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Putins Äußerungen zu Ostpreußen und den Ergebnissen des Zweiten Weltkrieges

Sa, 03 Sep 2016 Politik & Gesellschaft


Putins Äußerungen zu Ostpreußen und den Ergebnissen des Zweiten Weltkrieges

Der russische Präsident Wladimir Putin hat der amerikanischen Agentur „Bloomberg“ ein umfangreiches Interview gegeben. Äußerungen Putins zur Korrektur der Ergebnisse des Zweiten Weltkriegs und möglicher geographischer Korrekturen der europäischen Landschaft, rufen große Resonanz in der Gesellschaft hervor

Die föderale Informationsagentur „REGNUM“ hat die Äußerungen des russischen Präsidenten Putin im Interview mit dem Chefredakteur von „Bloomberg“ kommentiert. Kaliningrad-Domizil bringt die wesentlichsten Momente des Eigenkommentars von „REGNUM“ (Autor Andrej Wypolsow)

Warum kümmern sich die USA schon wieder um Kaliningrad?

Wir werden wieder einen neuen Krieg in Europa haben, warnt Putin und der Nutznießer davon sind nur die USA.

Es ist bekannt, dass Scherze die doppelt wiederholt werden, eigentlich schon keine Scherze mehr sind. Schon das zweite Mal in diesem Jahr haben die Amerikaner die Frage der Zugehörigkeit Kaliningrads angesprochen. Zweimal, und immer in einer gewissen scherzhaften, nicht ernstzunehmenden Form.

Erstmals sprach der ehemalige Botschafter der USA in Russland Michel McFaul darüber. Im vergangenen Frühling wollte sich der hochgestellte Beamte besonders klug zeigen und stellte per „Twitter“ seinen 140.000 Fans die Frage: „Königsberg war eine deutsche Stadt im Verlaufe von vielen Jahrhunderten. Bedeutet das jetzt, dass Deutschland das Recht hat, sich mit dem Kaliningrader Gebiet zu vereinen?

Das zweite Mal stellte der Chefredakteur von „Bloomberg“ John Mikletwait diese Frage dem russischen Präsidenten.

„Im Jahre 2004 haben Sie die Insel Tarabarow an China abgetreten. Wollen Sie nicht auch Kaliningrad abtreten?“ – fragte der Journalist am 1. September, dem Beginn des Zweiten Weltkrieges und lachte dabei.  

Dann begann Putin über Kaliningrad zu sprechen und Mikletwait beeilte sich einzuwerfen: „Das war natürlich nur ein Scherz“. Und Putin antwortete darauf: „Aber ich antworte ihnen im vollkommenen Ernst“.

„Wenn irgendjemand die Geschichte des Zweiten Weltkrieges neu schreiben möchte, dann sollten wir über dieses Thema sprechen. Aber wir werden nicht über Kaliningrad sprechen, sondern über alles. Zum Beispiel über die östlichen Gebiete Deutschlands. Über Lwow, welches ein Teil Polens war und so weiter und so weiter. Und wir haben auch Ungarn und Rumänien. Wenn jemand die Büchse der Pandora öffnen und sich damit auseinandersetzen will – dann soll er es in die Hand nehmen, auf geht´s …“, - so Putin abschließend.

Selbstverständlich sind die Äußerungen der beiden Amerikaner keine Scherze. Wenn man solche Fragen der wichtigsten Person eines Staates stellt, so bedeutet dies nur eins – die Aufschaukelung der geopolitischen Situation im Kaliningrader Gebiet und genau das steht auf der Tagesordnung der USA.

Überhaupt nicht scherzhaft, sondern im vollen Ernst der Worte hat vor einem reichlichen Jahr „Bloomberg“ das Kaliningrader Gebiet als einen „potenziellen Brennpunkt“ genannt und die russische Region in einem Atemzug mit den Konfliktzonen im Nahen Osten genannt.

Und überhaupt nicht zufällig tauchte in diesem Sommer im Internet ein Aufruf zur „Herauslösung des Kaliningrader Gebietes aus dem Bestand der Russischen Föderation“ auf. Auch gibt es eine Petition auf einer amerikanischen Seite über die Umbenennung Kaliningrads in Königsberg. Die Sicherheitsorgane (Russlands) sahen sich gezwungen zu reagieren.

