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Wie beweist man, dass man ehrlich ist?

Di, 22 Mai 2018 Politik & Gesellschaft


Wie beweist man, dass man ehrlich ist?

Vor diesem Problem steht ein russischer Bürger mit dem Namen Roman Abramowitsch. Dieser verfügt über einige Milliarden Dollar Vermögen, Fußballclubs, Yachten, Firmen und sonstige Aktiva. Nun soll er beweisen, dass er das alles ehrlich erworben hat.

Britische Behörden verweigern gegenwärtig dem russischen Staatsbürger Roman Abramowitsch ein Visum. In der Vergangenheit hatte er anscheinend immer ein Visum als „Investor“ erhalten und Großbritannien freute sich über derartige Russen, die in Russland ihr Geld verdienen und es dann ins Ausland schaffen.

Nun sollen diese Bürger beweisen, dass es sich dabei um ehrlich verdientes Geld handelt. Wer das nicht beweisen kann, bekommt kein Visum mehr. Nun steht die Frage, wie man beweist, dass man ehrlich ist. Die internationale Rechtspraxis zeigt eigentlich, dass man immer für ehrlich gilt, es sei denn, es gibt eine Anzeige, wegen Verletzung irgendwelcher gesetzlicher Bestimmungen. Auch dann ist der Staat verpflichtet, dem Beschuldigten zu beweisen, dass er schuldig ist.

Wie beweist aber ein Nicht-Beschuldigter, dass er ehrlich ist? Vor dieser Aufgabe steht nun nicht nur Roman Abramowitsch, sondern zukünftig auch viele andere Russen.

Die britischen Behörden kommentierten, dass es keinerlei Untersuchungen gegen Abramowitsch gebe. Um aber ein neues Investorenvisum zu erhalten, werde er jetzt viel strenger untersucht. Ziel ist zu erkennen, dass er sein Vermögen ehrlich erworben habe.

Abramowitsch selber kommentiert diese Vorgänge nicht. Dafür kommentierte der Pressesprecher des russischen Präsidenten diesen Vorfall. Peskow meinte, dass dies ein weiterer Beweis für das unfreundliche Verhalten Großbritanniens gegenüber dem russischen Unternehmertum ist.

Uwe Niemeier

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Großbritannien, Visa

   Kommentare ( 3 )

ru-moto Veröffentlicht: 22. Mai 2018 23:09:09

[...zukünftig auch viele andere Russen...]

Die wirklich Ehrlichen haben andere Sorgen. Visa und Gesundheit kann man sich anscheinend noch immer nicht kaufen. Ehrliche Arbeit machte noch niemanden reich. Mein Mitleid hält sich daher sehr in Grenzen...

Радебергер Radeberger Veröffentlicht: 23. Mai 2018 02:21:18

Abramowitsch mit seinem kleinen Schiffchen und seinem Fußball-Amateur-Club und , und , und ...
Na ja, so richtig leid tut er mir nicht. Da ist doch aber die Frage gestattet, woher hat er denn den ganzen Zaster? Und warum hat er seinen Reichtum ins Ausland verschleppt? Das ist doch schon ein hinweis darauf, daß er gegenüber den russischen Behörden hätte erklären müssen, daß die Knete ihm gehört und wie er die zusammen getragen hat.
Soll er doch mal mit Siluanov reden, der wird ihm schon einen Weg weisen, wie er sein Geld wieder auf heimatlichen Banken die Pinumse gut verteilt wieder arbeiten läßt, ohne nun gleich andere wieder übers Ohr hauen zu wollen.

Uwe Erich Niemeier Veröffentlicht: 23. Mai 2018 06:59:14

... mir tut auch keiner dieser "Betroffenen" leid. Alle hatten ausreichend Zeit, die Dinge der Vergangenheit zu ordnen. Für mich ist es nur bezeichnend, wie sich die westlichen Demokratien verhalten, die die Moral vergewaltigen, so wie sie es brauchen. Und von britischen Gentleman zu sprechen ist wohl längst überholt. Es war ein Piratenstaat und es bleibt einer ... Mit königlicher Segnung alle Handlungen legalisieren, wenn es die Politik erfordert.

Gerald Hübner Veröffentlicht: 23. Mai 2018 10:44:15

Abramovitch hat in der Jelzin-Ära -so las ich- u.a. hunderte Quadratkilometer russischer Taiga, nördlich der Mongolei, sich "angeeignet" und zwei Holzverarbeitende Betriebe errichtet um die abgeholzende Bäume zu Brettern zu verarbeiten. Er hielt sich an die Vorgabe (Chodorchowski nicht), es wird der Eigentumsübergang seitens der RF nicht untersucht, solange er sich nicht in die Politik einzumischen versucht!

Uwe Erich Niemeier Veröffentlicht: 23. Mai 2018 11:01:28

... Putin hat den russischen Unternehmern 2001 einen "Schnitt" vorgeschlagen. Einige haben verstanden, einige nicht. Und so trägt jeder seit diesem Zeitpunkt sein Päckchen. Und Putin hat seit ca. 2014 wieder Vorschläge an die russischen Unternehmer gemacht (Stichwort Kapitalamnestie). Tja, und nun ist jeder seines Glückes Schmied ...

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