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Was ist „Barter“ oder Der Austausch von Spionen

Di, 29 Sep 2015 Politik & Gesellschaft


Was ist „Barter“ oder Der Austausch von Spionen

„Barter“ war in Russland in den 90er Jahren überaus populär, wo das Geld knapp war. Es wurden somit Waren, Güter, Dienstleistungen bargeldlos getauscht.

Nun hat man sich bei den Geheimdiensten wohl an dieses bewährte Prinzip erinnert und einen Austausch von Spionen vorgenommen. Zwischen Russland und Estland gibt es auch eine Art Glienicker Brücke und diese nutzte man für diesen „Personen-Barter“. Sie führt über den Fluss Piusa im Gebiet Pskow und hat ebenfalls einen Kontrolldurchlasspunkt mit der Bezeichnung „Kunitschina gora“. 

Ausgetauscht wurde der Este Eston Kochwer, Mitarbeiter des estnischen Geheimdienstes gegen den Esten Alexej Dressen, ehemaliger Offizier des estnischen Geheimdienstes, der Russland mit Nachrichten versorgt hatte.

Die Richtigkeit der Information über den am 26. September erfolgten Austausch, wurde bereits offiziell durch Verlautbarungen beider Seiten bestätigt.

Die russische Seite bestätigte, dass Alexej Dressin seit den 90er Jahren im Interesse Russlands bei der Spionageabwehr gearbeitet habe. Im wesentlichen hatte er Informationen über die Geheimdienstarbeit der USA und Großbritanniens im Baltikum gesammelt und übermittelt.

Auch seine Frau hatte ihn bei seiner Arbeit unterstützt. Bei der Ausreise nach Moskau im Jahre 2012 wurden beide verhaftet. Belastendes Material wurde in ihrem Gepäck gefunden. Der Ehemann erhielt 16 Jahre Haft, die Frau sechs Jahre auf Bewährung.

Eston Kochwer wurde durch den russischen FSB im September 2014 im Gebiet Pskow an der Grenze zu Estland verhaftet. Bei seiner Verhaftung führte er eine Pistole und 5.000 Euro Bargeld mit sich sowie Spezialtechnik. Estland beschuldigte die russische Seite, ihren Bürger entführt zu haben, als dieser sich an der Grenze mit der Aufklärung von Schmugglern beschäftigte. Durch ein russisches Gericht wurde er zu 15 Jahren Haft verurteilt und zu einer Geldstrafe von 100.000 Rubel. Dieses Urteil hat heftige Empörung in der Europäischen Union hervorgerufen. Die EU-Außenministerin bezeichnete dieses Urteil als Verletzung des internationalen Rechts.

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Außenpolitik, FSB

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