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Interview mit angeblichen Zeugen zum Thema „Absturz MH17“ in der Ukraine

Mi, 24 Dez 2014 Politik & Gesellschaft


Interview mit angeblichen Zeugen zum Thema „Absturz MH17“ in der Ukraine

Die russische Zeitung „Komsomolskaja Prawda“ veröffentlichte am Dienstag ein Interview mit einem Ukrainer, welcher Informationen lieferte zum Absturz des Flugzeuges MH17 im Osten der Ukraine.

Kaliningrad-Domizil übersetzt das Interview in den wesentlichsten Aussagen. Wir weisen darauf hin, dass es sich hier um keine Beweise, sondern nur um ein Interview eines ukrainischen Augenzeugen handelt. Die Glaubwürdigkeit und Wahrhaftigkeit seiner Aussagen werden gegenwärtig in Russland durch die zuständigen Organe überprüft. Er wurde in das Zeugenschutzprogramm der Russischen Föderation aufgenommen.

Der Mann kam von selbst in die Redaktion der „Komsomolskaja Prawda“. Wir haben seine Dokumente überprüft. Er ist kein Schauspieler und auch keine getürkte Person. Seine wirklichen Personalien können wir gegenwärtig nicht nennen – unser ukrainischer Gesprächspartner hat Verwandte in der Ukraine und er befürchtet Repressionen für diese. Nennen wir ihn „Alexander“ und wir hatten den Eindruck, dass seine Befürchtungen, nach dem was er uns erzählt hat, real sind. Wir veröffentlichen das Stenogramm des Gespräches.

KP: Wo waren Sie am 17. Juli 2014, an dem Tag, wo das malaysische Flugzeug abgeschossen wurde?

Alexander: Ich war in der Ukraine, in der Stadt Dneprpetrowsk, in der Siedlung Aviatorskoje. Das ist ein gewöhnlicher Flugplatz. Dort waren damals Jagdflugzeuge und Hubschrauber stationiert. Flugzeuge sind regelmäßig geflogen, haben Bomben abgeworfen, Jäger vom Typ SU-25 haben Donezk und Lugansk bombardiert. Das hat lange Zeit angehalten.

KP: Die Flugzeuge sind jeden Tag geflogen?

Alexander: Jeden Tag

KP: Warum glauben Sie, dass diese Flugzeuge in irgendeinem Zusammenhang mit dem Absturz der Boeing stehen?

Alexander: Es gibt mehrere Gründe. Von acht Flugzeugen die dort stationiert waren, konnten nur zwei Flugzeuge mit Luft-Luft-Raketen ausgestattet werden und die waren dort aufgehängt.

KP: Warum? Gab es irgendwelche Luftkämpfe?

Alexander: Nein, die Raketen waren an den Flugzeugen aufgehängt für die Selbstverteidigung – für den Fall aller Fälle. Im wesentlichen war sonst aufmunitioniert für Kämpfe auf dem Boden

KP: Erzählen Sie über den 17. Juli

Alexander: Ständig flogen Flugzeuge. Seit dem Morgen flogen sie, den ganzen Tag. In der zweiten Tageshälfte, ungefähr eine Stunde vor dem Abschuss der Boeing, starteten drei Jagdflugzeuge. An die genaue Zeit erinnere ich mich nicht mehr. Eines dieser Flugzeuge hatte diese Raketen an Bord. Das war eine SU-25.

KP: Haben Sie das persönlich gesehen?

Alexander: Ja

KP: Wo haben Sie sich genau aufgehalten?

Alexander: Auf dem Territorium. Den ganz genauen Punkt sage ich nicht.

KP: Hatten Sie die Möglichkeit konkret etwas zu sehen, was an den Aufhängungen der Flugzeuge angebracht war? Vielleicht haben Sie Raketen „Luft-Luft“ mit Raketen „Luft-Erde“ verwechselt?

