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Schon wieder Koffer packen – Putin schickt Zukanow in den Osten

Mi, 13 Jun 2018 Politik & Gesellschaft


Schon wieder Koffer packen – Putin schickt Zukanow in den Osten

Russische Medien berichten, dass Nikolai Zukanow schon wieder seine Koffer packen und die warmen Diensträume in der Präsidentenadministration in Moskau verlassen muss. Putin hat entschieden, dass er im Osten besser aufgehoben ist, als im Zentrum der Macht.

Das Uraler Gebiet war zu Zarenzeiten beliebt als Verbannungsort für diejenigen, die man am Zarenhof oder dessen unmittelbarer Umgebung nicht mehr sehen wollte. Aber natürlich auch für diejenigen, die sich vor dem Gesetz schuldig gemacht haben.

Nikolai Nikolajewitsch Zukanow ist bei vielen im Kaliningrader Gebiet eine Reizfigur. Bekannt wurde er als erfolgreicher Bürgermeister von Gussew. Seine Erfolge erreichte er, weil er ein gutes Verhältnis zum damaligen Gouverneur Georgi Boos hatte, der ihn mit nötigen Geldern versorgte, um sein Gussew aufzubauen. Nachdem Boos den Posten als Gouverneur verloren hatte und Zukanow auf dessen Empfehlung als Gouverneur eingesetzt wurde, begann er sofort zu vergessen, wer sein Förderer war. Vieles von dem, was Georgi Boos in fünf Jahren Amtszeit erreicht hatte, ging innerhalb weniger Monate den Bach runter. Eine katastrophale Personalpolitik sorgte dafür, dass kaum noch jemand in der Gebietsregierung arbeiten wollte. Mitte 2016 erfolgte dann die unerwartete Personalentscheidung von Präsident Putin. Er versetzte Zukanow, der erst wenige Monate vorher für eine zweite Amtszeit gewählt worden war, nach St. Petersburg. Dort wurde er Beauftragter des russischen Präsidenten für die NordWest-Region. Er setzte seine intrigante Arbeit gegen den neuen Kaliningrader Gouverneur Anton Alichanow fort, so dass man sich in der Präsidentenadministration gezwungen sah, ihn erneut zu versetzen und einen Posten zu geben, wo er kaum noch Kontakte zum Kaliningrader Gebiet hatte. Er wurde Berater des russischen Präsidenten in der Administration. Lange hatte man nach einem Tätigkeitsfeld für ihn gesucht und ihm dann die Verantwortung für kommunale Belange in den Regionen zugeordnet.

Nun wird gemeldet, dass im Rahmen der Neuorganisation der Struktur der Präsidentenverwaltung, Zukanow seine dortigen Dienstzimmer nach nur wenigen Monaten wieder verlassen muss und Beauftragter des russischen Präsidenten für die Ural-Region wird.

Dass er sich wohl keine Hoffnungen auf Kaliningrad mehr machen braucht, scheint Zukanow nun auch schon klar geworden zu sein, denn er hat aktiv begonnen, seine Immobilien im Kaliningrader Gebiet zu verkaufen.

Wieso er sich trotzdem immer noch in verantwortlichen Funktionen in Russland bewegen kann, nach all den Veröffentlichungen und Anschuldigungen in den russischen Medien, ist vielen ein Rätsel.

Uwe Niemeier

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Föderales, Föderalpolitiker

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