Kaliningrad-Domizil

Informationsagentur
+7 (4012) 32-65-32

Kaliningrader Sonntagsplauderei

Mo, 14 Aug 2017 Publizistik


Kaliningrader Sonntagsplauderei

Es ist immer schwer aufregende und sensationelle Informationen am Sonntag zu veröffentlichen. Nicht jeden Sonntag fällt ein Reissack in Kaliningrad um. Wir versuchen nun, mit Kaliningrader Banalitäten Ihr Interesse zu wecken.

 

Kaliningrad oder Königsberg? - 13.08.2017

Mein Besuch im „Max-Aschmann-Park“ am heutigen Morgen begann mit einer Begegnung. Wir trafen uns zufällig. Anton machte Schaschlik und Antonina, seine Schwiegermutter, beaufsichtigte den Prozess. Anton merkte, dass ich Deutscher bin und informierte mich, dass heute „Tag des Bauarbeiters“ ist. Er ist aber kein Bauarbeiter, er ist „Aufklärer“ – teilte er mir im Vertrauen mit und meinte, es wird Zeit die Stadt in „Kejnigsberg“ umzubenennen.

Foto: Anton der Aufklärer und Antonina die Schwiegermutter bei der Klärung der Probleme „Kejnigsberg-Kaliningrad“ und „Schachlik“
 
- Hm, warum? fragte ich.
- Na, weil das Geschichte ist – meinte er.
- Hm, dann müssen wir aber auch das Gebiet in „Ostpreußen“ umbenennen, denn Königsberg war die Hauptstadt von Ostpreußen - meinte ich.
- Nein, das geht zu weit – meinte er und schlug vor, die Stadt vielleicht „Korolewskaja Gora“ zu nennen, also die wortwörtliche Übersetzung von „Königsberg“.
- Hm, meinte ich, geht irgendwie nicht so richtig über die Zunge.
- Na gut, bot er einen Kompromiss an, dann sollte wenigstens die „Frunse-Straße“ wieder in Königsstraße umbenannt werden.
- Hm, dachte ich nach und erinnerte mich an die unangenehme Germanisierungsdiskussion in der Stadt. Und so schlug ich vor, die Straße in „Zaren-Straße“ umzutaufen.
Den Gedanken fand auch er toll und lud mich sofort zum Schaschlik ein.
Wie man sieht, Russen und Deutsche finden immer einen Kompromiss, wenn man vernünftig miteinander redet und Argumente austauscht.
 
Uwe Niemeier

 

Wir haben Post erhalten – aus Deutschland – 09.04.2017

Wenn ich „wir“ schreibe, so meine ich uns, hier im russischen Kaliningrad. Da hat ein Mädchen oder vielleicht auch eine Frau Anika aus Deutschland, aus der Stadt Zwickau einen Brief geschrieben und diesen nicht, wie üblich, in einem papiernen Umschlag gesteckt und eine Briefmarke drauf geklebt und dann den gelben Kästen in Verantwortung übergeben. Nein, sie hat ihn in eine Flasche gesteckt, gut verschlossen und vermutlich den Wellen der Ostsee das nötige Vertrauen geschenkt, damit der Brief seinen Empfänger findet. Warum vermutlich? Naja, sie hätte die Flasche natürlich auch in die Elbe bei Dresden werfen können. Dann wäre sie (die Flasche) bis nach Hamburg geschwommen. Wie sie dann allerdings von der Nordsee in die Ostsee kommen sollte … Also gehen wir davon aus, dass unsere Anika sie in die Ostsee geworfen hat – aber wo genau? War sie auf der Insel Rügen, war sie in Rostock, Greifswald oder war sie in Polen auf Urlaub?

Am 20.02.2017 wurde der Brief geschrieben und am 07. April 2017 kam die Flasche in Kaliningrad an. Damit ist die Flaschenpost genauso schnell wie die normale Post, denn ein Brief von Deutschland nach Kaliningrad braucht auch 4-6 Wochen, sofern es sich nicht um einen email-Brief handelt – da geht es in Sekundenschnelle.


Angespült wurde die Flasche auf Kurskaja Kosa und wurde dort von einem Förster gefunden. Er fotografierte die Flasche und den Brief und veröffentlichte die Fotos bei Instagram. Von dort gelangten die Fotos in die Kaliningrader Regionalmedien und von dort auf unser Informationsportal.

Also, liebe Anika. Dein Brief ist angekommen. Hunderttausende Kaliningrader haben ihn gelesen und warten nun darauf, noch mehr zu erfahren. Vielleicht liest Du dieses Informationsportal nicht, aber wir haben hunderte von registrierten Lesern und ich hoffe, dass einer davon mit Dir Kontakt aufnimmt und Dir die freudige Botschaft übermittelt. Melde Dich bei uns. Und unsere Leser bitten wir auch um Hilfe. Vielleicht kann jemand Anika finden – von Deutschland aus ist dies sicher kein großes Problem, zumal die Adresse bekannt ist:

Anika, Comeniusweg 5, 08056 Zwickau

Uwe Niemeier

 

 

Ein glücklicher Mensch mehr auf dieser Welt - 02. April 2017

Vor einiger Zeit wandte sich ein Deutscher per email an mich mit einer Bitte. Er hatte schon seit längerer Zeit eine Reise nach Kaliningrad geplant – alles perfekt durchgestylt und nun stellte sich heraus, dass eben doch nicht immer alles so funktioniert, wie man das gerne möchte. Er wollte eine Woche lang geschäftliche Dinge in Kaliningrad erledigen und die Rückfahrmöglichkeit, die er sonst immer nutzte, stand nicht mehr zur Verfügung. Und er kam auf den Gedanken, einfach mal bei unserer Agentur nachzufragen, ob wir nicht eine Rückfahrt nach Deutschland vermitteln könnten. Er gab auch gleich zu verstehen, dass er mal gehört habe, dass es Minibusse gäbe, die nach Deutschland fahren. Ich habe zu diesen Minibussen eine kritische Einstellung. Zwar habe ich niemals diese Fahrtmöglichkeit genutzt, habe aber Reiseberichte gehört, die mir Sorgenfalten auf die Stirn zauberten. Aber der hilfesuchende Deutsche ließ sich von meinem Abraten nicht beeindrucken und beauftrage mich, eine derartige Möglichkeit für ihn zu organisieren. Ich tat es und war schon im Vorfeld überrascht, wie gut die Kommunikation mit der Firma lief – alleine schon die Stimme der jungen Frau am Telefon wirkte irgendwie  … na, Sie wissen schon, na, so angenehm.

Alles, was zu besprechen und abzustimmen war, wurde besprochen und abgestimmt und ich hörte dann nichts wieder. Heute kam dann ein email und, im Format „Plauderei“, will ich unseren Lesern einfach mal einen brandaktuellen Erfahrungsbericht des Deutschen mitteilen, der die, von mir so bezeichneten „Kamikaze-Fahrt“, gerade hinter sich hat.

Guten Tag Herr Niemeier,

zu Hause angekommen, will ich Ihnen noch ganz schnell ein paar Eindrücke der Rückfahrt mitteilen.

Hat alles super geklappt. Der Fahrer war ein junger Mann namens Dennis und fuhr einen schwarzen Mercedes Vito, älteren Baujahres. Erschienen ist er nicht ganz pünktlich, aber ich denke die "akademische Viertelstunde" später, war noch in Ordnung.

Mit an Bord waren insgesamt 4 Gäste, allesamt russischer Herkunft. Ein älterer Herr mit deutschen Wurzeln. Es ergab sich sehr schnell ein Gespräch über "Gott und die Welt" russisch-deutsch, russisch-russisch, deutsch-russisch.

