Kaliningrad-Domizil

Informationsagentur
+7 (4012) 32-65-32

Kaliningrad-Domizil modifiziert Artikel von „Spiegel-Online“

Di, 15 Jul 2014 Politik & Gesellschaft


Kaliningrad-Domizil modifiziert Artikel von „Spiegel-Online“

Am 12. März 2013 veröffentlichte „Spiegel-Online“ einen interessanten Artikel, den „Kaliningrad-Domizil“ heute, mit über einjähriger Verspätung ergänzen möchte. Es geht um Parallelen zwischen den Falklandinseln und der Halbinsel Krim.

Spiegel-Online schreibt unter folgendem Link:

 

Spiegel Online: Die Bewohner der Falkland-Inseln haben sich in einem Referendum für einen Verbleib bei Großbritannien ausgesprochen. 99,8 Prozent stimmten nach Angaben der Behörden mit Ja. Die Wahlbeteiligung lag bei rund 92 Prozent - stimmberechtigt waren 1.672 Menschen. Es gab nur drei Nein-Stimmen.

Kaliningrad-Domizil: Die Bewohner der Halbinsel Krim haben sich in einem Referendum für einen Beitritt der Halbinsel zur russischen Föderation ausgesprochen. 96,7 Prozent stimmten nach Angaben der Behörden mit Ja. Die Wahlbeteiligung lag bei rund 83 Prozent – stimmberechtigt waren 1,5 Mio. Menschen. Es gab nur 3,5 Prozent Nein-Stimmen.

Spiegel Online: Umfragen hatten bereits darauf hingedeutet, dass die Inselbewohner mit großer Mehrheit für eine Beibehaltung des gegenwärtigen politischen Status votieren würden. Die rund 2.500 Falkländer sind zufrieden: Sie haben ihre eigene Regierung, ihren eigenen Haushalt und regeln alle Angelegenheiten selbst. Zugleich genießen die allermeisten von ihnen die Vorzüge eines britischen Passes - und die Nuklearmacht Großbritannien übernimmt Verteidigung und Außenpolitik kostenlos.

Kaliningrad-Domizil: Umfragen hatten bereits darauf hingedeutet, dass die Bewohner mit großer Mehrheit nicht für eine Beibehaltung des gegenwärtigen politischen Status votieren würden. Die rund zwei Millionen Krim-Bewohner sind mehrheitlich zufrieden: Sie haben ihre eigene Regierung, ihren eigenen Haushalt und regeln alle Angelegenheiten selbst. Zugleich genießen die allermeisten von ihnen die Vorzüge eines russischen Passes - und die Nuklearmacht Russland übernimmt Verteidigung und Außenpolitik kostenlos.

Spiegel Online: Die Abstimmung wurde von den Falkland-Bewohnern selbst in die Wege geleitet. Sie wollten ein Zeichen setzen, weil die argentinische Regierung die Britishness der Inseln ständig in Frage stellt. Auf der Inselgruppe feierten die Menschen das Ergebnis frenetisch. "Hier ist so viel Lärm, es ist riesig", sagte Barry Elsby vom Lokalparlament der Nachrichtenagentur AFP am Telefon. Hunderte Menschen sängen und schwenkten Flaggen, berichtete er.

Kaliningrad-Domizil: Die Abstimmung wurde von den Bewohnern der Halbinsel Krim selbst in die Wege geleitet. Sie wollten ein Zeichen setzen, weil die ukrainische Regierung sich unzureichend um die Belange der mehrheitlich russischsprachigen Bevölkerung der Halbinsel kümmert. Auf der Halbinsel feierten die Menschen das Ergebnis frenetisch. "Hier ist so viel Lärm, es ist riesig", meldeten verschiedene Massenmedien. Tausende Menschen sängen und schwenkten russische Flaggen, berichteten Korrespondenten übereinstimmend.

Spiegel Online: Der britische Außenminister William Hague begrüßte den Ausgang des Referendums. Alle Länder sollten die Ergebnisse akzeptieren und die Inselbewohner bei der Entwicklung ihrer Heimat und ihrer Wirtschaft unterstützen.

Kaliningrad-Domizil: Der russische Außenminister Sergej Lawrow begrüßte den Ausgang des Referendums. Alle Länder sollten die Ergebnisse akzeptieren und die Bewohner der Halbinsel bei der Entwicklung ihrer Heimat und ihrer Wirtschaft unterstützen.

 

Spiegel Online: Internationale Beobachter sprachen von einer "freien, fairen und technisch einwandfreien" Abstimmung.

 

Kaliningrad-Domizil: Beobachter der Europäischen Union und den USA, die nicht angereist waren, sprachen entsprechend einer vorherigen Einweisung durch Ihre Auftraggeber von einer "unfreien, unfairen und technisch mangelhaften" Abstimmung.

