Kaliningrad-Domizil

Informationsagentur
+7 (4012) 32-65-32

Russland wurde der Diplomatenkrieg erklärt

Di, 27 Mär 2018 Politik & Gesellschaft


Russland wurde der Diplomatenkrieg erklärt

In der vergangenen Woche erklärten die Länder der Europäischen Union, dass sie Maßnahmen gegen Russland, im Zusammenhang mit dem Giftgasanschlag auf einen russischen Ex-Agenten ergreifen werden. Am Monat haben sie Maßnahmen ergriffen. Auch die USA und Kanada haben sich dem Diplomatenkrieg angeschlossen. Die russische Gegenoffensive ist bereits angekündigt.

Am Montagnachmittag ging es Schlag auf Schlag – Staaten der Europäischen Union, die USA und Kanada, sowie weitere Staaten informierten über die Ausweisung russischer Diplomaten. Formulierungen waren unterschiedlich.

Deutschland, Frankreich, Kanada und Polen wiesen je vier Diplomaten aus. Am Montag früh informierte Polen über die Verhaftung eines Spions, der im Auftrage Russlands Informationen im Land gesammelt habe.

Tschechien und Litauen weisen je drei Diplomaten aus. Wobei Tschechien erklärt hat, dass es sich nicht um Diplomaten, sondern um „nichtdeklarierte Geheimdienstmitarbeiter“ handele. Litauen wird weiterhin 44 russischen Bürgern die Einreise ins Land verwehren.

Dänemark, Albanien, Italien und die Niederlande weisen je zwei Diplomaten aus.

Lettland weist einen Diplomaten und einen Mitarbeiter von „Aeroflot“ aus.

Finnland, Rumänien, Kroatien, Norwegen, Ungarn, Mazedonien und Schweden weisen je einen Diplomaten aus.

Estland weist den russischen Militärattaché aus.

Die Ukraine weist 13 russische Diplomaten aus, obwohl noch gestern erklärt wurde, dass man schon jetzt so gut wie kein diplomatisches Personal mehr in Russland unterhalte und dringend Diplomaten benötige, um die ukrainischen politischen Gefangenen in Russland zu betreuen (genannt werden vier politische Gefangene). Da Russland mit großer Wahrscheinlichkeit nun auch 13 ukrainische Diplomaten ausweisen werde, wird es defacto keine diplomatischen Beziehungen zwischen beiden Ländern mehr geben. Über Botschafter verfügen beide Länder schon seit vielen Monaten nicht mehr.

Am Montagmorgen informierten die USA über die Ausweisung von insgesamt 60 Diplomaten – 48 Diplomaten aus den russischen Vertretungen und 12 Mitarbeiter der UNO. Bei den 12 Mitarbeitern der UNO soll es sich, nach Worten der USA, um Geheimdienstmitarbeiter handeln. Weiterhin wird die russische Vertretung in Seattle geschlossen. Begründet wird dies mit der Nähe der Vertretung zu einer Militärbasis und dem Flugzeughersteller „Boeing“. Der russische Botschafter informierte, dass man das angemietete Gebäude in Seattle bis 30. März räumen werde. Er kommentierte, dass das Wenige, was von den Beziehungen zwischen beiden Ländern noch geblieben ist, jetzt vollständig zerstört wurde.

Irland prüft gegenwärtig die Notwendigkeit der Ausweisung von russischen Diplomaten. Spanien bereitet die Ausweisung von zwei russischen Diplomaten vor.

Während eines Besuches in Estland erklärte der britische Verteidigungsminister, dass sein Land bereits die Ordner ausgegeben habe, russisches Eigentum zu beschlagnahmen, wenn dies im Verdacht steht, aus unbekannten Quellen zu stammen. Ein Gesetz, welches diese Vorgehensweise genehmigt, wurde unlängst in Großbritannien verabschiedet. Weitere Dinge, die gegen Russland geplant sind, wollte er nicht verkünden, da dies in der Kompetenz der Premierministerin liege.

Russische Medien kommentierten die Ereignisse als „Beginn eines Diplomatenkrieges“. Der Westen habe einen beispiellosen und harten Schritt im Verhältnis zu Russland unternommen.