Gesprochen haben wir über den neuen Gouverneur, der leider auf meinen aufmunternden Zuspruch nicht geantwortet hat, über Aktuelles und natürlich über Historie. Wir tauschten uns zu Taxifahren in Kaliningrad aus und über den Namen der Stadt und über deutsche und russische Mentalitäten. So mühte ich mich radebrechenderweise mit meinem spärlichen Russisch und alle lachten und machten Witze  in diesem Zusammensein.

Für mich wieder ein sehr zu Herzen gehendes Erlebnis war das Essen auf einer Raststätte. Alle packten aus, was sie an Proviant mitgenommen hatten. Es kam auf einen gemeinsamen Tisch und jeder konnte zugreifen. Für mich immer wieder unfassbar herzlich!!!I

Ihre Befürchtungen über einen "Kamikaze –Fahrstil“ kann ich, als Berufsfahrer nicht bestätigen. Der junge Mann war sehr um das Wohlergehen seiner Fahrgäste bemüht und fuhr sehr defensiv mit Geschwindigkeiten um die 110 km/h. Keine riskanten Überholmanöver: „всё нормально“ wie man in Russland sagt.

Vor Fahrtantritt wurden die Passagiere nach und nach von ihren vereinbarten Treffpunkten in Kaliningrad abgeholt.

Die russische Grenzabwicklung, wie gehabt, sachlich korrekt und flott und dann auf der "anderen Seite" (Polen) über zwei Stunden "Dienst nach Vorschrift". Pausen wurden gemacht zum Essen und Rauchen. Ein Videobildschirm für Filme an Bord.

Wenn man jetzt Bremen oder Norderstedt als Reiseziel und vielleicht 100 Euro Fahrkosten ansetzen muss, so denke ich, ist das nicht zu viel, zumal man von zu Hause abholt und auch direkt vor der Haustür am Endziel absetzt wird. Damit entfallen weitere Fahrtkosten für Taxi oder Übernachtungskosten. Natürlich bleibt der Faktor Zeit. Der bleibt aber auch bei einem Flug von Danzig aus, mit Anfahrt, Übernachtung und Weiterfahrt. Diese direkte Fahrt von „A“ nach „B“ denke ich, ist stressfreier. Man steigt in KGD ein und am Ziel wieder aus.

Die Fahrzeit steht und fällt mit der Grenzabwicklung zu Polen.

Eintreffen war gegen 22:30 Uhr in Finowfurt/Brandenburg mit anschließender Weiterfahrt nach Hause bei (…). Sicher nicht die schnellste Fortbewegung, aber immer noch besser, als mit dem Reisebus, der alle Gäste von Bremerhaven-Bremen-Hamburg-Hannover-Braunschweig-Berlin einsammelt und damit 21 Stunden unterwegs ist.

Danke nochmal für Ihre Unterstützung und benennen Sie mir bitte nochmal eines Ihrer Konten in Deutschland für eine Server-Spende.

Gruß aus Nord-Deutschland

A.B.

PS: Ich komme aus dem nördlichen Deutschland und habe dort öfter zu tun. Sollte es in irgendeiner dringenden Angelegenheit mal  "klemmen", dass Sie dringendst etwas für Ihre Verwandten in Norderstedt erledigt haben müssen, lassen Sie es mich wissen. Ich helfe Ihnen gerne.

Tja, da freut man sich doch, wenn man helfen konnte und ein Mensch zufrieden ist. Und freuen tut es mich auch, dass ich mich in diesem Fall in meiner Einschätzung zur Qualität der Reisemöglichkeit anscheinend geirrt habe. Und noch mehr freut mich, dass ich diesen Brief erhalten habe und sehe, dass der zwischenmenschliche Kontakt klappt. Helfen tun wir mit unserer Informationsagentur häufig, erhalten aber nur selten eine Rückmeldung, die wir auch unseren Lesern weitervermitteln können – tja, so ist das Leben.

 

Die schwarzen und die weißen Dinge im Kaliningrader Leben - 12. März 2017

Leute die mich kennen wissen – ich bin ein konservativer Mensch. Ich habe kein Auto, ich habe kein Mobiltelefon, rauche nicht, trinke nicht und bin in meinem Alter auch kein Kneipengänger mehr. Umso erstaunlicher, auch für mich selber, dass ich mich vor einigen Wochen dazu durchgerungen habe, mir ein Planchet zu kaufen … ach so, ich schreibe ja für deutsche Leser und die wissen vermutlich nicht, was ein Planchet ist. In Deutschland sagt man dazu Tablett. Da ich auch noch geizig bin, habe ich mir dieses Gerät bei einem Aufenthalt in Deutschland gekauft, damit ich mir die Mehrwertsteuer erstatten lassen kann. Das Theater, welches ich mit diesem Gerät an der Grenze hatte, als ich von der „netten und hochqualifizierten“ polnischen Zöllnerin einen Stempel auf meine Tax-Free-Quittung haben wollte, erzähle ich lieber ein anderes Mal.

Gekauft hatte ich mir dieses Wunderding der Technik, weil mir die Zeit leid tat, die man sinnlos in den Verkehrsmitteln verbringt, oder die man sinn- und tatenlos bei Behörden verbringt, wenn man darauf wartet, aufgerufen zu werden, um sein Anliegen vorzutragen.

Aber um so richtig damit zu arbeiten – nein, dazu ist so ein Planchet nicht geeignet. Man kann Nachrichten im Internet lesen, Briefe empfangen, sich über SPAM ärgern. Dazu ist es aber nötig, dass man auch unterwegs Zugriff auf das Internet hat. So fing ich an, mich zu den Tarifen kundig zu machen, die in Kaliningrad so herrschen. Als Nichtbesitzer eines Mobiltelefons war das eine echte Herausforderung. Und ich bestand diese Herausforderung nicht, denn ich wollte einen möglichst preiswerten mobilen Internetanschluss haben. Aber der preiswerteste ist eben nicht der Beste und vor allem nicht der Schnellste. Der Mobilfunkanbieter „M…“, eine der großen Anbieter in Russland, verkaufte mir ein Modem für 2.500 Rubel und einen Tarif für 350 Rubel. Ich fand das fair, denn immerhin handelte es sich bei dem Modem um ein „G4-Gerät“. Schon wenig später stellte ich fest, dass es noch nicht mal ein „G2-Gerät“ war. Egal wo ich war, es gab keinen Empfang oder der Kontakt mit dem Internet war sehr kurzfristig. Die Spezialisten des Mobilfunkanbieters waren sehr freundlich und waren der Meinung, dass es an meinem schwarzen Adapterkabel liegen könnte, welches ich mir in Deutschland gekauft hatte. Ich ging also in einen Laden in Kaliningrad und kaufte mir ein weißes Adapterkabel.

Aber es änderte sich nur wenig und so ging ich wieder in den Laden und teilte dem wirklich netten Verkäufer mit, dass es sich bei dem Modem wohl kaum um ein „G4“-Gerät handelt, sondern eher um ein „G“- oder „Ch“-Modem. Kenner der russischen Sprache verstehen, was ich mit diesem Buchstabenspiel meine. Ich sprach meine Vorwürfe auch sehr leise aus und weit weg von Frauen, die auch im Laden waren (Anm. „G“ steht in der russischen Sprache auch für „Gowno-Scheiße“ und „Ch“, … nein, das übersetze ich nicht …). Der Verkäufer konnte sich ein Grinsen nicht verkneifen – von einem Ausländer hätte er so eine Argumentation wohl nicht erwartet. Ich teilte ihm mit, dass ich seiner Empfehlung gefolgt bin und mir einen weißen Adapter in Russland gekauft habe, der auch nicht hilft und ich will jetzt alles wieder retour machen und ohne Internet leben. Das fand er sehr bedauerlich, aber mein Wunsch wurde mir erfüllt.

