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Verteidigungsministerium will weitere Verkürzung der Wehrzeit in Russland

Sa, 09 Jun 2018 Politik & Gesellschaft


Verteidigungsministerium will weitere Verkürzung der Wehrzeit in Russland

Viele der jungen Männer in Russland, denen die Einberufung noch bevorsteht, werden diese Meldung der russischen Medien mit Begeisterung gelesen haben – zumindest die Überschrift. Der weitere Text gibt zwar auch Anlass zur Freude, aber nicht zu überschwänglicher.

Die Einberufung von Wehrpflichtigen erfolgt in Russland prinzipiell zweimal im Jahr: Frühjahr und Herbst. Und die Einberufung selber erfolgt nicht an einem Tag, sondern über mehrere Wochen. Die Wehrpflichtigen erhalten ihren Einberufungsbefehl und haben sich an einem bestimmten Sammelpunkt einzufinden. Dort halten sie sich drei, vier Tage auf, bis alle eingetroffen sind, die in ein bestimmtes Truppenteil oder eine bestimmte Stadt oder Region geschickt werden.

Und diese Wartezeit von drei, vier Tagen, möchte das russische Verteidigungsministerium bereits als Wehrzeit rechnen, obwohl in dieser Zeit noch keinerlei Ausbildung oder sonstige militärischen Handlungen erfolgen, sondern die jungen Wehrpflichtigen nur in den Sammelpunkten sitzen und sich mehr oder weniger über das Wetter freuen.

Eine weitere Neuregelung, über die der Beauftragte des russischen Präsidenten für die Rechte der Soldaten informierte, betrifft diejenigen, die während der Musterung als dienstuntauglich eingestuft worden sind. Diese Einstufung ist nun nicht mehr „für ewig“, sondern der Dienstuntaugliche hat das Recht, eine nochmalige Untersuchung zu fordern, um später seine Wehrtauglichkeit feststellen zu lassen. Diese nochmalige Forderung beruht auf Freiwilligkeit. Diese Regelung ist insbesondere für diejenigen wichtig, die für sich festgelegt haben, eine militärische Fakultät an einer der Hochschulen oder Universitäten zu besuchen oder die in den bewaffneten Organen freiwillig dienen wollen.

Uwe Niemeier

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