Der Protest des russischen Außenministeriums erfolgte umgehend. Man betrachte die Ausweisung der Diplomaten als unfreundlichen Akt. Russland werde hierzu geeignete Antworten finden. Die Handlungen der westlichen Staaten sind eine Fortsetzung der Konfrontationslinie, ausgerichtet auf eine Eskalation der Situation.

Russische Medien kommentieren, dass es im Verhältnis des Westens zu Russland zur aller gefährlichsten Situation seit den 80er Jahren des vorigen Jahrhunderts gekommen ist. Selbst die Ereignisse um die Ukraine und die Krim im Jahre 2014 haben nicht zu einer Situation geführt, wie sie jetzt herrsche.

Russland werde mit großer Wahrscheinlichkeit 1:1 handeln, was zu einer großen Störung der wichtigsten Kommunikationskanäle führen wird – und dies nicht nur zwischen einzelnen Staaten, sondern ganzen Staatengruppen – so Lukjanow, ein russischer Journalist und Experte in der Außenpolitik. Eigentlich ist es die Aufgabe der Diplomatie, bis zur letzten Minute zu funktionieren und die Nachrichtenkanäle offen zu halten.

Am Montag äußerte sich auch die Sprecherin des russischen Außenministeriums Maria Sacharowa. „Wir haben eine Überraschung für alle, die Russland mit dem Dritten Reich in irgendeiner Form vergleichen. Für all die, haben wir eine anständige Antwort und ein Geschenk“, - so Sacharowa. Für den 29. März hat Russland ein Briefing geplant und, wenn es gelingt, alles zusammenzutragen, wird es diese Überraschung und Geschenke zum Briefing geben.

Weiterhin informierte Maria Sacharowa, dass Großbritannien immer noch keinerlei Beweise für eine Beteiligung Russlands am Mordanschlag gegen den russischen Ex-Agenten vorgelegt habe. Es handelt sich um eine kolossale Provokation. „Ich möchte es eigentlich noch anders formulieren – es handelt sich um ein kolossales Hasardspiel.

Anmerkung UN: Der britische Außenminister hatte erklärt, dass der russische Präsident Putin die Fußball-Weltmeisterschaften nutzt, wie es Adolf Hitler im Jahre 1936 mit den Olympischen Spielen getan hat.

Uwe Niemeier

Reklame

Außenpolitik

   Kommentare ( 6 )

A. Bienenfreund Veröffentlicht: 26. März 2018 23:02:24

Und später werden die Heuchler wieder schreiben: "wie Europa in den Krieg schlafwandelte". Obwohl gute Aussichten bestehen, dass sie gar nichts mehr schreiben.

Uwe Erich Niemeier Veröffentlicht: 26. März 2018 23:14:58

... ich habe gerade einen Interessanten Beitrag gelesen, wo ein russischer Kommentator meinte, dass die Europäische Union von Großbritannien viele Milliarden Euro für den Brexit fordert. Geld hat man nicht und so erschließt man sich jetzt über die Mordanschlags-Angelegenheit Geld, welches man bei den Russen, die ihr Geld in England angelegt haben, beschlagnahmt. Ich finde, ein interessanter Gedanke.

A. Bienenfreund Veröffentlicht: 27. März 2018 08:35:01

Diese Absicht dürfte ehr sekundär sein, das sich auf Nord-Stream einschiessen, dass jetzt folgt, zeigt woher der Wind weht: die vorletzte Chance Russland "einzudämmen". Darum geht es dem "Westen" seit tausend Jahren und es bedeutet schon immer, Russland mindestens von seinen Handelswegen in den Westen abzuschneiden (Ostsee, Schwarzes Meer, Cordone Sanitär) oder besser noch es "go away and shut up" machen.
Die letzt Chance ist der offene Krieg, den sie sich nicht trauen selbst zu beginnen und in dem sie keine Chance haben zu gewinnen. Vor hundert Jahren wäre das, was der "Westen" gegenüber Russland abzieht, eine klare Kriegserklärung gewesen.