Aber wenn man rein hypothetisch die Ergebnisse des Zweiten Weltkrieges ändern will, die auf der Potsdamer Konferenz vereinbart worden sind, so wird es zu einem neuen Krieg in Europa kommen. Wenn wir nur die Beispiele nehmen, die der russische Präsident im Interview genannt hat, so ergibt sich folgendes Bild:

  1. Deutschland erhält von Polen die Territorien seiner ehemaligen Provinz Ostpreußen, Pommern, Ober- und Unterschlesien.
  2. Polen wird seine Ostgrenze wieder errichten, wie sie von 1922 bis 1939 existierten und somit von Litauen Gebiete übernehmen und von der Ukraine Lwow, Wolynsk, Ternopol erhalten und von Weißrussland Brest, Grodno und einen Teil von Witebsk sowie das Minsker Gebiet. Weiterhin hat Polen Anspruch auf Gebiete in Tschechien, die im Jahre 1938 eingenommen waren.
  3. Ungarn erhält von der Ukraine die Sakarpaten, die sie im Jahre 1939 okkupiert hatten und einen Teil Tschechiens.
  4. Rumänien erhebt Anspruch auf einen Teil der Gebiete Odessa, Nikolajewsk, Winnizk aus der heutigen Ukraine und Gebiete im heutigen Moldawien.

Dies bedeutet einen neuen Krieg in Europa – worüber Putin sprach – und von diesem Krieg profitieren nur die USA.

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Königsberg, Präsident

   Kommentare ( 4 )

boromeus Veröffentlicht: 2. September 2016 21:25:58

Für mich völlig unverständlich ,was da bei den Amis abgeht.Ich denke es hat wenig mit der Königsbergthematik zu tun ,als vielmehr um eine Provokation Putins.Man hofft darauf ,dass in Russland jemand die Nerven verliert und Anlass dazu gibt, um endlich wieder zuzuschlagen und zwar wie gehabt auf europäischen oder deutschen Boden.Da die beiden grossen BRD Vereinigungsspezialisten damals das Angebot Jelzins bzw.Gorbaschows mit hämischen Bemerkungen ausschlugen ,ohne das Volk zu fragen, stellt sich die Frage heute nicht mehr.Und wenn ,dann ist das die Entscheidung der Kaliningrader.Wir Deutschen können allenfalls Wünsche äussern.Die Entscheidung darüber jedoch, fällt im Kremel .Nicht im oval Office!

Frank Werner Veröffentlicht: 3. September 2016 11:55:36

Hier wird wieder eine Mücke zum Elefanten aufgeblasen. Niemand (nenenswertes) will Kaliningrad wieder haben. Anspielungen darauf mit Bezug auf die Historie sind wohl eher in Zusammenhang mit der Krim zu sehen.

Uwe Erich Niemeier Veröffentlicht: 3. September 2016 12:12:51

... eigentlich macht hier niemand nichts ... Der amerikanische Journalist hat eine Frage gestellt. Und Putin hat geantwortet. Das ist alles. Ach so, dass es auffällt, dass derartige Fragen schon mehrmals von einflussreichen Leuten gestellt wurden sind... ja, darüber ist ein kleiner Kommentar vom REGNUM-Korrespondenten geschrieben worden - nicht mehr.

Frank Werner Veröffentlicht: 3. September 2016 11:57:26

@Geht-doch
"Und ich halte immer noch eine Wette das es keine Fußball WM in Rußland geben wird..."
... was wohl dann eher auf den Zustand der Stadien zurückzuführen sein wird. Da muss man nicht nach Kaliningrad schauen, in St. Petersburg sieht es ja wohl auch eher traurig aus ...

Karsten-Wilhelm Paulsen Veröffentlicht: 5. September 2016 09:35:54

Die amerikanische Außenpolitik der letzten Jahrzehnte folgt dem Prinzip: Wenn zwei sich streiten freut sich der Dritte. Unschwer zu erkennen, wer der Dritte sein möchte.

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