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Massenmediale Gerüchteküche um den Kaliningrader Gouverneur

Di, 12 Nov 2013 Politik & Gesellschaft


Massenmediale Gerüchteküche um den Kaliningrader Gouverneur

Den ganzen Montag über polterten Nachrichten aus den verschiedensten Quellen in die verschiedensten Redaktionen der Informationsportale zum Schicksal des Kaliningrader Gouverneurs. Es ist augenscheinlich, dass viele das Ereignis eines Rücktritts des Gouverneurs nur noch ungeduldig erwarten.

Begonnen hatte die Informationsflut bei unserem Medienpartner „RUGRAD.EU“, der wiederum die föderale Zeitung „Gaseta.ru“ zitierte: „Nikolai Zukanov ist weiterhin ein unpopulärer Gouverneur. Nur hofft er auf die Genehmigung aus dem Kreml, sich zu vorgezogenen Gouverneurswahlen in Kaliningrad wieder als Kandidat aufstellen lassen zu dürfen.“

Der Zeitung liegen Informationen vor, dass sich der Kaliningrader Gouverneur unlängst mit dem Ersten Stellvertreter des Chefs der Präsidialverwaltung, Wjatscheslaw Wolodim unterhalten und seine Bereitschaft zu vorgezogenen Gouverneurswahlen erklärt habe. Als Zukanov diese Frage ansprach, wollte er unter anderem die Reaktion der Zentralmacht testen und somit Meinungen und Einstellungen zu seiner Person erkunden.

Der Kaliningrader Gouverneur bestreitet, dass so ein Treffen stattgefunden hat.

Nach Meinung von Professor Oleg Matwejtschew, welcher eine Zeit lang in der Präsidialverwaltung für die westlichste Region Russlands zuständig war, ist für den Kreml in erster Linie interessant, ob überhaupt vorgezogene Neuwahlen in Kaliningrad notwendig sind und erst an allerletzter Stelle aller zu klärenden Fragen steht der Name „Zukanov“.

Nach Meinung des Experten aus der Präsidialverwaltung sind die Wahlen im Kaliningrader Gebiet mit viel Kopfschmerzen für alle Beteiligten verbunden – eben deshalb, weil Kaliningrad eine Exklave ist, dort eine schwierige ökonomische und politische Situation herrscht.

Die Chancen für eine Wiederwahl des Gouverneurs Zukanov sieht der Kremlexperte pessimistisch. „Perspektiven für Zukanov gibt es nur, wenn gigantische verwaltungstechnische Ressourcen aufgewandt werden, einschließlich sämtlicher Möglichkeiten des Kreml selber für die Lösung aller Probleme im Zusammenhang mit Zukanov. Hierzu würde dann auch die Blockierung von starken möglichen Konkurrenten gehören. Und selbst dann hätte Zukanov nur wenig Chancen – er hat einfach viel zu viele Feinde und einer davon ist der Kaliningrader Bürgermeister Jaroschuk", - so der Experte aus dem Kreml.

Interessant ist, das der Experte aus der Präsidialverwaltung, Oleg Matwetschew auch gleichzeitig Mitarbeiter des Fonds „Petersburger Politik“ ist, also des Fonds, welcher seit einigen Monaten Gouverneursratings veröffentlicht und Zukanov auf die letzten Plätze verweist.

Zum jetzigen Zeitpunkt gibt es keine Entscheidung für vorgezogene Gouverneurswahlen im Jahre 2014. Diese Entscheidung wird durch den russischen Präsidenten gefällt. Trotzdem spekulieren föderale Massenmedien offen zu diesem Thema. So schreibt die Zeitung „Kommersant-Macht“ (Zeitung befindet sich im gleichen Verlag wie „Gaseta.ru"), dass noch ein weiterer Grund für vorzeitige Gouverneurswahlen in Kaliningrad existiert. Im Kreml ist man der Meinung, dass die Ernennung Zukanovs zum Gouverneur eine unglückliche Entscheidung war. Er ist einfach ein unpopulärer Gouverneur.

Quelle: http://rugrad.eu/news/633389/

Kaliningrader Medien zitieren weiter die „Gaseta.ru“, welche sich wiederum auf interne, nicht genanntsein wollende Informanten aus der Kaliningrader Regierung bezieht. Der Bürgermeister Jaroschuk und der Abgeordnete in der Staatsduma für das Kaliningrader Gebiet, Andrej Kolesnik könnten Anspruch auf den Gouverneursstuhl erheben und deshalb wird um sie herum ein kompromittierender Informationskrieg entwickelt.

Quelle: http://www.newkaliningrad.ru/news/politics/2795579-federalnye-smi-vnov-otpravlyayut-nikolaya-tsukanova-v-otstavku.html

Am späten Nachmittag des gestrigen Tages meldete sich dann auch der Kaliningrader Bürgermeister zu Wort und nannte all die Informationen „eine neuerliche Ente“ und „Unfug und Intrige“. Und er kommentierte Dinge, die eigentlich doch noch gar nicht bekannt sein dürften. Er brachte die neuerlichen Gerüchte in Verbindung mit dem „Wahlkampf, der bereits begonnen habe“, der doch aber noch gar nicht offiziell verkündet wurde.

Und dann meldete sich auch der Gouverneur zu Wort. Er bestritt irgendwelche Gedanken über irgendwelche Rücktritte oder vorgezogene Wahlen. Er unterstrich, dass hier nur einer etwas zu sagen hätte und das wäre der russische Präsident und er als Gouverneur hätte die Weisung des Präsidenten zu erfüllen. Und wenn der Präsident ihm vertraut, so wird er sich den Wahlen stellen, aber bis dahin sollten die Leute einfach nicht auf die nun schon hundertfach genannten Daten seines Rücktritts schauen.                                                               

Quelle: http://kgd.ru/news/item/31498-ocherednaya-utka-yaroshuk-nazval-bredom-i-intrigami-informaciyu-ob-otstavke-cukanova

Interessant ist die Denkweise des Gouverneurs zum Argument, dass er bei der Kaliningrader Elite und der Bevölkerung nicht populär ist. Er verwies auf die Pläne zur Entwicklung der Region zur Verbesserung der Lebensbedingungen der Bevölkerung (Anm. UN: wo fast sämtliche Vollmachten in föderalen Händen liegen), er erinnerte an das Programm zur Gasifizierung der Region (Anm. UN: durch Finanzierung aus föderalen Mitteln), an den Plan zum Bau eines Tiefseehafens (Anmerkung UN: mit Krediten aus dem föderalen Haushalt), den Bau des Airports (Anm. UN: auf Initiative der Zentralregierung) und den Straßenbau (Anm. UN: mit föderalen Haushaltsmitteln). Und der Gouverneur schloss: „Wenn die Bewohner all dies haben wollen, dann unterstützen sie mich also als Gouverneur.“ (Anmerkung UN: Eine Logik mit schwieriger Nachvollziehbarkeit). Außerdem, so der Gouverneur, herrscht in Kaliningrad zurzeit keine Proteststimmung (Anm. UN: Was will er uns denn nun damit sagen?).

Quelle: http://kgd.ru/news/item/31496-cukanov-posovetoval-ne-obrashhat-vnimanie-na-sotni-dat-svoej-otstavki

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