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Ist Chodorkowski ein Aktien-Dieb?

Mi, 30 Mär 2016 Politik & Gesellschaft


Ist Chodorkowski ein Aktien-Dieb?

Chodorkowski, ein in Russland verurteilter Steuerbetrüger und durch den russischen Präsidenten begnadigter jetziger Auslands-Russe, wird aktuell nicht nur des Mordes, mindestens aber der Anstiftung zu einem Doppelmord beschuldigt, sondern scheint sich die Aktien von „Yukos“ auch auf dubiose Weise angeeignet zu haben.

Die russischen Untersuchungsbehörden haben sich in den letzten Monaten intensiv mit der Vergangenheit der Aktien der Firma Yukos beschäftigt. Immerhin war die Ausgangslage so, dass es sich um ein staatliches Unternehmen handelte, welches im Rahmen der Privatisierung in den 90er Jahren dann in Privathände gelangte. Dass es bei der Privatisierung nicht immer mit rechten und rechtlichen Dingen zuging – dass wissen Deutsche aus den Erfahrungen der treuhänderischen Arbeit nach 1990 in Deutschland mindestens genauso gut wie es die Russen zu den Vorgängen wissen, die sich nach 1990/91 in der russischen Wirtschaft abspielten.

Nun informierte Wladimir Markin, der mit der Sache beauftragte Untersuchungsführer, dass die Gesellschafter der Firma Yukos ihre Aktien unter Verletzung der russischen Gesetzgebung erworben haben und er kurz davor stehe, die kompletten Beweise vorlegen zu können.

Gesprochen wurde schon lange davon – so Markin, aber nur auf der Ebene „… na das wissen doch alle …“, aber hier geht es nicht darum was alle wissen, sondern wie man Vorgänge rechtlich korrekt auch beweisen kann. Nun verfügen die Untersuchungsbehörden über Dokumente, die das beweisen werden, was „alle schon immer wussten.“

So ist es wohl den Untersuchungsbehörden gelungen, alte Computer mit einer installierten, aber nicht mehr lesbaren Software wieder zu aktivieren. Dort befanden sich interessante Unterlagen, die den Wissensstand der russischen Untersuchungsbehörden wohl erheblich bereichert haben.

Gegenwärtig ist noch ein Haager Gerichtsurteil anhängig, welches Russland verpflichtet, den ausländischen Aktionären von Yukos 50 Milliarden USD Entschädigung zu zahlen. Die russischen Untersuchungsbehörden stehen aber kurz davor zu beweisen, dass es eigentlich gar keine ausländischen Gesellschafter gab/gibt und diejenigen, die es gibt, laut russischer Gesetzgebung nicht das Recht hatten, Gesellschafteranteile zu kaufen.

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Recht und Gesetz

   Kommentare ( 1 )

Frank Werner Veröffentlicht: 30. März 2016 19:32:08

Da bin ich mir doch ganz sicher, dass man Beweise "finden" wird ...

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