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Russische Exklave Kaliningrad – Welches Schicksal plant die NATO?

Di, 19 Aug 2014 Politik & Gesellschaft


Russische Exklave Kaliningrad – Welches Schicksal plant die NATO?

Seit Beginn der Ukraine-Krise gerät Kaliningrad immer mehr in den Mittelpunkt der Aufmerksamkeit. Die schon immer geführte, im wesentlichen deutsche Diskussion, über die angebliche Ungerechtigkeit, dass Kaliningrad, das ehemalige deutsche Königsberg, kein russisches Gebiet ist, sondern Deutschland zurückgegeben werden muss, erfährt nun in gewissem Maße aktuelle Unterstützung aus Litauen.

Der litauische Ex-Landwirtschaftsminister und Abgeordnete des litauischen Parlaments forderte, eine Lebensmittelblockade über Kaliningrad zu verhängen. Wir berichteten an dieser Stelle darüber.

Was fordert dieser Politiker eines Mitgliedslandes der Europäischen Union, der NATO, der UNO und weiterer internationaler Organisationen? Er fordert, 950.000 Menschen auszuhungern – oder wie soll man es anders verstehen? Und wie lange will er die Kaliningrader hungern lassen? Bis zum physischen Tod oder nur bis zu dem Moment, wo die Kaliningrader so entkräftet sind, dass sie keinen Widerstand mehr leisten können, wenn die schon seit längerem befürchtete und vermutete 5. Kolonne in Kaliningrad einrückt?

Oder will er einfach nur testen, ob die Worte des Kaliningrader Gouverneurs N. Zukanov über die Möglichkeiten der Selbstversorgung des Kaliningrader Gebietes auch wirklich der Wahrheit entsprechen?

Oder will er einfach nur wissen, ob die russischen Luftstreitkräfte, Luftlandetruppen und die Flotte in der Lage sind, Kaliningrad mit einer Luft- und Seebrücke mit allem Lebensnotwendigen zu versorgen?

Nun, wenn die Amerikaner 1948/49 fast ein Jahr lang in der Lage waren Westberlin aus der Luft zu versorgen, so wird es heute vermutlich auch den Russen möglich sein Kaliningrad, mit allem was zum Überleben notwendig ist, sicherzustellen.

Kann man mir bösen Willen unterstellen, wenn in mir die Vermutung wächst, dass dieser litauische Politiker an sich zum Völkermord aufgerufen hat?

Dann gab es noch einen Artikel einer deutschen, Rostocker Zeitung unter der Überschrift „Frau Merkel, besetzen sie Königsberg“, welchen wir kommentiert hatten.

Er ist im „Rostocker Stadtjournal“ in einer besonderen Rubrik, mit besonderem Akzent geschrieben, aber für diese Art von „Humor“ geht mir als Neu-Kaliningrader jeder Humor ab. Man könnte insgesamt einfach darüber hinweggehen, wenn nicht vieles darauf hin deutet, das sich rings um Kaliningrad irgendetwas zusammen braut.

Starke Worte sind in Kriegszeiten … äh, Spannungszeiten normal, sollten aber durch kluge Politiker auch klug formuliert werden. Wenn aber zu den starken Worten auch noch gepanzerte Technik, Raketen, Flugzeuge direkt und unmittelbar an der Grenze rings um Kaliningrad stationiert wird, dann wird man nachdenklich.

Und es gab einen weiteren Artikel, diesmal aus Kaliningrad. Darin berichteten wir, dass sich Kaliningrad auf eine „besondere Periode“ vorbereitet. Der Zivilschutz überprüft Bunker und Schutzräume, Schutzmasken, Lebensmittel- und Medikamentenvorräte. Warum wohl? Haben wir sonst nichts zu tun? Oder wissen die Verantwortlichen mehr, als wir in den Medien lesen können?

Was haben wir zu erwarten in Kaliningrad? Was wird geplant? Soll der geopolitische Status des Kaliningrader Gebietes geändert werden – friedlich oder mit Gewalt? Sehe ich zu schwarz? Übertreibe ich mit meinen Ängsten? Nun, wie schnell sich eine „Situation“ entwickelt, sehen wir in der Ukraine. Niemand hat vor einem Jahr daran geglaubt, dass es in diesem Land zu einem Bürgerkrieg kommt. Niemand hat geglaubt, dass Europa einer Spaltung, mit einem sichtbaren Sanktionsvorhang entgegengeht. Niemand hat geglaubt, dass viele europäische, deutsche Firmen, russische Firmen, Banken, Organisationen in wirtschaftliche Schwierigkeiten geraten werden – eben wegen der Zuspitzung, der Schaffung einer „Situation“ durch die Handlungen von Politikern.

Und hat sich überhaupt jemand irgendwann Gedanken gemacht, was es denn überhaupt bedeutet, wenn Kaliningrad seinen geopolitischen Status verändert? Eine solche Veränderung ist nicht zu vergleichen mit dem Anschluss der Krim an Russland, sondern würde eine geopolitische Katastrophe im Zentrum Europas hervorrufen.

Unsere Informationsagentur bereitet ein umfangreiches Material zur geopolitischen Situation des Kaliningrader Gebietes und den Folgen möglicher Veränderungen vor.

Titel: „Kaliningrad den Königsbergern?

Uwe Niemeier

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Kaliningrad, Nato

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