Am Abend trafen wir uns im Familienkreis und zu diesem Kreis gehört ein junger Mann, der als Nachrichtenoffizier in der russischen Armee dient. Ich erzählte in der Familienrunde mein Elend von den schwarzen und den weißen Streifen, äh… Adaptern in meinem Leben und Serjoscha empfahl mir, doch bei dem Mobilfunkbetreiber „B…“ einen Vertrag abzuschließen, denn „M…“ ist der Anbieter mit den schlechtesten Leistungen in Kaliningrad, ungeachtet dessen, dass diese Firma zu den sogenannten „Drei Großen“ in Russland gehören soll.  

Am nächsten Tag ging ich also zu „B“ und innerhalb von 15 Minuten hatte ich nicht nur ein „G4-Modem“, ein installiertes einfaches Internetprogramm und einen preiswerten Internettarif, sondern sogar einen TOP-Empfang, egal wo ich mich danach hinbewegte. Ich war begeistert und testete den Internetanschluss auch mit dem schwarzen Adapterkabel aus Deutschland. Und was soll ich Ihnen sagen: Deutschland und Russland können miteinander – man muss nur den richtigen Partner finden, der beide zusammenbringt.

Wie gut mein neuer mobiler Internetanschluss mit weißen und schwarzen Adapterkabel funktionierte, bekam ich schon wenige Momente später „zu spüren“. Ich schlenderte durch das Stadtzentrum und stieß dort, in unmittelbarer Nähe vom Denkmal „Mutter Heimat“, auf die neue supermoderne Uhr, die die Zeit bis zur Fußball-Weltmeisterschaft 2018 rückwärts zählt. Ich dachte zuerst, dass es nur eine einfache, schnöde Uhr ist … aber weit gefehlt.

 

Man kann sich dort vor dem Hintergrund des Leninski-Prospektes fotografieren lassen. Man muss nur seinen Namen, das Geburtsdatum, die Wohnadresse und die email-Adresse eingeben, positioniert sich dann schnuckelig vor dem Bildschirm und … 4, 3, 2, 1 … klick und schon ist alles überstanden. Wenige Sekunden später gab mir mein Planchet ein Signal, dass ich Post habe. Die Firma „BUD“, die die Uhr gesponsert hat, sponserte mir auch mein Foto. Naja, einen Schönheitswettbewerb könnte man damit nicht gewinnen, aber das will ich in meinem Alter auch nicht mehr:

Und ich erhielt noch mehrmals Post an diesem Tag über mein mobiles G4-Modem von „BUD“, wo ich daran erinnert wurde, dass die Firma irgendein herrliches alkoholfreies Bier produziert. Tja, mit diesen tollen Nachrichten werde ich wohl nun bis Sommer 2018 leben müssen – oder ich wechsele meine email-Adresse.

Ach so, ehe ich es vergesse. Viele unserer deutschen Besucher wollen vielleicht nun auch wissen, wie es denn generell mit dem Internet so ist in Kaliningrad und ob sie auch diese Prozedur durchmachen müssen, wie ich. Nein, müssen Sie nicht, liebe Leser. Erstens sind Sie viel erfahrener als ich – davon bin ich fest überzeugt und zum anderen brauchen Sie auch keinen ständigen Vertrag. Sie können also die kostenlosen Angebote nutzen, die es fast flächendeckend in Kaliningrad gibt. Dazu müssen Sie nur ein Mobiltelefon haben. Sitzen Sie in einem Café, Restaurant oder in einem Bus im öffentlichen Nahverkehr oder sonstwo, prüfen Sie einfach, ob Sie ein WIFI-Signal erhalten. Wenn Sie sich dort einklicken, werden Sie aufgefordert, Ihre Handynummer (auch die deutsche) in ein Feld einzugeben. Sie bekommen dann umgehend ein Password zugesandt, mit dem Sie sich in das WIFI-Netz einloggen können. Und dann können Sie surfen so viel sie wollen.

Ach so, Sie wollen wissen, warum ich das kostenlose Internet in der Stadt nicht nutze? Nun, ich habe kein Handy! Und in russischen Behörden, wo ich einige Zeit meines Lebens zubringe, gibt es leider kein WIFI-Internet – noch nicht!

Uwe Niemeier

 

Deutschland – doch nicht so schlimm wie geschildert – 20.11.2016

Sie erinnern sich noch an unsere Sonntagsplauderei vom 13.11.2016? Ich plauderte ein wenig über meine Reise nach Deutschland. Einer der Gründe für diese Reise war, dass ich mal schauen wollte, ob es in Deutschland wirklich so schlimm ist, wie mir einige meiner deutschen Besucher in Kaliningrad in der letzten Zeit erzählt hatten.

Was soll ich Ihnen sagen? Ich fand Deutschland eigentlich gar nicht so schlimm, ich fand es eher ein wenig langweilig. Warum? Nun, ich wollte mir mal die Hunderttausende von Flüchtlingen anschauen, aber ich habe keine gesehen, nicht einen Einzigen. Aber vielleicht war ich auch nicht an den eigentlichen Brennpunkten des Geschehens. Ich weiß ja nicht, wo die in Deutschland sind. In Hamburg oder Norderstedt wohl eher nicht.

Und Millionen unzufriedener Deutscher, bereit zu protestieren und die deutsche Regierung zum Teufel zu jagen … nein, die habe ich auch nicht gesehen. Gesehen habe ich im deutschen Fernsehen Frau von der Leyen, die sich in einer Quatschrunde über den zukünftigen amerikanischen Präsidenten äußerte – naja, das fand ich schon schlimm. Aber sonst?

An der Bushaltestelle stand, dass mein Bus um 09.07 Uhr fährt und er fuhr um 09.07 Uhr. Der Bäcker versprach um 06.30 Uhr mit dem Verkauf frischer Brötchen zu beginnen und er begann … Die Verkäuferin in einem Hamburger Herrenausstatter überschüttete mich mit Freundlichkeiten, nur weil ich zwei Pullover für 59,98 Euro gekauft hatte – nett, aber vielleicht ein wenig übertrieben.

Naja, am Bahnhof in Hamburg waren ein paar merkwürdige Typen, naja, eigentlich sogar ein paar mehr … aber die waren wohl nur in meinem subjektiven Empfinden merkwürdig, denn wenn sie wirklich merkwürdig gewesen wären, dann wäre ja Polizei dagewesen, aber Polizei habe ich nicht gesehen … also alles in bester deutscher Ordnung.

Und dann frage ich mich, was die Deutschen so den lieben langen Tag in Deutschland machen. Es scheint keine großen und kleinen Probleme zu geben, so wie bei uns in Kaliningrad. Und wenn es keine Probleme gibt, dann habe ich auch abends kein Erfolgserlebnis, wenn ich diese Probleme gelöst habe … ach, das fand ich langweilig.

Dann habe ich mich mit deutschen Geschäftsfreunden getroffen. Ich ließ mich zu einem Italiener in Norderstedt schleppen. Italiener haben wir in Kaliningrad auch – also zumindest solche, die Pizza anbieten. Aber in Deutschland brauche ich mich bei der Pizza-Auswahl nicht ganz so zu quälen wie in Kaliningrad. In Deutschland gibt es – zumindest da wo ich mit meinen Geschäftsfreunden war – ungefähr 10-15 Pizza in der Speisekarte – Schluss aus … In Kaliningrad ist das auch so ähnlich. Allerdings muss ich mich da noch entscheiden, ob ich eine kleine, mittlere oder große Pizza will und anschließend muss ich noch die Frage beantworten, ob ich die mit dünnen, mittleren oder dicken Boden bevorzuge. Sie sehen, das Leben in Kaliningrad ist doch etwas komplizierter als in Deutschland – zumindest was die Pizza anbelangt.