 

Spiegel Online: Argentinien, das die Inselgruppe im Südatlantik ebenfalls beansprucht, bekräftigte, dass es das Referendum von Sonntag und Montag nicht anerkenne. Es handele sich um ein "rechtlich wertloses Manöver", das nicht von den Vereinten Nationen überwacht worden sei, sagte die argentinische Botschafterin in London, Alicia Castro. "Wir respektieren ihre Lebensweise, ihre Identität", sagte Castro über die Bewohner der Falkland-Inseln. "Wir respektieren, dass sie weiter britisch sein wollen, aber das von ihnen bewohnte Territorium ist nicht britisch."

 

Kaliningrad-Domizil: Die Ukraine, die die Halbinsel Krim in den 50er Jahren, unter noch ungeklärten Umständen, vom sowjetischen Parteichef Chrustschow geschenkt bekam, beansprucht die Halbinsel weiterhin für sich.  Vertreter, der durch einen Putsch an die Macht gekommenen ukrainischen Regierung erklärten, dass sie das Referendum nicht anerkennen. Es handele sich um ein "rechtlich wertloses Manöver", das nicht von den Vereinten Nationen überwacht worden sei.

 

Kommentar

 

Spiegel Online: Die Falkland-Inseln sind zwischen Argentinien und Großbritannien umstritten. Die 400 Kilometer vom argentinischen Festland entfernten Inseln befinden sich seit 1833 unter Kontrolle Großbritanniens, nachdem die britische Kolonialmacht die Vertreter der argentinischen Behörden vertrieben hatte.

 

Kaliningrad-Domizil: Die Halbinsel Krim ist zwischen Russland und der Ukraine umstritten. Die vier Kilometer vom russischen Festland befindliche Halbinsel befand sich bis 1954 im Bestand Russlands und wurde 1954 vom damaligen sowjetischen Parteichef ukrainischer Nationalität Chrustschow, unter noch ungeklärten Umständen der Ukraine, die zum damaligen Zeitpunkt Bestandteil der Sowjetunion war, übergeben.

 

Spiegel Online: Die argentinische Militärjunta hatte am 2. April 1982 eine Invasion begonnen. Der bis zum 14. Juni andauernde Krieg endete für das südamerikanische Land mit einer Niederlage. 255 britische Soldaten starben, auf argentinischer Seite gab es 649 Tote.

 

Kaliningrad-Domizil: Die Selbstverteidigungskräfte der Halbinsel Krim hatten Anfang des Jahres 2014 begonnen, den Schutz ihrer Interessen gegenüber der, durch einen Putsch an die Macht gekommenen Kiewer Regierung, zu schützen. Die bis zur Durchführung des Referendums andauernden Streitigkeiten endeten mit der Liquidierung der ukrainischen Verwaltungs- und Regierungsstrukturen. Es fanden keine Kriegshandlungen statt. Russland begann sofort nach dem Anschluss der Krim mit der Übergabe von Militärtechnik an die Ukraine und stellte diese Übergabe erst dann ein, als die ukrainische Regierung begann, auf die mehrheitlich russischsprachige Bevölkerung im Osten des Landes mit Panzern und Kanonen zu schießen.

Spiegel Online: Vor den Falkland-Inseln wurden jüngst große Ölfelder entdeckt, was den Streit zwischen Großbritannien und Argentinien neu anfachte.

Kaliningrad-Domizil: Im Bereich der Krim gibt es Erdölvorkommen welche den Neid anderer Länder hervorruft. Ebenso hat die Krim militärstrategisch eine große Bedeutung, welche nun durch Russland genutzt wird. Auch dieser Fakt ruft Unbehagen bei Drittstaaten hervor, die gerne der ganzen Welt ihren Willen und ihre Weltsicht vermitteln wollen.

Und was ist die Moral der Geschichte? Wenn zwei Referenden durchgeführt werden und die Ergebnisse eindeutig sind, so ist es noch lange nicht gesagt, dass sie auch eindeutig sind. Während die Kolonialmacht England weiterhin den Anspruch auf die Insel mit den Ergebnissen eines Referendums (gerechtfertigt) durchsetzen kann, wird dies Russland und der Krim-Bevölkerung nicht zugestanden. Das nennt man dann „doppelter internationaler Standard“.  Und da man nur auf einen Anlass gewartet hat, um die erfolgreiche Entwicklung in Russland aufzuhalten, kam der Staatsstreich in der Ukraine mit all seinen Folgen gerade recht …

Uwe Niemeier

Reklame

Internationales, Krim

   Kommentare ( 0 )

Um einen Kommentar zu schreiben müssen Sie sich registrieren oder autorisieren
Melden Sie sich an