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Kudrin – die mahnende Stimme warnt vor einer Sozialrevolution in Russland

Mi, 19 Jun 2019 Politik & Gesellschaft


Kudrin – die mahnende Stimme warnt vor einer Sozialrevolution in Russland
Begleittext zur Videoinformation
Der hier veröffentlichte Text ist der gesprochene Begleittext zum Video und entspricht der Qualität eines Manuskripts. Am Ende des Textes finden Sie den eigentlichen Beitrag in Form einer Videoinformation. Nur der Manuskripttext enthält nicht alle angebotenen Informationen, denn im Videobeitrag gibt es zusätzliche eingeblendete Text-, Grafik- und Fotoinformationen.

 

 

Alexej Kudrin, der Chef des russischen Rechnungshofes, hat soziale Unruhen vorhergesagt, wenn es zu einer weiteren Verarmung der Bevölkerung kommen sollte. Er nutzte für seine gruselige Prophezeiung eine TV-Veranstaltung.

Alexej Kudrin, ein Vertrauter des russischen Präsidenten Putin, ehemaliger Finanzminister unter dem damaligen Präsidenten Medwedjew, nutzte eine TV-Veranstaltung, um mal wieder düstere Zeiten vorherzusagen.

Er kommentierte, dass, wenn sich die Armutsentwicklung weiter so fortsetze, er die Gefahr von großen sozialen Unruhen in Russland nicht ausschließen kann.

Diesen Äußerungen stehen andere Informationen der russischen Zentralregierung entgegen, wonach sich die Anzahl der Armen in Russland, also der Personen, die weniger als das staatlich berechnete Existenzminimum zur Verfügung haben, im Jahre 2018, im Vergleich zu 2017, um 400.000 verringert hat.

Durch das russische Arbeitsministerium wurde bereits vor Monaten kommentiert, dass man sich der Situation der hohen Anzahl offiziell registrierter „Armer“ durchaus bewusst ist, man sich aber diese Zahl nicht erklären kann. Deshalb werde man mit all diesen Millionen Armen im Verlaufe eines Jahres persönlich sprechen, um die Situation zu klären.

Man kann wohl davon ausgehen, dass sich nach diesen Gesprächen bei einem nicht unerheblichen Teil derjenigen, die als Arme registriert sind, herausstellt, dass diese wohl diesen Status nicht erfüllen. Bisherige veröffentlichte Beispiele zeigen, dass Sozialbetrug, in nicht unerheblichem Umfang, in Russland an der Tagesordnung ist.

Auch Dmitri Peskow, Pressesprecher des russischen Präsidenten, kommentierte die Äußerungen des Leiters des Rechnungshofes und meinte, dass diese Einschätzung arg übertrieben ist und wohl mehr emotional diktiert war, als der Wirklichkeit entspricht. Natürlich ist man sich der Situation bewusst und genau deshalb wird in der aktuellen Präsidenten-Amtsperiode der Sozialproblematik besondere Aufmerksamkeit geschenkt.

Aber auch Kudrin selber ruderte im Verlaufe des Tages zurück und kommentierte, dass er hoffe, dass es nicht zu sozialen Unruhen komme, eine Sozialrevolution selber sehe er nicht.

Monatlich werden durch zwei der führenden Sozialanalysezentren Russlands, das Levada-Zentrum und WZIOM Befragungen durchgeführt. Hiernach meinten 49 Prozent aller befragten Russen, das sich das Land generell in die richtige Richtung bewegt, 40 Prozent meinen dies nicht. Und auf einer Scala 0-100 schätzen die Russen ihr persönliches Wohlbefinden aktuell mit 55 ein. Natürlich kann man diese Zahlen auch negativ analysieren und daraus ableiten, dass rund die Hälfte der Bevölkerung in sozialem Unfrieden lebt. Jeder kommentiert natürlich so, wie es ihm für seine eigene Argumentation richtig erscheint.

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   Kommentare ( 1 )

Радебергер Radeberger Veröffentlicht: 20. Juni 2019 02:26:59

Wenn man mal die Fernsehbeiträge zur Armut in Rußland bei Rossia 24 verfolgt, dann kann man die Prognose von Kudrin nicht so einfach vom Tisch wischen.
Ich habe bemerkt, daß es weniger Einzelpersonen sind, die sich friedlich und anständig mit Bitten aber auch Forderungen an Putin wenden. Es werden mehr Gruppen von Menschen, die von einer Vertrauensperson aus ihrer Mitte, die Petition über das Fernsehen übermitteln.Und es gibt wirklich noch grauenhafte Zustände, wofür aber Putin nichts kann. Da wären doch schon seit vielen Jahren die örtlichen Verwaltungen gefragt. Und denen wird dann wohl der zuständige Gouverneur so richtig einheizen, denn eine zornerfüllte Reformande werden diese Gebietschefs über sich ergehen lassen müssen, damit die ihre örtlichen Orgabe auf Trab bringen. Überall dasselbe.

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