Dann habe ich das Grab meines Vaters besucht und ein paar Blümchen mitgenommen. Maulwürfe und Friedhofsgärtner waren aktiv, hier und da pflegten Angehörige Gräber. Wodka-Gläser auf Grabsteinen habe ich nicht gesehen (eine russische gute Tradition), aber es war ja auch ein deutscher Friedhof – schön gepflegt, eigentlich doch mehr eine Parkanlage. Auch da unterscheidet sich Deutschland von Kaliningrad, die Friedhöfe im ehemaligen Königsberg haben noch kulturelles Entwicklungspotential. Somit hat sich Deutschland auch hier als „normalno“ gezeigt.

Bei meinen Lebensmitteleinkäufen in den deutschen Supermärkten war ich doch manchmal etwas überfordert – das Angebot, egal ob Wurst, Käse und Obst ist wesentlich größer als in Kaliningrad. Oftmals habe ich zwar keinen geschmacklichen Unterschied, sondern nur einen optischen und preislichen Unterschied festgestellt … aber das ist ein anderes Thema.

Dann hatte ich ein interessantes Gespräch mit meiner Hausärztin. Ich suche sie regelmäßig zum Gesundheits-TÜV auf. Sie meinte: „Noch mehr solcher gesunden Patienten wie Sie und ich melde bankrott an.“ Und da waren wir schon beim Thema, denn ich trage mich mit dem Gedanken, in Kaliningrad jungen Ärzten bei der Einrichtung einer Arztpraxis als Investor zu helfen und die Antworten meiner Ärztin waren doch recht interessant. Sie meinte, dass man ein gutes Verhältnis finden muss zwischen der Anzahl der Privatpatienten und der Anzahl der Kassenpatienten. Hat man nur Kassenpatienten, kann man den Bankrott schon bei Eröffnung der Praxis in wenigen Monaten einplanen. Ein Kassenpatient bringt im Quartal eine Pauschale von 50 Euro. Kommt der Patient nur einmal, ist das in Ordnung. Muss er aber mit seinem Leiden zehnmal im Quartal kommen, so bringt ihr jede Behandlung 5 Euro Brutto ein. Schon das ist unterhalb des Mindestlohnes. Abzüglich der Kosten für Gehälter, Miete und Amortisation … bleibt ihr nichts weiter übrig, als sich selber schon den Totenschein auszustellen. Naja, dass fand ich schon ziemlich schlimm.

Ich suchte noch einen anderen Arzt auf – für meine Mutter. Es war ein Facharzt. Forsch ging ich zur Anmeldung und sagte: „Ich hätte für meine 87jährige Mutter einen Termin am Montag.“ Und ich bekam einen Termin am Montag. Ich nahm den Termin wie selbstverständlich entgegen – wieso auch nicht? Erst später erinnerte ich mich an Gespräche mit anderen Deutschen die meinten, man muss auf einen Arztbesuch manchmal wochenlang warten. Also in meinem Fall habe ich am Freitag gefragt und am Montag den Termin erhalten. Und als ich meine Mutter nach anderen Arztbesuchen fragte, meinte sie, dass sie anrufe und nie lange warten müsse. Das fand ich toll und frage mich nun, was ich von den anderen schlimmen Geschichten über das deutsche Gesundheitswesen glauben soll oder kann.

Und dann habe ich doch noch einen Flüchtling gesehen, im Bus in Norderstedt. Er kam rein und sprach mit dem Busfahrer Deutsch und Englisch. Und auch der Busfahrer sprach mit ihm Deutsch und Englisch. Das find ich nicht schlimm, das fand ich toll. Und der Busfahrer half dem Flüchtling auch ein wenig bei der richtigen Auswahl des Tickets und sagte ihm, wie man das zukünftig richtig auf Deutsch sagen kann.

Kaum war aber das Gespräch mit dem Flüchtling beendet, änderte sich der Tonfall des Busfahrers und er rief eine junge Deutsche zur Ordnung, die den hinteren Eingang benutzt hatte und ihren Fahrtausweis nicht vorwies – naja, Ordnung muss sein. Ich fand das nicht schlimm.

Überhaupt zeigte sich der Busfahrer sehr kommunikabel. Er fragte mich, wo ich denn hinfliegen will. „Nach Russland“, - sagte ich ihm in Kurzform. „Oh, toll. Da wollte ich auch immer schon mal hin, besonders nach St. Petersburg. Ist ja ein sehr schönes Land … naja, mit dem Putin habe ich es nicht so … aber was soll´s“, - meinte er. Und ich konnte mir nicht verkneifen zu sagen, dass ich Deutschland auch toll finde … naja, mit der Merkel habe ich es nicht so … aber was soll´s … Damit waren wir dann im Austausch politischer Meinungen quitt.

Aber weil wir gerade beim Thema „Merkel“ sind. Im deutschen Fernsehen habe ich einen Beitrag gesehen, irgendjemand sagte dort, dass Frau Merkel nun wohl doch ein viertes Mal antreten wird, um sich im kommenden Jahr als Bundeskanzlerin wählen zu lassen. Ich finde das mutig … von der Frau, aber auch ziemlich schlimm … für die deutsch-russischen Beziehungen.

Und dann berichtete man im deutschen Fernsehen noch, dass Deutschland dringend einen neuen Präsidenten sucht. Es figurierte der Name des deutschen Außenministers Steinmeier. Ich fand das schlimm. Schlimm deshalb, weil Deutschland dann zwar einen neuen Präsidenten hat, aber damit ein anderes Personalproblem – man braucht einen neuen Außenminister. Und ich habe versucht mir vorzustellen, wer denn dieses verantwortungsvolle Amt übernehmen könnte … also Elmar Brok ist mir eingefallen … Aber dann erinnerte ich mich, dass der Mann ja schon 70 Jahre alt ist … eigentlich Zeit endlich in Rente zu gehen.

Und mit diesen Überlegungen verabschiede ich mich für heute aus der Sonntagsplauderei. Ich bin überzeugt: „Ihr in Deutschland schafft das“ – wir in Russland schaffen es auch …

Uwe Niemeier

 

Wer eine Reise macht, hat was zu erzählen … meistens jedenfalls – 13. November 2016

Es wurde mal wieder Zeit eine Reise nach Deutschland anzutreten, um nicht ganz den Kontakt zu verlieren und um zu schauen, ob es wirklich so schlimm ist, wie mir einige meiner deutschen Gäste in Kaliningrad in den letzten Wochen erzählt hatten. Und dann wollte ich natürlich meiner 87jährigen Mutter die Chance geben, ihren Erziehungsprozess, den sie vor 62 Jahren begonnen hatte, fortzusetzen.

Seit dem die krisengeschüttelte AirBerlin nicht mehr die profitträchtige Gebietshauptstadt der Kaliningrader Region anfliegt, musste ich mir eine Alternative suchen. Wer suchet der findet und so hatte ich mich dann Anfang des Jahres entschlossen, für meine Reisen nach Deutschland eine kombinierte Bus-Flug-Busverbindung zu nutzen. Mit dem Bus von Kaliningrad nach Gdansk, hin- und zurück für 8 Euro, dann mit dem Flieger WizzAir, hin- und zurück für 19,90 Euro, Übernachtung (nur auf der Hin-Reise) inclusive Frühstück 50 Euro und der Bus im Hamburger Nahverkehr hin und zurück für 6,40 Euro. Am Dienstag um 13.30 Uhr ging es los und am Mittwoch um 13.30 Uhr, also schon nach nur 24 Stunden war ich bei meiner Mama in Norderstedt bei Hamburg.