Hanns Otto Timm Veröffentlicht: 27. März 2018 10:38:40

Auf die von der Sprecherin des Außenministeriums Frau Sacharowa angekündigten "Geschenke" zum Gründonnerstag können alle aufrechten Christen sehr gespannt sein. Den westlichen "Eliten" werden diese eher nicht bekömmlich sein. Möge die Wahrheit nach Jahrzehnten von Lug und Betrug endlich ans Licht gelangen!

In Christo

Радебергер Radeberger Veröffentlicht: 27. März 2018 21:39:15

Hanns Otto Timm
Veröffentlicht: 27. März 2018 10:38:40
"Den westlichen "Eliten" werden diese eher nicht bekömmlich sein."

Ganz ehrlich, ich glaube noch nicht so richtig daran. Es wäre wohl aber mal an der Zeit, nicht das eine mit etwas gleichartigen zu beantworten. Aber (!) andererseits warten dieses Typen doch darauf, daß es nun Vorwände gäbe, etwas gegen Nordstream 2 zu unternehmen und diese Pipelines zum allumfassenden Nutzen der USA zu verhindern. In diesem Lichte gesehen, ist der Diplomatenkrieg so der vorletzte oder letzte Versuch, Gasprom von Europa mit der neuen Pipeline fernzuhalten.

Uwe Erich Niemeier Veröffentlicht: 27. März 2018 22:08:16

... nun hat ja Deutschland dem Bau erstmal zugestimmt. Dann fehlt nur noch Dänemark, Finnland, Schweden ... und Russland.

Радебергер Radeberger Veröffentlicht: 28. März 2018 01:30:31

... nur noch Dänemark, ..."
aus Liebedienerei für den Rudelführer und entsprechender Zurechtweisung aus Übersee hat doch die eigentlich in der Rudelhirarchie der Straßenköter ganz hinten rangierende Dänische Monarchie schon so ein Gesetz erlassen, daß Nordsteam 2 nicht neben Nordstream 1 gelegt werden darf. Deshalb mußte Gazprom doch umplanen und die Strecke südlich von Bornholm außerhalb des dänischen Hoheitsgebietes planen. Gazprom-Miller hatte zwar geschluckt, weil die Umplanung wieder zusätzliches Geld kostet, aber warum sollte nun ausgerechnet Dänemark und Schweden noch ihre Zustimmung geben müssen. Die Pipeline-Verlegung soll doch auch außerhalb von schwedischen, also internationalen Hoheitsgewässern erfolgen.

Uwe Erich Niemeier Veröffentlicht: 28. März 2018 08:13:47

... tja, so wird es aber in den Medien kommuniziert.

Klaus Szelitzki Veröffentlicht: 29. März 2018 00:11:57

Hallo und guten Abend nach Kaliningrad und an alle hier befindlichen Gäste.
Auch ich schließe mich den hier veröffentlichten Aussagen an und kann folglich nur meine innere Unruhe und Entrüstung zum derzeitigen Gehabe der westlichen Welt bekunden. Daß sich auch die BRD zu einem solchen unbewiesenen Irrsinn herabläßt, war zwar vorhersehbar, ist m. E.jedoch eine überaus gefährliche "Sauerei"!
Anstatt mit dem russischen Nachbarn endlich Gemeinsamkeiten auf vernünftiger Basis zu gestalten, wird von den Merkel-Konsorten provoziert. Und das nach den schrecklichen Ereignissen der geschichtlichen Vergangenheit. Es ist - so denke ich - an der Zeit, die hier agierenden Provokateure jeglicher Provinienz zum Teufel zu jagen und friedvolle Wege zu zukunftsweisenden Gemeinsamkeiten zu gehen.
Meine Angst vor noch gefährlicheren Eskapaden des Westens ist gewaltig, da ich bereits als Kind den letzten (2.) Krieg in Königsberg miterleben mußte! Möge es NIE dazu kommen.
Mit besten Grüßen als Clasius38

Um einen Kommentar zu schreiben müssen Sie sich registrieren oder autorisieren
Melden Sie sich an