Alexander: Nein, ich habe es nicht verwechselt. Sie unterscheiden sich durch ihre Größe, ihren Flügeln und ihrem Anstrich. Und auch dem Führungskopf. Man kann sie sehr leicht erkennen. Also, nach dem einige Zeit vergangen war, kam nur ein Flugzeug zurück, zwei wurden abgeschossen. Irgendwo im Osten der Ukraine, wie man mir sagte. Zurückgekommen ist nur das Flugzeug, an dem die Raketen aufgehängt waren.

KP: Es ist ohne Raketen zurückgekommen?

Alexander: Ohne Raketen. Der Pilot war sehr erschrocken.

KP: Kennen Sie den Piloten, haben Sie ihn gesehen?

Alexander: Ja

KP: Können Sie seinen Namen sagen?

Alexander: Sein Familienname ist Woloschin

KP: War er alleine im Flugzeug?

Alexander: Ja, das Flugzeug hat nur Platz für eine Person.

KP: Seinen Vornamen kennen Sie nicht?

Alexander: Wladislaw, glaube ich. Genau weiß ich es nicht. Er ist Hauptmann.

KP: Hauptmann Woloschin kehrte zurück. Und weiter?

Alexander: Er kehrte zurück mit leerem Raketenschacht

KP: Es hatte keine Raketen mehr?

Alexander: Ja

KP: Sagen Sie, Alexander, das Flugzeug ist nach Aufgabenerfüllung zurückgekehrt. Sie konnten da noch nicht wissen, was mit der Boeing passiert war, und Sie waren verwundert, dass eine Luft-Luft-Rakete verschwunden war. Wieso?

Alexander: Diese Luft-Luft-Raketen gehören nicht zur Grundausstattung. Sie werden nur auf besonderen Befehl aufgehängt. In der Regel werden Flugzeuge mit diesen Raketen nicht in die Luft geschickt. Es ist einfach unangebracht, diese Raketen öfter mit in die Luft zu nehmen. Insgesamt kann das Flugzeug zwei dieser Raketen mitnehmen. Früher hat man diese Raketen nie genutzt. Sie waren sogar ausgesondert bis zu dem Tag. Aber kurz vorher, eine Woche vor dem Zwischenfall, wurden diese Raketen wieder in den Bestand aufgenommen. Viele Jahre sind sie nicht genutzt worden.

KP: Warum?

Alexander: Ihre Nutzungszeit war abgelaufen, sie stammten noch aus alter Zeit, aus sowjetischer Produktion. Aber es kam ein Befehl zur Verlängerung der Nutzungszeit.

KP: Aber an diesem Tag wurden sie an das Flugzeug gehängt?

Alexander: Sie haben die ganze Zeit mit diesen Raketen gestanden.

KP: Aber sind nicht geflogen?

Alexander: Man war bemüht, sie möglichst wenig starten zu lassen – jeder Flug vermindert die Ressourcen. Aber an diesem Tag sind sie geflogen.

KP: Aber zurückgekehrt ist es ohne diese?

Alexander: Ja, ich kenne ein wenig den Piloten … (es ist gut möglich, das die beiden anderen Flugzeuge vor seinen Augen abgeschossen wurden), und es war einfach nur eine Schreckreaktion, eine unangepasste. Vielleicht vor Schreck oder um Rache zu nehmen hat er die Raketen gegen die Boeing abgeschossen. Vielleicht hat er sie für ein anderes Kampfflugzeug gehalten.

KP: Sind das Raketen mit selbstführendem Kopf?

Alexander: Ja

KP: Als er sie gestartet hat, suchen sie selber das Ziel?

Alexander: Nein, der Pilot muss das Ziel selber fixieren. Dann startet er die Rakete und diese fliegt dann zum Ziel.

KP: Kann der Pilot diese Raketen auch gegen Bodenziele verwenden?

Alexander: Das ist sinnlos.