Sie kennen das ja, im Leben gibt es immer Licht und Schatten, Freude und Enttäuschung. Beides liegt oftmals dicht beieinander. So natürlich auch auf einer Reise. Und dann plaudern wir doch mal ein wenig über diese Emotionen.

Es fing schon an, gleich nachdem ich das Haus verlassen hatte. Als disziplinierter Deutscher nutze ich natürlich den ampelbestückten Zebrastreifen, um über die Straße zur Bushaltestelle zu gelangen. Aber die Ampel war kaputt, oder wie der Russe sagt: „Sie arbeitet nicht“. Der Vorteil war, dass ich jetzt nicht 90 Sekunden warten musste, sondern gleich mutig meine Fußgängerrechte nutzte – allerdings unter Eingehung eines hohen persönlichen Risikos, denn nicht alle russischen Fahrzeuglenker kennen die Bedeutung von weiß-gelben Streifen auf der Straße. Ja, Sie haben richtig gelesen, wir haben in Russland weiß-gelbe Streifen als Fußgängerschutzweg. Das liegt wohl daran, dass man in Russland nicht immer nur schwarz-weiß malen wollte …

Foto: Schon lange keine Schwarz-Weiß-Malerei mehr in Kaliningrad
 
Mein Stadtbus kam schnell, wie immer. Die Auswahl an meiner Haltestelle ist groß und ich entschied mich für den Bus der Linie 25. Früher hatte ich immer den Bus der Linie 10 genommen. Aber der braucht, obwohl alle Busse immer die gleiche Strecke fahren, rund eine Stunde bis zum Südbahnhof. Er tuckelt so vor sich hin, als wenn es ein Touristenbus wäre. Aber der heutige Bus schaffte es in 17 Minuten. Es ist doch immer wieder erstaunlich, was diese alten deutschen Schrottbusse, ich schätze mal, der Bus hatte 40 Jahre auf dem Tacho, noch so für Geschwindigkeiten im Stadtverkehr hinlegen. Aber auch der Fahrer machte einen recht sportlichen Eindruck.
 
Foto: Kaliningrader Nahverkehr – Moderne und Nostalgie dicht beieinander
 
Somit war ich sehr früh am Busbahnhof, hatte noch eine Stunde Zeit und entschloss mich im Wartesaal Milieustudien zu betreiben, aber auch gleichzeitig das kostenlose WIFI zu nutzen. Während ich die Kaliningrader Regionalnachrichten in meinem Laptop las, unterhielten sich neben mir zwei Frauen, eine vielleicht 75 Jahre, die andere erst geschätzte 74 Jahre alt, über die amerikanischen Atomraketen, die jetzt unser friedliches Leben in Kaliningrad bedrohen. Und während ich noch heimlich lauschte kommt eine andere Frau und bot mir Bücher zum Kauf an, die ich nicht brauche. Dann solle ich doch wenigsten ´nen Zehner für obdachlose Tiere spenden, die sie betreue … meinte sie. Schade, ich hatte gerade keine Rubel dabei.
Der Bus kam pünktlich, wie immer. Es war wieder der kleine Familienbus, der nur 30 Plätze hat und irgendwie ein wenig Gemütlichkeit ausstrahlt. Nachdem alle ihr Gepäck verstaut hatten, genug gewunken und geküsst worden war, ging die Fahrt pünktlich um 15.02 Uhr los. Sofort, nachdem sich der Bus in Bewegung gesetzt hat, griffen – gefühlt alle – zu ihrem Handy, um ihren Lieben in Kaliningrad mitzuteilen, dass man nun losgefahren ist und man gab im weiteren regelmäßig Standort-Up-Dates. Die Telefongespräche und das Mitteilungsbedürfnis ließen dann schlagartig nach, als wir auf polnischem Gebiet waren. Warum wohl nur?
 
Foto: Kaliningrader Busbahnhof am Südbahnhof – Zentrum für Winken und Küsschen geben
 
Leider verfügt dieser Bus weder über Steckdosen noch über Internetanschluss. Das hat den Vorteil, dass man schlafen kann und sich als „Kaliningrad-Blogger“ nicht auch noch im Bus selber stressen muss. Aber man kann sich auch mit Landschaftsstudien beschäftigen und Argumente sammeln, um später richtig auf die üblichen Tourismus-Stereotypen reagieren zu können, die man an Stamm- und sonstigen Tischen über Kaliningrad und Polen hört. Man kann aber auch Sozialkontakte pflegen. So erfuhr ich, dass die beiden Frauen die vor mir saßen Deutsche waren (oder sagt man jetzt Deutschinnen?), die hinter mir saßen, gerne Knoblauch essen und die nette Frau neben mir zum ersten Mal nach Gdansk fährt und ein wenig aufgeregt ist. Ich versuchte die Frau zu beruhigen und erklärte ihr das System der Zeitumstellung, wenn wir denn in Polen eingetroffen sind. „Ach, dass macht mein Mobiltelefon automatisch“, informierte sie mich und ich schwieg verschämt als Nichtbesitzer eines Handys. Dann fragte sie mich noch, wie lange wir denn fahren werden und ich erzählte ihr meine Erfahrungen. Aber irgendwie schien sie dem Deutschen nicht so richtig zu trauen, denn ein wenig später, wir waren schon an der russischen Grenze, fragte sie noch einen Russen. Naja, mit den Deutschen ist das jetzt so eine Sache … kann man denen noch trauen oder doch lieber nicht …?

Um 16 Uhr waren wir an der Grenze, am ersten Schlagbaum. Ein junger russischer Grenzer stieg in den Bus: „Guten Tag Genossen, bitte die Pässe bereithalten“. Man kann das russische Wort „Genosse“ auch mit „Kamerad“ oder auch einfach nur mit „Leute“ übersetzen, es ist irgendwie so ein Universalwort im täglichen Umgang … aber Genosse hört sich einfach aufregender an … gelle? Er lief dann durch den Bus, zählte die Passagiere und öffnete den Schlagbaum.

Die Russen enttäuschten mich an der Grenze maßlos. Sie jagten uns förmlich durch die Grenze, so, als ob sie uns möglichst schnell loswerden wollten. Vom ersten bis zum letzten Schlagbaum, inclusive Toiletten- und Duty-Free-Besuch, benötigten wir für 24 Fahrgäste plus einem Fahrer 25 Minuten.

Ja, Sie haben richtig gelesen, in Russland haben wir an den Landgrenzen, aber auch auf den Airports noch Duty-Free … ach, „Duty-Free“ gehört mit zu meinen Lieblingsthemen, denn 1995 bin ich nach Kaliningrad gekommen, um, gemeinsam mit russischen Partnern, eben dieses System aufzubauen und ich freue mich natürlich zu sehen, dass es bis heute toll funktioniert – auch ohne mich. Ich gehörte, wenn man so will, schon zur frühen Generation der „Importablösungen“, die Russland gegenwärtig intensiv betreibt, denn ich entschied mich im Jahre 2004 in die russische Selbständigkeit zu gehen.

Am letzten Schlagbaum auf russischer Seite wurde nochmal schnell durchgezählt (das ist die dritte Zählung gewesen), ob auch niemand auf der videoüberwachten 300 Meter-Strecke von der Passkontrolle bis zum Schlagbaum verlorengegangen ist (oder im Duty-Free vergessen wurde), und schon hopsten wir über den auf „liegenden Polizisten“ von russischer Seite auf polnisches Territorium.

