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Keine 72-Stunden-Visa mehr für das Kaliningrader Gebiet

Di, 09 Dez 2014 Politik & Gesellschaft


Keine 72-Stunden-Visa mehr für das Kaliningrader Gebiet

Das russische Außenministerium teilt auf seiner Internetseite mit, dass es ab 1. Januar 2015 keine 72-Stunden-Visa für das Kaliningrader Gebiet mehr geben wird.

Mit großer Sicherheit wird diese Meldung in den westlichen Medien, zumindest jedoch bei Kaliningrad-Interessierten für Aufregung und Verunsicherung sorgen. Und bevor Falschmeldungen, verkehrt verstandene Meldungen und böswillige Kommentare auftauchen, informieren wir einfach und verständlich zur Verlautbarung des russischen Außenministeriums.

Per 1. Januar 2015 wird es für das Kaliningrader Gebiet keine Ausgabe von Visa mit einer Gültigkeit von 72 Stunden, direkt an der Grenze mehr geben.

Diese Visaart existierte seit dem 1. Februar 2002 und wurde an Bürger des Schengenraumes, Großbritanniens und Japans ausgegeben. Dieses Visum gab dem Inhaber die Möglichkeit, Kaliningrad als Tourist für maximal 72 Stunden zu besuchen und das Visum direkt an der Grenze zu erhalten.

In der Praxis hat sich dieses Visum nicht bewährt. Es war so umständlich und aufwendig, dass sich keine Privatperson damit beschäftigt hat. Der Russe hat hierfür einen passenden Spruch entwickelt: „Wir wollten das Beste … es kam aber wie immer.“

In Kaliningrad haben einige Tourismusfirmen diese Dienstleistung erbracht, es waren aber, gemessen am Gesamtaufkommen der visapflichtigen Besucher, eine Anzahl irgendwo rechts hinter dem Komma.

Für 99,999 Prozent aller Bewohner des Schengenraumes hat also diese Mitteilung weder eine praktische noch eine informelle Bedeutung. Sie ist, um „… mit deutschem akzent“ zu sprechen, gleichzusetzen mit einer Verlautbarung der Bundesregierung am heutigen Tag, dass die DDR am 3.10.1990 aufgehört hat zu existieren.

Diese Mitteilung hat auch überhaupt nichts zu tun mit dem durch Russland geplanten 72-Stunden-Visafrei Regime für (bisher) 11 ausgewählte Russische Städte und Regionen. Der Gesetzentwurf hierzu hat in erster Lesung die russische Staatsduma passiert und hätte in diesem Jahr auch die zweite und dritte Lesung passieren sollen. Da aber, aus aktuellem Anlass, die Duma mit anderen Dingen ausgelastet ist, gab es bisher keine entsprechende gesetzliche Regelung für die Erleichterung der Einreise von Bürgern der EU nach Kaliningrad.

Uwe Niemeier

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