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Gouverneur und Bürgermeister machen Fußgänger neidisch

Sa, 21 Jun 2014 Politik & Gesellschaft


Gouverneur und Bürgermeister machen Fußgänger neidisch

Die Kaliningrader Verantwortlichen scheinen es ernst zu meinen – Kaliningrad soll die Stadt der Radfahrer werden. Der versprochene Radfahrweg im neuen Stadtgebiet „Selma“ ist eingeweiht worden und macht Fußgänger neidisch.

Foto: Gebiets- und Stadtverantwortliche sitzen auf gleichen Sätteln

Wenn alle Fußgängerwege in einem so guten Zustand wären, wie jetzt die Kaliningrader Radfahrwege, welche wie Pilze aus dem Boden wachsen, dann könnten wir rundum zufrieden sein. So sind wir einfach nur zufrieden. Zufrieden damit, dass die Verantwortlichen ihr Versprechen eingehalten haben, zum Feiertag des Stadtgeburtstages diesen neuen Abschnitt im System der Fahrradwege in Kaliningrad zu eröffnen. Alles was Rang und Namen hatte schwang sich in den Sattel und trat in die Pedale. Allerdings konnte man sich beim Betrachten der Fotos nicht des Eindrucks erwecken, dass Minister der Regierung auch beim Fahrradfahren Stützen benötigen.

Foto: Frau Ageejewa, Ministerin für Tourismus
         Fühlt sich wohl nicht nur im Ministeramt etwas unsicher

 

Die Gesamtlänge des neu eingeweihten Fahrradweges beträgt 10 Kilometer. Anfang des Jahres hatte der Gouverneur gefordert, das gesamte Wegenetz bis zum August fertig zu stellen und der Nutzung zu übergeben. Nun ist es den Bauarbeitern gelungen, die Aufgabe rund zwei Monate vorfristig zu erfüllen – sicherlich eine Ausnahmeerscheinung, wenn auch eine angenehme.

Der Gouverneur brachte sein Wohlwollen über die erfüllte Aufgabe zum Ausdruck. Er wäre allerdings ein schlechter Gouverneur, wenn er nicht doch noch etwas zum kritisieren gefunden hätte – es fehlte die Fahrbahnmarkierung und er gab die Weisung, diese unverzüglich aufzutragen.

Foto: Kaliningrader Gouverneur - einhändig und ohne Helm. Anscheinend liebt er
         das Risiko.

 

Was aber weder Gouverneur noch die anderen Staatsbediensteten bemerkten, bemerkten die Journalisten: Der Radfahrweg ist lang und führt ins Nirgendwo, irgendwohin Richtung Umgehungsstraße. Hier muss sicherlich an der eigentlichen Idee noch etwas gearbeitet werden. In diesem Fall ist nicht der Weg das Ziel sondern eben „das Ziel das Ziel.“

Leider hat dieser Radfahrweg auch keinen Anschluss in Richtung Sowjetski Prospekt, wo eine neue „Stadtautobahn“ inklusive Brücke über die Eisenbahnstrecke Richtung Küste gebaut wurde. Mit dem Fahrrad Richtung Stadtmitte zu fahren, ist also weiterhin nicht möglich.

Quelle: http://kgd.ru/news/item/36178-den-kolesa-kak-chinovniki-proveryali-novuyu-velodorozhku-na-selme

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Bauwesen, Kaliningrad, Stadtereignisse, Stadtverkehr

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