Auf polnischer Seite warteten wir erstmal 15 Minuten in unserer „Spezial-Bus-Spur“. Natürlich ist den Polen seit …zig Jahren der Fahrplan der Reisebusse bekannt und man könnte sich darauf einstellen, aber … „nur keine imperialistische Hast aufkommen lassen“. Ich selber war schon ein wenig aufgeregt und hielt schon meine Blogger-Ausrüstung in Bereitschaft. In den letzten Tagen und Wochen wurde unheimlich viel über erwischte Schmuggler an der polnischen Grenze berichtet und ich hoffte auf eine Sensation … ich, Augenzeuge, Berichterstattung direkt vor Ort … ach, war das alles aufregend.

Aber auch die Polen enttäuschten mich. Sie kontrollierten zwar über eine Stunde, fanden aber keine einzige überflüssige Schachtel Zigaretten bei den Passagieren unseres Familienbusses. Und auch andere Sachen wurden nicht geschmuggelt – es war regelrecht langweilig und ich bekam keine Story.

Somit packte ich, wie üblich, während der Wartezeit mein Abendbrot aus – was will man auch sonst in der Zeit anderes Produktives machen? Ich stellte verärgert fest, dass ich mal wieder das Salz für meine Gürkchen vergessen hatte, aber ansonsten schmeckte mir das kalorienbewusste Puffreisbrot. Gleich zwei polnische Grenzbeamte beschäftigten sich mit den Passagieren. Die junge Beamtin war wohl Auszubildende, denn der daneben Stehende erklärte ständig irgendetwas. Klar, das sich dadurch die Passkontrolle etwas in die Länge zog. Gleich daneben sitzt der Zöllner. Der kontrolliert die Pässe nochmals und stellt zolltypische Fragen. Da es nur einen polnischen Zöllner gibt, stauten sich nun alle Passagiere vor dem Röntgenapparat. Der Vorteil war, dass ich wirklich in aller Ruhe mein Abendbrot essen konnte. Nachdem der letzte Passagier – also ich – auch durch die theoretische Zollkontrolle durch war, bemühte sich der Zöllner an den Apparat und begann den praktischen Teil der Zollkontrolle -  er durchleuchtete das Gepäck … wie gesagt, ohne Ergebnis. Schon nach 90 Minuten konnten wir so die Weiterfahrt antreten.

Wie immer erlebte ich auch diesmal wieder ein, für mich nicht erklärbares Phänomen. Im polnischen Grenzabfertigungsgebäude befinden sich tip-top saubere und beheizte Toiletten, getrennt für Männlein und Weiblein. In der langen Wartezeit der Abfertigung nutzt niemand diese Toiletten, kein Mensch muss pullern. Kaum, das alle wieder im Bus sitzen, stellt der Fahrer die Frage: „Muss jemand zur Toilette?“ und mindestens der Hälfte der Passagiere drückt die Blase. Somit hält der Busfahrer 50 Meter weiter an einem Toilettenhäuschen an … Kurz nach der Grenze geht es dann zum Valuta-Umtauschpunkt, wo die andere Hälfte der Passagiere feststellt, dass man gar keine Zloty hat und dringend tauschen müsste. Und kaum das alle wieder zurück sind, stellt ganz bestimmt ein Passagier die Frage: „Brauchen wir noch lange bis Gdansk?“

Normalerweise braucht der Bus zwei Stunden bis Gdansk, wenn es keinen Stau gibt. Aber auf der Strecke wird jetzt sehr viel gebaut. Es wird wohl eine richtige Autobahn mit Brücken, Unter- und Überquerungen … als, „mächtig, gewaltig“, wie Benni von der Olsenbande sagen würde. Wir standen über eine Stunde im Stau und ich hatte die Gelegenheit Polen bei Nacht kennenzulernen. In Gdansk angekommen, lies der Busfahrer fast alle Passagiere am Busbahnhof aussteigen, nur vier Passagiere wollten weiter zum Airport. Mein Hotel befindet sich ungefähr 700 Meter vor dem Airport und ich bat den Fahrer, doch dort anzuhalten und mich aussteigen zu lassen. Es gab eine offizielle Haltestelle, Parktasche … aber unser Busfahrer hatte wohl schlechte Laune: „… ich halte nirgendwo an. Nächste Station ist Airport. Ich bin Ausländer hier und habe Angst, das mich die Polen wegen irgendeiner Kleinigkeit bestrafen.“ Zuerst wollte ich in einen Dialog mit unserem Fahrzeuglenker treten und wollte mich auch beschweren – bei seinem Chef. Aber wenn man abends, an frischer Luft, 700 Meter zum Hotel zurückläuft, kühlt der Kopf doch etwas ab und man überlegt: „Eigentlich ist so ein kurzer Spaziergang mit leichtem Gepäck gar nicht so schlecht … insbesondere, wenn man drei Stunden im Bus gesessen hat.“

Ich war nun insgesamt rund sechs Stunden unterwegs – ohne Internet. Was war wohl in der Welt passiert? Nach einloggen in das hoteleigene Internet stellte ich fest: 70 Benachrichtigungen in meinem Postkasten – 69 konnte ich gleich löschen, die Letzte war auch nicht sehr wichtig. Somit konnte ich mich beruhigt in die Horizontale bewegen …

Foto: Moderner Airport in Gdansk
 
Ach so, Sie wollen wissen wie die Rückreise in die Heimat verlief? Keine Ahnung, ich bin ja noch in Deutschland.

Für heute genug geplaudert. Bis demnächst …

Uwe Niemeier

 

Kaliningrader Sonntagsplauderei - 30. Oktober 2016

Seit 1995 lebe ich in Kaliningrad. Damals gab es einen „Westladen“, versteckt im Stadtzentrum, wo es Joghurt aus Deutschland zu kaufen gab. Heute habe ich jeden Tag die Qual der Wahl: Ich kann in den Supermarkt „Wester“ in der Oserowa gehen. Das bedeutet 15 Minuten Fußweg – gut für die Figur. Oder ich gehe zum Supermarkt „Viktoria“ in der Gorkowo. Das sind drei Minuten Fußweg. Lege ich noch eine Minute drauf, bin ich im Supermarkt „Eurospar“ und noch zwei Minuten weiter lädt mich der Supermarkt „7. Kontinent“ ein, mein Geld dort auszugeben.

Das Angebot variiert ein wenig und die Preise auch – wenn auch nicht viel. Dafür gibt es aber ein Sconto-System in den Supermärkten. Aus Bequemlichkeit gehe ich seit vielen Jahren nur die drei Minuten bis zum Supermarkt „Viktoria“. Dort habe ich es geschafft, mir mit meiner Kundenkarte ein Sconto von 4,5 Prozent zu erarbeiten. Wenn ich an der Kasse stehe, gebe ich der Kassiererin meine Kundenkarte und auf alle meine Einkäufe bekomme ich sofort einen Preisnachlass von 4,5 Prozent. Sehr angenehm – fand ich.

Dieses komplizierte sammeln von Punkten, wie ich es aus Deutschland gewohnt war … nee, das gibt es nicht in Kaliningrad. Und nun hat sich „Viktoria“ entschlossen, dieses System abzuschaffen – aber man führt sofort ein neues System ein. Ich habe es mir mehrmals von den netten „Instrukteusen“ erklären lassen, aber wahrscheinlich sind meine mangelhaften russischen Sprachkenntnisse daran schuld, dass ich es immer noch nicht verstanden habe. Da das alte System abgeschaltet ist, blieb mir also nichts anderes übrig, als das neue System in der Praxis zu testen. Man verspricht Preisnachlässe bis zu 50 Prozent (mir fehlt der Überblick, ob man vorher eine 100prozentige Preisanhebung vorgenommen hat).