KP: An was können Sie sich noch an diesem Tag erinnern. Was hat der Pilot gesagt?

Alexander: Er hat einen Satz gesagt, als man ihm aus dem Flugzeug geholfen hat: „Das war nicht das richtige Flugzeug.“ Und am Abend stellte ihm, Woroschilow, ein anderer Pilot die Frage: „Was war das mit dem Flugzeug?“ und er antwortete: „Das Flugzeug war zur verkehrten Zeit am verkehrten Ort.“

KP: Hat der Pilot schon lange dort gedient? Wie alt ist er?

Alexander: Woloschin ist ungefähr 30 Jahre alt. Sein Truppenteil ist in Nikolajew stationiert. Man hat sie nach Dneprpetrowsk abkommandiert. Vorher waren sie in Schugujew in der Nähe von Charkow. Und während der ganzen Zeit haben sie Donezk und Lugansk bombardiert. Und, nach Informationen von einem Angehörigen aus den Nikolajer Truppenteil, machen sie das auch weiterhin.

KP: Der Pilot hatte gute Kampferfahrung?

Alexander: Die, die sich dort befunden hatten, hatten schon ausreichend gedient. Der Truppenteil in Nikolajewsk, ich glaube es war im Jahre 2013, wurde sogar als bester Truppenteil der Ukraine ausgezeichnet.

KP: Wurde die Geschichte mit der Boeing zwischen den Piloten diskutiert?

Alexander: Alle Versuche darüber zu sprechen wurden unterbunden. Untereinander haben die Piloten gesprochen, … die sind so stolz.

KP: Danach, als alles über die Boeing bekannt war, was passierte dann mit dem Piloten, mit dem Hauptmann Woloschin?

Alexander: Er ist weiter geflogen. Und die ganze Zeit über wurden die Piloten nicht ausgetauscht. Es waren immer ein und dieselben.

KP: Versuchen wir die Ereignisse zu rekonstruieren. Wie konnte sich das alles entwickeln? Drei Flugzeuge sollten eine Gefechtsaufgabe erfüllen. Sie befanden sich in etwa in der Zone, in der sich auch die Boeing befand. Zwei Flugzeuge wurden abgeschossen. Der Hauptmann Woloschin hat die Nerven verloren, war erschrocken und vielleicht hat er die Boeing für ein Militärflugzeug gehalten?

Alexander: Möglich. Die Entfernung war groß und er konnte nicht genau erkennen was das für ein Flugzeug war.

KP: Aus welcher Entfernung werden diese Raketen abgeschossen?

Alexander: In einer Entfernung von 3 – 5 Kilometer können sie ihr Ziel fixieren.

KP: Und der Unterschied in der Fluggeschwindigkeit zwischen einem Kampfflugzeug und einer Boeing?

Alexander: Das ist bedeutungslos. Die Raketen haben eine ziemlich hohe Geschwindigkeit. Es ist eine sehr schnelle Rakete.

KP: Sie holt es in jedem Fall ein? Und die Höhe?

Alexander: Er kann auf seiner maximal möglichen Höhe – 7.000 Meter, absolut ruhig sein Ziel anvisieren.

KP: Auch nach oben abschießen?

Alexander: Ja. Das Flugzeug nimmt einfach die Nase nach oben und es gibt keine Probleme das Ziel anzuvisieren und die Rakete zu starten. Die Rakete kann bis zu 10 Kilometern fliegen.

KP: In welcher Entfernung zum Ziel explodiert diese Rakete? Kann sie in das Flugzeug eindringen und dort explodieren?

Alexander: Das hängt vom Modell ab. Sie kann direkt im Flugzeug explodieren oder auch in einer Entfernung von 500 Metern.

KP: Wir waren am Katastrophenort und haben dort bemerkt, dass Teile in den Rumpf des Flugzeuges eingedrungen sind. Es war so ein Gefühl, als ob etwas in einer Entfernung von zwei Metern von der Boeing explodiert ist.

