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Neuer Vergiftungsfall in Salisbury

Fr, 21 Sep 2018 Politik & Gesellschaft


Neuer Vergiftungsfall in Salisbury
Begleittext zur Videoinformation
Der hier veröffentlichte Text ist der gesprochene Begleittext zum Video und entspricht der Qualität eines Manuskripts. Am Ende des Textes finden Sie den eigentlichen Beitrag in Form einer Videoinformation.

 

Die britische Stadt Salisbury scheint sich zum Zentrum der russischen Giftindustrie zu entwickeln. Wieder gibt es einen Fall von Vergiftung von zwei Personen – einer Frau und einem Mann. Bei der Frau handelt es sich um eine Russin.  

Erste Medienmeldungen informierten, dass beide am 16. September in einem Restaurant saßen und dort speisten. Dem Mann wurde schlecht und er ging zur Toilette. Wenig später fand die Frau ihren Mann bewusstlos dort auf und alarmierte den Rettungsdienst. In den Sekunden, wo alle auf den Rettungsdienst warteten, spürte auch die Frau das ihr schlecht wurde.

Der Mann konnte sich anscheinend nicht mehr äußern, aber die Frau war noch in der Lage zu hauchen, dass sie russische Staatsbürgerin ist und sie wohl von Putin vergiftet wurde – mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit. Als Grund dafür, dass Putin sie vergiftet habe, meinte sie, dass es sich um Rache handele, weil sie sich von ihrer russischen Heimat abgewandt habe.

Schon am nächsten Tag konnte die britische Polizei ausschließen, dass wieder Nowitschok zum Einsatz gekommen war. Die Vermutung, dass es sich um Putin und um Nowitschok handelte, lag nahe, denn das Restaurant liegt auch sehr nah an dem Restaurant, wo die Skripals gespeist hatten, bevor sie Symptome zeigten.

Am 19. September äußerte sich Dmitri Peskow, Pressesprecher des russischen Präsidenten zu diesem Vorfall. Er meinte, dass die neuerlichen Anschuldigungen absurd sind. Und er zeigte wenig Lust, sich in Zukunft noch mit derartigen Themen zu beschäftigen.

Am 20. September berichteten dann die Medien, dass es sich bei der Emigranten-Russin um eine Elite-Prostituierte handelt und ihr Mann sich mit dem Verkauf von Rauschgift beschäftigt. Gegen den Mann laufen Untersuchungen und er befand sich, gegen Hinterlegung einer Bürgschaft, bis kommendem Jahr, auf freien Fuß.

Anna Schapirowa scheint ihr Geschäft auch gut zu verstehen, denn für eine Nacht mit ihr muss man schon mal bis zu 4.000 Pfund auf den Nachttisch legen – so die britische Presse.

Wenig später meldeten die Medien, dass die Vergiftung wohl eine Inszenierung war, denn die Blutanalyse habe keinerlei Gifte feststellen können.

Und am heutigen Freitag berichtet die britische Zeitung „The Times“, dass das „vergiftete“ Pärchen wohl nun mit einer Strafanzeige des Restaurants zu rechnen habe – wegen Rufschädigung. Ob der britische Staat wegen Irreführung der Behörden oder anderer zuständiger Paragraphen Anzeige erstattet, ging aus der Meldung nicht hervor.

Nun bleibt nur noch abzuwarten, ob auch die Skripals, die wohl irgendwie, irgendwo verschwunden sind, mal informieren, ob sie nützliche Idioten in einem britischen Krimi waren.

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Großbritannien

   Kommentare ( 4 )

Frank Werner Veröffentlicht: 22. September 2018 12:03:27

@UEN
Das sollte doch unter ihren Niveau sein, oder? Es wurde von britischer Seite schon sehr zügig informiert, dass das mit den anderen Fällen nichts zu tun hat. Das sich die ru. Administration dazu äußert - und die Art und Weise - hat nur den Zweck weiterer Nebelkerzen und die ganze - eigentlich traurige und skandalöse - Geschichte lächerlich zu machen und die Bewesie zu diskreditieren. Die Beweise sind (wieder) erdrückend, wie auch in den anderen Fällen.

Uwe Erich Niemeier Veröffentlicht: 22. September 2018 16:37:49

... da ich die ganze "Scripal"-Angelegenheit als grossartig inszeniertes Theater mit mehr oder weniger begabten Schauspielern halte, fand ich diesen Beitrag eigentlich als durchaus angemessen für eine Erwähnung. Immerhin ist das Leben so ernst, dass man manchmal das Bedürfnis nach etwas Lächerlichem hat.

Радебергер Radeberger Veröffentlicht: 22. September 2018 20:40:16

"Die Beweise sind (wieder) erdrückend, wie auch in den anderen Fällen."
Da wissen Sie mehr als ich. Welche Beweise meinen Sie denn?
Ich frage aber ausdrücklich nach Beweisen, nicht nach immer wiederholten Vermutungen, nicht belegbaren Schlußfolgerungen, irren Behauptungen.

Frank Werner Veröffentlicht: 30. September 2018 11:05:08

@UEN
Ein kleiner Nachschlag. In verschiedenen Medien wird jetzt sehr konkret bzgl. den Erkenntnissen zu den "Touristen" informiert. U.a. hatten die "Touristen" fortlaufenden Passnummern. Wie wahrscheinlich ist soetwas bei normalen Zivilisten? Von den anderen Fakten ganz zu schweigen.

Uwe Erich Niemeier Veröffentlicht: 30. September 2018 11:33:29

... diese Infos sind aber gleich zu Anfang schon genannt worden, auch in russischen Medien, d.h., dass sich die Passnummern der Beiden nur um eine Stelle unterscheiden. Derjenige russische Journalist, der diese Infos veröffentlicht hat, ist heute Nacht aus Russland ausgereist und befindet sich irgendwo in einem baltischen Staat. Und es gibt Stellungnahmen von ehemaligen militärischen Vorgesetzten eines der Beiden, die meinen, dass dieser keine Sonderausbildung erhalten habe, sondern ein ganz normaler "Linienoffizier" war. Und es gibt Diskussionen, wo gesagt wird, dass viele Menschen sich ähnlich sehen und es durchaus zu Verwechselungen kommen kann ... Für mich, wenn ich dies alles lese, steht trotzdem immer eine Frage - nämlich die nach dem Motiv. Wenn das Motiv klar ist, ist auch klar, wo man die Täter zu suchen hat. Und ich kann kein Motiv erkennen, warum Russland diesen Ex-Russen, diesen Verräter, den es selber freigelassen hat, danach noch vergiften soll.

Frank Werner Veröffentlicht: 30. September 2018 12:03:12

UEN, das Motiv ist doch offensichtlich, genauso wie bei Litwinenko. Und auch der aktuelle Fall in der Charite (dieser hat zufällig zu einem Hr. "Wagner" recherchiert, so wie die drei Journalisten).

Uwe Erich Niemeier Veröffentlicht: 30. September 2018 14:02:01

... hm, ich lebe also in einem Land der Giftmischer und Mörder? Einem Land, welches zuerst seine Widersacher freilässt, um sie dann möglichst publikumswirksam, mit extravaganten Mordvarianten, zu einem denkbar ungünstigen (oder günstigen - je nach Standpunkt) aus dem Leben zu befördern. Ich denke mal darüber nach ...

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