Wer also jetzt im Supermarkt „Viktoria“ als ganz normaler Kunde einkauft, bezahlt relativ hohe Preise. Wer das nicht will, der füllt einen Antrag aus, mit vielen persönlichen Fragen und bekommt eine Kundenkarte, die ihm eben diese phantastischen Preisnachlässe verspricht. Gemerkt habe ich mir, dass 14 Tage vor und 14 Tage nach meinen Geburtstag, ich auf alle von mir getätigten Einkäufe einen Preisnachlass von 15 Prozent bekomme. Mein Problem ist, dass ich zu meinem Geburtstag nie in Kaliningrad bin, sondern irgendwo in Deutschland bei meiner Mutter. Ansonsten sind die Preisnachlässe immer sofort am Preisschild direkt an der Ware im Regal zu erkennen. Die Unterschiede sind doch recht beeindruckend.

Soweit zur Vorrede. Nun stehe ich am Freitag wieder mal an der Kasse (natürlich wieder mal an der verkehrten Kasse, … Sie kennen das …) und warte auf meine Abfertigung. Olga, meine Lieblingskassiererin im Supermarkt „Viktoria“ (Tatjana mag ich auch und Ludmilla ist auch immer sehr nett) zieht konzentriert alle meine preisbewussten Einkäufe über den Scanner. Ich gebe ihr meine neue Sconto-Karte und siehe da, bei einer Einkaufssumme von 999,02 Rubel spare ich immerhin 33,84 Rubel – das sind rund 3,4 Prozent. Ich stecke meine Kreditkarte in den Scanner und schwupp die wupp ist mein Konto bei der „Sberbank“ belastet. Aber Olga ruft mich zurück: „Uwe, Moment noch, Sie bekommen noch Ihren ganz individuellen Preisnachlass.“

Begeistert laufe ich zurück … Allerdings erhalte ich kein Geld, sondern einen weiteren bunten Ausdruck mit wertvollen Einkaufshinweisen. Mir wird mitgeteilt, dass ich jetzt ein lieber Kunde bei „Viktoria“ bin und man mir deshalb einen weiteren Preisnachlass von 20 Prozent bei vier ganz bestimmten Produkten gewährt, speziell für mich und nur für mich – allerdings muss ich diese bis zum 1. November kaufen und es dürfen nicht mehr als insgesamt fünf Kilo oder 10 Einzelverpackungen sein. Und wie ich da so drauf schaue, was das für interessante Waren sind, stelle ich fest, es ist Bananen-Müsli und es ist Puffreis-Brot und Knäckebrot. Ich kaufe ständig Müsli, allerdings Nuss-Müsli. Bananenmüsli mag ich nicht, es klebt so zwischen den Zähnen. Und Puffreis-Brot kaufe ich auch, allerdings nicht das jetzt mir vorgeschlagene Puffreis-Brot mit Erdbeergeschmack, denn das klebt so an den Händen. Und Knäckebrot kaufe ich gar nicht mehr, denn das russische Knäckebrot ist mir zu hart.

Die pfiffigen Marketingleute bei „Viktoria“ haben nun also aus mir den „gläsernen Kunden“ gemacht. Mit der neuen Analysesoftware wissen sie ganz genau was ich kaufe und bieten mir andere, ähnliche Dinge an – mal so zum ausprobieren.

Und da kam mir der Gedanke, dieses System mal so zu testen. Wenn ich mehrmals hintereinander Kondome kaufe, ob mir das neue Sconto-System dann irgendwann mal alternativ die Anti-Baby-Pille vorschlägt? Immerhin kooperiert die Supermarktkette „Viktoria“ auch mit einer Apothekenkette. Ein Versuch wäre es wert – oder?

… ach, ehe ich es vergesse. Bei einer anderen, sehr bekannten Kaliningrader Einzelhandelsfirma, habe ich eine Goldene Kundenkarte und erhalte auf alle meine Einkäufe zehn Prozent Preisnachlass. Die Shops dieser Firma verkaufen elitäre alkoholische Getränke. Mein Problem ist – ich trinke nicht. Was mache ich nun mit diesen ungenutzten zehn Prozent?

Für heute nun genug geplaudert.

Uwe Niemeier

Reklame

Gesellschaft, Kaliningrad

   Kommentare ( 14 )

A. Bienenfreund Veröffentlicht: 29. Oktober 2016 23:11:31

Der Kunde ist halt König! Man muß ihn lenken und anleiten, sonst weiss er doch gar nicht was er sonst noch alles kaufen muß !:) Ich bin stolzer Nichtbesitzer von überhaupt keiner Kundenkarte.

.g Radeberger Veröffentlicht: 30. Oktober 2016 00:18:13

Ich bin stolzer Nichtbesitzer von überhaupt keiner Kundenkarte. (bienenfreund)
Jetzt haben Sie mich aber neugierig gemacht. Welche Kundenkarte(n) haben Sie denn nun?

Uwe Erich Niemeier Veröffentlicht: 30. Oktober 2016 00:21:20

... na, ich denke mal Kundenkarte "Nichtkunde"

.g Radeberger Veröffentlicht: 30. Oktober 2016 00:36:23

Uwe, mit Ihren Schilderungen werden Sie noch bei Kleber von (Z)erschuß (D)es (F)riedens oder eine-m/r Anderen aus dieser oder ähnlichen Truppe in Putins Antidemokratie-Propagandaecke landen. Der wird mit wohlgesetzten Atlantikbrücke-Vokabeln versuchen zu erklären, daß in Rußland alle hungern, natürlich außer Putin, den alten KGB-Genossen, die Oligarchen sowieso nicht und die Hungersterblichkeit in den letzten 15 Jahren unter dem Diktator Putin in die Höhe geschnellt ist.
Und Eurospar aus dem EU-Land Austria gibts doch in Rußland gleich gar nicht.

Satire zu Ende.

Uwe Erich Niemeier Veröffentlicht: 30. Oktober 2016 00:40:00

... nur das nicht, nur nicht im ZRD oder ADF ... oder im richtigen öffentlichen ...

Reinhold Robert Heck Veröffentlicht: 30. Oktober 2016 09:24:49

Und ich bin ein berühmter Barzahler. Somit kann nicht mal meine Bank feststellen wo und was ich einkaufe.
Einzig bei E-Bay wäre das möglich, da sollte ich mich auch etwas zurückhalten.
Ich wünsche Ihnen und allen einen schönen, friedlichen Sonntag.

Frank Schröter Veröffentlicht: 30. Oktober 2016 10:59:42

Also den ersten Beitrag zur Sonntags Plauderei fand ich wunderbar. Locker, und in der jetzigen Zeit auch einmal etwas heiteres aus Kaliningrad. Danke.

.g Radeberger Veröffentlicht: 31. Oktober 2016 03:33:01

Uwe, Sie Schlaumeier, haben das mit der doppelten Verneinung verstanden.
Gibt´s im russischen nicht auch solche Formulierungen ?

Uwe Erich Niemeier Veröffentlicht: 31. Oktober 2016 08:18:03

... nicht SCHLAUmeier, einfach nur NIEmeier ... ja, ich denke mal das es solche Doppelungen auch in der russischen Sprache gibt ... müsste ich mal in einer etwas ruhigeren Zeit nachdenken um Beispiele zu formulieren ...

Karsten-Wilhelm Paulsen Veröffentlicht: 31. Oktober 2016 10:38:28

Ein schönes Format, gefällt mir.

