem russischen Staat für die Unterstützung und organisatorische Begleitung. Freiheit ist eben immer die Freiheit der Andersdenkenden.

Und da nicht sein darf, was eigentlich ist – nämlich die Demonstrationsfreiheit in Russland, berichtete das freiheitlich deutsche Fernsehen (z.B. ZDF) von diesen Demonstrationen in Moskau natürlich wieder kritisch. Anne Gellinek kritisierte nun mal wieder das putinsche Russland – diesmal weil es eine Demonstration gab, wo nicht geknüppelt wurde. Tja Frau Gellinek – wie wäre es Ihnen denn diesmal Recht gewesen?

Zur Fotogalerie des „Marsches“ in Kaliningrad

Uwe Niemeier

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Gesellschaft, Kaliningrad, Kirche, Politik, Staat

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