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Spieglein, Spieglein an der Wand - wer hat das höchste Rating im Land?

Di, 11 Dez 2012 Politik & Gesellschaft


Spieglein, Spieglein an der Wand - wer hat das höchste Rating im Land?

... und das Spieglein antwortet: Ihr, Herr Gouverneur, habt das beste Rating im Land, aber der Bürgermeister im Rathaus hat noch ein viel besseres Rating als ihr ...

Soweit zur Märchenstunde. Nun zu den Fakten:

Durch den Kaliningrader soziologischen Dienst wird einmal im Quartal eine Befragung in der Gebietshauptstadt zu Fragen des Lebensniveaus und der Arbeit der Machtstrukturen durchgeführt.

42,8 Prozent aller Befragten sind zufrieden mit der Arbeit des Gouverneurs N. Zukanov. Das sind 5 Prozent mehr als bei der letzten Befragung. Damit hat er sein Rating vom Anfang des Jahres (43,6 %) fast wieder erreicht. Den besten Quotienten hatte N. Zukanov im August vergangenen Jahres mit 53,6 %.

Alexander Jaroshuk, der Bürgermeister von Kaliningrad erreichte eine Zustimmungsquote von 51,9 Prozent (40,6 Prozent am Jahresanfang, 46,1 Prozent im vergangenen Quartal). Das jetzige Rating ist das Beste welches Jaroshuk in den letzten zwei Jahren hatte.

Gleichzeitig wurde, wie jeden Monat, durch eine andere Agentur ein Rating der Gouverneursliste erstellt. Hier katapultierte sich der Gouverneur von Platz 34 auf Platz 26 im gesamtrussischen Maßstab. Wir haben also eine Bewegung – auf der Ratingliste. Nur wenn sich auf der Ratingliste etwas bewegt, so muss sich auch im realen Leben etwas bewegt haben – oder liege ich hier mit meinen Überlegungen verkehrt? Von nichts kommt nichts – so ein deutsches Sprichwort. Und dann überlege ich doch mal stark, was in den letzten vier Wochen denn so passiert ist ... und ich überlege ... ich überlege immer noch. Es fällt mir einfach nichts ein ... ach, doch, wir hatten ja mal wieder eine Personalrotation in der Regierung. Dass die Besitzerin zweier Restaurants mit guter Reputation nun in Kaliningrad Tourismusministerin geworden ist – das hatte ich wohl schon erzählt (vielleicht sollte ich mich als ihr Stellvertreter bewerben, denn immerhin esse ich in den Restaurants öfter mit meinen Gästen – aber als Qualifizierung reicht das wohl nicht aus ...). Aber wir haben auch einen neuen Minister für Ökonomie. Ganz speziell durch den Gouverneur ausgewählt, unter Beachtung der zu lösenden strategischen Aufgaben in den nächsten zwanzig Jahren. Das Problem ist, das keiner diesen Mann kennt. Zweckmäßig wäre es doch, wenn man einen Einheimischen auswählt für eine so spezifisch Kaliningrader Aufgabe - Einen, der sich auskennt und möglichst wenig «Anlaufzeit» braucht. Na gut, ich will mal nicht den Oberlehrer spielen. Und da diesen Minister für Ökonomie niemand kennt, haben sich einige Journalisten mal auf die Socken gemacht und geschaut, wer das denn sein könnte. Sein Name: Wadim Amstel. In seinem früheren Leben hieß er mit Familiennamen «Chromow». Warum er sich «umfamilierte» konnten die Journalisten nicht herausfinden. Geboren soll er sein, und zwar im Jahre 1971. Früher hatte er einige Firmen, handelte mit Alkohol, arbeitete in einigen anderen Organisationen. Er hat sich mit Finanzen beschäftigt und mit Personalfragen. Er hat sich mit Auditfragen beschäftigt, er «auditierte» im Energiebereich, Textilbereich und anderen Industrien. Also, wenn ich alles richtig gelesen habe, ist zu uns ein richtiges «Вундеркинд» (Wunderkind), ein Universeller gekommen. Na, genau das, was wir jetzt brauchen. Dann drücke ich mal den beiden die Daumen, also dem Gouverneur für seine hoffentlich glückliche Hand bei der Wahl dieses Ministers (er hatte ja in den letzten zwei Jahren keine glückliche Hand beim Personal) und dem Herrn Minister für die Erfüllung der Aufgaben im Interesse der Kaliningrader Bevölkerung. Vor allem wünsche ich ihm ein längeres MHD (Mindesthaltbarkeitsdatum) als alle seine Vorgänger und Ministerkollegen vor ihm.

Ach, ehe ich es vergesse! der Deutsche Wirtschaftskreis in Kaliningrad, dessen Veranstalter die Vertretung der Hamburger Handelskammer unter Leitung von Dr. Stephan Stein ist, hatte Herrn Amstel zu seinem letzten Treffen in diesem Jahr im Deutsch-Russischen Haus eingeladen. Ich habe lange überlegt, ob ich ihm in der allgemeinen Fragestunde auch eine kluge Frage stelle. Ich habe keine Frage gestellt, aber viele andere haben es getan. Und trotzdem er erst kurz in der Funktion war, hat er sich – soweit ich dies beurteilen kann – schon recht gut, auch in Details, ausgekannt. Vielleicht ist meine Skepsis nicht so richtig angebracht? Auch mein ganz kurzes Gespräch mit ihm, im weniger formellen Rahmen, hinterließ eigentlich einen positiven Eindruck. Und wenn ich mich daran erinnere, das sein Stellvertreter, Herr Gorodkow in Deutschland studiert hat und perfekt Deutsch spricht – da sind doch eigentlich die Voraussetzungen für die Deutschen in Kaliningrad und für die Deutschen die noch nach Kaliningrad kommen wollen, nicht schlecht.

Uwe Niemeier

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Kaliningrad, Politik

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