.g Radeberger Veröffentlicht: 13. November 2016 03:36:31

Habe gerade Ihren letzten Reisebericht über die russisch-polnische Grenze gelesen. Ich muß schon sagen, ein richtiger Deutscher sind Sie nicht mehr. Warum? Als "echter Deutscher" hätten Sie sich aber sowas von aufgeregt. Nur wer mindestens aus irgendeinem Grund ein paar Tropfen russisches Blut in sich hat, bleibt bei so einer Geschichte gelassen - wie es eben nur die Russen sind.

Uwe Erich Niemeier Veröffentlicht: 13. November 2016 08:12:52

... naja, jahrelanges Training eben.

Karsten-Wilhelm Paulsen Veröffentlicht: 13. November 2016 19:54:16

@Und dann wollte ich natürlich meiner 87jährigen Mutter die Chance geben, ihren Erziehungsprozess, den sie vor 62 Jahren begonnen hatte, fortzusetzen.

Glückwunsch, damit haben Sie einen gewissen Grad an Unsterblichkeit erlangt, denn ich habe diesen Satz schon weitererzählt, danke! Meine ist jenseits 90 zur Einsicht gekommen, dass sie nun fertig mit mir sei.

Uwe Erich Niemeier Veröffentlicht: 13. November 2016 20:25:27

... vor Jahren habe ich schon ein einfaches Mittel gefunden, um die Erziehungsbemühungen meiner Mutter zu unterstützen. "ja, Mama, natürlich Mama, selbstverständlich Mama ..."

.g Radeberger Veröffentlicht: 19. November 2016 22:10:47

Falls Sie es nicht vergessen, Uwe, fragen Sie mal Ihre jammernde Ärztin, wie hoch für einen nidergelassenen Kassenarzt so das monatliche Durschschnittseinkommen ist. Sie werden gewiß keine ehrliche Antwort bekommen. Dann fragen Sie mal, was so ein "Hausarzt" allein an der Ausstellung von Rezepten und Überweisungen von der GKV gutgeschrieben bekommt und was Ihre Ärztin so als IGL-Leistungen anbietet. Im Gegensatz zu dem Gejammer Ihrer Hausärztin gibt es ganz andere Stimmen, die sich darüber beklagen, daß sie für die Vielzahl ihrer Patienten gar keine Zeit für ein ordentliches Gespräch haben und nach fünf Minuten dieser Patient schon wieder draußen ist.
Natürlich haben die Ärzte auch Kosten für medizinische Geräte, die sie sich faktisch anschaffen "müssen". Ansonsten gehen ihm die zahlenden Kunden abhanden. Wenn er dann seine Kunden an andere, vielleicht spezialisierte Ärzte überweist, findet der u.U. den Weg nicht wieder zurück.
Das deutsche Gesundheitswesen krankt am Unternehmertum der niedergelassenen Ärzte und den eingeräumten Möglichkeiten so richtig zu betrügen, aber im großen Stil.
Nur so zum Nachdenken und vielleicht ein wenig Suchen im Internet. Sonst wird mein Beitrag wieder zu lang.

Robert Robert Laack Veröffentlicht: 10. März 2017 23:04:28

Hallo Uwe,
vielen Dank für Deinen Bericht über den Besuch in Deutschland. Viele Menschen wissen hier nicht auf welcher Insel der solzialen und wirtschaftlichen Sicherheit hier leben. In jedem Land gibt es Dinge, die einem nicht gefallen. Die Frage ist dann immer, wie geht man damit um. Unsere Familie und dazu gehört meine Frau, 3 verheiratete Kinder, Enkel- und Urenkel, wir kennen allerdings nicht nur Deutschland, sondern die Verhältnisse in vielen Ländern dieser Welt, so lebten wir 5 Jahre in Afghanistan und 10 Jahre in West- und Ostafrika. Vielleicht gehört auch ein bischen Training und insbesondere der Respekt vor anderen Menschen und Gewohnheiten. Nochmals vielen Dank und insbesondere für die gute Arbeit im Kaliningrad-Domizil
Robert

Uwe Erich Niemeier Veröffentlicht: 11. März 2017 09:23:43

... ja, es ist so. Erst wenn man sich länger in einem anderen Land oder mehreren anderen Ländern aufgehalten hat, wächst eine gewisse Toleranz und Akzeptanz zu den Ansichten und Meinungen anderer. Ein Tourismusaufenthalt bringt es nicht Land und Leute kennen zu lernen. Und wenn man Vergleichsmöglichkeiten zu früheren Zeiten hat, ... erst dann lernt man zu schätzen, wie man heute lebt.

.g Radeberger Veröffentlicht: 12. März 2017 14:11:17

Uwe, sagen Sie mal, Ihr "Modem", hat das eine SIM-Karte? Dann ist es doch in Verbindung mit dem "Tablet" so gut wie ein Smartphone und dann könnten Sie doch auch bei den öffentlichen Anbietern im Internet "daddeln", wie man heutzutage hierzulande in einschlägigen Kreisen dazu sagt.
Und wenn Sie noch mal mit Serjoscha reden, wird der Ihnen auch erklären oder auch machen, wie die Spammeldungen und weitere Werbung sich vom Halse halten. Fragen Sie ihn aber ganz bestimmt auch nach einem Anti-Virenprogramm. Da gibt es garantiert auch halbwegs gute und kostenfreie für Planchet.
Ich habe da auch nicht soviel Ahnung, dehalb weiß ich das, daß man das haben sollte.

Uwe Erich Niemeier Veröffentlicht: 12. März 2017 15:59:29

... leider habe ich beim Kauf des Tabletts nicht auf diese SIM-Karten-"Kleinigkeit" geachtet, so dass ich jetzt mit der Modem-Alternative leben muss (... und kann). Alle anderen, von Ihnen angesprochenen Dinge ... hm, wie soll ich es jetzt formulieren ..? Meine Beiträge in diesem Format sind alle mit einem gewissen (hintergründigen) Humor formuliert oder zumindest nicht immer ganz ernst zu nehmen. Natürlich verfügen wir über mehrere Anti-Viren-Programme, auch für das mobile Internet und insbesondere alle Post die eingeht, wird dreimal gefiltert. Also über SPAM rege ich mich nicht wirklich auf ...

.g Radeberger Veröffentlicht: 12. März 2017 19:58:34

" ... auch für das mobile Internet und insbesondere alle Post die eingeht, wird dreimal gefiltert."

Also doch. Stimmts also doch. Die Russen machens auch und nicht nur NSA, CIA, und wie die alle heißen. Wird alles gefiltert.
(Es ist Sonntag Nachmittag und bewölkt - also Spaß beiseite)
Ich bin auch auf der Suche nach so einem Planchet - aber mit Simkarte. Die sind in der Regel aber bis 100 Euro teurer als nur mit Wifi, wenn man keinen Schrott kaufen will.

Uwe Erich Niemeier Veröffentlicht: 12. März 2017 20:13:53

... ich habe mir ein Lenovo für 300 Euro mit abnehmbarer Tastatur geleistet (abzüglich der erstatteten Mehrwertsteuer) und bin damit (vorläufig) zufrieden.

.g Radeberger Veröffentlicht: 12. März 2017 22:07:25

Jaja, "Lenonvo" soll etwas ordentliches sein, sagte mir der freundliche Aufschwatzer von Euronics. Hatte aber keines mit Wifi und G4. Ich habe ja noch Zeit und warte auf das Schnäppchen. Kommt ganz bestimmt - vermute ich mal.
Ach so, er betonte noch, daß diese Produkte aus China nun beträchtlich an Qualität und Leistungsfähigkeit zugenommen haben und damit an denen aus der anderen Richtung kratzen, die ja auch in China produziert werden.

Um einen Kommentar zu schreiben müssen Sie sich registrieren oder autorisieren
Melden Sie sich an