Alexander: Auch so eine Rakete gibt es. Das ist das Schussprinzip – sie explodiert, aber der Schuss geht weiter und dann trifft der Hauptgefechtskopf der Rakete.

KP: Die Ukraine hat erklärt, dass an diesem Tag keine Kampfflugzeuge im Einsatz waren. Wir haben verschiedene Quellen zu den abgeschossenen Flugzeugen überprüft. Die Ukraine widerspricht immer, dass an diesem Tag Kampfflugzeuge geflogen sind.

Alexander: Ich weiß. Die Ukraine erklärt auch, dass diese beiden Flugzeuge am 16. Juli abgeschossen wurden und nicht am 17. Juli. Und man hat dieses Datum mehrmals korrigiert. Aber geflogen wurde jeden Tag. Ich habe es selber gesehen. Selbst während des Waffenstillstands wurde geflogen – allerdings weniger.

KP: Welche Bewaffnung hatten die Flugzeuge Ihres Flugplatzes. Wurden Phosphorbomben oder Brandbomben angewendet? Am Boden hat die ukrainische Artillerie diese sehr aktiv verwendet.

Alexander: Phosphorbomben habe ich nicht gesehen. Aber großflächig detonierende Bomben.

KP: Sind diese verboten?

Alexander: Ja, diese waren für Afghanistan bestimmt. Sie wurden verboten und bis zuletzt auch nicht verwendet. Irgendeine Konvention verbietet die Anwendung, ich erinnere mich nicht, ich kann es nicht sagen. Diese Bomben sind inhuman, sie verbrennen alles. Absolut alles verbrennen sie.

KP: Sie wurden an die Flugzeuge gehängt und in den Kampfhandlungen eingesetzt?

Alexander: Ja, auch die verbotenen Kassettenbomben wurden verwendet. Luftkassettenbomben – in Abhängigkeit von der Größe können sie alles im weiten Umkreis vernichten. Ein Stadion – eine Bombe reicht dafür. Sie ist völlig ausreichend um eine Fläche von zwei Hektar vollständig abzudecken.

KP: Warum haben sie sich entschlossen, solche Waffen einzusetzen?

Alexander: Sie haben Befehle ausgeführt. Wer den Befehl gegeben hat – keine Ahnung.

KP: Welchen Sinn haben solche Waffen – zu erschrecken?

Alexander: Maximale Vernichtung aller lebenden Ziele.

KP: Warum sind Sie nach Russland gekommen und warum haben Sie sich entschlossen, das alles zu erzählen. Und warum hat davon niemand früher etwas erfahren. Sie sind ja nicht der einzige Zeuge.

Alexander: Alle haben Angst vor dem ukrainischen Sicherheitsdienst und der Nationalgarde. Die Leute werden wegen jedem unvorsichtigen Wort geschlagen oder eingesperrt wegen jedem beliebigen Vorwand oder Verdacht auf Sympathien mit Russland oder den Volkswehren. Ich war von Anfang an gegen diese Anti-Terror-Operation. Ich bin nicht einverstanden mit der Politik des ukrainischen Staates. Der Bürgerkrieg ist nicht richtig. Die eigenen Leute umbringen – das ist nicht normal. Und irgendwie daran teilnehmen oder nicht, auf Seiten der Ukraine – ich wollte das von Anfang an nicht.

Anmerkung UN: Zwischenzeitlich ist die Identität von „Alexander“ den russischen Untersuchungsbehörden bekannt. Es wurde Kontakt aufgenommen und eine Befragung als Zeuge vereinbart.

Es gibt ein weiteres Interview mit dem Chefredakteur von „Komsomolskaja Prawda“, in dem er durch die „Rossiskaja Gaseta“ zu den Begleitumständen des Interviews befragt wird. Im Original unter nachfolgendem Link nachzulesen:

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